OHNE PLAN B

Mittwoch 02.10.2019・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - EV Landshut
4:5 n.V.
1:1, 0:1, 3:2 - 0:1

GLÜCKLICHER PUNKT GEGEN DEFENSIVSTARKEN AUFSTEIGER

DER BERICHT

Als die Landshuter 66 Sekunden vor der Schlusssirene das 4:2 ins leere EHC-Tor erzielten, da hätte wohl niemand mehr einen Pfifferling auf unsere Füchse gewettet. Doch die Blau-Gelben waren plötzlich doch noch da, glichen binnen 45 Sekunden aus und schafften es nicht, das Momentum zu nutzen. Nach nur 18 Verlängerungssekunden machten die Niederbayern das Siegtor – übrigens hoch verdient. Denn gegen die tief stehenden Rot-Weißen fanden unsere Cracks nie das passende Mittel, um wirklich gefährlich zu werden. Insofern ist es ziemlich schade, dass nur der Blick auf die Resultate in anderen, naheliegenden Stadien für Aufsehen sorgte.

Spielverlauf

Die erste Viertelstunde gehörte zum besten, was die Lausitzer Füchse heute zu bieten hatten. Da gab es den einen oder anderen schnellen Angriff, der die Landshuter vor Probleme stellte: Schuss Pozivil, Abfälscher Farmer – aber der Puck folg über das Tor von Jaroslav Hübl (6.). Wenig später jagte Kapitän Clarke Breitkreuz das Spielgerät am leeren Tor der Gäste vorbei (8.), ehe der EHC einen vier-gegen-zwei-Konter mustergültig ausspielte. Tomas Andres bediente Darcy Murphy am langen Pfosten, der unbedrängt einschieben konnte. Nach 13 Minuten fälschte Stephan Kronthaler eine Hereingabe von Mike Hammond ganz gefährlich ab. Die Scheibe zischte aber am kurzen Eck vorbei. Dann waren erstmals die Gästefans zu hören, unter die sich der eine oder andere Rückübersiedler – z.B. aus Horka – gemischt hatte. Und im ersten Powerplay fackelten die Schützlinge von Trainer Axel Kammerer nicht lange: Mathieu Pompei zog einfach ab, erwischte Mac Carruth zwischen den Schonern und egalisierte. In der 19. Minute bekam Marc Schmidpeter zwei kleine Strafen. Das folgende, bis ins zweite Drittel reichende Powerplay der Hausherren offenbarte eine gewisse Ratlosigkeit. Denn es gab fast keine Einschusschance.

Nur Robert Farmer nach 22 Minuten war nahe dran an einem Tor. Doch Hübl parierte. Und dann drehte sich das Match komplett. Die Gäste stellten die Mittelzone zu, rackerten in den Bandenecken und nahmen damit dem Füchse-Spiel jegliche Inspiration. Was erstaunen ließ: Die Gastgeber fanden einfach keinen – anderen – Weg, um die Partie wieder auf ihre Seite zu ziehen. Nach tollem Spielzug über drei Stationen verhinderteMac Carruth das 1:2 gegen Robbie Czarnik (25.). Unser Hüter blieb auch gegen Christian Ettwein und Christoph Fischhaber der Sieger (28.), als die Unsrigen in Unterzahl agieren mussten. Chancen der Füchse? Robert Farmer lief mal los, spielte zwei Landshuter aus und platzierte den Schlenzer in Hübls Fanghandschuh (29.). Wenig später war es so weit. Der EVL demonstrierte Toreschießen leicht gemacht: Phillip Messing zog ab, Erik Gollenbeck hielt den Schläger dazwischen und der kleine schwarze Teufel zappelte im Netz. Würden unsere Jungs jetzt mal ihre Art, zu spielen, adaptieren? Nein! Mit einem Top-Save rettete Mac Carruth gegen Pompei (33.), der später auch Josh McFadden und Czarnik stoppte (37.). Einige Sequenzen zuvor fuhren Darcy Murphy und Tomas Andres einmal unbehelligt vor Hübl herum. Straffer Abschluss? Fehlanzeige! (34.) Kurz vor der zweiten Sirene schaufelte Tadas Kumeliauskas den Puck am Tor vorbei (39.). Das beste aus Oberlausitzer Sicht nach zwei Perioden war der knappe Rückstand. Ganz nebenbei: Das Torschussverhältnis nach 40 Minuten log nicht – 29:18 pro Landshut!

