ZU UNGESTÜM

Freitag 27.09.2019・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - EC Kassel Huskies
2:5
1:1, 1:2, 0:2

FÜCHSE RENNEN UNGEORDNET INS VERDERBEN

DER BERICHT

Ein Satz mit „x“... Sicher war das Spiel der Weißwasseraner gegen die Kassel Huskies erneut sehr unterhaltsam. Einmal mehr kann man der Mannschaft auch die Leidenschaft und den Siegeswillen nicht absprechen. Aber irgendwie wirkten unsere Jungs nicht zielstrebig und nicht stringent genug. Wie es gehen kann, zeigten die Gäste. Die agierten ziemlich einfach, checkten früh vor und nutzten jede Gelegenheit zum Torabschluss. Das ergab Rebound-Chancen – und Gegentore!“

Spielverlauf

Die Hausherren starteten druckvoll und vehement, waren etwa 15 Minuten lang klar überlegen und führten verdient mit 1:0. Zwar hatte Robert Farmer nach noch nicht einmal 60 Sekunden bei einer Hereingabe am langen Pfosten den Schläger nicht auf dem Eis. Wie es geht, zeigte etwa vier Zeigerumdrehungen später Philip Kuschel. Unser Eigengewächs arbeitete die Scheibe regelrecht ins Gehäuse von Gerald Kuhn. Die frühe Führung beflügelte die Unsrigen. Jordan George, schön von Robert Farmer in Szene gesetzt, hätte den zweiten Treffer setzen müssen (7.). Nach zehn Minuten tat Richie Mueller das, was er unnachahmlich kann: Er fegte los und stand allein vor Mac Carruth, der parieren konnte. Nicolas Strodels Pfostentreffer nach 15 Minuten beantworteten die Gäste mit einem doppelten „Pling-pling“: Im Gegenzug hämmerte Ben Duffy das Spielgerät an beide Gestänge des EHC-Heiligtums. Der Warnschuss verhallte ungehört. Denn nach 18 Minuten schenkten die Neilson-Schützlinge den Nordhessen einen Zwei-gegen-eins-Konter, den Lois Spitzner mit Hochschuss veredelte. Noch vor der ersten Sirene gerieten die Oberlausitzer für 40 Sekunden in doppelten Spielernachteil, retteten das Remis aber in die Pause.

Auch in den Mittelabschnitt startete Weißwasser etwas besser. Mike Hammond brachte den Puck aus spitzem Winkel vor das Huskies-Tor. Doch das Hartgummiteil wollte die Linie nicht überqueren (23.). Auf der Gegenseite ließ Alexander Karachun einen Alleingang gegen Mac Carruth liegen (noch 23.), derweil im zweiten Füchse- Powerplay erst Darcy Murphy und dann Fabian Dietz vor dem fast leeren Tor vergaben (24.). Kurz darauf legte Dietz auf Jakub Kania zurück, dem beim Schlagschussversuch die Kelle brach (26.) – offenbar ist Lausitzer Fichte kein gutes Schlägermaterial. Dann traf Philip Kuschel noch die Latte des ECK-Tores (27.), ehe sich das Match zu drehen begann. Nach einem Rückhandschlenzer von Nathan Burns jubelten die Gäste bereits. Der Videobeweis aber belegte, dass der Puck die Linie nicht überquerte. Das tat er auch nach einem Derek-Dinger-Schuss an den Pfosten nicht. Im Nachsetzen erkannte Ryon Moser das freie kurze Eck und machte das 2:1 für die Kehler-Truppe. Die sammelte für ihre zuweilen recht rustikale Gangart nicht nur Sympathiepunkte, sondern auch Tor Nummer drei. Der Schuss von Richie Mueller in Überzahl verschwand genau im rechten langen Torwinkel. Das unmittelbar folgende Überzahlspiel der Heimischen nutzte Robert Farmer, der die Scheibe aus Nahdistanz einschob, zum Anschluss. Kurz vor Ende der zweiten Periode hatte Fabian Dietz noch die dicke Möglichkeit zum Ausgleich, verzog aber knapp.

