ZU VIELE STRAFEN KOSTEN PUNKTE

Sonntag 22.09.2019・18:30 Uhr
Löwen Frankfurt - Lausitzer Füchse
4:3 n.P.
0:1, 0:0, 3:2 - 1:0

FÜCHSE BEIM SHOOTOUT OHNE FORTUNE

DER BERICHT

Nach der Overtimeniederlage gegen Bad Tölz erklärte unser Verteidiger Joel Keussen, dass es für das Spielsystem der Mannschaft uninteressant sei, ob man daheim oder auswärts antreten müsse: "Es geht bei uns nicht darum, welches Team das Spiel machen muss. Wir wollen immer hartes, schnelles Eishockey spielen und dadurch den Gegner vor Probleme stellen." Das klappte bei den Frankfurter Löwen lange ziemlich gut. Dass es am Ende kein Dreier wurde, hatte maßgeblich zwei Gründe: Beim Torabschluss wurde zu oft gesündigt und 18 Strafminuten waren gegen einen Titelfavoriten einfach ein paar zu viel. Allerdings darf gerne darüber debattiert werden, ob die Unparteiischen das Match nach dem Grundsatz "Gleiches Maß für alle" leiteten.

Spielverlauf

Vor 3.340 Besuchern in der Frankfurter Eissporthalle sorgte zunächst die Besetzung der Torhüterpositionen für Aufsehen. Während bei den Hessen Jimmy Hertel den Platz zwischen den Pfosten einnahm, hütete bei uns erstmals in dieser Saison Marvin Cüpper das Heiligtum. Als erster Block starteten bei den Füchse in der Verteidigung – wie gegen Bad Tölz – Joel Keussen und Jakub Kania. Davor aber stürmten Jordan George, Darcy Murphy und Clarke Breitkreuz. Diese Formation hatte nach sechs Minuten die dicke Chance zur Führung. Murphy kam bei einem zwei-gegen-eins-Konter aber nicht an Jimmy Hertel vorbei. Knappe zwei Zeigerumdrehungen später brannte es lichterloh vor Marvin Cüpper. Adam Mitchell hatte sich mit einem starken Move vor dem Gehäuse Platz verschafft. Doch er und bei zwei Nachschussversuchen auch Roope Ranta scheiterten an unserem Hüter. Zur Mitte der ersten Periode schoss Ondrej Pozivil die Angereisten mit einem Kracher ins rechte Kreuzeck zur da durchaus verdienten Führung, die Jordan George wenige Augenblicke später hätte ausbauen können (11.). Es folgten je eine Strafe für beide Teams und wenig erwähnenswertes.

Ab dem Mittelabschnitt stand Mac Carruth im Füchse-Tor. Und die Gäste machten Ballett. Nach 22 Minuten scheiterte Robert Farmer mit der Rückhand frei vor Hertel, nach 25 Minuten tauchte George frei vor dem Löwen-Goalie auf und löste ein derartiges Chaos aus, dass schlussendlich Hertel, Farmer und zwei Frankfurter Spieler im Tor lagen, nur eben die Scheibe nicht. Ein solches Durcheinander wiederholte sich in Minute 39, da ausgelöst von Clarke Breitkreuz und Thomas Reichel. Dazwischen musste aber auch Mac Carruth gegen MacAulay (26.) und gleich drei Frankfurter, die vor ihm im Slot nach dem Spielgerät stocherten (39.), seine Klasse aufbieten, derweil Jakub Kania einen drei-gegen-eins-Konter der Hessen spektakulär unterband (30.). Insgesamt ließen die Oberlausitzer aber recht wenig zu.

Der Start in die letzten 20 Minuten ließ Gutes verheißen. Zwar scheiterte Breitkreuz mit einem Sololauf (41.), aber wenig später versenkte Farmer den Puck im Nachsetzen nach einem Eric-Mik-Distanzschuss zum 2:0. Wie aus dem Nichts kassierten die Unsrigen nur 31 Sekunden später den Anschluss. Und nun machte Frankfurt Dampf. Zu allem Übel reklamierten die Referees in kurzem Abstand zweimal die Stockarbeit von Keussen, der auch auf der Sünderbank saß, als Ranta zum 2:2 einkanonierte. Dann gab es bissel Haue und je zwei Herausstellungen, ehe nach 56 Minuten Mychal Monteith eliminiert wurde. Als der zurück auf dem Eis war, durfte der 39-jährige Routinier Eduard Lewandowski marschieren und hoch zum 3:2 einschießen. Die Löwen hatten das Match gedreht. Und nun? 14 Sekunden nach dem Führungstreffer zog Steven Delisle eine kleine Strafe. Es folgte die EHC-Auszeit, mit Scheibengewinn ging Carruth vom Eis und der sechste Feldspieler kam. Mit so Sechs gegen Vier zwirbelte Mike Hammond den Puck Richtung langes Eck, in dem er auch einschlug, nachdem Murphy noch die Kellenspitze hineingehalten hatte.

