GANZ STARKE FÜCHSE SIEGEN IN RAVENSBURG

Sonntag 20.01.2019・18:30 Uhr
Ravensburg Towerstars - Lausitzer Füchse
3:4 n.V.
0:1, 1:2, 2:0, 0:1

ABER: EISHOCKEYGOTT IST KEIN BLAU-GELBER

DER BERICHT

Als „Spitzenteam-Test“ hatte die EHC-Homepage das vergangene Wochenende tituliert. Und tatsächlich: Fünf von zu vergebenen sechs Zählern gingen in den Fuchsbau. Dem 3:2 am Freitag über Bietigheim folgte ein 4:3 nach Verlängerung beim Tabellenführer in Ravensburg, den unsere Jungs ganz dicht am Rande einer Niederlage in regulärer Spielzeit hatten. Bis 123 Sekunden vor der Schlusssirene waren die Weißwasseraner sogar Spitzenreiter. Und es war nicht einmal ein Akteur der Oberschwaben, der noch auf 3:3 stellte. Nach einem Schuss von David Zucker sprang der Puck vom Plexiglas zurück vor das EHC-Tor, dort an den Schlittschuh von Steven Bär und von da ins Gehäuse. Nicht nur in dieser Situation zeigte sich der Eishockeygott den Ostsachsen nicht sonderlich hold. In der 45. Spielminute umkurvte David Kuchejda auch noch Gästeschlussmann Jonas Langmann, schob das Spielgerät aber nur an den Innenpfosten. Und auch die Strafen, die die Angereisten in den letzten sieben Minuten aufgebrummt bekamen, waren zumindest diskutabel. Irgendwie sollte es eben (noch?) nicht sein. Aber einmal mehr erwies sich Weißwasser am Sonntag als das berühmte „gallische Dorf“. Erst errang die Jungfüchse-U11 beim stark besetzten GASAG-Cup der Eisbären in Berlin Platz vier hinter dem Gastgeber, Dresden und punktgleich mit Krefeld vor den Teams aus Kassel, Bietigheim oder Stuttgart. Dann düpierten die Profis den DEL2-Ersten. Was für eine Saison im ostsächsischen Puckmekka!!!

Der Start ins Spitzenspiel endete mit einem „Pling“: Clarke Breitkreuz schmetterte nach wenigen Sekunden den Puck an das Torgestänge der Gastgeber. Die übernahmen dann die Eishoheit und erspielten sich mehrere gute Einschusschancen. Doch da war ja noch Keeper Olafr Schmidt, der mit tollem Stellungsspiel, flinken Beinen und scheinbar tausend Armen den Towerstars das Leben verdammt schwer machte. So scheiterten Julian Kornelli aus zentraler Position (3.), David Zucker mit einem Sololauf (9.), Robbie Czarnik mit einem Distanzschuss im Powerplay, derweil die Abwehr den Nachschuss nicht zuließ (13.), Andreas Driendl im Fallen mit der Rückhand (14.), erneut Zucker im nächsten Überzahlspiel direkt im Slot (16.) und auch Olivier Hinse, der frei schräg abzog (17.). Die Hausherren drückten, Weißwasser lauerte auf Konter und war da auch immer gefährlich. Plötzlich ließ Steve Saviano zwei Abwehrspieler der Puzzlestädter stehen, marschierte durch und schob zum 1:0 ein (18.). Und fast hätte Maruis Schmidt noch auf 2:0 gestellt. Aber sein Kracher aus 6 Metern flog über das rechte Kreuzeck.