Nach 43 Minuten schien das Remis fällig. Allerdings traf Mike Hammond aus vier Metern statt des leeren kurzen Ecks nur das Außennetz. Und so ganz schwer hatten es die Huskies danach nicht, den Vorsprung zu verwalten. Denn unsere Cracks agierten zumeist etwas umständlich, pressten früh und tief und ließen so auch weiterhin den einen oder anderen Konter zu. Als in Minute 50 einmal mehr Murphy und Dietz aus bester Position nicht an Kuhn vorbei kamen, zeigten die Schlittenhunde im Gegenzug, wie leicht Toreschießen sein kann. Richie Mueller zog ab, Mac Carruth ließ prallen, und Justin Kirsch war zur Stelle. Unsere Mannschaft versuchte es immer wieder mit Tip-in-Versuchen, doch Gerald Kuhn war aufmerksam. Reichlich 30 Sekunden vor Schluss, die Heimischen setzten alles auf eine Karte, machte Michael Christ per „empty-netter“ den Deckel drauf.

Mag das Glück den Unsrigen auch nicht sonderlich hold gewesen sein: Wenn man die eigenen Tormöglichkeiten nicht nutzt, dann darf man dem Kontrahenten auch nicht derart viele Turn-overs schenken. Viel zu oft nämlich konterte Kassel in Überzahl – und bewies eine beachtliche Effizienz beim Torabschluss. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Erneut sahen sich die Füchse einem Team gegenüber, das tempomäßig dagegen, das Spiel einfach und die Konzentration – anders als der EHC – durchweg hoch hielt.

Schlüsselszene

Die Treffer der Huskies zum 2:1 und 3:1 binnen 140 Sekunden in einer Phase, da eigentlich die Hausherren dem nächsten Treffer nahe waren, kippten das Match auf Seiten der Gäste.

Fliegende Fäuste

Nach 35 Minuten setzte Denis Shevyrin zum Kniecheck gegen Tomas Andres an. Käpt’n Clarke Breitkreuz nahm Rache und lieferte sich mit Kassels Nummer 15 eine handfeste Prügelei, die den Rivalen jeweils zwei plus zwei plus zehn Strafminuten bescherte – Shevyrin zusätzlich die kleine Strafe für das „Ur-Foul“. Einen echten Sieger sah der Faustkampf nicht.

Top-Support

Mit bedingungsloser Stimmgewalt unterstützten die EHC-Fans ihr Team und nahmen ihm auch nicht übel, dass es zuweilen etwas übermotiviert den Nordhessen das Toreschießen zu leicht machte.

Der Top-Spieler

Je oller – je doller! Richard Mueller hat weder etwas von seinem Tempo, noch von seiner Torgefahr eingebüßt. Je einen Treffer und ein Assist brachte der 37-Jährige auf sein Konto und war auch sonst permanenter Unruheherd.

Die Trainerstimmen

Tim Kehler: „Es war für die Fans ein tolles Spiel. Mir war klar, wie Weißwasser kommen würde. Aber wir haben defensiv und offensiv sehr gut gestanden. Fünf unterschiedliche Torschützen bei uns zeigen, wie ausgeglichen meine Mannschaft besetzt ist.“

Corey Neilson: „Kassel spielt so ähnlich wie wir. Ich habe großen Respekt vor dieser Mannschaft. An sich haben wir jetzt drei gute Spiele abgeliefert, aber alle verloren. Deshalb bin ich schon enttäuscht. Wir agieren zu wild, zu aggressiv. Die Jungs wollen zu viel und machen dann Fehler. Druck auf den Gegner auszuüben ist wichtig. Aber wir müssen cleverer sein.“

Die Statistik

1:0 (5.) Kuschel (Reichel, Keussen), 1:1 (18.) Spitzner (Christ, Shevyrin), 1:2 (29.) Moser (Duffy, Dinger), 1:3 (32.) R. Müller (Kirsch, Trivino PP-1) 2:3 (37.) George (Keussen, Hammond), 2:4 (50.) Kirsch (R.Müller, Heinrich), 2:5 (60.) Christ EN EQ

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