FÜCHSE GEWINNEN DIE MINI-SERIE

Sonntag 15.12.2019・18:30 Uhr
Tölzer Löwen - Lausitzer Füchse
2:3 n.P.
0:1, 1:0, 1:1 - 0:1

ÜBERRAGENDER MAC CARRUTH HÄLT ZWEI PUNKTE FEST

DER BERICHT

Nur unsere Lausitzer Füchse konnten in der DEL2 am Hin- und Rückspielwochenende beide Partien gewinnen. Dem 6:3 daheim gegen Bad Tölz folgte auswärts vor 1.689 Augenzeugen ein 3:2 nach Penaltyschießen. Über weite Strecken war das Match eher zerfahren. Spielerische Glanzlichter gab es kaum zu bestaunen – dafür einen alles überragenden Torhüter: Mac Carruth. Was – und vor allem in welchem Stil zuweilen – unser Schlussmann alles parierte, war schlichtweg sensationell. Dabei konnten die Angereisten heuer auch nur praktisch mit drei Reihen spielen. Denn Sebastian Streu und auch Thomas Reichel waren für die Eisbären Berlin in Wolfsburg im Einsatz. Apropos Einsatz: Der stimmte allemal. Dennoch benötigte unser Team auch eine Menge Glück, um siegreich vom Eis zu gehen.

Spielverlauf

Das Spiel begann ähnlich wie am Freitag. Beide Teams suchten zunächst eine sichere Defensive. Nach vorne ging allerdings fast noch weniger, als 48 Stunden zuvor. Stattdessen merkte man vor allem den Gastgebern, die durchaus wollten und auch mehr Scheibenbesitz hatten, die Verunsicherung nach fünf Niederlagen in Folge an. Nach ein paar Tölzer „Chäncchen“ kamen unsere Füchse in Minute fünf erstmals gefährlich vor Sinisa Martinovic. Mike Hammond schickte Jordan George, der aber nicht genügend Druck hinter seinen Schuss bekam. Bis zur achten Minute hatte unser Tor dennoch mehr zu leiden. Es war nämlich zweimal aus der Verankerung gesprungen. Dann marschierte Max French mit ordentlich Schwung in unser Drittel, setzte den Abschluss aber zu hoch an (10.). Und wenn es mit Distanzschüssen gefährlich werden sollte, waren sich unsere Jungs für schmerzhafte Blocks nicht zu schade. Es folgten die ersten Strafen. Erst ging Tomas Andres, dann Shawn Weller. Als unsere 92 zurück war, hatten die Ostsachsen 1:29 min. Überzahl. Da passte Oliver Granz auf Joel Keussen, der direkt abzog und das Tornetz hinter Martinovic zum Beben brachte. Führung Füchse! Viel passierte bis zur Pause nicht mehr. Insgesamt dreimal, einmal bei einem ziemlich gefährlichen Schuss von Jan Bednar (19.), musste die Fanghand von Mac Carruth noch zuschnappen.