Zu Beginn des Mittelabschnitts holten sich die Ehrenberger-Schützlinge den Lohn für ihr gutes erstes Drittel. Nach einem Scheibenverlust der Füchse an der gegnerischen Blauen Linie zog Daniel Pfaffengut auf und davon und hämmerte den Puck in den langen Winkel (22.). Jetzt ging es auf und ab, da unsere Mannschaft durch den Ausgleichstreffer keinesfalls geschockt wirkte. Als Steve Saviano einen Schrägschuss probierte, konnte Jonas Langmann gerade noch so den Einschlag des Hartgummis im langen Eck verhindern (25.). Auf der Gegenseite versuchte sich Vincenz Mayer aus dem Slot, fand aber in Olafr Schmidt seinen Meister (27.). Sofort ging es wieder ins Ravensburger Verteidigungsdrittel. Dort checkte Thomas Supis unseren Clarke Breitkreuz in Keeper Langmann. Der Puck rutschte zu Jordan George, der ihn nur noch um den Pfosten ins Netz legen musste (28.). Nach Sichtung der Videobilder war den Zebras klar: Da war alles regulär! Und kaum war die Scheibe wieder spielbar, da verzog Saviano um wenige Zentimeter. In Minute 29 bekamen die Lausitzer ihr erstes Powerplay. Derweil ein Bully geworfen werden sollte, erklang unsere Tornero-Tormusik. Und schon waren die zahlreichen Füchse-Anhänger zu hören und besangen den heutigen ETC-Crimmitschau-Besieger. Dann stockte ihnen aber der Atem: Da die Bande in der CHG-Arena offenbar nicht ganz fachmännisch zusammengepuzzelt worden war, versprang die Scheibe plötzlich vor unser Heiligtum, derweil Olafr Schmidt hinter die Kiste gefahren war. Philip Kuschel klärte in höchster Not (33.). Es folgten zwei dicke Dinger für den EVR: Erst kaufte Schmidt Maximilian Kolb und Jakub Svoboda den Schneid ab (36.), dann rettete „Ollie“ zweimal spektakulär gegen Ondrej Pozivil (37.). „Sicher ist sicher“, dachte sich offenbar Corey Neilson – und nahm eine Auszeit. Und das mit bestem Erfolg. Einerseits kehrte die Ordnung in unsere Defensive zurück. Und vorne passte Feo Boiarchinov auf Jake Ustorf, der zum zweiten Mal an diesem Wochenende einnetzen konnte (39.). Bis zur zweiten Sirene hätte erst Marius Schmidt nach Breitkreuz-Zuspiel beinahe noch das vierte Tor gemacht, ehe Thomas Supis – ungeahndet – Cederic Schiemenz mit einem Cross-Check gegen den Hals niederstreckte.

Nach Wiederanpfiff prüfte zunächst Clarke Breitkreuz Jonas Langmann (41.), der nach einem Schrägschuss von Thomas Reichel eine Durchfall - , nein: Durchrutschkontrolle vornahm. Der Keeper der Heimischen griff sich nämlich mit der Fanghand hinten an die Hose, um im Fall der Fälle dicht zu halten (43.). David Kuchejda verpasste – wie beschrieben – das eigentlich ganz sichere 4:1. Und es folgte die Strafe. Nach Zuspiel von Olivier Hinse jagte Vincenz Mayer in Überzahl den Puck per Schrägschuss zum 2:3 ins Netz (49.). Unbeirrt spielten die Lausitzer ihr gutes Auswärtsspiel. Chris Owens verzog frei aus vier Metern (50.), Anders Eriksson traf nur das kurze Lattenkreuz (53.). Nun traten die Schiedsrichter auf den Plan. Oliver Granz wurde der Schläger aus der Hand gerissen. Das gibt neuerdings ebenso zwei Strafminuten wie „fallender Zucker“. Die eine Unterzahl wurde überstanden, in der zweiten wurde das Spielgerät zum frechen, schwarzen Teufel. Wie einleitend beschrieben, suchte es sich den Weg zum da glücklichen 3:3 der Baden-Württemberger.

In die Overtime starteten die Ravensburger mit einer klaren Chance für Andreas Driendl, dessen abgefälschten Schuss Olafr Schmidt dennoch stoppen konnte (61.). Wenig später bediente Cederic Schiemenz Jeff Hayes, der frei aus sieben Metern den plötzlichen Tod des Spitzenreiters besorgte.

Sind die Füchse mit zwei Siegen aus den zwei Spitzenspielen nun ein Spitzenteam? „Das ist ein großes Wort. Viel wichtiger aber ist doch die Erkenntnis, dass wir in der Lage sind, um Platz eins mitzuspielen“, wiegelte Philip Kuschel ab. Der Youngster reiste mit seinem Team von Ravensburg direkt nach Schongau, wo Montag die Vorbereitung auf das Match am Dienstag in Deggendorf beginnt.

Die Trainerstimmen

Corey Neilson: „Es ist letztlich ein gerechtes Ergebnis. Wir haben heute ein gute läuferische Leistung gezeigt, Druck gemacht und den Platz gut genutzt. Ravensburg ist eine talentierte Mannschaft mit qualitativ guten Spielern und da kann es schon passieren, dass man in Unterzahl den Ausgleich bekommt. Aber ich bin trotzdem zufrieden mit meiner Mannschaft.“

Jiri Ehrenberger: „Es war für uns schon bitter, nach zwei Dritteln mit zwei Toren im Rückstand zu sein, weil ich glaube, dass wir in den ersten vierzig Minuten viele Spielanteile hatten. Wir haben die Chancen nicht genutzt, dafür hat Weißwasser unsere Fehler für sich genutzt und ist in Führung gegangen. Wir machen den Ausgleich und dann liegen wir wieder mit zwei Toren in Rückstand. Wir haben im letzten Drittel aktiv gespielt und einige Strafzeiten herausgeholt. Wichtig war eben, dass wir die Powerplaysituationen genutzt haben. So haben wir mindestens einen Punkt gerettet.“

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