PAUSE: ENDLICH PAUSE!

Sonntag 04.11.2018・ Uhr
Lausitzer Füchse - EHC Bayreuth -Tigers
1:2 n.P.
1:0, 0:1, 0:0, 0:0 - 0:1

WEISSWASSER SCHENKT BAYREUTH DIE ERSTEN AUSWÄRTSPUNKTE

DER BERICHT

Nichts war es mit einer „Tornero-Party“ gegen die Bayreuth Tigers. Am Ende war es praktisch eher nur „…nero“, denn einmal mehr vergaßen unsere Jungs das Toreschießen. Hatte man nach dem 4:1-Match gegen Kassel gehofft, die Füchse würden endlich verstanden haben, dass auch einfache oder mal dreckig erzielte Treffer zählen, so bewies das Wochenende das Gegenteil. Ging das in Deggendorf beim 4:2-Auswärtserfolg noch gut, so mussten am Sonntag die 2.843 Besucher in der fast ausverkauften Eisarena mit ansehen, wie das letzte Match vor der Deutschland-Cup-Pause mit 1:2 nach Penaltyschießen an die Gäste ging. Die kamen so zu den ersten Auswärtszählern der Saison überhaupt. Natürlich ging es in der Kabine der Blau-Gelben nach dem Spielverlust sehr ruhig zu. Das hatte seine Ursache aber auch im allseits sichtbaren Kräfteverschleiß. Man mag es hoch und zurück diskutieren, ob die Leistung der Hausherren diesmal gut, mittelprächtig oder doch schlecht war. Fakt ist, dass es Chancen zu einem auch deutlichen Sieg zu Genüge gab. Fakt ist aber auch, dass man das Gefühl nicht los wurde, die Füchse wollten die Scheibe bis zur Torlinie kombinieren, und dann noch per Schönschuss versenken. Eben das funktionierte zum x-ten Male nicht.

So begann das Spiel auch mit diversen Passstafetten der Unsrigen, die aber erst nach 13 Minuten (!) erstmals Richtung Tor zielten. Bis dahin hatte Luca Gläser schon das Lattenkreuz getroffen (3.) und Henry Martens frei Tormitte aus knapp 10 Metern im durchweg überzeugenden Olafr Schmidt seinen Meister gefunden (10.). Die Tigers agierten stets zielstrebig, ehe Jeff Hayes und Mychal Monteith nach 13 Minuten die erste Doppelchance für den EHC hatten. Da konnte Timo Herden im Tigers-Käfig den Einschlag noch verhindern. Eine Minute später war er machtlos, als unsere 72 endlich einmal (durch Steve Saviano) präzise angespielt wurde und trocken einnetzte. Bis dahin hatten die Heimischen zwei Unterzahlspiele recht problemlos überstanden und Fortune auf ihrer Seite. Auch nach der Führung blieb Bayreuth gefährlich. Aber Olafr Schmidt verhinderte einen Querpass von Martin Heider an den langen Pfosten (16.) und vernahm kurz darauf das zweite Klingeln des Torgestänges (Martens; Außenpfosten – 17.). Noch in der gleichen Minute stöhnte der Fuchsbau hörbar auf, als erst Feodor Boiarchinov frei vor dem Tor der Oberfranken über die Scheibe wischte und Mychal Monteith aus fünf Metern nicht an Timo Herden vorbeikam. Pause!

