STEHAUF-FÜCHSE HOLEN DREIER

Freitag 25.01.2019・ Uhr
Wölfe Freiburg - Lausitzer Füchse
1:2
1:0, 0:1, 0:1

KONSTANTIN KESSLER STEHT FEST WIE EINE SCHWARZWALD-TANNE

DER BERICHT

Weil angesichts der Verletztenmisere in Weißwasser und Berlin nichts mehr war, wie es einmal war, gab es vor dem weiten Ausflug unserer Mannschaft in den entfernten Süden Deutschlands eine Menge Fragezeichen. Wie würde Coach Corey Neilson aufstellen, wenn es nicht für vier Reihen reicht? Welche taktischen Vorgaben hält der „Oberfuchs“ für erfolgsversprechend? Wie schlägt Brian Bölke beim Zweitligadebüt ein? Reicht das Häuflein Aufrechter für das typische Füchse-Tempo-Hockey? Und was ist überhaupt kräftemäßig noch drin? Die zentrale Antwort war durchaus beeindruckend: Mit 2:1 holten die Oberlausitzer alle drei Punkte im Schwarzwald. Und es hatte schon etwas von „sehr clever“, wie die Weißwasseraner bei den Wölfen agierten. Denn es wurde nicht auf Gedeih und Verderben gestürmt. Vielmehr war stets eine Absicherung da, die den Hausherren so gut wie kein Break gestattete. Brian Bölke fügte sich ganz unauffällig ein – so, als habe er schon immer für „Lausitz“ gespielt. Und dann gab es auch noch eine Überraschung zwischen den roten Stangen.

Denn mit dem Duell Jimmy Hertel gegen Konstantin Kessler ging es auf den Goaliepositionen los. Nach reichlich fünf Minuten des Abtastens war es der Wölfe-Schlussmann, der auf der Hut sein musste. Zunächst stoppte er David Kuchejda und Thomas Reichel, die direkt vor ihm standen, die Scheibe aber nicht über die Linie brachten (6.). Eine Minute später sah Jeff Hayes den am langen Eck lauernden Steve Saviano, der aber schon zu weit aufgerückt war, um noch einzunetzen. Im Gegenzug stürmte Tobias Kunz auf und davon, wurde von Chris Owens von den Beinen geholt, was die Unparteiischen die Arme über dem Kopf verschränken ließ. Josef Mikyska trat zum Penalty an und wollte Tino Kessler austanzen. Aber der stand unbeirrt und stocherte dem Tschechen die Scheibe vom Schläger (7.). In Minute neun nahm Ryon Moser einen Direktschuss, zog aber über den linken Winkel. Philip Kuschel schnappte sich sogleich das Spielgerät, stiefelte über die gesamte Eisfläche, kam aber nicht mehr an Jimmy Hertel vorbei (9.). Anschließend setzte es Strafen. Weil Enrico Saccomani und Oliver Granz zeitgleich ausgeschlossen wurden, ging es mit vier gegen vier weiter. Dann wechselten die Füchse etwas unglücklich und gerieten in Unterzahl. Derweil diese lief, schnellte der Arm des Hauptschiedsrichters erneut nach oben. Jetzt kamen die Wölfe mit zwei Mann mehr. Doch ehe die Powerplayformation gefunden war, jagte Probespieler Brad McGowan das Hartgummiteil aus spitzem Winkel ins kurze Eck. Der heimische EHC führte (12.). Und Chris Owens musste gleich für vier Minuten auf’s Sünderbänkchen… Diesen Spielervorteil vermochten die Hausherren nicht zu nutzen. Bemerkenswert war lediglich ein McGowan-Schrägschuss ans Außennetz (15.). Etwas später sorgte Austin Cihak mit einem Distanzschuss für Gefahr, doch Konstantin Kessler fuhr den Schoner aus (19.). Und kurz vor der ersten Sirene jagten Jeff Hayes, Jordan George und Steve Saviano Keeper Hertel in seinem Drahtkäfig zwar hin und her, die Scheibe aber nicht über die Linie.

Im Mittelabschnitt neutralisierten sich beide Teams noch mehr. Die Mittelzone war permanent zu, schnelle und direkte Angriffe verkamen zur Seltenheit. Erst nach 24 Minuten kamen die Hausherren zu ihrer nächsten Einschusschance. Den Blueliner von Alexander Brückmann parierte Konstantin Kessler, den Abpraller jagte Nikolas Linsenmaier über den Querbalken. Auf der anderen Seite umkurvte Jordan George das Hertel-Tor, passte zu Mychal Monteith. Und der Verteidiger fackelte nicht lange und beförderte den Puck ins lange Eck – der Ausgleich! Fortan setzte es wieder Strafen und wenig Klares. Steve Saviano verzog nach 29 Minuten etwa 3 Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Etwas später kam Jordan George von der Strafbank, aber mit der Rückhand nicht an Jimmy Hertel vorbei (32.). Irgendwie gelang es beiden Mannschaften fast durchweg, den Slot dicht und die Angreifer außen zu halten. Marc Wittfoth nahm sich so einen Schrägschuss, der noch leicht abgefälscht wurde. Doch Schlussmann Kessler fing die Scheibe weg (35.). Es lief die 37. Minute, als Weißwasser mit Tempo ins gegnerische Drittel zog und für viel Wirbel sorgte. Jeff Hayes passte auf Steve Saviano, der geblockt wurde. Das Spielgerät rutschte zu Mychal Monteith, der einschoss. Alles in Blau-Gelb jubelte – und die Referees bemühten dann doch den Videobeweis. Schau an… Denn plötzlich hieß es: Kein Tor! Saviano soll regelwidrig im Torraumabseits gestanden haben. So blieb es beim 1:1, weil Linsenmaier in der 40. Minute frei schräg über das Kessler-Tor zielte.

