MAC CARRUTH ENTSCHEIDET DAS DERBY

Sonntag 27.10.2019・17:00 Uhr
Lausitzer Füchse - Eispiraten Crimmitschau
6:2
2:1, 2:1, 2:0

SEBASTIAN STREUS ERSTES TOR IST DER GAMEWINNER

DER BERICHT

Mit einem 6:2-Erfolg über die Eispiraten Crimmitschau haben unsere Lausitzer Füchse ein Fünf-Punkte-Wochenende perfekt gemacht und sich in der Tabelle auf Rang fünf geschoben. Das klare Resultat täuscht allerdings etwas über den Spielverlauf. Vier Treffer war der ETC keinesfalls schlechter. Ausschlaggebend vor 2.757 Zuschauern waren diesmal die gute Chancenverwertung der Heimischen, diesbezüglich weniger effektive Westsachsen und ein blau-gelber Torhüter Mac Carruth, der durchweg „on fire“ spielte und so den Unterschied ausmachte.

Spielverlauf

In den ersten Wechseln schienen die Eispiraten unser Team überrennen zu wollen. Derweil die Füchse noch ihre defensive Grundordnung suchten, machten die Pleißestädter viel Ballett. Nur wenige Sekunden nach dem Auftaktbully kam der Ex-Tschechische-Extraliga-Stürmer (Liberec/ Chomutov) Lukas Vantuch frei vor Mac Carruth zum Abschluss. Aber unser Goalie rettete bravourös (1.). Auch einen freien Distanzschuss von Dominic Walsh fischte der „Macker“ sicher weg (2.). Kurz darauf ging der EHC in Führung. Mike Hammond brachte die Scheibe nach Bullygewinn zum Tor, Clarke Breitkreuz stand goldrichtig und staubte ab. So einfach geht das… Viel zu einfach aber ging es wenig später auf der Gegenseite. Zweimal konnte Mac Carruth parieren. Aber unsere Defensive bekam das Spielgerät nicht weg und Ole Olleff knallte es humorlos in den Winkel. Nur 39 Sekunden lagen zwischen den beiden Treffern. Und die Angereisten wollten gleich mehr, sorgten für mächtig viel Wirbel in unserem Drittel. Dann waren die Unsrigen wieder am Zuge. Erst versuchte sich Darcy Murphy, denn Robert Farmer. ETC-Schlussmann Michael Bitzer war aber zur Stelle. Den freien Nachschuss von Jakub Kania blockte ein Spieler der Rot-Weißen (7.), verzögerte die neuerliche Führung der Hausherren aber nur um wenige Augenblicke. Denn nach Zuspiel von Joel Keussen verlängerte Mike Hammond in toller Manier nach hinten, wo Jordan George heranstürmte und zum 2:1 einkanonierte. Nach neun Minuten war der Winkel für Kania zu spitz. Dann wurde es ein wenig ruhiger. Dennoch war Mac Carruth gegen Top-Scorer Austin Fyten ebenso überragend zur Stelle wie gegen den Rebound von Hagen Kaisler (14.). Und immer wieder warf Lukas Vantuch seine 197 Zentimeter und 105 Kilogramm vor unserem Tor ins Getümmel, schaffte aber nichts Zählbares.

