UNVERDIENTE NIEDERLAGE

Freitag 04.01.2019・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - Löwen Frankfurt
1:2 n.P.
0:0, 0:1, 1:0, 0:0 - 0:1

CÜPPER-DEBUT GELUNGEN

DER BERICHT

Es war das Top-Spiel des 34. Spieltages. Und alle, die an diesem Tag in der Eisarena in Weißwasser dabei waren, haben ihr Kommen nicht bereut. Spannung, Eishockey der Spitzenklasse und ein Mann der polarisierte. Marvin Cüpper. Der Torhüter der Lausitzer Füchse in seinem ersten Spiel nach seiner langen Verletzungspause ließ das Fanlager geteilter Meinung sein. Der Grund, seine Aussage: „…lieber in Berlin auf der Bank, als in Weißwasser spielen“. Dazu sagte Marvin Cüpper nach dem Spiel gegen die Löwen Frankfurt selbst: „ Das ist so nicht richtig wiedergegeben. Ich musste damals eine Entscheidung für meine Karriere treffen. Das war keine Entscheidung gegen Weißwasser, sondern für meine Karriere. So schlecht kann die nicht gewesen sein. Ich habe eine Vielzahl Spiele bekommen und viel Erfahrung sammeln können. Jetzt freue ich mich auf meine Zeit in Weißwasser.“ Und um es vorweg zu nehmen. Man merkte ihm in seinem ersten Spiel für die Blau-Gelben diese Freude an. Auch wenn Marvin Cüpper nicht von allen Fans in der Eisarena freudig begrüßt wurde (es gab auch einige wenige Pfiffe), so kam er nach spätestens knapp 45 Minuten mit Sprechchören – Marvin, Marvin – endlich auch in der Eisarena an. Denn mit seinen Paraden war er einer der Garanten für den Punktgewinn gegen den Tabellenzweiten aus Frankfurt.

Im ersten Abschnitt waren es dann auch die Heimischen, die den Ton angaben. Die Füchse wollten Wiedergutmachung für die Niederlage gegen die starken Bayreuther betreiben und spielten die Gäste aus Hessen in den ersten zehn Minuten förmlich schwindelig. Ersatzgeschwächt und ohne Top-Scorer Adam Mitchell angereist, hatten die Hessen in der Anfangsphase echte Probleme, dem Tempo der Hausherren zu folgen. Trotz der Überlegenheit der Unsrigen fehlten die ganz klaren Torchancen. Das Spiel fand dennoch hauptsächlich im Drittel der Gäste statt und die hatten in ihrem Keeper Ilya Andryukhov, der mit seiner Erfahrung aus der KHL seiner Mannschaft den nötigen Rückenhalt in dieser Phase gab, ihren besten Mann. Ein erster Schussversuch von Antti Kerälä in der vierten Minute ging weit über das Tor von Marvin Cüpper. Die Füchse erarbeiten sich gute Möglichkeiten, aber waren im Abschluss zu zögerlich. Joel Keussen zog in der achten Minute von der Blauen Linie ab und Clarke Breitkreuz fälschte den straffen Schuß noch ab, aber der ging über den Frankfurter Kasten. Erst in der zehnten Minute kamen die Hessen dann das erste Mal wirklich in das Füchse-Drittel. Ein Lupfer aus der neutralen Zone in Richtung Cüpper-Gehäuse ließ unseren Goalie erstmalig Kontakt mit dem Puck aufnehmen. Kurz darauf war es David Kuchejda, der Cedric Schiemenz super in Szene setzte, der aber scheiterte und gleich darauf noch einmal die beiden Protagonisten. Diesmal schoss Schiemenz und Kuchejda fälschte ab, aber auch vorbei. In der elften Minute klaute Jordan George einem Löwen die Scheibe in dessen Drittel und scheiterte erst am Frankfurter Goalie. Jetzt schienen sich die Frankfurter zu besinnen, warum sie die Auswärtsfahrt in die Lausitz überhaupt angetreten hatten. Denn sie wurden stärker. In der 13. Minute musste Marvin Cüpper das erste Mal wirklich eingreifen. Er entschärfte einen Schuss von Carter Proft und kurz darauf blieb er auch gegen Dalton York Sieger. In der 16. Minute die nächste Glanzparade, als er den Schuss vom völlig frei stehenden Maximilian Eisenmenger einfach mit der Fanghand wegfischte. Chancen der Füchse waren jetzt etwas rar geworden. Erst in der 17. Minute bot5 sich Clarke Breitkreuz eine Möglichkeit, aber er konnte den Pass von Jordan George nicht verwerten. Dann aber auch gleich wieder die Gäste. Maximilian Faber prüfte erneut unseren Schlussmann. Im Gegenzug spielte Charlie Jahnke seinen Frankfurtern Gegenspieler mit einer gekonnten Drehung aus, aber sein Abschluss war kein Problem für Andryukhov. Kurz vor Drittelende gab es noch eine Chance für Eisenmenger, der aus recht spitzen Winkel versuchte, Cüpper zu überwinden, aber der mit toller Parade den Einschlag verhinderte.

