FRANZI DA - PUNKTE WEG

Freitag 19.10.2018・ Uhr
Ravensburg Towerstars - Lausitzer Füchse
9:2
3:1, 3:1, 3:0

BEIDE GOALIES SCHULDLOS AN DER 2:9 KLATSCHE

DER BERICHT

Mag sein, dass sich unsere Füchse Spiel für Spiel immer mehr für einen Preis für besonders hohe Unterhaltungskunst empfehlen. Die dafür ausgelobte Trophäe dürfte allerdings nicht sehr werthaltig sein. Denn eine Woche nach dem „Tag der offenen Tore“ in Heilbronn gönnten sich unsere Blau-Gelben diesmal neun – in Worten: n-e-u-n – Gegentreffer. Und das Fanherz blutet, wenn man einerseits realisiert, wie gut die Füchse spielerisch dabei sind, andererseits aber konstatieren muss, dass das Defensivverhalten von vorne bis hinten nicht stimmt und der Gegner aber so etwas von „billig“ zu seinen Toren kommt. Männer: Wann endlich bemerkt ihr, dass ihr immer wieder ins Verderben rennt? Und wann beginnt ihr, eure Torhüter zu schützen? Wollt ihr wirklich, dass unsere Schlussleute der Reihe nach weich geschossen werden? Übrigens: Schlechter als unser Abwehrverhalten war nur noch das Internet, das zumindest temporär den Dienst quittierte und für viel Aufregung im Technikkeller der Oberschwaben sorgte. Deshalb entging offenbar dem Ravensburger SpradeTV-Reporter der Torwartwechsel nach dem 2:4 in der 26. Minute. Bis zur 51. Minute wurde nämlich Franzreb noch im Tor vermutet. Dabei hatte „Franzi“ eine schwarze Maske auf und der heute bedauernswerte Olafr Schmidt eine weiße. Offenbar können auch Goalie-Masken blass vor Ärger werden…

Neben Maximilian Franzreb gab es heuer einen weiteren „Überraschungsgast“: Eric Mik mit der Nummer 46 war als siebter Verteidiger im Aufgebot, weil Erik Hoffmann wieder zum Dienst nach Hamburg entsandt worden war. Und der erst 18-jährige U18-Nationalspieler bekam auch Eiszeit. An ihm lag es aber garantiert nicht, dass sich unsere Jungs im DEL2-Spitzenspiel regelrecht aus der „Oberschwaben-Arena“ schießen ließen. Wer verstehen möchte, was da bei den Towerstars passierte, der bestaune das krasse Missverhältnis von Torschüssen zu Ergebnis: Nach 40 Minuten hatten die Unsrigen 34mal auf Jonas Langmann geballert, der sich nur früh im ersten EHC-Powerplay von Cedreric Schiemenz und zu Beginn des Mittelabschnitts aus Nahdistanz von Clarke Breitkreuz bezwingen ließ. Nach 40 Minuten verzeichnete Ravensburg erst 25 Torschüsse – und führte 6:2. Bei einem Endresultat von 2:9 aus Weißwasseraner Sicht lautete das Torschussverhältnis zur Schlusssirene 43:37 pro Füchse. Nun mag ja Mathematik nicht jedermanns Sache sein. Aber die Abschlusseffizienz der Gastgeber und des – verdienten (!) – neuen Spitzenreiters lag bei etwa 25 %. Ergo saß jeder vierte Schuss. Die Oberlausitzer schafften es auf eine Quote von 4,6 %. Gibt es noch Fragen zu Aufwand und Nutzen? Auf dem Eis sah das dann so aus: Die Gelben hatten die Scheibe, liefen und kurvten und schossen, bis Ravensburgs Goalie Langmann die Ausrüstung qualmte oder das Torgestänge über Farbabplatzer konstatieren musste. Irgendwann griffen dann auch die Schützlinge von Jiri Ehrenberger mal an, waren sofort brandgefährlich und scorten. Ja klar: Die Puzzlestädter haben andere Ansprüche als Weißwasser und auch einen rundum top-besetzten Kader. Aber wenn es unsere Mannschaft nicht schnellstens schafft, die defensive Ordnung wiederzufinden, dann wird es mit einem Platz rund um die Tabellenmitte schwierig. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass wir pro Spiel zwischen fünf und zehn Toren schießen, um so die Abwehrfehler auszugleichen, ist nicht so hoch. Und weil wir gerade dabei sind, über brennende Wunden zu klagen: Mit seinem Distanzschuss zum 3:1 bei doppelter Überzahl ließ Ondrej Pozivil die Gastgeber auf die Siegerstraße einbiegen (20.). Ondrej Pozivil? Genau: Das ist jener Deutsch-Tscheche, der als Bruder von Ex-Fuchs Lukas Pozivil im April 2015 zum Probetraining im Fuchsbau weilte, dann aber nach Landshut ging. Über die Zwischenstation Kaufbeuren verteidigt der heute 31-Jährige nun das zweite Jahr in Ravensburg. Und er verteidigt! Verteidigung ist allerdings nicht nur Aufgabe der Defender. Und es wäre auch zu kurz gedacht, die Gegentorflut zuletzt allein am Fehlen von Maximilian Adam festzumachen. Bleibt zu hoffen, dass Trainer Corey Neilson schnellstmöglich den „Laden hinten dicht“ bekommt. Mit den Bietigheim Steelers wartet am Sonntag (17 Uhr) erneut ein ausgebuffter Gegner, der unser Team nur allzu gerne nach allen Regeln der Kunst auskontern würde. Mithin gilt es nun endlich verdammt schnell zu lernen.

Ein wenig Spaß am Rande gab es dennoch: Nach einer handfesten Prügelei zwischen Clarke Breitkreuz und Ilkka Pikkarainen in Minute 56 gab es je 2+2+10 Strafminuten – ergo „Duschbefehl“ für die Streithähne. Damit durfte der Finne – dessen Wahl zum besten Spieler angesichts der Leistung von Jonas Langmann zumindest hinterfragt werden muss – seine Ehrung nicht mehr entgegen nehmen…

Die Trainerstimmen:

Corey Neilson: „Nach neun Stunden Busfahrt haben wir gut ins Spiel gefunden. Ich hatte die Jungs ermahnt, viel zu laufen. Das haben sie umgesetzt. Wir hatten auch die meiste Zeit den Puck, haben aber nicht gescort. Wenn Ravensburg die Scheibe hatte, haben sie getroffen. Ja, wir haben viele Fehler gemacht. Aber zunächst muss ich mir dieses Spiel noch einmal auf Video anschauen.“

Jiri Ehrenberger: „Ich bin sehr froh über diesen Sieg. Denn es war ein schweres Spiel, wobei wir immer zur richtigen Zeit die Tore gemacht haben. Weißwasser hat zum Beispiel im 2. Drittel hervorragend gespielt und uns in unserer Defensivzone gebunden. Es war kein 9:2-Spiel. Die Füchse hatten sehr viele und sehr gute Chancen. Aber unser Keeper hat echt stark gehalten.“

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