MINI-REVANCHE

Samstag 19.10.2019・ Uhr
ESV Kaufbeuren - Lausitzer Füchse
1:3
0:1, 0:2, 1:0

STARKER MAC CARRUTH HÄLT AUSWÄRTSPUNKTE FEST

DER BERICHT

Die Auswärtshürde ist genommen, so könnte man den heutigen Spielbericht beginnen. Nach dem Ausscheiden gegen die Joker im letztjährigen Playoff-Viertelfinale wollten die Füchse wenigstens ein bisschen Genugtuung. Und die haben sie sich bravurös verschafft. Mit einem extrem starken Mac Carruth und vier ausgeglichenen Reihen konnte die Mannschaft auch den Ausfall von Mike Hammond, Julius Karrer und dann auch noch Tomas Andres, der ab Minute 31 nach einem geblockten Schuss nicht weiter spielen konnte, verkraften.

34 Sekunden nach Spielbeginn musste Stefan Vajs zum ersten Mal eingreifen. Damit wollten die Füchse schon mal die Richtung vorgeben, in die das Spiel heute gehen sollte. Aber erst einmal mussten die Unsrigen zwei Minuten in Unterzahl überstehen. Nikolas Strodel durfte wegen Behinderung auf‘s Sünderbänkchen (1.). Aber so viel darf vorweg genommen werden, weder für die Rot- noch für die Blau-Gelben war das Überzahlspiel am heutigen Abend ein Vorteil. Da hielten sich beide Mannschaften schadlos. Chancen gab es trotzdem. Julian Eichinger versuchte es mit einem Blueliner und Sami Blomquist von halbrechts. Zwischenzeitlich setzte Thomas Reichel noch einen Konter in Unterzahl, scheiterte aber an Stefan Vajs(2.). Die erste Strafe für die Gastgeber ging auf Kosten von Mike Mieszkowski für Spiel mit hohem Stock (4.). Der Ex-Fuchs steht mittlerweile in Diensten der Joker. Es war kein Spitzeneishockey und im ersten Drittel auch keine Chancenvulkan, der hätte ausbrechen können. Aber die Partie lebte von einzelnen Aktionen, die auf beiden Seiten von den sehr guten Torhütern zunichte gemacht wurden. Die besten Gelegenheiten dabei hatten Daniel Schwamberger für die Gäste (8.), der nach einem Alleingang im letzten Augenblick noch an einem vernünftigen Abschluss gehindert wurde und Brandon Gracel (12.), der den Puck aus zentraler Position Carruth genau auf die Brust feuert. Als Clarke Breitkreuz in der 16. Minute die Scheibe am linken Pfosten des Kaufbeurer Tores beim ersten Versuch nicht an Stefan Vajs vorbei bekommt, versucht er es ein zweites Mal. Sein Schuss trifft den Schlittschuh von Rückkehrer Florin Ketterer und von dort sprang das zuweilen sehr eigensinnige Hartgummiteil ins Tor. Das 1:0 für die Füchse fiel so eher aus dem Nichts. Danach hatte Kerälä noch zwei Mal eine gute Gelegenheit zum Ausgleich, aber brachte die Scheibe nicht in unserem Gehäuse unter.

