MISSLUNGENER RE-START

Dienstag 15.11.2022・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - Eisbären Regensburg
1:3
0:0, 1:1, 0:2

FÜCHSE UNTERLIEGEN DEN EISBÄREN REGENSBURG MIT 1:3

DER BERICHT

Nein, der Re-Start nach der Länderspielpause ist unseren Lausitzer Füchsen nicht gelungen. Fast fühlte man sich in die erste Phase der Saison zurückversetzt, als unsere Blau-Gelben durchaus achtbare Leistungen abriefen, sich aber nicht belohnten. Auch heuer gab es genügend Torchancen für mehr als eine Bude. Die konnten nur unzureichend genutzt werden. Und derweil unsere Schlachtenbummler „Schießen, einfach schießen!“, skandierten, machten das unsere Gäste und krallten sich den Sieg. Wer also im ersten Aufeinandertreffen mit dem Aufsteiger mal schauen wollte, wie denn die Donaustädter zu ihren Zählern kamen, die sie bis auf Platz sieben im Ranking führten, der bekam exakt das gezeigt: Viel Scheibenbesitz, starke Defensive, seltenere Offensivaktionen – dann aber hohe Effizienz. Bei unserer Mannschaft rückte Jan Nijenhuis neben Hunter Garlent und Roope Mäkitalo in den zweiten Sturm. Im dritten Angriff kamen Louis Anders, Teemu Henritius und Marco Baßler zum Zuge, im vierten Eric Hördler, Tim Detig und Maximilian Heim. Toni Ritter war sechster Verteidiger und machte seine Sache sehr gut. Nur 20:15 Torschüsse nach 60 Minuten belegen, dass es allerdings kein Spiel der Angriffslinien war.

Und so neutralisierten sich beide Teams nach Spielbeginn lange. Auch der eine oder andere Fehlpass – auf beiden Seiten – brachte den Spielfluss immer wieder ins Stocken. Das erste Achtungszeichen setzte Constantin Ontl, der nach zehn Minuten den Puck an den rechten Pfosten unseres von Kristian Hufsky gehüteten Tores knallte. Das rief dann auch die Heimischen auf den Plan. Lane Scheidl probierte es am kurzen Pfosten, die Scheibe sprang zum langen, wo Eric Valentin knapp verfehlte (12.). Das Heft des Handelns lag jetzt bei den Hausherren. Mehr als ein Dominik-Bohac-Schuss mit Rebound von Hunter Garlent aus spitzem Winkel (19.) und ein Blueliner von Maxi Adam (20.) waren aber nicht zu notieren. Jedes Mal war EVR-Goalie Devin Williams auf dem Posten. So ging es torlos in die erste Pause.

Auch der Mittelabschnitt blieb lange chancenarm. Dann startete Kapitän Clarke Breitkreuz zum Solo, kam aber an Torhüter Williams nicht vorbei (26.). Spätestens da zeichnete sich ab, dass das Match ein Geduldsspiel würde. Gleich nach Beginn der 29. Spielminute zählten die Unparteiischen sechs statt der erlaubten fünf Regensburger. Es gab die erste Strafe des Spiels. Und als die (nach gutem Powerplay) eine Sekunde vor dem Ablaufen war, da jagte Jan Nijenhuis das Spielgerät zur Füchse-Führung in die Maschen. Das 1:0 ging in Ordnung! Zwar wurden die Zweikämpfe nun noch verbissener. Aber unsere Abwehr stand gut und auch nach vorne wurde Einiges probiert. Mit einer Druckphase in Minute 36, die solide verteidigt wurde, machten die Gäste ihre Ambitionen deutlich. Und plötzlich wackelten die Gastgeber doch. Parierte Kristian Hufsky gegen Nikola Gajovsky (38.) und den freien Lars Schiller (39.) noch großartig, so war er gegen den zweiten Nachschuss von Routinier Andrew Schembri, den er aus der Luft ins lange Eck entsendete, machtlos. Dahin war der (zu) knappe Vorsprung und die Partie begann praktisch von Neuem.

