KEIN WUNDER

Sonntag 01.03.2020・18:30 Uhr
Lausitzer Füchse - EV Landshut
3:0
0:0, 2:0, 1:0

FÜCHSE GEWINNEN PLAYDOWN-GENERALPROBE GEGEN LANDSHUT

DER BERICHT

Es hat nicht sollen sein! Zwar erfüllten unsere Weißwasseraner am Wochenende ihre doppelte Siegpflicht. Und ganz ohne Zweifel waren es die wenig guten Matches im November und Dezember, die unsere Blau-Gelben in die Bredouille brachten. Aber die Art und Weise, wie das Pendel heuer doch noch zu unseren Ungunsten ausschlug, war mehr als bitter. Denn als die Partie mit dem 3:0 über den EV Landshut beendet war, standen unsere Ostsachsen tatsächlich doch noch in den Pre-Playoffs. Bad Nauheim führte gegen Kaufbeuren, Crimmitschau in Bayreuth. Das hätte gereicht. Derweil die Fans schon die Nichtabstiegs-Party einläuteten, drehten die Allgäuer mit einem Doppelschlag das Spiel zu ihren Gunsten, Bad Tölz glich in Dresden doch noch aus. EHC-Stadionsprecher Branko Frischke hielt die fast komplett in der Halle ausharrenden Besucher auf dem Laufenden, bis Dresden das Penaltyschießen gewann und damit klar war, dass die Füchse in die Playdowns müssen. Doch damit nicht genug! Eine trotz Videobeweises getroffene Entscheidung in Dresden, wonach Lubor Dibelkas Penalty zwar unstrittig im Tor war, der Schütze aber angeblich den zweiten Versuch bemüht habe, kann nur unter „höchst merkwürdig“ verbucht werden. Und so bleibt es neben den vielen eigenen Unzulänglichkeiten, die zahlreiche Punkte kosteten, auch dabei, dass die Lausitzer Füchse in dieser Saison sehr wenig vom Glück verfolgt waren. Wie dem auch sei: Nun gilt es, gegen den EV Landshut den Ligenverbleib möglichst schon in Runde eins zu sichern. Dazu bedarf es allerdings durchweg der Wochenendleistungen – ohne Wenn und Aber!

Spielverlauf

Unsere Mannschaft startete schnell und druckvoll, beschäftigte die Gäste sofort, hatte aber zunächst bis auf zwei Abschlüsse aus der Ferne wenig Gefährliches zu bieten. In Minute vier gab es dann die ersten Großchancen. Erst scheiterte Clarke Breitkreuz an Torwart Patrick Berger, anschließend auch Jordan George direkt aus der Mitte. Darcy Murphy hatte schräg von rechts freie Bahn, zielte aber über das Kreuzeck (8.). Direkt im Gegenzug meldeten sich die Gäste im Spiel an. Robbie Czarnik zog auf und davon und vor unser Tor. Aber da stand mit Mac Carruth heuer ein sehr aufmerksamer Hüter. Mit einer guten Möglichkeit von Thomas Reichel, der frei Tormitte verzog (12.), endete die Überlegenheit der Heimischen zunächst. Mathieu Pompei überlief Mike Hammond, fand aber in Carruth seinen Meister (13.). Dann gab es die erste Strafe, und zwar gegen Tomas Andres. Aber unser Unterzahlspiel war bestens. Erst als die Füchse bereits wieder komplett waren, erreichte ein langer Pass den schnell anlaufenden Maximilian Forster. Dessen Direktschuss klatschte an den Außenpfosten (17.). Torlos ging es in die erste Pause.

Auch der Mittelabschnitt begann intensiv, geprägt von zahlreichen Zweikämpfen und Gelegenheiten hüben wie drüben, die nicht so klar waren und zwei aufmerksame Schlussleute nicht in Verlegenheit brachten. Dann aber nahm Jordan George mächtig Fahrt auf, zog zwei Gegenspieler auf sich, passte an den langen Pfosten und dort drückte Ondrej Pozivil das Spielgerät über die Linie. Führung Füchse! Drei Minuten später hatte Philip Kuschel frei aus drei Metern die dicke Chance zum 2:0, zielte aber nur auf Bergers Brustpanzer (30.). Danach beschleunigte Kale Kerbashian, legte zurück zur Blauen Linie, Jakub Kania schlenzte Richtung Tor und irgendwie noch abgefälscht fand die Scheibe den Weg in die Maschen. Das 2:0 gab die Spielanteile durchaus zutreffend wieder. Und es folgte ein Pfosten-Festival: Erst setzte Pozivil nach einem Sololauf den Puck mit der Rückhand an das Gestänge (32.), dann teste Pompei die Qualität der Torumrandung im Powerplay (34.), ehe Darcy Murphys Schrägschuss auch nur bei Rot anschlug.

