VERDIENT, VERSÖHNLICHER ABSCHLUSS

Sonntag 06.01.2019・17:00 Uhr
ESV Kaufbeuren - Lausitzer Füchse
2:5
2:3, 0:1, 0:1

FEIERTAGSMARATHON ENDET MIT 5:2-SIEG IM ALLGÄU

DER BERICHT

Mit einem starken Auswärtsauftritt bei den Kaufbeurer Buron Jokern, den unsere Füchse verdient mit 5:2 gewannen, festigten die Blau-Gelben Platz drei in der Zweitligatabelle, vergrößerten den Abstand auf den Kontrahenten wieder auf vier Zähler, verkürzten den auf den Zweiten, die Löwen Frankfurt, auf zwei Punkte und liegen weiter deren vier hinter dem Spitzenreiter aus Ravensburg. Nach der knappen und unglücklichen Niederlage beim Duell Dritter gegen Zweiter (1:2 nach Penalty gegen Frankfurt) überzeugten die Jungs von Coach Corey Neilson beim nächsten Spitzenspiel Vierter gegen Dritter und belegten, dass sich Aufwand (kräftezehrender Spielstil) und Nutzen nicht zwingend im Wege stehen müssen. Nach der Schockdiagnose für Marvin Cüpper (Fans und Verantwortliche wünschen dem Goalie schnellstmögliche Genesung – Junge komm bald wieder!) hütete heuer Olafr Schmidt den Kasten der Weißwasseraner.

Die kamen allen Witterungsunbilden zum Trotz pünktlich im Allgäu an und fanden gut in die Partie. Allerdings blieben klare Torchancen erst lange Mangelware. Und dann entwickelte sich eine erste Periode nach der Devise „Wenig Einschussmöglichkeiten, viele Tore“. Zunächst einzig erwähnenswert war ein Direktschuss von Daniel Oppolzer, der frei aus fünf Metern abziehen konnte, aber an der Stockhand von Olafr Schmidt scheiterte. Dann folgten vier „ominöse Minuten“. Einen Scheibenverlust von Anders Eriksson direkt zwischen den Bullypunkten brachte Max Schmidle in beste Schussposition. Und der Jokers-Angreifer traf zwischen den Schonern von Hüter Schmidt zum 1:0 für die Hausherren (7.). Exakt 33 Sekunden später bügelte unser Käpt’n seinen Fauxpas wieder aus. Nach Anspiel von Jordan George zog der Schwede direkt ab und erwischte ESVK-Keeper Stefan Vajs „im Tunnel“. Marius Schmidt hatte, direkt im Slot, dem Schlussmann der Heimischen aber auch etwas die Sicht genommen. Kaum hatte der Stadionansager seinen Job, den Ausgleich zu vermelden, erledigt, da schepperte es schon wieder. Florian Thomas überließ „uneigennützig“ das Spielgerät an Jeff Hayes, der nicht lange fackelte, abzog, den linken Innenpfosten und von dort ins Netz traf. Das 2:1 nur 70 Sekunden nach dem Remis! Und es kam noch besser! Wieder keine eineinhalb Minuten später brachte Charlie Jahnke den Puck aus der Bandenecke vor den Vajs-Kasten, wo Clarke Breitkreuz lauerte. Den ersten Versuch unserer 71 klärte der Joker-Goalie noch mit dem Schoner. Dann aber lag die Scheibe frei und „Cruiser“ musste sie nur noch über die Linie titschen (10.). Drei Gelegenheiten, drei Treffer – das nennt man dann wohl effizient. Und die Hausherren mussten sich erst einmal sammeln. Nach 16 Minuten versuchte sich Top-Scorer Sami Blomqvist mit einer Direktabnahme nach Ketterer-Zuspiel. Doch unser Torwart war zur Stelle. In der 17. Minute schien das 4:1 fällig. Die Füchse konterten zwei gegen eins, doch Phillip Messing verhinderte den Querpass. Trotzdem kam der Puck noch zu Mychal Monteith. Der Ex-Kaufbeurer stand aber zu dicht vor Stefan Vajs, um diesen noch düpieren zu können. Und plötzlich lag das Hartgummiteil im Schmidt-Netz. Praktisch im Gegenzug wuchtete es Saku Salminen aus verdammt spitzem Winkel hoch ins kurze Kreuzeck. Das war so etwas wie der Anschluss aus dem Nichts (17.). Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es nach 18 Minuten die erste Strafe im Spiel gab – für einen Joker. Nach 70 Sekunden ohne Tormöglichkeit durfte auch Joel Keussen pausieren. Bei vier gegen vier feuerte Chris Owens noch einmal auf Vajs, der aber abwehren konnte.