Die letzten 20 Minuten begannen mit einer Art „Eis-Schach“. Zwei sichere Abwehrreihen ließen praktisch nichts zu. Ein Schüsschen hier, ein Schüsschen da – das Match plätscherte so dahin. Da schnappte sich Steve Saviano das Spielgerät, zog unwiderstehlich auf und davon, bediente quer Fabian Dietz, der gänzlich unbekümmert einklinkte. Da war sie nun aber endgültig – die Füchse-Führung. Und beinahe hätte sie Cederic Schiemenz oder David Kuchejda ausgebaut. Doch Jimmy Hertel war zur Stelle (45.). Fortan drängte Freiburg auf das Remis. Und Konstantin Kessler rückte in den Mittelpunkt. Der 22-Jährige stoppte mit Unterstützung seiner Defensive erst Enrico Saccomani (46.), dann mit etwas Glück Austin Cihak, dessen Schrägschuss dem Goalie aus dem Fanghandschuh, aber am Tor vorbei fiel (47.), und anschließend auch Sergej Stas, der frei vor unserem Hüter auftauchte (48.). Die Breisgauer brachten da viele Scheiben vor unser Tor. Selbst in Überzahl aber war Torwart Kessler eine Bank, als er beispielsweise spektakulär Brad McGowan verzweifeln ließ (49.). Es folgte eine kurze Phase, in denen es den Angereisten gut gelang, die Scheibe aus unserem Drittel fern zu halten, ohne allerdings selbst groß gefährlich zu werden. Als die Schlussphase anbrach, da wollten es die Gastgeber noch einmal wissen. Ryon Moser kurvte entschlossen vor unser Gehäuse, scheiterte aber ebenso an Toni Kessler (55.), wie Marc Wittfoth frei aus eineinhalb Metern (57.). Dann hätte Steve Saviano das Match entscheiden können, kam aber aus vier Metern nicht durch die Beine von Jimmy Hertel (59.). Es kam, was kommen musste: Auszeit Freiburg, Torwart raus - … nichts! Denn unsere Jungs hielten defensiv toll dagegen und gestatteten den Cracks von der Dreisam nichts Gefährliches mehr. Noch viele Minuten nach der letzten Sirene schien die Franz-Siegel-Halle in Füchse-Hand. Denn die vielleicht 80 Schlachtenbummler unter den 1.702 Zuschauern feierten die Neilson-Schützlinge und Goalie Kessler.

Die Zweitligatabelle wurde dann auch noch mächtig durcheinandergewirbelt. Schließlich grüßt jetzt Kaufbeuren (!) von der Tete, die Frankfurt mit 6:3 abfertigten. Ravensburg unterlag in der Lebensqualität garantierenden Landeshauptstadt mit 2:3. Das spülte die Ostsachsen zunächst zurück auf Rang zwei, nun punktgleich mit den Allgäuern. Was für eine Saison in Liga zwei, die auch unserem EHC noch alle Chancen lässt. Unser Sonntags-Gegner aus Kassel unterlag übrigens im nächsten Hessen-Derby dem EC Bad Nauheim mit 3:6. Wer also beobachten möchte, ob und gegebenenfalls wie lang das Gesicht von Rico Rossi am 27. Januar in unserem Bau wird, der sollte sich schleunigst um Tickets kümmern. Denn der 42. ist in unserer Arena Nachwuchs- und CDU-Spieltag. Da sind sehr volle Ränge zu erwarten!

Trainerstimmen

Corey Neilson: „Mein Kollege Jan Melichar hat wirklich gute Lösungen gegen unser Tempospiel gefunden. Nach der langen Busfahrt war es schwierig, schnell in das Match zu finden. Aber meine Mannschaft hat das wirklich gut gemacht. Ich bin richtig stolz auf mein junges Team. Konstantin Kessler hat stark gehalten. Für ihn war es ein überragender Abend. Ansonsten haben meine Führungsspieler die jungen Akteure prima an die Hand genommen.“

Jan Melichar: „Weißwassers Mannschaft lässt die Handschrift von Trainer Corey Neilson klar erkennen. Aber wir waren darauf vorbereitet, wussten, dass sie den Puck sehr schnell bewegen würden. Ich kann meinem Team nicht viel vorwerfen. Wir haben das Spiel eng gehalten. Zwei kleinere Fehler entschieden dann für die Füchse, während uns im Abschluss das Glück fehlt. Wir haben inzwischen schon drei Penalties nicht nutzen können. Brad McGowan hat in seinem ersten Spiel für uns nicht enttäuscht.“

Media-Center

HIGHLIGHTS / PK HIGHLIGHTS DEL2


Share:

Offizielle Premium Partner

REINERT-LOGISTICS NADEBOR LEAG FREIBERGER SPARKASSE STADTWERKE-WSW-VEOLIA ZVON LAUSITZER-RUNDSCHAU STEINWERKE-METZNER KARTON-EU WGW WBG WEE