SECHS TORE IM SECHS-PUNKTE-SPIEL

Sonntag 10.02.2019・ Uhr
Lausitzer Füchse - ESV Kaufbeuren
6:3
3:0, 2:3, 1:0

BLITZSTART GEGEN KAUFBEUREN

DER BERICHT

Nicht nur unsere Lausitzer Füchse, auch den ESV Kaufbeuren plagen derzeit Besetzungssorgen. Während die Unsrigen die letzten beiden Matches verloren, mussten die Allgäuer vor dem Sonntag-Duell gar über vier Pleiten am Stück quittieren. Weil die Joker am Freitag beim 3:4 nach Verlängerung gegen die Tölzer Löwen zumindest einen Zähler holten, verkürzten sie als Fünfter den Abstand auf die Blau-Gelben auf nur noch zwei Punkte. Es ging also diesmal um eine ganze Menge zwischen Weißwasser und den Jokern im Kampf um das Heimrecht für die Playoffs. Am Ende sicherten sich die Hausherren den Dreier, wobei sie von einem Blitzstart profitierten und den zuweilen vehement drückenden Gästen den Anschluss verwehrten.

Das Spiel begann mit einem DEL2-Debütanten im Tor der Allgäuer. Michael Güßbacher rückte erstmals zwischen die Pfosten, weil Stammkeeper Stefan Vajs verletzt ausfiel und Trainer Andreas Brockmann dem 23-Jährigen den Vorzug vor Backup Marc-Michael Henne gab. Dass der Youngster sein erstes Zweitligaspiel nicht vergessen wird, liegt auf der Hand. Denn es endete bereits nach 56 Sekunden. Kaum hatte Hauptschiedsrichter Mischa Apel die Scheibe zum Anstoßbully eingeworfen, da stürmten die Hausherren ins Angriffsdrittel. Maximilian Adam kam an das Spielgerät, zog von der Blauen Linie ab und Feodor Boiarchinov hielt den Schläger dazwischen. Nach 38 Sekunden zappelte der Puck erstmals im Gäste-Tor. Und ehe unser Stadionsprecher den frühen Treffer ansagen konnte, da war Güßbacher schon wieder überwunden. Steve Saviano chippte mit all seiner Erfahrung die von der Bande zurückspringende Hartgummischeibe über die Matratze des Goalies ins kurze Eck. „Zwei Schüsse, zwei Tore – ich musste meinen Schlussmann schützen. Außerdem wollte ich ein Zeichen an meine Mannschaft entsenden“, erklärte ESV-Trainer Brockmann den frühen Torhüterwechsel. Tatsächlich setzte sich ein Sturmlauf der Weißwasseraner nicht fort. Stück für Stück arbeiteten sich die Gäste in die Partie, kamen auch zu ein paar Torchancen, während die Füchse hinten ganz gut standen, nach vorn aber nicht so viel kam. Nach drei Minuten stoppte Maximilian Franzreb einen Sololauf von Jere Laaksonen. Reichlich zehn Minuten später kaufte unser Hüter erst Top-Scorer Sami Blomqvist den Schneid ab und nahm auch den Nachschuss von Joseph Lewis weg. Zwischendurch hatte Anders Eriksson mit einem Schlenzer aufs kurze Kreuzeck den neuen Schlussmann der Angereisten geprüft, der zur Stelle war (10.). Beim nächsten Versuch unseres Käpt’ns war „die Henne“ dann machtlos und das Ei lag in der Kiste. Beim Schuss unserer 40 hielt Philipp de Paly die Kelle noch dazwischen, was die Flugbahn des Pucks änderte, der den Weg ins Gehäuse fand. Erwähnenswert ist noch, dass die Füchse im Auftaktdrittel zweimal Überzahl bekamen, aber nicht viel daraus machten.

