SCHWERER RÜCKSCHLAG!

Sonntag 09.02.2020・17:00 Uhr
Bietigheim Steelers - Lausitzer Füchse
4:2
2:0, 0:0, 2:2

HAUNER ERSCHIESST ZU VERSPIELTE FÜCHSE

DER BERICHT

Richtig gute Spiele haben unsere Lausitzer Füchse zuletzt immer wieder abgeliefert. Allerdings stimmte nach den Niederlagen zum Beispiel in Kassel und Frankfurt die Punktausbeute einfach nicht. Aber gehört nicht zu einem richtig guten Spiel auch der Erfolg? Insofern war es heuer bei den über weite Strecken sehr biederen Bietigheim Steelers „nur“ ein gutes Spiel, weil die Geradlinigkeit, die letzte Entschlossenheit, die Konsequenz vor dem Tor von Keeper Stephon Williams fehlte. Viel brachten die Grün-Weißen nicht auf unser Gehäuse. Aber wenn etwas kam, war es zumeist brandgefährlich. Dreimal nutzten die Ellentaler freie Schussbahnen konsqeuent und hielten sich so die Oberlausitzer auf tabellarischer Distanz. Die Spiele der Hauptrunde werden immer weniger, der Weg aus dem Tabellenkeller damit immer schwieriger zu gehen. Um mit dem Bild aus Minute 16 zu sprechen: Da kriegst du doch die Tür nicht zu…

Spielverlauf

Zwei Icings in Minute eins läuteten vor 2.895 Besuchern die erste Sturm- und Drangphase der Füchse ein, die praktisch fast 16 Minuten andauerte. Und dann war das Drittel praktisch auch schon um… Die erste große Möglichkeit verbuchte Clarke Breitkreuz, der direkt vor Stephon Williams stand, den Bietigheimer Hüter aber nicht überlisten konnte (4.). Auch bei dem Nachsetzer von Feodor Boiarchinov nach Schrägschuss von Thomas Reichel war der grün-weiße Goalie zur Stelle (6.). Die erste Prüfung für unseren Schlussmann war ein Blueliner von Max Prommersberger, den Mac mühelos wegfing (8.). Danach stürmte nur Blau-Gelb. Kale Kerbashian steuerte allein auf Williams zu, traf aber unten links nur den Pfosten (12.). Noch mehr Platz hatte Kapitän Breitkreuz, schob aber am freien rechten Eck vorbei (13.). In Minute 15 spielten die Füchse Powerplay bei Fünf gegen Fünf, kamen aber nur zu drei Halbchancen. Und dann fiel das Tor – aber auf der falschen Seite. Aus einem Bully konterten die Hausherren mit Zwei gegen Einen. Norman Hauner entschloss sich zum Abschluss und traf über Carruths Fanghand zur Führung. „Schmeichelhaft“ ist als Adjektiv zu schwach, um das 1:0 treffend zu charakterisieren. Aber jetzt kamen auch die aus dem Ellental zu einer weiteren guten Torgelegenheit. Als die Scheibe von der Bande ins Halbfeld gespielt wurde, war erneut Hauner da und zog ab. Diesmal schnappte Carruths Fanghand zu (16.). Nach einem kleinen Scharmützel zwischen Brett Breitkreuz und Joel Keussen quittierte die hintere Bandentür an unserer Wechselbank den Dienst. Und weil eine Reparatur doch zeitaufwändiger war, wurde die erste Pause vorgezogen. In den letzten reichlich vier „Nachspielminuten“ passierte das, was man als „unglaublich“ bezeichnen darf. Gerade noch versuchte sich Jakub Kania mit dem Bauerntrick und hob den Nachschuss mit der Rückhand vorbei (18.), da konterten die Steelers, Eric Stephan legte zurück auf Freddy Cabana und der machte hoch das 2:0. Weißwasser spielte, Bietigheim traf…