Das zweite Drittel begann mit Überzahl für die Angereisten. Eriksson zog sieben Sekunden vor Ende des ersten Drittels noch ein Strafe wegen Haltens. Somit gab es die erste Chance für das beste Überzahlteam der Liga gegen das zweitbeste Unterzahlteam zur Führung. Aber die Füchse ließen nichts zu. Es gab sogar die Chance für Jeff Hayes bei Unterzahl, als Andryukhov eine Scheibe, die von der Bande zurück sprang, unterschätzte und Jeff Hayes das Sprintduell gegen seinen Frankfurter Widersacher gewann, dann jedoch nicht zum Abschluss kam. Die Füchse waren gerade vollzählig, da schlänzte Tim Schüle die Scheibe in Richtung Cüpper-Kasten, aber der war aufmerksam. Da waren 23 Minute vorbei. Eine Minute später hatte Cedric Schiemenz eine gute Möglichkeit, der sich selbst durch eine tolle Bewegung in gute Position brachte. Sein Abschluss landete aber wieder einmal bei Andryukhov. Im Gegenzug musste Marvin Cüpper in der 24. Minute gleich zwei Mal sein Können zeigen. Und gerade mal wieder knapp 60 Sekunden später wurde es wild vor dem Frankfurter Tor, aber die Füchse konnten die Scheibe einfach nicht über die Torlinie bringen. Frankfurt verteidigte mit Glück und Geschick das 0:0. Und es gab weitere Chancen. Zunächst für die Gäste. Einen Querpass von Ei39senmenger verpassten in der 27. Minute Freund und Feind und zwei Minuten später war es Mick Köhler mit einem Schuss von halblinks, der aber für Marvin Cüpper kein Problem war. Jetzt waren auch die Füchse mal wieder dran. Jake Ustorf prüfte den Frankfurter Schlussmann. In der 30. Minute musste Anders Eriksson erneut für zwei Minuten auf das Sünderbänkchen. Und diesmal hatte sich die Hessen etwas vorgenommen. Wie gesagt, beste Überzahl der Liga. So war es Lukas Koziol, der in der 31. Minute das 0:1 markierte. Etwas diskussionwürdig der Treffer, denn vor dem Tor schlug Maximilian Eisenmenger unserem Fabian Dietz den Schläger aus der Hand, was man bei konsequenter Regelauslegung auch als Foul hätte bewerten können(müssen). Dies allerdings abseits der Torsituation. Der Treffer zählte und es stand, doch etwas überraschend, 0:1 nach 31 Minuten. In der 32. Minute ging es für Dominik Meisinger für zwei Minuten in die Kühlbox und die Füchse hatten die Chance zum Ausgleich in Überzahl. Aber das ist in dieser Saison definitiv nicht die Spezialdisziplin der Lausitzer. Unbeschadet überstanden die Gäste die Unterzahl. Zu durchsichtig das Powerplay der Unsrigen und was fehlte waren einfach die Abschlüsse. In der 35. Minute musste Marvin Cüpper gleich zwei Mal parieren, bei einem Heber aus der neutralen Zone, als sich der Puck genau vor dem Tor senkte und Cüpper mit dem Blocker zur Stelle war und gleich darauf noch einmal, als ein Frankfurter völlig allein vor seinem Gehäuse auftauchte. In der 37. Minute Schrecksekunde für Weißwasser. Mathieu Tousignant knallte mit einem Gewaltschuss den Puck an die Maske von Marvin Cüpper. Der blieb erst einmal für ein paar Sekunden auf dem Eis liegen. Aber konnte dann, nach kurzer Behandlungspause, weiter spielen. Jetzt waren die Füchse aber wieder besser im Spiel, nachdem die Gäste im zweiten Drittel weitestgehend die Kontrolle übernommen hatten. Jordan George(39.) und Charlie Jahnke(39.) hatten gute Möglichkeiten zum Ausgleich, scheitern aber jeweils am Frankfurter Keeper.