Ja, der Schlussabschnitt wurde dramatisch. Denn die Gäste gönnten sich jetzt ein paar Strafen. Nach 44 Minuten schoss Mike Hammond noch unter Hübls Arm hindurch, aber auch am Tor vorbei. Dann musste Schmidpeter die vierte kleine Strafe akzeptieren. Die Blau-Gelben gründeten einen Arbeitskreis, besprachen sich und glichen in Person von Jordan George aus. Aber jetzt!!! Ja, Weißwasser brachte nun endlich mehr Scheiben zum Tor. Aber die Angereisten blieben immer unberechenbar. Und Glück hat meist nur der Tüchtige. Phillip Messing nahm den Fernschuss, Mac Carruth wehrte hoch zur Bogenlampe ab und Ales Jirik tippte ein. Der Videobeweis belegte: Es war kein hoher Stock. Dass unsere Jungs den Ausgleich wollten, dürfte niemanden in Erstaunen versetzen. Plötzlich wurde auch geschossen. Binnen zehn Sekunden entschieden sich Hammond, Granz und George für Dauerfeuer – aber Hübl verhinderte einen Einschlag. Auch George in Überzahl musste die Klasse des Keepers des EVL anerkennen (56.). Und irgendwie symptomatisch war jene Szene, als Joel Keussen im EHC-Powerplay über das Spielgerät wischte, das aus der Angriffszone flutschte (57.). Eine reichliche Minute vor Spielschluss gab es Bully vor Hübl. Die Füchse hatten bereits den sechsten Feldspieler gebracht und McFadden traf direkt aus dem Anspiel. Das war es doch... Denkste! Der EHC stürmte weiter ohne Goalie. Acht Sekunden nach dem 2:4 verkürzte Murphy aus Nahdistanz. Und noch vor der Schlusssirene kickte Breitkreuz den Puck zu Robert Farmer, der tatsächlich noch auf Remis stellte.

Die Overtime währte nur 18 Sekunden und war so typisch für das Spiel der Heimischen heuer. Landshuts Litauer Kumeliauskas zog unbedrängt einfach ab, Alexander Ehl stand goldrichtig und schob den Abpraller ein. Wer Augenzeuge des Matches war, der muss konstatieren, dass der Sieg der Gäste allemal in Ordnung ging und den Heimischen schon der Punktgewinn ziemlich schmeichelte. Weshalb aber dann, wenn der Gegner die Defensive forciert, unsere Mannschaft keine Lösungen findet, das wird Coach Corey Neilson bestimmt zeitnah analysieren.

Schlüsselszene

Irgendwie brachte das 1:1 der Landshuter unsere Mannschaft komplett aus dem Tritt, die fortan den Spielfaden nicht mehr wiederfand.

Aufreger

Einmal mehr wurde ein niedriger Stock als hoch bewertet. Als Marc Schmidpeter nach 16 Minuten mit dem Kopf in Höhe des Beckenkamms in unser Drittel fuhr und von Ondrej Pozivil angegriffen wurde, da rissen die Unparteiischen den Arm nach oben und eliminierten unseren Verteidiger. Einen richtig hohen Stock gab es kurz danach von Schmidpeter gegen Tomas Andres. Aber die vier Minuten Überzahl brachten nichts Zählbares.

Joke

Weil Landshut nur mit Top-Scorern im roten Helm agierte, konnte die Füchse-Pleite nicht verwundern.

Der Top-Spieler

Phillip Messing, der Ex-Kaufbeurer, machte hinten ein starkes Spiel und sorgte nach vorn permanent für Gefahr. Der Vierziger stand symbolisch für eine Gästemannschaft, die genau wusste, wie man dem EHC-Spiel den Schneid nehmen kann.

Die Trainerstimmen

Axel Kammerer: „Mir fehlen die Worte bei dieser Schlussphase. Wir schießen das 4:2 und kriegen in der letzten Minute noch zwei Tore. Wir sind schwer ins Spiel gekommen. Ab dem zweiten Drittel waren wir dann besser im Spiel. Wir haben geführt und dann diese Schlussphase. Am Ende haben wir verdient gewonnen.“

Corey Neilson: „Letztlich hat heute das bessere Team gewonnen. Im ersten Drittel haben wir nicht gut gespielt. Unsere dritte und vierte Reihe war heute nicht so stark, deshalb haben sie auch wenig gespielt. Im letzten Drittel war die Unterstützung der Fans sehr wichtig und hat uns geholfen. Wir haben großartige Fans. Ich bin frustriert, aber Landshut war heute besser.“

Die Statistik

1:0 (8.) Murphy (Breitkreuz, Andres), 1:1 (17.) Pompei (Czarnik, Forster PP-1), 1:2 (31.) Gollenbeck (Messing, Neumann), 2:2 (46.) George (Kania, Hammond), 2:3 (50.) Jirik (Messing), 2:4 (59.) McFadden (Forster EN EQ), 3:4 (60.) Murphy (Breitkreuz, Farmer EA EQ), 4:4 (60.) Farmer (Breitkreuz, Keussen EA EQ), 4:5 (61.) Ehl (Kumeliauskas, Kronthaler)

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