NUR EIN PUNKT: DAS LEIDEN GEHT WEITER

Freitag 31.01.2020・19:30 Uhr
EC Kassel Huskies - Lausitzer Füchse
3:2 n.P.
0:0, 1:1, 1:1 - 1:0

13 SEKUNDEN FEHLEN ZUM DREIER

DER BERICHT

Nein, der Eishockeygott mag unsere Mannschaft nicht! Was auch immer die Blau-Gelben anstellen, irgendwie fliegt ihnen zumeist doch noch ein Knüppel zwischen die Kufen. Zwar steht der EHC nach einem richtig guten Spiel beim Spitzenreiter Kassel Huskies nicht komplett mit leeren Händen da. Doch das 2:3 nach Penaltyschießen vor 4.073 Besuchern fühlt sich eher an wie eine böse Klatsche. Ganze 13 Sekunden fehlten zum Gewinn aller Zähler. Dann kamen die aber so etwas von Glücklicheren doch noch zum 2:2. Und den Shootout entschieden Gerald Kuhn und Corey Trivino zu unseren Ungunsten. Was bleibt, ist ein toller Auftritt unserer Füchse, die in dieser Verfassung und mit dieser Leistung garantiert noch irgendwann den Lohn einfahren werden.

Spielverlauf

Zunächst passierte nicht viel. Beide Mannschaften gingen zu Beginn äußerst zögerlich zu Werke und es schien, als warteten sie erst einmal ab, was der Gegner macht. Die erste Chance im Spiel hatten die Unsrigen. Julius Karrer bekam in der dritten Minute einen genauen Pass auf den Schläger, scheiterte aber aus guter halblinker Position an Gerald Kuhn im Huskies-Drahtkäfig. Unsere 84 ist halt kein Stürmer... Die Gäste aber suchten nun immer wieder den Weg in Richtung Kuhn-Gehäuse und Jordan George hatte die nächste Möglichkeit, aber sein Versuch ging am Tor vorbei (5.). Das erste Mal gefährlich kamen die Gastgeber in der sechsten Minute vor unser Heiligtum. Marco Müller traf aus spitzem Winkel die Maske von unserem Hüter. Dann war es für die Füchse Ondrej Pozivil, der nach einer Kombination über Farmer und Breitkreuz das Tor nicht traf (7.). Die Füchse hatten in dieser Phase viel mehr Puckbesitz und Thomas Reichel stand in der achten Minute nach einem Schuss von Jakub Kania sehr frei vor dem Tor der Huskies, traf aber die Scheibe nicht richtig, die letztlich am Kasseler Gehäuse vorbei rutschte. Maxi Adam war es dann für die Gastgeber mit einem Blueliner, der mal für Gefahr vor dem Füchse-Tor sorgte. Aber er zielte links vorbei. Nach knapp 12 Minuten zog Justin Kirsch aus vollem Lauf ab, aber auch am Tor vorbei. Alexander Karachun besaß die erste wirklich dicke Möglichkeit für den Spitzenreiter, nachdem Ben Duffy die Scheibe in den Slot spielte, wo der Stürmer aber am überragenden Carruth scheiterte. Im Gegenzug sorgte Daniel Schwamberger für Unruhe vor Kuhn, der den Schuss nur nach oben abprallen lassen konnte. Die Scheibe landete dann auf dem Toresgestänge doch im Nachfassen war der Keeper zur Stelle. Die nächste dicke Chance hatte George in der 15. Minute bei einem Zwei-auf-eins-Konter. Ross passte auf unsere 28, aber George konnte nicht vollenden. Dann gab es auch mal wieder etwas Arbeit für Carruth nach einem Schuss von Tramm, der aber keine wirkliche Gefahr darstellte. Brenzliger wurde es dagegen kurz darauf, als Carroll im Slot die Scheibe verfehlte. Dann war es nochmals Brad Ross, der alleine auf Kuhn zusteuerte, aber am Huskies-Schlussmann scheiterte. Das wär’s gewesen – das hätte es sein müssen. In den letzten zwei Minuten gab es dann noch eine Strafe für Kassel. Alexander Karrachun musste wegen Beinstellens für zwei Minuten hinaus. 18 Sekunden vor Ende des Drittels machte Carruth das Spiel noch einmal schnell. Während Kassel wechselte passte unser Goalie auf Hammond, aber der verzog aus halblinker Position. Damit ging es torlos in die erste Pause.