Den Mittelabschnitt eröffneten die Heimischen mit einem Zwei-gegen-eins-Konter. Lubor Dibelka bediente Tyler McNeely, der hinten vorbeizielte (22.). Kurz darauf gerieten die Füchse in Unterzahl und ein abgefälschter Schuss lud vor Mac Carruth zum Nachsetzen ein. Unser Hüter klärte mit der Schiene in „Sliding-tackling-Manier“ – spektakulär (23.)! Dann flog auch noch Daniel Schwamberger, einer der „Monster-Blocker“, auf die Strafbank. Immerhin 67 Sekunden doppelter Unterzahl wurden überstanden, weil Carruth einen MacKenzie-Distanzschuss mit dem Blocker aus dem Kreuzeck kratzte (24.). Nach 25 Minuten jubelten die Tölzer schon. Shawn Weller hatte direkt vor Mac Carruth abgefälscht und die Arme nach oben gerissen. Nur: Warum??? Die Referees stiefelten zum Videobeweis und erkannten, dass unser Goalie ganz sicher und auch vor der Linie pariert hatte. So war es nur Weller-Phantom-Jubel. Dann waren mal wieder unsere Cracks am Zuge. Joel Keussen war freigespielt und wurde von Weller per Stockschlag gestoppt. Der Sünder bekam vier Strafminuten, in denen Weißwasser sich ein Icing leistete und einen Unterzahlkonter einfing. Stefan Reiter nahm den Schuss, Carruth hielt, Philipp Schlager wuchtete den Rebound aufs Tor, in dem unser Torwart quer in der Luft lag und mit den Beinmatten das 1:1 verhinderte (30.) – grandios! Aber dann war auch unsere Nummer 78 machtlos. Shawn Weller stand ganz ungedeckt vor unserem Heiligtum, wurde von McNeely hervorragend angespielt und vollstreckte unten rechts. Jetzt wollten die Buam mehr, schossen aus allen Lagen. Erst ab der 35. Minute waren die Füchse wieder besser dabei. Eigentlich hätten auch sie doppelte Überzahl bekommen können. Doch statt ein Foul gegen Jordan George zu ahnden, wurde unser Angreifer bestraft, weil der – verständlich – eine Fehlentscheidung erkannt und gemeckert hatte (36.). Zwei Minuten vor der zweiten Sirene hatten dann die Blau-Gelben mal einen Konter bei Spielernachteil. Schwamberger kam mit seinem Schrägschuss aber nicht an Sinisa Martinovic vorbei (39.).

Die letzte Periode hatte es dann in sich. Nach 14 Sekunden foulte Sasa Martinovic den einschussbereiten Darcy Murphy. Im folgenden Powerplay konterte Bad Tölz, verdaddelte die Scheibe und die Unsrigen setzten zum Gegenstoß an. Clarke Breitkreuz legte auf Ondrej Pozivil ab, der knallte auf das Tor, Martinovic ließ prallen und Tomas Andres schob ein. Die Kurstädter kamen nun mit Wut im Bauche. McNeely, am langen Pfosten freigespielt, traf diesen nur (44.). Und Sekunden später verzog Max French freistehend. Dann hatten auch die Füchse mal eine Großchance. Andres bekam ein Solo, aber Martinovic ließ sich nicht düpieren (45.). Nach 47 Minuten hatten die Neilson-Schützlinge 23 Sekunden fünf gegen drei. Als Keussen wie beim 1:0 abzog, trudelte die Scheibe dem nachschussbereiten Darcy Murphy durch die Schlittschuhe. Es kam die Zeit der unnötigen EHC-Strafen. Als Joel Keussen draußen saß, bewies Mac Carruth seine gute Reboundkontrolle gegen Marco Pfleger (50.). Wenig später knallte French das Spielgerät an den rechten Torpfosten (51.). Gerade wieder komplett wurde Oliver Granz herausgestellt. Und da passierte es: Shawn Weller kanonierte den Puck hoch ins kurze Eck, derweil Tyler McNeely unserem Torwart die Sicht versperrte. Das Match begann von neuem, wobei die Hausherren jetzt mächtig Ballett machten. Die Füchse hatten viel Dusel und auch Mac Carruth. Der klärte gegen Dibelka am langen Pfosten (54.) und gegen Andreas Schwarz, dessen Schrägschuss er aus dem kurzen Eck köpfte (55.). Dibelka wischte frei am langen Pfosten über die Scheibe (58.). Und als Top-Scorer Pfleger zweimal aus nächster Nähe es unten und oben versuchte, war Carruth da, wo er gebraucht wurde (59.). Den letzten Pfleger-Versuch in regulärer Spielzeit stoppte Keussen mit seinem Körper (60.). Es ging in die Zusatzschicht.