Der Mittelabschnitt begann zunächst ausgeglichener. Irgendwie erwischte das 0:2 den „Nerv“ unserer Jungs. Die blieben zwar weiter spielbestimmend. Klare Abschlussmöglichkeiten aber waren Mangelware. Kale Kerbashian probierte es gleich zweimal, zweimal blieb Stephon Williams Sieger (24.). Die Heimischen waren fast durchweg damit beschäftigt, zu verteidigen. Nach vorne ging fast gar nichts mehr. Aber auch hinten war vieles gar nicht souverän. Teilweise hatten die St-Jean-Schützlinge Mühe, den Puck geordnet aus der Verteidigungszone zu bringen. Nach 31 Minuten versuchte es Breitkreutz mal „altdeutsch“, derweil Jordan George drei Meter vor dem Tor frei stand. Als Norman Hauner über Fabian Dietz‘ Schläger stolperte, gab es zwei Strafminuten. Wieder so eine komische Entscheidung… Aber das Penaltykilling war stark. Was kam von Bietigheim? Nichts! Wieder komplett stürmte zunächst weiter nur Weißwasser. George wurde beim Abschluss von Prommersberger im letzten Moment noch gestoppt. So flog der Puck über das Tor (35.). Wenig später passte Joel Keussen zu Brad Ross, der die Scheibe nicht optimal traf. Williams begrub das springende Spielgerät unter sich (37.). Und als Tomas Andres auf Abstaubertour am linken Pfosten stand, stocherte der BiBi-Torwart das Hartgummiteil doch noch weg (38.). Dann drohte das Deja-vu. Plötzlich stand Benjamin Zientek ganz frei vor unserem Tor, semmelte aber drüber. Den Rebound von der Bande kickte er mit dem Schlittschuh ins Netz, winkte aber selbst gleich ab. Der Treffer zählte – regelkonform – nicht (39.). Das war es jedoch noch nicht. Denn bei einer Hereingabe von Fabian Ribnitzky hielt Matt McKnight die Kelle rein. Der Puck sprang aber nur an Mac Carruth. Puuuuhh – da hatten die Angereisten zweimal richtig Dusel!

Den Schlussabschnitt eröffnete Jakub Kania. Der zielte von hinter der Torlinie an den Rücken von Stephon Williams – und die Scheibe fiel ins Tor. War das der Start zur Aufholjagd? Es schien so. Denn das Match spielte sich fortan fast nur noch in der Steelers-Verteidigungszone ab. Angriffe der Gastgeber gab es allenfalls nach unnötigen Scheibenverlusten der Füchse. In der Icing-Statistik sorgten die Schwaben für viel Zuwachs. Irgendwie gelang es ihnen so, den knappen Vorsprung zu verwalten. Bis auf einen George-Drehschuss, den Williams killte, gab es wenig Bemerkenswertes – außer den Pfiffen der ungeduldiger werdenden Anhänger der Hausherren. Während die Ostsachsen aus ihrer drückenden Überlegenheit nichts machten, saß der erste Schuss der Bietigheimer auf unser Tor im dritten Drittel gleich wieder. Norman Hauner setzte sich gegen Oliver Granz und Joel Keussen durch und ließ Mac Carruth keine Abwehrchance. Weshalb die Referees nach diesem Treffer den Videobeweis bemühten, blieb eher unerfindlich. Nachdem Alexander Preibisch (51) und Chris Owens (53.) von der Blauen an Mac Carruth gescheitert waren, rechnete alles mit einer Strafe gegen die Gastgeber. Tatsächlich herausgestellt aber wurde Joel Keussen. Aber mit den Unparteiischen hatten wir zuletzt ja auch nicht so viel Glück… Bis auf ein paar Schüsschen brachten die Heimischen nichts zuwege – mussten sie ja aber auch nicht. Wieder komplett machte es Jordan George einfach. Scheibe angenommen, Lücke erspäht, drei Meter hinter der blauen Linie abgezogen, unten rechts getroffen – nur noch 2:3. Die Neilson-Schützlinge wollten nun natürlich den Ausgleich. Die Steelers wollten nur irgendwie den Puck aus dem Drittel bringen. Das gelang ihnen. Bei einem Icing verlegte der Hauptschiedsrichter das Anspiel in den Mittelkreis, überstimmte so den Linesman. Einen Schuss von Brad Ross fischte Williams noch weg (58.). Zwei Minuten vor Ultimo verließ Mac Carruth sein Gehäuse für den sechsten Feldspieler. Bietigheim verteidigte leidenschaftlich und mit Icings. Und als Alex Preibisch unseren Joel Keussen überlaufen und zu Benny Zientek passen konnte, war per empty-net der Deckel drauf. Was für eine unnötige, überflüssige und ein Stück weit auch unglückliche Niederlage. Schien bisher ab und an die Defensive unser Problem: Nun ist es nun zum wiederholten Male die Chancenverwertung!