Der Nachlauf des zweiten Powerplays bescherte Anders Eriksson in der 21. Minute eine Top-Gelegenheit. Doch der Schwede setzte einen Nachschuss aus vielleicht drei Metern über den Querbalken. Es folgte eine höchst bewegte Spielphase. Gerade war die 23. Minute angebrochen, da setzte Maximilian Adam mit einem Bogenlampenpass Verteidiger Mychal Monteith in Szene, der in Stürmermanier gegen seinen Ex-Club traf. Nur 28 Sekunden danach kamen die Kaufbeurer zum ersten Tor. Lubomir Stach hatte schräg abgezogen. Weitere 23 Sekunden später kassierte Erik Hoffmann zwei Strafminuten. Zum Powerplay kam der ESVK aber nicht. Denn auch Sami Blomqvist wurde auf das Sünderbänkchen geschickt, 56 Sekunden nach „Hoffi“. Bei vier gegen vier scheiterten Charlie Jahnke und Cederic Schiemenz zweimal aus Nahdistanz an Marc-Michael Henne. Anschließend waren die Gäste wieder am Zuge und durchaus gefährlich. Als Erik Hoffmann zur Spielmitte seine zweite Strafe aufgebrummt bekam, konnte Maxi Franzreb gegen Joseph Lewis mit der Fanghand noch stark klären (30.). Beim folgenden Schrägschuss von Sami Blomqvist war unser Goalie dann aber doch machtlos. Das 2:4 weckte Erinnerungen an das Spiel gegen Heilbronn, als unsere Jungs auch 4:0 führten, die Falken aber plötzlich auf 3:4 verkürzten und die Begegnung lange auf der Kippe stand, ehe die Hausherren noch 8:5 siegten. Diesmal beruhigte Charlie Jahnke zunächst die Nerven. Als dem nämlich der Puck vor die Kelle flog, knallte er ihn mit aller Entschlossenheit in die Maschen. Knapp zwei Minuten nach dem 5:2 gab es eine durchaus umstrittene Herausstellung gegen Thomas Reichel. Und die Allgäuer nutzten den Spielervorteil. Doppelt abgefälscht suchte sich die Scheibe den Weg ins Tor (36.). Vollbart Daniel Oppolzer wurde als Torschütze ausgemacht – und die Rot-Gelben waren wieder dran.

Wild entschlossen und in Überzahl – Vincent Hessler war kurz vor der zweiten Sirene noch herausgestellt worden – starteten die Joker in den Schlussabschnitt. „Franzi“ rettete erst spektakulär gegen Lubomir Stach und Alexander Thiel, klaute dann auch Jere Laaksonen die Show (42.). Eine reichliche Minute später probierte Markus Lillich den Bauerntrick. Maximilian Franzreb war im bedrohten Eck, alles schien geklärt. Da bemühten die Referees doch noch den Videobeweis, der zeigte, dass das 4:5 näher war, als ursprünglich vermutet. Nun besannen sich auch die Füchse wieder auf das Angriffsspiel. Jeff Hayes scheiterte erst mit einem Solo an Keeper Henne, der auch den Nachschuss von Chris Owens und den anschließenden Schrägschuss unserer 72 parierte (46.). Danach musste auch Marius Schmidt die Klasse des Gäste-Hüters anerkennen, der einem Flachschuss den Einschlag verwehrte (48.). Nach 51 Minuten nahte die Spielentscheidung. Vincent Hessler zog aus vier Metern ab und traf ins untere linke Eck (51.). Es folgten noch Tormöglichkeiten hüben (Owens, 56.; Dietz, 60.) wie drüben (Laaksonen, 53.), aber nichts Zählbares mehr.

„Heute haben wir die neutrale Zone schneller durchquert, als noch in Frankfurt. Aber in Unterzahl müssen wir wieder besser werden“, kommentierte Maximilian Adam nach dem Match, dass unsere Füchse gegen einen guten, nie aufsteckenden Kontrahenten verdient gewannen. Wegen der anderen Resultate verkürzten unsere Jungs den Rückstand auf Tabellenführer Frankfurt wieder auf zwei Punkte, während der Vorsprung auf den Fünften, die Kaufbeurer, nun fünf Zähler beträgt.

Trainerstimmen

Andreas Brockmann: „Wenn du nach einer Minute schon 0:2 und nicht viel später gar 0:3 hinten liegst, dann ist es natürlich schwer, hier zu gewinnen. Aber wir haben dann besser ins Spiel gefunden und im zweiten und dritten Drittel auch gut gespielt. Die Chancen zu mehr Toren waren vorhanden. Mit den vielen Ausfällen haben wir gerade eine schwierige Phase. Aber wenn man unten liegt, muss man wieder aufstehen. Da haben wir heute den ersten Schritt gemacht.“

Corey Neilson: „Wir haben heute von unserem guten Start profitiert. Und die Mannschaft hat als Team prima zusammengearbeitet und die Kleinigkeiten heute viel besser gemacht, als in Frankfurt. Zudem haben uns die Berliner Kids gut geholfen. Sie mussten sich offenbar erst an unser System gewöhnen. Aber es bleibt dabei, dass man perfekt bzw. nahezu perfekt spielen muss, um Teams wie Kaufbeuren zu schlagen.“

Media-Center

HIGHLIGHTS / PK HIGHLIGHTS DEL2


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