WIEDER NUR EIN PUNKT!

Sonntag 08.11.2020・ Uhr
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse
5:4 n.V.
2:1, 1:1, 1:2 - 1:0

WEISSWASSER LÄSST SIEG UNNÖTIG LIEGEN

DER BERICHT

Als René Kramer nach 53 Minuten eine Hereingabe von Kale Kerbashian ins eigene Tor abfälschte, schien die Gerechtigkeit (auch Philip Kuschel unterlief ein Eigentor) wiederhergestellt und für unsere Füchse der Sieg greifbar. Weshalb man dann aber in der eigenen Zone viel zu inkonsequent attackierte und so den Hausherren nur 71 Sekunden später das 4:4 ermöglichte, bleibt ein offenes Geheimnis in Blau-Gelb. Zwei Drittel lang waren die Weißwasseraner die spielerisch bessere Mannschaft und hatten genügend Einschussmöglichkeiten. Wie schon gegen Bayreuth aber musste konstatiert werden, dass zum Eishockey auch ein konsequentes Zweikampfverhalten gehört. Und wahrscheinlich lag da am Wochenende zweimal der maßgebliche Unterschied, der die Punktevergabe schlussendlich ausmachte. Zudem erzürnten die Unsrigen einmal mehr ein paar Entscheidungen der Gestreiften. Sowohl die Herausstellungen von Tomas Andres kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit als auch die von Brad Ross in der Overtime werfen die Frage auf, ob in Zeiten von Corona nun auch im Eishockey allein das Unterschreiten des Mindestabstandes geahndet wird.

Die Füchse kamen schnell aus den Startlöchern. Der erste Schuß auf das Tor der Dresdner nach 21 Sekunden kam von Rylan Schwartz. Und die Füchse machten weiter Druck und belohnten sich in der 5. Minute mit dem 1:0. Robert Farmer jagte die Scheibe, nach schöner Vorarbeit von Schwartz hoch ins Eck. Doch dann war es das erst einmal mit der Herrlichkeit der Unsrigen. Über ein paar Entlastungsangriffe kamen sie nicht mehr hinaus. Dresden machte jetzt das Spiel und Vladislav Filin nutzte eine Unkonzentriertheit der Angereisten an der eigenen blauen Line und traf zum Ausgleich. Der Pass von Knackstedt kam punktgenau und Filin, der noch unseren Hüter verlud, hatte keine Probleme einzuschieben. Auch nach dem Ausgleich war Dresden die aktivere Mannschaft. Mac Carruth konnte sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Auch wenn die Füchse hier und da noch gefährlich vor das Tor von Helenius kamen, so machten die Hausherren 56 Sekunden vor der ersten Drittelsirene noch das 2:1. Allerdings wurde erst der Videobeweis bemüht, doch der Treffer von Evan Trupp erhielt trotz reichlich hohen Stockes die Anerkennung der Gestreiften.

Im zweiten Durchgang zeigten sich die Füchse von einer besseren Seite. Die ersten Minuten gehörten den Dresdnern, die sich gute Möglichkeiten erarbeiten, aber entweder bei Mac Carruth oder bei der Füchse-Abwehr hängen blieben. So ab der 24. Minute jedoch tendierte die Begegnung zugunsten der Gäste. Denn die machten jetzt ordentlich Druck und wollten den Ausgleich. Die erste Torannäherung kam von Tomas Andres, dessen Schuss aus halblinker Position die Querlatte tuschierte (25.). Dann waren es zunächst die Dresdner, die durch Vladislav Filin, der im Alleingang auf Mac Carruth zu sprintete, aber an unserem Schlussmann scheiterte, den dritten Treffer hätten markieren können. Stattdessen war es auf der anderen Seite Kale Kerbashian, der mit einer feinen Einzelaktion den Ausgleich durch Nick Ross vorbereitete (27.) Das passierte bei 4 gegen 4, denn Schwartz und Heiß saßen da gerade zwei Minuten Strafe ab. Und Weißwasser machte weiter. Brad Ross tankte sich in der 28. Minute durch die Dresdner Abwehr, aber scheiterte an Helenius. Knapp vier Minuten später war es Ex-Fuchs Swinnen, der allein auf Mac Carruth zulief, aber scheiterte. Jetzt hatten sich die Heimischen wieder etwas gefangen und waren druckvoller. Und so nutzten sie die einzige wirkliche Chance in der Schlussphase und gingen mit 3:2 in Führung. Nick Huard fälschte einen vor das Tor gespielten Pass unhaltbar für unseren Goalie zur Führung ab. Zum Ende des Drittel gab es noch eine Strafe gegen Kevin Lavallee wegen Beinstellens, aber mehr als ein Schuss aufs Tor durch Rylan Schwartz (40.) kam bei der Überzahl nicht heraus.