Und Oliver Granz ließ gleich zu Beginn der letzten Periode das vertraute Geräusch bei einem Blueliner erneut erklingen (41.). Bei einem Zwei-gegen-eins-Konter zielte Jordan George dann besser. Von Brad Ross in Szene gesetzt, knallte unsere 28 das Teil hoch unter das Gebälk. Fortan änderte sich das Geschehen etwas. Die Füchse agierten weniger offensiv, standen dafür hinten sehr sicher. Es hatte den Anschein, als solle das Zu-Null für Carruth abgesichert werden. Und so verkamen Tormöglichkeiten zu Raritäten. Das, was die Niederbayern an Fernschüssen zum Gehäuse brachten, stellte unseren Goalie nicht wirklich vor Probleme. Erwähnenswertes gab es nur noch durch Marco Baßler (58.), dessen Versuch Carruth mit der Fanghand stoppte, und Murphy, der aus 2,50 Metern das kurze Eck anvisierte, in dem aber Berger lag (59.). Als die Schlusssirene ertönte, war noch alles gut im Fuchsbau. Aber dann traf Kaufbeuren zweimal und Dresden rettete sich auch noch über die Ziellinie...

Schlüsselszene

Das 1:0 war heute der Dosenöffner und längst fälliger Lohn für ein sehr gutes Spiel.

Überlastet

Zeitweilig quittierte das Mobilfunknetz seinen Dienst. Der Blick via Smartphone in die anderen DEL2-Stadien zehrte an der Leistungsfähigkeit der Sendemasten.

Probe

Der Klassenerhaltsklassiker wurde schon heute ausgiebig geübt: „Hey, was geht ab? Dynamo steigt niemals ab!“

Irre

Keiner weiß, wie das Penaltyschießen in Dresden sonst ausgegangen wäre. Aber dass eine so umstrittene Entscheidung der Referees in Elbflorenz zum Dibelka-Strafschuss neben den beiden 13-Sekunden-Toren Kaufbeurens in Bad Nauheim auch noch in die Annalen dieser Saison eingeht, ist mehr als beachtlich.

Der Top-Spieler: Jordan George

Jede Menge Tempo, tolle Pässe, gute Abschlüsse – der 29-Jährige war heute Antreiber, Torschütze und Vorlagengeber in Personalunion.

Die Trainerstimmen

Leif Carlsson: „Unser Ziel war es, ein letztes gutes Hauptrundenspiel abzuliefern. Das haben wir nicht geschafft. Weißwasser war heute sehr stark. Dann hatten wir nach zehn Minuten im ersten Drittel nur noch vier Verteidiger zur Verfügung. Und die Füchse waren wirklich überlegen. Wir haben in den letzten vier Spielen nur drei Tore geschossen. Das ist zu wenig. Nun müssen wir uns auf die Abstiegsspiele konzentrieren und den Trend umkehren.“

Corey Neilson: Das war heute ein sehr gutes Spiel von uns. Wir sind viel gelaufen, haben stark vorgecheckt, viel geschossen und waren fix unterwegs. Unser Torwart war sehr stark und wir haben zu den richtigen Zeiten getroffen. Im Moment sind wir alle schwer enttäuscht, dass es nicht gereicht hat. Doch es stimmt mich optimistisch, dass wir uns zuletzt stabilisiert und richtig gute Spiele abgeliefert haben. Wir haben viel zu viele Punkte liegengelassen. Ich denke, dass es vielleicht 20 Zähler waren, die wir durch eigene Dummheit oder Fehler verschenkten. Heute sind wir am Boden, aber zum Start der Playdowns dann top eingestellt zurück.“

Die Statistik

1:0 (27.) Ondrej Pozivil ( Jordan George , Brad Ross ), 2:0 (30.) Jakub Kania ( Kale Kerbashian , Tomas Andres ), 3:0 (46.) Jordan George ( Brad Ross , Clarke Breitkreuz )

Strafminuten: 6 - 0

Zuschauer: 2773

Schiedsrichter: Gavrilas Razvan, Carsten Lehnhart

Foto: Thomas Heide/DEL2

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