WEISSWASSER IN GEBERLAUNE

Mittwoch 26.12.2018・19:30 Uhr
EC Kassel Huskies - Lausitzer Füchse
5:2
1:1, 1:0, 3:1

FÜCHSE LASSEN SICH WEIT UNTER WERT SCHLAGEN

DER BERICHT

„Geben ist seliger als nehmen.“ (Neues Testament - Apostelgeschichte 20,35) Frei nach altbekannten Bibeltexten zeigten sich unsere Lausitzer Füchse heute bei den Kassel Huskies als unübertroffen in Sachen „Geschenke verteilen“. An sich entwickelte sich schnell ein Spiel, dass der Tabellenkonstellation entsprach: Der Achte ging zwar früh in Führung, brachte aber nach vorne so gut wie gar nichts Konstruktives zustande. Der Zweite, die Blau-Gelben, machten die Mittelzone dicht, spielten schnelle Angriffe und erarbeiteten sich ein ganz deutliches Chancenplus. Die 5:13 Torschüsse nach Periode eins gaben die Vorteile der Füchse treffend wieder. Treffend – nein: Sie trafen eben nicht. Und hinten sorgten sie mit eklatanten Fehlern dafür, dass die – Entschuldigung, aber es war so – stark limitierten Hausherren ohne große Mühen zu ihren Toren kamen. Wenn der spradeTV-Reporter nach dem 5:2 den Huskies eine „überzeugende Leistung“ attestierte, dann lässt sich der aktuelle Anspruch der stets sehr ambitionierten Hessen recht gut erahnen.

Los ging es mit Lausitzer Füchsen, die statt bei der Sache noch beim Präsentepacken waren. Denn dreimal hatten unsere Cracks die Chance, die Scheibe aus der Verteidigungszone zu bugsieren. Das aber taten sie nicht, sondern verdaddelten das Spielgerät immer wieder. So konnten Steven Bär und Chris Owens nicht wechseln, wurden langsam müde und standen dabei, als Richie Mueller nach 77 Sekunden frei aus dem Slot mit der Rückhand hoch einschlenzen konnte. Der zweite Torschuss der Gastgeber saß also. Aber geschockt waren die Gäste nicht, eher geweckt. Die Füchse übernahmen das Zepter und spielten sich warm. Fabian Dietz hatte in der 5. Minute die erste Möglichkeit, als er von David Kuchejda den Puck vor das Tor serviert bekam und seinen Schuss Leon Hungerecker nicht festhalten konnte. Erst ein Huskie erlöste seinen Keeper von dieser unübersichtlichen Situation. In der 7. Spielminute spielte Mike Little im eigenen Drittel ungewollt die Scheibe Thomas Reichel genau auf den Schläger, aber der, mutterseelenallein vor Hungerecker, scheiterte am Kasseler Goalie – die beste Chance der Füchse bis dahin. Und es spielte in dieser Phase nur eine Mannschaft. Die Ostsachsen kamen über Steve Saviano in der 9. Minute wieder zu einer guten Möglichkeit, aber er scheiterte gleich zwei Mal an Leon Hungerecker. Ein Schuss von Jeff Hayes rutschte Hungerecker aus der Fanghand undging nur knapp am Tor vorbei. Dann, in der 10. Minute, war Kassel mal wieder im Drittel der Füchse und Bastian Schirmacher prüfte per Rückhand Olafr Schmidt. Eine Minute später kamendie Gäste zur nächsten Gelegenheit, als sich David Kuchejda gut durchsetzte und Philip Kuschel im Slot bediente, dessen Drehschuss aber knapp am Tor vorbeiging. Danach gab es noch weitere gute Torchancen für unsere Jungs, die aber nicht zum gewünschten Erfolg führten. Erst in der 18. Minute belohnten sich die Unsrigen mit dem Ausgleich. Steve Saviano hat dieses Tor toll vorbereitet, bediente Fabian Dietz im Slot und der bedankte sich mit seinem fünften Saisontreffer. Absolut – nein: hochverdient war dieser Ausgleich. Noch vor der ersten Sirene hatten die Gäste sogar die Möglichkeit zu Führung, aber ein Schuss von Kapitän Anders Eriksson und einer von Fabian Dietz verfehlten ihr Ziel. Das 1:1 schmeichelte den Kehler-Schützlingen mächtig!