Der Mittelabschnitt begann mit einer Icing-Fehlentscheidung der Referees, die so unserer Mannschaft ein paar Sekunden Powerplay klauten. Dann aber fiel endlich die längst verdiente Führung. Mike Hammond schickte Jordan George, der die Scheibe knallhart hoch im kurzen Eck verschwinden ließ. Das Spiel an sich änderte sich nicht groß. Kassel probierte es nun wieder mit dem „Stretchman“, dem vorgezogenen Stürmer. Und gleich der erste lange Pass von Derek Dinger erreichte Noureddine Bettahar, dessen Alleingang Mac Carruth stoppte (24.). Auf der Gegenseite probierte Darcy Murphy nach Hammond-Hereingabe den Tip-in. Doch Kuhn rettete (26.). Zu retten vermochten unsere Jungs dann nicht. Wieder einmal wurde vor dem Tor nicht konsequent genug aufgeräumt. Viermal durften sich die Huskies versuchen – und der vierte Versuch saß. Spencer Humphries hatte das freie Eck erspäht und schlenzte ein. Auch die nächste gute Gelegenheit hatten die Gastgeber. Justin Kirschs Drehschuss parierte Carruth super (27.). Dann konnte Clarke Breitkreuz einen Nachschuss nach verdeckter George-Bombe auf Kuhns Brust nicht verwerten (30.). Irgendwie verlor die Partie nun etwas an Klasse und Rasse. Es gab eine ganze Reihe Unterbrechungen und eine Möglichkeit für Alexander Karachun, dessen Schrägflachschuss Carruth mit der Schiene abwehrte (33.). Nach 37:41min. gab es die erste Strafe gegen die Unsrigen. Mychal Monteith musste nach einem Stockschlag raus. Da brannte es zweimal lichterloh vor unserem Heiligtum. Mac Carruth gönnte weder Lois Spitzner beim Nachsetzer am kurzen Pfosten (38.) noch Humphries frei vor ihm das Führungstor (39.). Erst zum Ende des Drittels verdienten sich die Hausherren den Ausgleich sozusagen ein kleines bisschen nachträglich.

Mit der letzten Periode übernahmen unsere Weißwasseraner wieder das Kommando. Kassel kam nur zu Chancen, wenn die Füchse die Scheibe für den Gegner scharf machten – und das passierte selten; zum Beispiel bei einem Konter in der 43. Minute, als erst Corey Trivino und dann im Nachschuss Austin Carroll an Mac Carruth scheiterten. Auf der Gegenseite probierte sich Joel Keussen als Stürmer, wollte Jerry Kuhn ausspielen und kam doch nicht am Huskies-Goalie vorbei, weil der im Hechtsprung rettete (44.). Auch Brad Ross musste die Übermacht des ECK-Goalies anerkennen (47.). Unbeeindruckt drückten die Angereisten, stellten die Gastgeber immer wieder vor neue Aufgaben – und trafen endlich, endlich! Joel Keussen nahm den Onetimer kurz hinter der Blauen Linie und das Spielgerät schlug unten rechts ein. Viel verdienter kann eine Führung kaum sein. Die Bemühungen der Nordhessen wurden zunächst durch das letzte Powerbreak gestoppt. Die Ostsachsen standen jetzt tief, hielten hinten die Ordnung und spielten den Puck dann einfach so aus dem Drittel. So mussten die Huskies immer wieder neu anlaufen. Dann wurde es eng. Darcy Murphy kassierte zwei Strafminuten. Erst Justin Kirsch und dann Spencer Humphries kamen an Carruth nicht vorbei (55.). Mehr ließen unsere Jungs nicht zu - und chippten fortan den Puck immer schön aus der Verteidigungszone. Bei 58:18 min. nahm Tim Kehler die Auszeit. Kassel zog Kuhn für den sechsten Feldspieler. Es gab Gewühl vor Carruth, der stets den Überblick bewahrte. Die Uhr tickte herunter. Spencer Humphries wurde nicht angegriffen, zog ab, Austin Carroll hielt die Kelle dazwischen und der Puck zischte in unsere Maschen. 13 Sekunden vor Spielende war er futsch – der Dreier. Bitter, bitter – so bitter!