Die Füchse kamen zum zweiten Drittel mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine, als noch zum Startabschnitt. Mychal Monteith (22./23) hatte gleich zwei Gelegenheiten, um zum Torerfolg zu kommen. Kaufbeuren kam erst in der 24. Minute zum ersten gefährlichen Angriff. Sami Blomquist fand da aber seinen Meister in Mac Carruth. Zwar schoss Kaufbeuren in dieser Phase oft auf das Füchse-Gehäuse, aber die meisten der Schüsse gingen vorbei oder Mac Carruth fing sie weg. Und dann kam die Zeit des Darcy Murphy. Der kleine Kanadier zeigte sich jetzt immer öfter gefährlich vor dem Tor der Joker. Bei seinem ersten Versuch fand er mit seinem Querpass vor das Vajs-Gehäuse noch keinen seiner Mitspieler (27.). Kurz darauf musste Joel Keussen nach einem unerlaubten Körperangriff für zwei Minuten auf die Strafbank. An sich wäre das heute nicht erwähnenswert, aber während dieser Unterzahl blockte Tomas Andres unglücklich einen Schuss und blieb erst einmal auf dem Eis liegen, während das Spiel nicht unterbrochen wurde. Leider konnte er danach auch nicht weiterspielen.Nachdem die Füchse dann wieder vollzählig auf dem Eis standen, schlugen sie zu. Darcy Murphy fuhr mit der Scheibe im Drittel der Kaufbeurer nahezu spazieren und wurde bei seinem Weg hinter dem Tor über die rechte Angriffsseite bis auf die andere Seite des Drittels nicht angegriffen. Dann legte er den Puck perfekt für Jake Ustorf ab und der brauchte nur noch auszuholen und abzuziehen, was er auch tat. Alleine für die Vorbereitung hätte es eine glatte "10" geben müssen. Mit einer 2:0 Führung lässt es sich ja auch viel besser spielen dachten sich wohl die Füchse, denn fortan ging es immer wieder in Richtung Gehäuse von Stefan Vajs. Die Unsrigen störten die Heimischen in dieser Phase schon frühzeitig und provozierten so immer wieder Puckverluste der Gastgeber. Nach Chancen für Lukes (35.) und Wörle(37.) war es wieder Darcy Murphy, der auch diesmal nicht angegriffen wurde und alle Zeit der Welt hatte, den Puck auf Mychal Monteith zu passen. Und der Ex-Kaufbeurer versenkte die kleine schwarze unhaltbar im langen Eck zum 3:0 in der 37.Minute.

Das letzte Drittel begann für beide Mannschaften mit Umstellungen in den Reihen. Zum einen wollte Andreas Brockmann das Spiel noch drehen und zum anderen musste Corey Neilson den ausgefallenen Tomas Andres ersetzen. Also ging Jake Ustorf als Center in die Andres-Reihe und Luis Rentsch bekam Eiszeit in der 4. Angriffsformation. Bei den Jokern standen wieder die alten Bekannten in einer Linie. Andi Brockmann ließ Blomquist, Gracel und Lewis zusammen stürmen, in der Hoffnung, dass da doch noch was geht. Und Kaufbeuren wollte noch etwas drehen. Sie gaben zumindest richtig Gas. Lewis (41.), Mieszkowski (44.) und Saarinen (45.) hatten gute Möglichkeiten zum ersten Treffer für die Allgäuer, scheiterten aber am überragenden Mac Carruth oder der Füchse-Defensive. In den letzten 20 Minuten spielte Andi Brockmann fast nur noch mit drei Angriffsreihen und gab der ersten natürlich die meiste Eiszeit. Sie machten auch viel Druck. Es waren immer wieder Sami Blomquist und Brandon Gracel, die für viel Gefahr vor dem Tor von Mac Carruth sorgten. Aber auch die Füchse blieben gefährlich. Breitkreuz (47.) scheiterte per Rückhand an Vajs und ein Schuss von Oliver Granz verfehlte knapp sein Ziel (49.). In der 49. Minute gab es eine Strafe gegen Denis Pfaffengut wegen Bandenchecks. Und auch diese Strafe wäre nicht erwähnenswert, wenn nicht annähernd die gleiche Situation eingetreten wäre, wie im zweiten Drittel, als sich Tomas Andres verletzte. Jetzt allerdings blockte Valentin Gschmeißner einen Schuß im eigenen Drittel und gerade als Jordan George auf die rechte Seite passen wollte, unterbrachen die Referees das Spiel. Nun ja. Als Gschmeißner das Spielfeld verlassen hatte, ging es natürlich mit Bully im Angriffsdrittel weiter und daraufhin hätten die Füchse eigentlich den Sack zu machen müssen, denn knapp 10 Minuten vor Spielende war Stefan Vajs bei einem ziemlichen Durcheinander vor seinem Kasten praktisch schon geschlagen und die Füchse trafen einfach nicht den leicht springenden Puck oder das leere Tor. Die Konsequenz – es wurde noch einmal spannend. In der 54. Minute zappelte der Puck doch noch im Füchse-Kasten. Blomquist veredelte einen Pass von Florin Ketterer zum 1:3. Auch wenn Andreas Brockmann zum Ende hin alles versuchte und auch noch Stefan Vajs gut zwei Minuten vor Spielende für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm - es sollte für die Füchse reichen, die durch diesen 3:1 Sieg im Allgäu nun die beste Auswärtsmannschaft der Liga sind. Dann müssen wir der Ordnung halber aber auch noch erwähnen, dass Oliver Granz in der 60. Minute für einen Kniecheck noch eine 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe bekam. Für die Füchse war es heute nicht nur ein wichtiger Sieg, es war zudem auch ein völlig verdienter Sieg.