Die erste Szene der zweiten 20 Minuten gehörte Mac Carruth. Drei Crimmitschauer durften vor unserem Gehäuse kombinieren, bis Adrian Grygiel am langen Pfosten frei stand und – nein: eben nicht einschoss. Derweil der Ex-DEL-Angreifer schon zum Jubeln ansetzen wollte, lag die Scheibe doch nicht im Netz, sondern im Fanghandschuh unseres Torwarts (24.). Weltklasse!!! Bei einem der wenigen Befreiungsangriffe foulte André Schietzold unseren Rothelm Mike Hammond. Es gab Penalty, bei dem sich unsere Nummer 90 allerdings leicht verzockte. Es folgte eine Phase, die brachte ein Spiel Crimmitschau versus Mac Carruth mit sich. Unsere Mannschaft ließ viel zu oft viel zu viel zu. Und der ETC suchte den Abschluss und wollte das 2:2. Lange verhinderte unser Schlussmann einen Einschlag. Nach der Hälfte des Matches war es so weit. Patrick Pohl, das ist der mit dem Hausschwein, konnte kaum attackiert in die beste Schussposition kurven und klinkte ein. Zum Glück besannen sich die Unsrigen nun wieder eines besseren. Beim ersten Klingeln hatte Daniel Schwamberger nur das Lattenkreuz getroffen (35.). Als es das nächste Mal bimmelte, war es der Innenpfosten. Sebastian Streus Schrägschuss suchte sich den Weg ins Gehäuse und Weißwasser führte wieder. Nur 35 Sekunden danach fiel die Vorentscheidung. Robert Farmer fuhr vehement Richtung Tor, Darcy Murphy staubte ab und es hieß 4:2. Kaum war der Puck wieder im Spiel, da erreichte er Adrian Grygiel bei Zwei-gegen-eins am langen Pfosten. Doch der 36-Jährige verzog freistehend (36.). Ein wenig hatte der Doppelschlag den Gästen die Energie genommen. Gefährlich blieben sie dennoch. Kurz vor der zweiten Sirene wurde ein Schietzold-Fernschuss noch abgefälscht. Die Schonerspitze von Mac Carruth verhinderte den Anschluss (40.).

In der letzten Periode standen die Füchse wieder etwas besser. Nach 41 Minuten hatte Jordan George Mike Hammond super freigespielt, doch der zielte über den Crimmitschauer Kasten. Dann hieß es „Grygiel zum dritten“. Erneut bekam der Eispiraten-Routinier viel Platz und eine freie Schussbahn, doch Carruth blieb der Sieger (46.). Es nahte die Erlösung. Darcy Murphy flitzte mit der kleinen Schwarzen auf und davon. Er bediente Clarke Breitkreuz, der zwar den Puck nicht richtig traf, aber das Tor. Ganz unten links rutschte er in die Maschen. Dann hatten Hammond (knapp links vorbei), Mychal Monteith (knapp links vorbei) und wieder Hammond (Bitzer warf sich auf die Scheibe) das sechste Tor auf dem Schläger. Das und damit den Endstand besorgte dann Mychal Monteith, der schräg abzog und den Eispiraten-Keeper im kurzen Eck erwischte. Irgendwie bezeichnend für das Derby war dann jene Szene, als Vantuch in Überzahl frei vor Mac Carruth zum Schuss kam, die Fanghand unseres Amis herausschnellte und der Tscheche ungläubig den Kopf schüttelte (59.). Das Tor traf der ETC dann nicht mehr, stattdessen aber die Trinkflasche von Carruth und den Linienrichter (60.). Verdient war der Füchse-Sieg durchaus. Allerdings waren die Cracks aus dem Sahnpark lange ebenbürtig und trugen so zu einem spannenden, abwechslungsreichen und gutklassigen Derby bei.

Schlüsselszene

Der Doppelschlag in der 36. Spielminute war letztlich spielentscheidend. Bis dahin hatte der ETC die Spielkontrolle übernommen, die ihm dann förmlich entrissen wurde. Irgendwie erholten sich die Gäste dann nicht mehr wirklich.

Premiere

Coach Corey Neilson schrieb ihm eine Widmung auf den Puck, mit dem er sein erstes Tor für die Weißwasseraner erzielte. Sebastian Streus Treffer zum 3:2 war heuer der Gamewinner. Der erst 19-Jährige verriet nach dem Spiel: „Es wurde aber auch Zeit, dass endlich mal einer reinging. Ich hatte zuletzt schon so viele gute Gelegenheiten. Hoffentlich löst dieser Treffer nun eine Tor-Sintflut aus.“

Weißhelm

Nach dem Derby-Erfolg lief Daniel Schwamberger mit dem „Bauarbeiterhelm“ zur Ehrenrunde.Diese Kopfbedeckung wird immer dem Akteur zuteil, der von der Mannschaft als „Bester“ auserkoren wird. Schon seit Wochen ist unsere Nummer 10 ein Muster an Leidenschaft und Einsatzwillen.