Die Overtime bot Eisschach. Unsere Mannschaft hatte fast dauerhaft die Scheibe, Kassel die gefährlicheren Abschlüsse, wir Mac Carruth. Es blieb beim 2:2. So musste das Penaltyschießen entscheiden. Und das können die Füchse in dieser Saison nicht so richtig. Beim dritten von vier Shootouts scheiterten Hammond, Murphy und George allesamt an Gerald Kuhn, während Corey Trivino mit tollem Move als einziger traf. Und damit war der Zusatzpunkt auch noch weg. Wann endlich holen sich die Füchse mal den Lohn für ihre durchaus beachtlichen Leistungen ab?

Schlüsselszene

Warum nur wurde Spencer Humphries nicht angegriffen??? So konnte der 27-Jährige unbedrängt abziehen und so den Grundstein zum nächsten Nackenschlag für unsere Mannschaft legen. Das 2:2 stellte den Spielverlauf nicht nur unwesentlich auf den Kopf.

Ansage

Eine Icing-Fehlentscheidung in Minute 58 hatte Corey Neilson nicht vergessen. Als die Auszeit der Huskies zu Ende ging, schickte unser Coach dem Linesman ein paar nicht so nette Worte und ganz böse Blicke hinterher.

„Umgepolt“

Gleich zwei etatmäßige Verteidiger stürmten in der vierten EHC-Reihe: Julius Karrer und Mychal Monteith. Die Linie macht ihre Sache durchaus beachtlich.

Der Top-Spieler:Gerald Kuhn

Es war vor allem der Schlussmann der Heimischen, der viel mehr Füchse-Toren im Wege stand und schlussendlich im Penaltyschießen gar noch Beton anrührte.

Die Trainerstimmen

Tim Kehler: „Weißwasser hat alles gegeben und ein starkes Spiel abgeliefert. Ab dem ersten Drittel waren sie besser und haben es uns sehr schwer gemacht. Vor ein paar Tagen hatte ich noch mit Corey telefoniert und wir waren uns einig, dass es wohl wieder ein ‚Goalie-Battle‘ geben würde. So war es dann auch. Beide Torhüter haben toll gehalten. Aber beide Mannschaften haben auch gut verteidigt. Ich bin froh, dass wir oft die richtigen Entscheidungen getroffen haben – so auch in der Phase mit sechs Mann. Das hat uns das Spiel gerettet. Gerald Kuhn hat ein außergewöhnlich gutes Spiel gegen einen sehr starken Gegner gemacht. Wir nehmen die zwei Punkte gerne mit und freuen uns nun auf das Wochenende.

Corey Neilson: „Es war ein exzellentes Spiel für die Zuschauer. Es ging hoch und runter, es gab intensive Zweikämpfe, es wurde hart gearbeitet. Mein Team hat eine ganz starke Partie gemacht. In allen drei Zonen waren wir richtig gut. Beide Torhüter haben top Leistungen gebracht. Am Ende muss man mit dem einen Punkt zufrieden sein.“

Die Statistik

0:1 (22.) Jordan George ( Jakub Kania ), 1:1 (26.) Spencer Humphries ( Ben Duffy , Alexander Karachun ), 1:2 (49.) Joel Keussen ( Mike Hammond , Robert Farmer ), 2:2 (60.) Austin Carroll ( Spencer Humphries , Ben Duffy ), 3:2 Corey Trivino - GWS

Strafminuten: 2 - 4

Schiedsrichter: Naust, Marc André, Schmidt, Eugen

Zuschauer: 4073

Foto: JMD Photografie/DEL2

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