Die erste Chance im zweiten Abschnitt verbuchten die Heimischen. Sebastian Silvestre prüfte Olafr Schmidt. Drei Minuten später versuchte es Steve Saviano mit einer Einzelaktion, tankte sich auch schön durch die Kasseler Abwehr, verzog aber beim Abschluss mit der Rückhand. Es war zwar in dieser Phase kein hochklassiges Eishockey, doch unsere Mannschaft hatte das Match scheinbar unter Kontrolle, während Kassel – freundlich formuliert –auf Fehler wartete. Es blieb jetzt vieles eher Stückwerk als zwingend. Es begann die 31. Minute. Einen Pass aus dem eigenen Drittel über die Bande nahm Sebastian Silvestre kurz vor der Blauen Line des Angriffsdrittels auf, spielte mit einer gekonnten Bewegung Chris Owens aus und ließ Olafr Schmidt keine Chance. Somit führten die Huskies „plötzlich und unerwartet“ mit2:1. Ob die Führung zu diesem Zeitpunkt verdient war? Nein. Die Gäste waren eindeutig die bessere Mannschaft, ohne dies aber auf die Anzeigetafel zu bringen. Doch die Füchse versuchten weiter ihr Glück. Die besten Chancen gab es bei Überzahl zwischen der 36. und 38. Minute, als der Torschütze zum 2:1 auf die Strafbank musste. Zwei Mal Jeff Hayes und Clarke Breitkreuz scheiterten bei ihren Versuchen am Kasseler Goalie. Auch Jordan George blieb der Torerfolg in der 39. Minute bei einem Konter verwehrt. Bei 28:14 Torschüssen hätten die Füchse durchaus zumindest ein Unentschieden zu diesem Zeitpunkt verdient gehabt. Kurz vor der zweiten Pause holten sich die Neilson-Schützlinge mit einem Wechselfehler ihre erste kleine Bankstrafe ab.

In den Schlussabschnitt startete unsere Mannschaft also in Unterzahl. Dreimal lag der Spielervorteil zuvor bei Blau-Gelb, dreimal passierte viel zu wenig vor dem Hungerecker-Gehäuse. Jetzt hatten die Huskies noch für 79 Sekunden einen Mann mehr auf dem Eis – und es schepperte. Adriano Carciola durfte ungestört durch die „Doppelzange“ Steven Bär und Chris Owens spazieren und locker einschießen. Wenig später hatte Richard Mueller die Vorentscheidung auf dem Schläger, aber Olafr Schmidt parierte stark (42.). Im Gegenzug bediente Oliver Granz Clarke Breitkreuz, der einlenken wollte, aber in Keeper Hungerecker seinen Meister fand. Und als die Füchse drauf und dran waren, den Anschluss zu markieren, da ließ unser Goalie einen nicht wirklich gefährlichen Schrägschuss von Corey Trivino passieren. Das vierte Päckchen für die Huskies war geschnürt. Nur zwei Minuten danach versenkte Clarke Breitkreuz einen Abstauber zum 2:4. So leicht kann Toreschießen sein… Leider hielt sich der Lerneffekt in Grenzen. Ab der 50. Minute wurde das Match von nur noch drei „Zebras“ geleitet“. Einer der Hauptschiedsrichter war von Kassels Nick Walters abgeschossen worden. Heute trafen die Hessen eben wirklich fast alles, Weißwasser dagegen trotz bester Möglichkeiten nichts mehr. Exemplarisch seien die Chancen von Mychal Monteith und Jordan George (beide 50., beide Male hielt Hungerecker), Fabian Dietz, der einen Bär-Fernschuss an den Pfosten abfälschte (51.), Jeff Hayes, der frei aus 3 Metern das Hartgummiteil artig zum ECK - Goalie hin schubste (54.) oder ein Direktschuss von George (56. – wieder Hungerecker) erwähnt. Drei Minuten und vier Sekunden vor Ende nahm Corey Neilson seine Auszeit und sogleich Olafr Schmidt für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Jetzt war Joel Keussen der „Geber“. Er legte den Puck direkt auf die Kelle von Mike Little, der keine Not hatte, ins leere Gehäuse zu treffen. Das 5:2 bedeutete das Aus für alle Punkte-Träume. Aber hatte man die wirklich? Was man den Huskies nicht absprechen kann, ist ihre erfolgreiche Art gewesen, unser Spiel zu „zerstochern“.Das gelang ihnen aber auch nur deshalb, weil die Füchse über weite Strecken zu zögerlich, zu verspielt und nicht geradlinig genug auftraten. So sicherte sich nicht das bessere, sondern das „dankbarere“ und effektivere Team den Sieg.

Wünschen wir unserer Mannschaft am Freitag in Bad Nauheim wieder bessere Nehmerqualitäten!

Die Trainerstimmen:

Corey Neilson: Das war bisher die beste Kasseler Mannschaft, die ich in dieser Saison gesehen habe. Auch deren Penaltykilling war heute sehr gut. Es war ein insgesamt gutes und schnelles Spiel, aber wir können es auch besser. Manchmal muss man eben dem Gegner Respekt zollen und ihm zum Sieg gratulieren.“

Tim Kehler: „Über weite Strecken war Weißwasser die klar bessere Mannschaft. Aber ich bin stolz und froh über die Leistung von Leon Hungerecker. Um so ein Spiel zu gewinnen, brauchst du einen überragenden Torhüter. In Unterzahl hat mein Team wirklich gut gearbeitet. Und wir haben wieder fünf Tore geschossen. Das wird uns weiter Selbstvertrauen geben.“

Share:

Offizielle Premium Partner

REINERT-LOGISTICS NADEBOR LEAG FREIBERGER SPARKASSE STADTWERKE-WSW-VEOLIA ZVON LAUSITZER-RUNDSCHAU KARTON-EU WGW WBG WEE