Da wogte es hin und her. Im Duell der „M(a)cs“ verlor Neely gegen Carruth (62.). Ein Sololauf von Jakub Kania unterband Silo Martinovic (63.). Nach 64 Minuten wurde Keussen im gegnerischen Drittel lupenrein von den Beinen geholt. Die Unparteiischen hatten nur ein Schulterzucken übrig, Tölz konterte und Pfleger scheiterte an Carruth. So musste das Penaltyschießen den Sieger ermitteln. Während sich Weller und Dibelka an Carruth die Zähne ausbissen und Pfleger ob der schlechten Erfahrungen mit unserem Hüter verzog, traf Mike Hammond als erster Füchse-Schütze. Murphy krachte drüber und der dritte Versuch war nicht mehr nötig, da ja die Gastgeber im Shootout beginnen müssen. Mögen die zwei Punkte wieder für mehr Ruhe im blau-gelben Lager sorgen. Mit der Einstellung vom Wochenende, einer „Wand“ im Tor und künftig hoffentlich noch mehr Ordnung in der Verteidigungszone sollte sich das Punktekonto weiter aufbessern lassen.

Schlüsselszene

Es waren Schlüsselminuten, die uns vor dem Spielverlust bewahrten – nämlich die zwischen dem 2:2 und der dritten Sirene. Da agierten die Füchse zu passiv und strapazierten Fortune arg.

Partygäste

Die Blue Sons feierten den 18. Fanclubgeburtstag laut hör – und auch gut sichtbar, wie die kurze Unterbrechung gleich nach Spielbeginn belegte, als etwas Papier das Eis belagerte.

Bullyschwäche

Mit 51:26 gewannen die Hausherren einfach zu viele Anspiele. Nur Robert Farmer mit 12 Faceoff-Gewinnen war ebenbürtig.

Tryoutende

Für Eddy Rinke-Leitans war es das vierte und letzte Tryout-Match. Der Deutsch-Litauer hatte wenig Eiszeit. „Wir müssen schauen, welche finanziellen Auswirkungen die Weiterverpflichtung hätteund welche sportlichen Alternativen es gibt“, erklärte EHC-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Anfang der Woche soll eine Entscheidung fallen, ob der 28-Jährige bleibt, dessen fehlende Wettkampfpraxis unübersehbar ist.

Der Top-Spieler: Mac Carruth

Ohne dem Rest der Mannschaft zu nahe treten zu wollen: Unser Goalie war heute definitiv der spielentscheidende Akteur, der unglaubliche Paraden zeigte und nach dem Sieg die „Säge“ auspackte. Der Amerikaner steht auch für das leistungsmäßige Comeback der Unsrigen.

Die Trainerstimmen

Kevin Gaudet: „Der Torwart von Weißwasser war hervorragend. Wir hatten fast 45 Schüsse, haben gut gespielt und dennoch wieder nicht gewonnen. Gegenwärtig fehlt uns einfach auch ein wenig das Glück. Das sage ich als Trainer nicht so gerne. Doch wir haben das offene Tor verpasst oder aus bester Position nur den Pfosten getroffen. Die Füchse hatten viel weniger Schüsse, aber eben die Tore gemacht. Im Moment ist es wirklich schwer für uns. Heute mussten wir gewinnen. Dass das nicht geklappt hat, frustriert.“

Corey Neilson: „Ich bin sehr glücklich, dass wir seit langer Zeit mal wieder mehr als drei Punkte an einem Wochenende geholt haben. Unser Torwart war heute sehr stark! Dazu haben meine Top-Spieler gespielt wie Top-Spieler und die jungen Akteure waren mit viel Leidenschaft und Einsatzwillen dabei, haben eine Menge Schüsse geblockt. Bad Tölz ist eine starke Mannschaft. Hier zu gewinnen, das ist ein großer Erfolg für uns.“

Die Statistik

0:1 (18.) Joel Keussen ( Oliver Granz , Robert Farmer PP-1), 1:1 (31.) Shawn Weller ( Tyler McNeely , Matt MacKenzie ), 1:2 (42.) Tomas Andres ( Ondrej Pozivil , Clarke Breitkreuz PP-1), 2:2 (52.) Shawn Weller ( Lubor Dibelka , Matt MacKenzie PP-1), 2:3 Mike Hammond - GWS

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