Überraschung: Statt Mike Hammond stand Sebastian Streu heute in der ersten Formation bei den Füchsen.

Schlüsselszene: Im zweiten Drittel zwischen der 32. und 37. Minute umkurvte Darcy Murphy die Verteidigung der Joker wie Slalomstangen, hatte das große Glück, nicht angegriffen zu werden und das Auge, ein Mal für Jake Ustorf und ein zweites Mal für Mychal Monteith und legte zum 2:0 und 3:0 auf.

Rückkehrer und Pechvogel: Es gab insgesamt drei Rückkehrer am heutigen Tag, die nach verletzungsbedingten Ausfällen wieder in der Mannschaft waren. Jake Ustorf bei den Füchsen und Alex Thiel und Florin Ketterer bei den Jokern. Bei Alex Thiel lief soweit alles normal, während bei Florin Ketterer, der nach 236 Tagen wieder auf dem Eis stand, der Einstand mit einem “Eigentor” ziemlich mißlang. Sein Kommentar: “Das war mein Ding”.

TOP-Spieler: Mac Carruth durfte genau 53:58 Min von einem Shutout träumen, dann vermieste ihm das Sami Blomquist. Aber nach den Leistungen von heute und den vergangenen Spielen sollte der nun nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Die Trainerstimmen

Corey Neilson: “Es war ein großartiger Sieg für uns. Die Spiele gegen Kaufbeuren sind immer sehr physische Spiele. Wir haben heute sehr strukturiert gespielt und hatten einen sehr starken Torhüter. Wir mussten heute ohne unseren Top-Scorer Mike Hammond spielen und haben dann auch noch Tomas Andres verloren. Dafür sind die Kids eingesprungen, Sebastian Streu, Jake Ustorf, Nikolas Strodel, Thomas Reichel, sie verdienen heute ein Extra-Lob. Und Ondrej Pozivil hat auch gespielt, trotzdem er eigentlich krank ist.”

Andreas Brockmann: “Das erste Drittel war eng. Wir haben momentan große Probleme, unser Spiel zu spielen. Aus dieser Phase rauszukommen, ist nicht einfach. Wir müssen einfach unseren Weg finden. Wir sind vorne zu harmlos und zu leicht auszurechnen. Auch sind wir noch sehr weit weg von der Form des vergangenen Jahres. Am Sonntag haben wir Bietigheim und da werden wir ein anderes Gesicht zeigen.”

Die Statistik:

0:1 (16.) Breitkreuz (Farmer-Andres), 0:2 (32.) Ustorf (Murphy-Pozivil), 0:3 (37.) Monteith (Murphy-Farmer), 1:3 (54.) Blomquist (Ketterer-Lewis)

Foto: DEL2/ESVK

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