Die erste Reihe der Füchse mit Schwartz, Kerbashian und Farmer machte zu Beginn des letzten Drittel viel Druck. Farmer verpasste es in guter Position, die Vorlage von Schwartz zu verwerten. Noch aussichtsreicher kam Schwartz selbst in der 44. Minute in Schussposition, als Kerbashian nach einer Drittelumrundung mit gutem Auge den Stürmer anspielte, der aber zu lange mit dem Abschluss zögerte. Die Unsrigen jetzt mit viel Druck auf die Eislöwen, aber der Ausgleich wollte (noch) nicht fallen. Aber er fiel. In der 48. Minute zog Rylan Schwartz aus fünf Metern ab. Sein Schuss streifte die Querlatte und schlug im Plexiglas hinter dem Tor ein. Von dort sprang die kleine Schwarze wieder vor das Tor – genau auf den Schläger von Robert Farmer. Und der nahm Maß und traf ins lange untere Eck. Die Überlegenheit der Füchse war jetzt deutlich, denn Dresden konnte sich nur sporadisch befreien. Chancen der Füchse jetzt im Minutentakt. 51. Minute Kerbashian und Schwartz verfehlten das Tor nur knapp. Doering (53.) scheiterte per Rückhand an Helenius. Und dann belohnten sich die Füchse doch für den Aufwand. Kale Kerbsahian kurvte (mal wieder) durch das Dresdner Drittel und sein Querpass vor das Tor wurde von René Kramer unhaltbar ins eigene Tor befördert. Das war in der 53. Minute die Gäste-Führung - 4:3. Die Füchse blieben auch danach weiter am Drücker. Brad Ross mit einer guten Möglichkeit und freier Schussbahn (55.). Aber im Gegenzug machten die Dresdner mal wieder alles richtig. Alexander Dotzler traf mit der Rückhand zum Ausgleich. Es gab noch reichlich Strafen auf beiden Seiten, aber am Ergebnis änderte sich bis zur Schlusssirene nichts mehr. Also ging es für die Unsrigen erneut in die Overtime. Und die dauerte genau 1:57 Sekunden. Dann traf Alexander Dotzler zum 5:4 Sieg für die Eislöwen. Vorausgegangen war dem Treffer allerdings eine recht fragwürdige Strafe gegen Brad Ross. Somit konnten die Dresdner in Überzahl den Platz, der sich ihnen bot, optimal nutzen und den Zusatzpunkt in der Landeshauptstadt behalten.

Schlüsselszene:

Overtime 62. Minute: Brad Ross fährt im Zweikampf mit Nick Huard in Richtung Bande. Der Dresdner taucht schonmal vorab etwas ab und lässt sich von Brad geschickt in die Eisflächenbegrenzung schieben. Der Füchse-Käpt’n fiel darauf rein und bekam zwei Minuten. Entscheidend für den Spielausgang.

Abgetaucht

Im letzten Drittel hatte es sich ein Linesman gerade auf der Bande vor der Füchse-Wechselbank „bequem“ gemacht, da wurde er auch schon von zwei Nahkampfrecken unsanft in Richtung Wechselbank geschubst. Schwups, war er verschwunden, blieb aber ohne Folgen. Er konnte nach kurzer Orientierung weiter am Spiel teilnehmen.

Spieler des Tages: Robert Farmer

Der Stürmer war heute sehr präsent, sorgte für viel Gefahr und trug sich mit zwei Toren und einem Assist gleich drei Mal in die Scorerliste ein.

Die Trainerstimmen

Corey Neilson: „Glückwunsch an Rico und seine Mannschaft. Es war ein sehr enges Spiel. Wir haben zwei sehr gute Drittel gespielt. Gute lange Pässe und gute Forechecks gemacht. Wir haben dumme Strafen kassiert und auch mit dem Ertrag aus dem Überzahlspiel bin ich nicht zufrieden. Das müssen wir verbessern.“

Rico Rossi: „Im ersten Drittel waren wir sehr gut. Im zweiten Drittel war es ein ausgeglichenes Spiel, außer dass wir drei Alleingänge hatten und kein Tor geschossen haben. Unsere Taktik war gut. Im letzten Drittel war Lausitz klar besser. Wir haben fast nur mit drei Reihen gespielt, weil ich meinen Top-Leuten mehr Eiszeit geben wollte. Das haben sie mir mit dem Sieg zurückgezahlt.“

Die Statistik

0:1 (04:13) Robert Farmer ( Kale Kerbashian , Nicholas Ross), 1:1 (07:42) Vladislav Filin ( Jordan Knackstedt , Steve Hanusch ) PP1, 2:1 (19:04) Evan Trupp ( Elvijs Biezais , Dennis Swinnen ), 2:2 (26:17) Nicholas Ross ( Kale Kerbashian , Robert Farmer ), 3:2 (37:34) Nick Huard ( Vladislav Filin , Jordan Knackstedt ), 3:3 (47:36) Robert Farmer ( Rylan Schwartz , Nicholas Ross ), 3:4 (52:52) Kale Kerbashian ( Nicholas Ross , Tomas Andres ), 4:4 (54:03) Elvijs Biezais ( Evan Trupp , Alexander Dotzler ), 5:4 (61:57) Alexander Dotzler ( Elvijs Biezais , Evan Trupp ) PP1

Strafminuten: Dresden: 8 - Weißwasser 14

Schiedsrichter:

Hinterdobler, Kilian, Salewski, Kevin - Preiß, Maik, Sauerzapfe, Jakob

Zuschauer: 0

Foto: Thomas Heide


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