Die erste Chance im letzten Drittel hatte Charlie Jahnke, der einen Schuss von David Kuchejda abfälschte, aber über das Tor. Auch Marvin Cüpper hatte keine Langeweile. Lukas Koziol fälschte einen Tousignant-Schuss gefährlich für Cüpper ab, der hält aber bravourös. In der 45. Minute dann endlich die Erlösung für alle Füchse-Fans. Clarke Breitkreuz erläuft eine Scheibe hinter dem Frankfurter Tor, passt haargenau auf Anders Eriksson und der zieht aussechs Metern ab. Unhaltbar schlägt die kleine Schwarze im Kasten der Gäste ein. 1:1 nach 45 gespielten Minuten. Und Weißwasser wollte mehr, aber Frankfurt machte das einfach clever und verteidigte das Unentschieden bis zur Schlusssirene. Dennoch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige hessische Akteure in der Schlussphase der Partie ziemlich kraftlos waren. Das hohe Tempo während des gesamten Spiels hat den Frankfurtern alles abverlangt. Aber schließlich konnten sie sich in die Verlängerung retten und hatten, genau wie die Unsrigen, einen Punkt sicher.

Bis hierher war es schon eine faszinierende Begegnung und beide Mannschaft zeigten Eishockey auf sehr hohem Niveau. Aber auch in der Verlängerung sollte es noch eine Steigerung geben. Bei drei gegen drei hatte Mathieu Tousignant zuerst die Möglichkeit den Siegtreffer zu markieren, wurde aber in letzte Sekunde von Eriksson gestört und im Gegenzug konnte Chris Owens nur regelwidrig gestoppt werden, so dass die Unpartiischen auf Penalty entschieden. Nur leider konnte den Jeff Hayes nicht verwandeln. Die größte Chance zum Siegtreffer hatte aber Jordan George, der einen Abpraller 38 Sekunden vor Schluss nicht im Tor unterbringen konnte. Damit ging es ins Penaltyschiessen.

Und das ging, um es kurz zu machen, an Frankfurt. Getroffen haben von neun Schützen nur Jordan George für die Füchse und Mathieu Tousignant und Antti Kerälä für Frankfurt. Damit geht auch das zweite Spiel in Folge im Fuchsbau mit 1:2 an die Gäste. Dennoch haben sich die Füchse wieder von ihrer spielerisch besten Seite gezeigt und die Löwen aus Frankfurt an den Rand einer Niederlage gebracht. Jetzt sollte man sich nur auf den Gegner vom Sonntag, die Joker aus Kaufbeuren konzentrieren, denn die haben sich wieder bis auf einen Zähler an die Füchse herangepirscht.

Die Trainerstimmen:

Matti Tiilikainen: „Ich wusste, was uns hier erwartet. Unser Torwart Ilya hat heute sehr gut gehalten. Es war vielleicht nicht unser bestes Spiel, aber die Jungs haben alles gegeben. Ich bin sehr froh über die zwei Punkte.“

Corey Neilson: „Es war ein großartiges Spiel. Frankfurt hat eine gute Mannschaft. Beide Torhüter haben sehr gut gehalten. Es war ein harter Kampf und ich freue mich auf die Spiele gegen Frankfurt. Es war heute ein gutes und schnelles Spiel unserer Mannschaft und wenn wir so weiter spielen, werden wir auch wieder Spiele gewinnen.“

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