Mit Füchse-Unterzahl ging es in die Verlängerung. Großchance Buchwieser hier (63.), Top-Chance Murphy da (65.) – ein Tor fiel aber nicht mehr. Im Shootout waren die beiden Lausitzer Versuche von Hammond und Murphy zu bieder, derweil Lewandowski und Thomas Schinko sicher verwandelten. So blieb es bei einem Zähler in Frankfurt und einem gegen Bad Tölz. Nach drei Pflichtspielen stehen bereits zwei Niederlagen zu Buche. Aber die Füchse haben in jedem der drei Matches gepunktet.

Schlüsselszene

Was für ein blödes Ding zum 1:2! Von weit hinter der Torlinie schoss Thomas Schinko unseren Goalie an, der noch auf dem Rückweg in sein Gehäuse war. So konnte der Puck ins Tor trudeln. Und plötzlich waren die Löwen wieder am Leben.

Pechvogel

Marvin Cüpper und Frankfurt – das passt irgendwie nicht. Am 4. Januar bestritt der 25-Jährige nach langer Verletzungspause sein erstes und einziges Spiel für Weißwasser in der letzten Saison. Das Ende ist bekannt: "Cüps" bekam einen Schuss an die Maske, das Jochbein brach. Nun also war der Hüter wieder für den EHC im Einsatz – gegen Frankfurt. Nach 20 Minuten war das Match für ihn beendet. Grund: Unterkörperverletzung! Wir wünschen Marvin gute und schnelle Besserung!

Aussetzer

Es hatte irgendwie etwas von Mau-Mau: Jedenfalls musste Joel Keussen immer wieder aussetzen. Unsere Nummer sieben hatte bei den Unparteiischen bestimmt einen Stein im Brett. Im Schlussdrittel wurde er viermal (!) zum Aussetzen geschickt!

Aufreger

Nach 23 Minuten rammte Carter Proft unseren Nicolas Strodel in die Bande, bei dem kurzzeitig das Licht ausging. Physiotherapeutin Emma Sanders unternahm noch auf dem Eis den Schädel-Hirn-Trauma-Check. Das Gute: Unsere 89 konnte weiterspielen. Das Schlechte: Proft kam mit nur zwei Strafminuten (zu?) glimpflich davon.

Der Top-Spieler

Ex-Füchse-Kurzzeit-Profi Jimmy Hertel legte eine spektakuläre Partie hin. Mit mehreren Top-Saves rettete er seine Farben nicht nur im Penaltyschießen.

Die Trainerstimmen

Marko Raita: "Nach dem 0:2-Rückstand hat die Mannschaft gut reagiert und gemerkt, dass es noch nicht vorbei ist. Wir wurden besser und besser und haben uns viele gute Torchancen erspielt. Die Torhüter auf beiden Seiten haben stark gehalten. Weißwasser hat sehr kompakt gespielt."

Corey Neilson: "Es war ein wirklich gutes Spiel meiner Mannschaft. Frankfurt ist ein exzellentes Hockey-Team. Aber wir haben schnell und druckvoll agiert. Lange hatten wir alles unter Kontrolle. Aber dann ist es doch noch passiert. Manchmal wird man für seine Arbeit eben nicht belohnt."

Die Statistik

0:1 (10.) Pozivil (Ustorf, Kuschel), 0:2 (42.) Farmer (Mik, Pozivil), 1:2 (42.) Schinko (Hüttl, Eisenmenger), 2:2 (48.) Ranta (MacAulay, Eisenmenger PP-1), 3:2 (58.) Lewandowski (Faber), 3:3 (60.) Murphy (Hammond, Pozivil PP-1), 4:3 (GWS) Lewandowski

Media-Center

HIGHLIGHTS / PK HIGHLIGHTS DEL2


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