Im Mittelabschnitt neutralisierten sich beide Mannschaften lange. Erst Joseph Lewis (25.) und dann Phillip Messing mit Distanzschuss (30.) sorgten für Aufregung vor dem Tor der Angereisten. Bei letztgenannter Gelegenheit verlor Goalie Schmidt auch noch seine Kelle, derweil der Puck spielbar blieb. Doch „Ollie“ selbst sorgte für Ruhe und Ordnung, indem er hellwach und kellenlos den zweiten Messing-Versuch sicher unter sich begrub. Dann dominierten die Füchse wieder die Begegnung, agierten aber einmal mehr ab und an zu umständlich. Nur Breitkreuz sorgte nach 35 Minuten schräg und frei für Gefahr, verzog aber. Und in Minute 38 versuchte sich auch Max Schmidle aus spitzem Winkel, dank Schmidt aber vergeblich. Derweil der Spielprotagonist sein Drittelfazit schon mit „torlos, strafenlos, viele Icings“ formulieren wollte, da explodierte Philip Kuschel. Unser Youngster zog schräg entschlossen ab, bekam von Keeper Vajs den Rebound und hämmerte diesen humorlos unter den Giebel. Zehn Sekunden vor der zweiten Sirene führten die Neilson-Schützlinge mit 4:2.

Direkt nach Wiederbeginn verhinderte Stefan Vajs mit der Schonerecke das 5:2 durch Jordan George (41.). Dann verfehlte Jeere Laaksonen freistehend das Füchse-Tor (43.). Anschließend gab es wieder Strafen. Das Kuriose: Wieder liefen die zwei Minuten nicht ab, ohne dass auch der Kontrahent eliminiert wurde. Tore hätten auch fallen können. Einen Thiel-Schlagschuss meisterte Schmidt. Auf der Gegenseite übersah Joel Keussen den Freistehenden Clark Breitkreuz. So blieb Stefan Vajs der Sieger. Der stand auch im Mittelpunkt, als erst Jeff Hayes und Steve Saviano auf den fünften Treffer drängten, später Feodor Boarchinov zweimal scheiterte (47.). Sollte sich das rächen? Nach einem Foul von Oliver Granz am frei Durchgebrochenen Steven Billich kreuzte der Hauptschiedsrichter die Arme über dem Kopf: Penalty! Max Schmidle lief an und zog über die Stockhand von Olafr Schmidt, aber auch am Drahtkäfig vorbei (49.). Der nächste Aufreger folgte in Minute 54: Sami Blomqvist fuhr im Torraum Olafr Schmidt um, der im Liegen dem Distanzschuss von Simon Schütz aber den Einschlag verwehrte. Offenbar noch leicht benommen traf unser Hüter kurz danach beim Versuch, die Scheibe aus dem Drittel zu spielen, nur den Schläger von Daniel Hasse, der sofort abzog. Aber „Ollie“ war doch wieder im Bilde und klärte. Wann würde die Schlussoffensive der Gastgeber beginnen? Zunächst war es Steve Saviano, der die Stabilität der Schulter von Stefan Vajs testete (55.), ehe Ossi Saarinen übermotiviert zum Beinstellen und Meckern ansetzte und dafür 2 plus 2 Minuten Strafe kassierte. Die Ostdeutschen spielten es geduldig, bis Jordan George die Lücke im kurzen Eck sah und mit der Rückhand hoch zum Endstand einschlenzte (59.).

Einmal mehr präsentierte sich unsere Mannschaft als geschlossene Einheit, die auch im letzten Match des sogenannten „Feiertagsmarathons“ auf der Höhe war und damit die Hoffnungen nährte, es könne trotz hoch intensiver Spielart eine lange Saison werden.

Die Trainerstimmen

Corey Neilson: „Ich bin sehr glücklich über die drei Punkte, denn wir haben auch wieder sehr gut gespielt. Bisher gab es nur eine handvoll Matches, wo wir nicht so stark waren. Sicher war es heute nicht unser bestes Spiel. Aber wir haben gut gearbeitet, den Puck schnell laufen gelassen und vieles einfach gehalten. Kaufbeuren ist eines der besten Teams der Liga, mit groß gewachsenen Spielern, die alle gute Fähigkeiten haben.“

Andreas Brockmann: „Wir haben sehr gut und sehr druckvoll angefangen. Nach dem 1:0 passierte das, was sich wie ein Roter Faden durch die Saison zieht: Wir kriegen mit drei Schüssen drei Tore. Danach ist es natürlich schwer, gegen eine Mannschaft wie Weißwasser zurückzukommen. Das zweite Drittel war ausgeglichen. Kurz vor Schluss kriegen wir das 2:4. Das war fast schon der Genickbruch. Die Füchse sind die läuferisch vielleicht stärkste Mannschaft der Liga. Gegen die hat uns heute wohl etwas die Energie gefehlt.“

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