Die erste spektakuläre Aktion im Mittelabschnitte hatte „Ollie“, der gegen die frei vor ihm auftauchende Finnen-Connection Ville Järveläinen und Juso Rajala Kopf und Kragen riskierte, dem Spielgerät aber den Weg über die Torlinie verwehrte (22.). Danach drückten die Füchse vehement. Auch Einschussmöglichkeiten ergaben sich mehrfach. Aber bei Hayes Schrägschuss zum Beispiel war die Matratze von Timo Herden drei Zentimeter zu lang (23.). Und auch die Referees sorgten mit der neuen Regelauslegung für Stockschlag für Kopfschütteln, als Steve Saviano einer vor dem Tigers-Tor freiliegenden Scheibe nachsetzte und bestraft wurde oder kurz darauf Martin Heider trotz üblichem Schlägereinsatz eliminiert wurde. Weißwasser kurbelte, Bayreuth setzte Nadelstiche. Nach 26 Minuten parierte Olafr Schmidt eine Rajala-Direktabnahme per Hechtsprung, um vier Minuten später dann doch machtlos zu sein. Gustav Veisert schnappte sich nach einem Fehlpass der Unsrigen die Hartgummischeibe. und die Kujala-Schützlinge konterten Drei gegen Eins. Der Rückpass von Kevin Kunz erreichte Routinier Josef Potac, der unseren Schlussmann austanzte und zum 1:1 einschob. Und nun? Die Neilson-Schützlinge wollten schnell antworten, aber es haperte am Abschluss. So zögerte Steven Bär so lange mit dem Torschuss, bis er doch noch geblockt wurde. Den Nachschuss hob Steve Saviano am kurzen Pfosten vorbei (36.). Jetzt wurde es ganz bitter! Denn Ex-Fuchs Felix Linden rauschte von der Seite in Anders Eriksson, der unglücklich am Bein getroffen wurde und lange auf dem Eis liegenblieb. Zwar schleppte sich der Schwede noch bis zur Bande, kehrte aber nicht mehr auf das Spielfeld zurück (37.). Nach David Kuchejda fiel so der zweite Leistungsträger aus. Diagnosen gibt es zu den Angeschlagenen bisher nicht. Denn Trainer Neilson quittierte Fragen nach den Ursachen mit „No comment!“

Das Schlussdrittel hatte aus Sicht der Gastgeber wenig zu bieten. Bayreuth dagegen schnupperte mehrfach am Dreier. Doch Arnoldas Bosas verzog frei vor dem Tor und bekam den eigenen Nachschuss nicht an Schmidt vorbei (42.), Martens stocherte im Powerplay ungehindert am langen Pfosten vorbei (44.), unser Goalie parierte einen Rajala-Abfälscher nach Järveläinen-Schlenzer (52.) und nochmals Bosas semmelte aus vier Metern frei knapp vorbei (60.).

Es ging in die Verlängerung, die Eisschach und wenig Torchancen bot. Als Chris Owens dann doch in aussichtsreicher Position an die Scheibe kam, vergaß auch er das Schießen. So mussten die Penaltys über den Sieger entscheiden. Derweil Jeff Hayes, Cederic Schiemenz und Clarke Breitkreuz alle an Timo Herden scheiterten, sorgte Ville Järveläinen als zweiter Bayreuther Schütze für den Gamewinner.

Wegen der ersichtlichen leeren Akkus dürfen unsere Jungs nun eine komplette Woche ausspannen, ehe Dienstag in einer Woche das erste Pflichttraining auf dem Plan steht. „Ich denke, dass die Pause für uns alle gerade zur richtigen Zeit kommt. Schließlich ist unser Spiel auf ein ständig sehr hohes Tempo ausgelegt. Das kostet aber auch viel Kraft. Zuletzt hatten wir nur selten vier Reihen zur Verfügung und auch nicht mehr so gut gespielt. Die freie Zeit jetzt wird uns garantiert helfen, körperlich und im Kopf die nötige Frische zurückzubekommen“, kommentierte Eiszeit-Monster Chris Owens, der auch heute wieder bei jedem zweiten Wechsel auf dem Eis zu stehen schien.

Vielleicht gelingt es ja dem Betreiber der Eisarena in der Länderspielpause ein System zu entwickeln, das auf den Toiletten für Nachschub in den Papierhandtuchbehältern sorgen kann. Jedenfalls ist es kein Aushängeschild für „Hockeytown“, wenn zumeist schon in der ersten Drittelpause das erlesene Publikum mit feuchten Händen das stille Örtchen verlassen muss.

Die Trainerstimmen:

Corey Neilson: „Wir treffen das Tor einfach nicht und lassen zu viele Chancen fahrlässig aus. Die Jungs haben hart gearbeitet, wobei uns nach den nötigen Umstellungen etwas die Harmonie gefehlt hat. Außerdem haben wir zu viele Strafen genommen. Am Ende haben wir, so denke ich, wenigstens einen Punkt gewonnen. Jetzt haben alle eine Woche Zeit, um sich zu erholen.“

Petri Kujala: „Das erste Drittel von uns war noch okay. Dann haben wir den Faden verloren und können uns beim lieben Gott und Timo Herden bedanken, dass wir nicht weit ins Hintertreffen gerieten. Wir waren total unterlegen und haben den Mittelabschnitt trotzdem 1:0 gewonnen. Die letzten 20 Minuten waren dann unser vielleicht bestes Drittel der bisherigen Saison.“

Die Spielzusammenfassung von Sprade TV und die Pressekonferenz gibt es hier: https://www.del-2.org/videos/
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