Die Schlussperiode sah zunächst einen Alleingang von Nijenhuis, den Devin Williams stoppte (42.). Ja, die Füchse wollten jetzt Nägel mit Köpfen machen. Da wurde die Scheibe nicht aus der Verteidigungszone gebracht. Ontl umkurvte unser Tor, bediente Petr Heider, der sich nicht zweimal bitten ließ und per Direktschuss auf 2:1 für seine Farben stellte. Für die tollen Füchse-Fans war das kein Grund, den Support einzustellen. Lautstark wurde das Heimteam angefeuert. Aber so sehr viel Konstruktives kam nicht. Jakob Weber und Lane Scheidl mussten nach einer Meinungsverschiedenheit pausieren (46.). Bei vier gegen vier wurde beidseits viel versucht. Die Abwehrreihen hatten aber alles im Griff. Ein Schrägschuss von Marco Baßler schien die blau-gelbe Schlussoffensive einzuläuten. Die Angereisten aber machten hinten ziemlich dicht und gaben kaum etwas her. Im Gegenteil: Als Erik Keresztury auf der Strafbank saß, starte Radim Matus zum Unterzahlsolo, musste aber die Übermacht von Hufsky anerkennen. Als der Sünder dann wieder vom Bänkchen auf das Feld zurückkehrte, bediente er Corey Trivino. Auch der scheiterte an unserem Hüter, der dann vielleicht zu wenig sah. Denn ein Distanzschuss von Richard Divis zischte durch bis ins Netz. Das Gefühl, dass es das wohl gewesen sei, trog nicht. Denn die Abschlüsse, zu denen die Unsrigen noch kamen, kamen alle aus nicht so gefährlichen Zonen. Aufgebäumt haben sich die Füchse, auch noch den sechsten Feldspieler gebracht. Der Puck aber sprang, wie so oft heute, nicht für Weißwasser.

Durch die Niederlage bei einem gleichzeitigen Punktgewinn von Crimmitschau gegen Kassel (2:3 n.V.) rutschten die Oberlausitzer wieder zurück auf Tabellenplatz elf. Bleibt zu hoffen, dass sich unsere Mannschaft schnell zurück auf das besinnt, was sie vor der Pause gegen Bad Nauheim und Landshut siegen ließ. Der Zug zum Tor und die Galligkeit, das Spielgerät auch über die Linie drücken zu wollen, sollten noch ausgeprägter sein. Und Eric Valentin, der im Mittelabschnitt vom Hartgummi im Gesicht getroffen wurde und nicht weiterspielen konnte, wünschen wir ganz schnelle Genesung.


Die Statistik

1:0 (31.) Jan Nijenhuis ( Kristian Blumenschein , Hunter Garlent ), 1:1 (39.) Andrew Schembri ( Radim Matus , Tomas Gulda ), 1:2 (45.) Petr Heider ( Constantin Ontl , Richard Divis ), 1:3 (52.) Corey Trivino ( Richard Divis , Jakob Weber )

Strafminuten

Weißwasser: 2 (0-0-2) Regensburg: 8 (0-2-6)

Schiedsrichter/Team Stripes

Bastian Steingross - Jens Steinecke ; Kenneth Englisch - Vincent Brüggemann

Zuschauer: 2212

Eisarena Weißwasser


DIE STIMMEN DER TRAINER

Maximilian Kaltenhauser: „Wir sind sehr froh, dass wir nach der Pause mit einem Sieg gestartet sind. Wir haben auf beiden Seiten zwei defensiv-taktisch sehr gute Mannschaften gesehen. Weißwasser war bis jetzt eine der besten Mannschaften in der Gap-Kontrolle (Distanz zum Gegenspieler; d.A.), die haben die Blaue Linie immer ziemlich aggressiv verteidigt und haben uns da wenig Raum gelassen und auch in der neutralen Zone kompakt gestanden. So hatten sie vielleicht ein paar optische Vorteile gehabt. Aber wir haben ihnen nicht gegeben, was wir ihnen nicht geben wollten. Wir haben ihnen nur Schüsse gegeben, die wir geblockt haben oder die unser Torwart sehen konnte. Im Spiel nach vorne waren wir auch vereinzelt immer wieder gefährlich. Ich denke, dass Weißwasser für das Spiel auch etwas verdient hätte, der Sieg für uns am Ende aber auch in Ordnung geht.“

Petteri Väkiparta: „Ich gratuliere Max und Regensburg zu den drei Punkten. Es ist kein Wunder, dass Regensburg viele Spiele gewonnen und aus den letzten fünf Spielen elf Punkte geholt hat. Sie spielen taktisch sehr gut, viel Scheibenbesitz-Eishockey; sie haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Dagegen haben wir unsere Emotionen vielleicht etwas versteckt. Wir brauchen mehr Wille, mehr diesen letzten Biss – keine Frage. Wir müssen härter vor dem Torwart arbeiten, damit er weniger sieht. Auch in den Zweikämpfen muss mehr kommen. Vor dem zweiten Tor hat ein kleiner Körperkontakt gereicht, und wir waren weg von der Scheibe und der Gegner hat es bestraft. Es war gut, dass wir von der Strafbank weggeblieben sind. Das hatten wir auch besprochen. Die hatten 46 Prozent Überzahlquote zuletzt. Da ist es nicht clever, viele Strafen zu nehmen. Wir hatten ein Überzahltor geschossen. Eventuell wäre ein zweites drin gewesen. Es ist nicht gelungen. Aber: Die Pause ist vorbei. Morgen kommen wir zum Arbeiten und tun alles dafür, uns Freitag besser zu verkaufen.“

Foto/Galerie: Thomas Heide / DEL2

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