Misstöne

Die inzwischen gewohnten und langjährigen „Abwasser“-Rufe entbehren inzwischen einem gewissen Einfallsreichtum. Auch wenn sie vielleicht noch immer zum Derby gehören mögen: Die Nachwuchsspieler des ESW am Tag des Nachwuchses mit derartigen Schmähgesängen einzudecken, zeugt nicht vom ganz großen Sportsgeist. Da tat der Blick auf die Anzeigetafel nach 60 Minuten dann besonders gut.

Rätselhaft

Nach 15 Spielminuten und einer Parade von Mac Carruth war Verteidiger Joel Keussen derart ungehalten, dass er seinen Schläger am rechten Torpfosten zerdrosch. Auf die Frage nach dem Anlass blockte „Joey“: „Das ist intern – und auch besser so.“

Vertragsverlängerung

Robert Farmer bleibt auch nach Ablauf seines Try-out-Vertrages ein Fuchs. „Er ist ein wichtiger Baustein für unsere Mannschaft. Ich kenne und schätze ihn seit sechs/sieben Jahren. Er ist schnell, groß, hat gute Fähigkeiten, schafft viele Räume für seine Mitspieler und punktet jetzt auch gut. Es war übrigens die Idee von Chris Straube, ihn in die Mitte zu stellen“, erklärte Trainer Corey Neilson die – an sich logische – Vertragsverlängerung.

Der Top-Spieler: Mac Carruth

Kandidaten für den Top-Spieler gab es diverse: Streu, Schwamberger, Murphy, Breitkreuz, Hammond… Aber der absolute Sieggarant war einmal mehr unser Schlussmann, der die Mannschaft durch selbstgemachte, aber ganz schwere Zeiten trug und so in der Partie hielt. Von „Mackers“ Fanghand träumt sicher noch der eine oder andere Rot-Weiße.

Die Trainerstimmen:

Daniel Naud: „Wir sind gut gestartet und hätten eigentlich früh in Führung gehen müssen. Die 18:9 Torschüsse für uns geben das durchaus wieder. Nur waren wir vor dem gegnerischen Tor nicht hungrig genug. Zwei Fehler von uns wurden sofort bestraft. Im Mitteldrittel waren wir richtig stark. Aber die Chancenverwertung blieb mangelhaft.Die zwei Tore der Füchse taten sehr weh und haben uns etwas die Luft genommen. Weißwasser hat heute die Treffer gemacht, wenn es nötig war. Zudem hat deren Torhüter großen Anteil an den drei Punkten. Leider haben wir das Derby auch deshalb verloren.“

Corey Neilson: „Das Publikum heute war grandios. Es war laut und hat beiden Mannschaften viel Energie gegeben. Der ETC hat uns vor viele Probleme gestellt. Zudem sind uns eine Menge Pucks versprungen. Im zweiten Drittel haben wir lange fahrig gespielt, aber dann wieder besser. Wir konnten heute mit vier Reihen gehen, Crimmitschau nur mit dreien. Damit hatten wir mehr Tempo und nach hinten dann die Spielkontrolle übernommen. Unser Torhüter hatte phantastische Momente. Damit gibt er der ganzen Mannschaft ein gutes Gefühl.“

Die Statistik

1:0 (3.) Clarke Breitkreuz ( Mike Hammond - Jordan George ), 1:1 (4.) Ole Olleff ( Austin Fyten - Christoph Körner ), 2:1 (7.) Jordan George (Mike Hammond - Clarke Breitkreuz), 2:2 (30.) Patrick Pohl (Vincent Schlenker), 3:2 (35.) Sebastian Streu (Daniel Schwamberger - Eric Mik), 4:2 (36.) Darcy Murphy ( Feodor Boiarchinov - Robert Farmer ), 5:2 (48.) Clarke Breitkreuz ( Darcy Murphy - Robert Farmer ), 6:2 (56.) Mychal Monteith ( Philip Kuschel - Robert Farmer )

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