Schlüsselszene

Das 1:0 aus dem Nichts warf unsere Jungs noch nicht um. Das 3:1 aus dem Garnichts bedeutete dann die Vorentscheidung.

Vorahnung?

Coach Corey Neilson erschien zur Pressekonferenz im schwarzen Hemd. Ob der Oberfuchs erahnt hatte, dass es traurig werden könnte?

„Publikumsliebling“

Warum auch immer mutierte Joel Keussen zum „Feindbild“ für die Gastgeberanhänger und wurde regelmäßig bei jedem Scheibenkontakt ausgepfiffen.

Die Top-Spieler: Norman Hauner und Stephon Williams

Zwei Akteure waren es, die diesmal den Unterschied ausmachten. Bietigheims Goalie reagierte wiederholt bärenstark, derweil Norman Hauner aus drei Riesen zwei Tore machte. So sehr viel mehr kam von den Gastgebern gar nicht. Das nennt man dann wohl auch Effizienz.

Die Trainerstimmen

Marc St-Jean: „Es waren große drei Punkte für uns gegen sehr stark kämpfende Füchse. Wir haben heute mit viel Geduld gespielt. Das hatten wir aus dem letzten Match gegen Weißwasser gelernt. Da hatten sie die Geduld, und wir haben verloren. Sicher war es für uns auch gut, dass wir Freitag spielfrei hatten und heute frisch waren. Norman Hauner hat bekanntermaßen gute Hände und heute die beiden wichtigen Tore gemacht. Wir freuen uns wirklich sehr über diesen Sieg.“

Corey Neilson: „Das war ein wichtiger Sieg für Bietigheim. Aber ich kann mit meiner Mannschaft heute nicht schimpfen. Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht, waren schnell, kombinationssicher und gut organisiert. Bietigheims Stürmer und Verteidiger haben in der eigenen Zone gut gestanden. Wenn sie Chancen hatten, haben sie diese entschlossen genutzt. Die Steelers waren heute das glücklichere Team. So ist es halt – manchmal gewinnt man, und manchmal verliert man.“

Die Statistik

1:0 (15.) Norman Hauner ( Benjamin Zientek , Mark Ledlin ), 2:0 (18.) Frédérik Cabana ( Alexander Preibisch , Benjamin Hüfner ), 2:1 (42.) Jakub Kania ( Ondrej Pozivil, Kale Kerbashian), 3:1 (50.) Norman Hauner ( Nicolai Goc , Mark Ledlin ), 3:2 (56.) Jordan George ( Clarke Breitkreuz , Jakub Kania ), 4:2 (60.) Benjamin Zientek ( Alexander Preibisch , Max Prommersberger EN EQ )

Strafminuten: 6 - 10

Zuschauer: 2895

Schiedsrichter: Gogulla, Patrik, Schmidt, Eugen

Foto: Timo Raiser/DEL2

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