UNVERDIENTE NIEDERLAGE

Sonntag 28.10.2018・ Uhr
Wölfe Freiburg - Lausitzer Füchse
3:2
0:0, 1:2, 2:0

SCHLECHTE CHANCENVERWERTUNG KOSTET DREIER

DER BERICHT

Stelle dir vor du gewinnst – und weißt weder wie noch warum. So in etwa dürfte es heute den Freiburger Wölfen gegangen sein, die über längere Phasen des Spiels das Gefühl gehabt haben müssen, permanent in Unterzahl zu spielen. Dabei verhängten die großzügigen Referees nicht einmal eine einzige Strafe gegen die Hausherren. Jedenfalls machten unsere Jungs ein richtig gutes Auswärtsspiel mit nur einem, aber entscheidenden Manko: Sie ließen viel zu viele und auch richtig gute Chancen aus. Nun könnte man meinen, dass die Breisgauer im Abschluss effektiver gewesen wären. Dazu hätte es aber gehört, sich überhaupt Tormöglichkeiten herauszuspielen. Selbst da bestand heuer ein Klassenunterschied. Denn anders als z.B. in Heilbronn, als die Blau-Gelben gleichfalls wertvolle Punkte leichtfertig liegenließen, schossen die Schwarzwälder zumindest zwei der drei Treffer ohne sich eine Einschussgelegenheit erarbeitet zu haben. Beim zweiten und dritten Tor trudelte der Puck dann eben einfach mal ins Tor. Heilbronn dereinst hatte wenigstens noch angegriffen…

Den ersten Schuss bekam Olafr Schmidt nach knapp 90 Sekunden auf seinen Kasten. Er stand heute wieder zwischen den Pfosten, nachdem Maxi Franzreb wieder auf der Bank der Eisbären und Konstantin Kessler auf der Bank der Füchse Platz genommen hatten. Und da Fabian Dietz und Roberto Geiseler auf Grund von Verletzung bzw. Krankheit zu Hause blieben, holte man Jake Ustorf aus Hamburg. Und der machte seine Sache ganz ordentlich. Die ersten Minuten waren insgesamt ziemlich verhalten von beiden Mannschaften. Feo Boiarchinov war der erste Fuchs, der Jimmy Hertel im Tor der Breisgauer testete. Knapp eine Minute später stand Radek Havel zu frei im Slot, aber er scheiterte an Schmidt. Es folgte eine kurze Schrecksekunde in der fünften Minute, als Feodor Boiarchinov nach einem geblockten Schuss auf dem Eis liegen blieb. Nachdem er sich gesammelt hatte, verließ er humpelnd das Eis, konnte aber später weiterspielen. In dieser Anfangsphase hatten die Schwarzwälder etwas mehr vom Spiel, wurden aber nie wirklich gefährlich. Die vorerst letzte brenzlige Situation für das Gäste-Tor und Olafr Schmidt beschwor Jakub Kania herauf, der bei einem Schuss von Marc Wittfoth die Hartgummischeibe für unseren Goalie noch einmal scharf machte. Das war es aber auch mit der Herrlichkeit der Gastgeber. Irgendetwas hatte nun den Jagdinstinkt der Füchse geweckt. Jeff Hayes prüfte Jimmy Hertel (12. Min.) und gleich darauf versuchte es Cedric Schiemenz noch einmal. Aber was noch keiner zu diesem Zeitpunkt ahnte war, dass dieser Jimmy Hertel heute noch zu einer Schlüsselfigur werden sollte. Kuchejda (13.), Kania (15.), Kuschel(16.), Saviano(17.), allesamt scheiterten in aussichtsreichen Positionen am in Weißwasser nicht völlig unbekannten Hertel. Denn auch er war schon einmal kurzzeitig im Fuchsbau unter Vertrag, bat aber noch vor Beginn der Saison 2016/17 um Vertragsauflösung, der man bei uns nicht ungern entsprach. Von den Wölfen war in dieser Phase nicht viel zu sehen, außer vor dem eigenen Tor. Doch die Füchse vergaßen es, endlich ein Tor vorzulegen. Knapp zwei Minuten vor Drittelende gab es die erste von zwei Strafzeiten in diesem Spiel. Es traf Mychal Monteith. Aber da weder die Füchse noch die Wölfe wahre Überzahlungeheuer sind, überstanden unsere Jungs auch diese Situation unbeschadet. Torlos stand es also nach 20 Minuten.

Mit kaum verändertem Geschehen ging es im zweiten Drittel weiter. Zuweilen schien schier unglaublich, was sich da abspielte. Man hatte phasenweise den Eindruck, dass die in Gelb spielenden Gäste mit ein oder zwei Spielern mehr auf dem Eis standen. Drückend oder vielmehr erdrückend überlegen war das Spiel der Füchse. NUR: sie vergaßen das Toreschießen. Es war nicht einmal nur die Abschlussschwäche. Da war halt auch noch Jimmy Hertel, der über sich hinauszuwachsen schien. Es gab Chancen in Hülle und Fülle für die Füchse und– tatsächlich – den ersten Treffer erzielten die Freiburger in der 24. Minute. Der Torschütze war Nico Linsenmaier. Aber entscheidend für diesen Treffer war die Szene zuvor. An der beteiligt war Steve Saviano, der eine 100%ige hatte, aber einmal mehr an Hertel im Wölfe-Tor scheiterte. Im direkten Gegenzug gab es den Konter zum 1:0 für Freiburg. Aber die Unsrigen machten weiter Druck, viel Druck! Und endlich: In der 31. Minute erzielte Steve Saviano auf Vorlage von Cedric Schiemenz das 1:1. Verdient? Mehr als verdient – hoch verdient! Nur ein paar Sekunden später hatte Jordan George das 2:1 auf dem Schläger, aber ein Big-Save von Jimmy Hertel verhinderte den Einschlag. Es war mittlerweile ein Spiel auf ein Tor. Und die Freiburger hätten sich nicht beklagen können, wenn es Mitte des zweiten Drittels 4:1 für die Füchse gestanden hätte. Stattdessen hieß es bloß unentschieden. Aber schließlich belohnten sich unsere Jungs doch noch für ihren Aufwand. Steven Bär zog in der 34. Minute von der Blauen Linie ab, und Feo Boiarchinov hielt seinen Schläger dazwischen. Das 2:1 für die Füchse. Jetzt schien die Partie ihren gerechten Lauf zu nehmen. Aaaaber: Es sollte trotz deutlicher Überlegenheit der letzte Treffer an diesem Abend gewesen sein.

Das letzte Drittel stand dann scheinbar im Zeichen der Hausherren. Die Füchse gaben die „Spielleitung“ jetzt in die Hände der Wölfe und dachten wohl, dass man das 2:1 nach Hause bringen könne. Jetzt setzten auch die Gastgeber den einen oder anderen Akzent. Die Power aus dem zweiten Abschnitt schien etwas aufgebraucht. Zwar hatten die Oberlausitzer noch immer mehr Spielanteile und kamen auch zu Torchancen. Aber man ließ nun auch die Linsenmaier und Co spielen. Das rächte sich in der 45. Minute. Da fiel der Ausgleich für Freiburg durch Tobias Kunz, der nur noch seine Schlägerspitze an die Scheibe tippen musste. Olafr Schmidt ließ einen Schuss durch Ex-Fuchs Christian Neuert aus Nahdistanz durchrutschen und Kunz nutzte das. Aber das war noch nicht alles. Das Spiel ging jetzt hin und her und es gab auch Chancen hüben wie drüben, aber viel weniger deutlich und zwingend, als im Mittelabschnitt. Die 55. Minute sollte zur entscheidenden werden. Marc Wittfoth nahm einen Pass von Radek Havel vor dem Tor auf und machte aus keiner Chance das 3:2 und damit den Siegtreffer. Die Füchse versuchten zum Ende hin zwar noch alles Mögliche, auch ohne Olafr Schmidt in den letzten Minuten, aber es nützte nichts. Die Scheibe fand den Weg ins Tor der Schwarzwälder nicht mehr. “Lausitz“ unterlag in Freiburg mit 2:3 und verschenkt erneut sichere Punkte, weil die Chancenverwertung einmal mehr katastrophal blieb.

Die Trainerstimmen:

Corey Neilson: „Mag das erste Drittel ausgeglichen gewesen sein, so waren wir im zweiten Abschnitt klar besser, haben stark gespielt und hatten Chancen zu Hauf. Aber wenn du die nicht nutzt, dann gelingt es nicht, das Match auf die eigene Seite zu ziehen. Manchmal hat man es nicht verdient, zu gewinnen, und siegt. Manchmal hat man es nicht verdient zu verlieren, und verliert. Letzteres traf heute auf uns zu.“

Leos Sulak: „Weißwasser hat eine wirklich sehr gute Mannschaft. Sie haben 40 Minuten Powereishockey gespielt. Unser Plan war es, hinten gut zu stehen und so wenig wie möglich zuzulassen. In der zweiten Pause habe ich meine Spieler darin erinnert, dass es uns schon öfter gelungen ist, Spiele zu drehen. Und dieses Powereishockey kostet halt auch viel Kraft. Daher haben wir auch etwas darauf gehofft, dass die Füchse irgendwann nachlassen. Mit sechs Punkten ist es ein super Wochenende für uns.“

Die Spielzusammenfassung und die Pressekonferenz auf: https://www.del-2.org/videos/

Foto Homepage: Achim Keller/EHC Freiburg

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