FÜCHSE FÜLLEN NIKOLAUSSTIEFEL DREIFACH

Freitag 06.12.2019・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - ESV Kaufbeuren
4:1
2:0, 1:1, 1:0

SIEG DER MORAL ÜBER KAUFBEUREN

DER BERICHT

Vor dem Duell mit den Buron Jokern war die Anspannung im Fuchsbau greifbar: Würde unser EHC endlich den Abwärtstrend stoppen und mal wieder einen Sieg holen können? Er konnte!!! Es war sicher kein Eishockey-Leckerbissen, der den 2.126 Besuchern in der weeEisArena geboten wurde. Aber endlich stimmte das Zweikampf- und Defensivverhalten der Heimischen wieder einigermaßen. Zudem wurde engagiert nach vorne gespielt und – tatsächlich – auch mal geschossen. Beachtlich war neben der wieder starken Leistung von Torhüter Mac Carruth auch das Penaltykilling. Keine der vier Möglichkeiten der Allgäuer brachte denen Zählbares.

Spielverlauf

Die Gäste starteten vehement und nahmen unser Gehäuse direkt unter Beschuss. Doch Macmillan Carruth war sofort auf Betriebstemperatur und stoppte die ersten Pucks – und nicht nur die – souverän. Fortan war das Match eher ausgeglichen und Torchancen Mangelware. Das war zumindest aus Sicht der Hausherren bemerkenswert, die ja zuletzt viel zu viel zuließen. Nach elf Minuten lag die Füchse-Führung in der Luft. ESV-Keeper Jan Dalgic fiel ein Jordan-George-Schrägschuss aus dem Fanghandschuh, Clarke Breitkreuz stand am Pfosten bereit, schob aber vorbei. Auf der anderen Seite war Max Lukes plötzlich ganz frei, zog aus fünf Metern ab und das Spielgerät verschwand in Mac Carruths Fanghandschuh (12.). Vier Zeigerumdrehungen später war Jubeln angesagt. George schickte Robert Farmer, der Dalgic noch austanzte und einschob – die Führung! Und ehe sich die Gäste so richtig gesammelt hatten, flutschte die Scheibe irgendwie „durch“ Jan Dalgic ins kurze Eck. Als Torschütze wurde „Käpt’n Clarke“ angesagt, aber auch Tomas Andres hatte sein Arbeitsgerät da noch irgendwie dazwischen. Nur 83 Sekunden lagen zwischen diesen Treffern. Und Thomas Reichel hätte beinahe nochmal nachgelegt. Sein Direktschuss strich aber knapp am Gehäuse vorbei (20.).

Nach nur 15 Sekunden des Mittelabschnitts musste unser Feo Boiarchinov für zwei Minuten wegen Beinstellens büßen. Einen Antti-Kerälä-Schrägschuss konnte Mac Carruth mit der Schulter gerade noch so am Tor vorbei lenken (22.). Und als der EHC schon wieder komplett war, da bekamen die Neilson-Schützlinge die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone. Plötzlich kam Max Schmidle an den Hartgummi und stupste ihn über die Linie. Oha – wie würden die Lausitzer den Nackenschlag verdauen? Mit Angriffsmut! Nach zwei Rinke-Leitans-Schüssen kam Sebastian Streu an das Spielgerät, passte vor das Tor zu Philip Kuschel und „unser Jung“ tunnelte Jan Dalgic. Da war sie zurück, die Zwei-Tore-Führung. Die Rot-Gelben ließen dennoch nicht locker. Nach 30 Minuten nahm Mac Carruth einen verdeckten Wöhrle-Schuss mit der Matte weg, ehe er „zum Tier“ wurde: Bei dem Versuch von Sami Blomqvist, in Überzahl aus Nahdistanz einzuschlenzen, griff sich unser Hüter den Puck nach einem Hechtsprung in Katzenmanier (36.). Und als Max Schmidle den Tunnel probierte, da hockte der Maccer wie ein Glucke auf der Scheibe (37.). Ansonsten gab er mit seiner starken Fanghand mehrfach die Krake. Die letzte Möglichkeit im zweiten Drittel hatten die Gastgeber. Doch Farmer entschied sich für einen Pass zu viel, sodass Clarke Breitkreuz erst hinter dem Tor den Abschluss suchen konnte (38.).

Der Auftakt in die letzten 20 Minuten gehörte dann den Füchsen. Jordan George zielte im Powerplay frei drüber (41.). Dann fuhren Darcy Murphy und Feodor Boiarchinov einen Konter zwei gegen eins. Unsere Nummer 15 nahm den Abschluss und kanonierte hoch ins lange Kreuzeck ein. Es folgten wütende Angriffe der Brockmann-Schützlinge, die in der gefährlichen Zone kaum zum Zuge kamen. Nur Jere Laaksonen war mal frei, doch Mac Carruth hielt unten dicht (47.). Der nächste Konter war einer der Heimischen – in Unterzahl. Sebastian Streu legte nicht auf den mitgelaufenen Tomas Andres ab, sondern schoss. Jan Dalgic war aber im bedrohten Eck (52.). Die beiden Überzahlspiele der Kaufbeurer wurden gut verteidigt. Es gab zwar ein paar Schüsse, aber die machten Carruth nicht wirklich Sorgen. Eine Großtat musste er nur noch vollbringen, als ein Aufbaupass der Gastgeber am Schlittschuh von Farmer hängen blieb und Laaksonen ganz frei abschließen konnte (57.). Die restliche Zeit wurde dann zum Einstimmen auf die Siegesfeier genutzt. Anzumerken bleibt noch, dass die Lausitzer diesmal läuferisch und vor allem in der Arbeit mit den Schlägern besser waren, als zuletzt.

Schlüsselszene

Das 3:1 durch Kuschel nur 132 Sekunden nach dem Anschluss unserer Gäste war heuer die „Beruhigungspille“.

Aufreger 1

Es soll ja Leute geben, die „ihren Kopf unter dem Arm tragen“. Sollte Kaufbeurens Max Schmidle dazu gehören, dann wäre die Zwei-plus-zehn-Minuten-Strafe gegen Eddy Rinke-Leitans wegen Checks gegen den Kopf und Nackenbereich nach 27 Spielminuten nachvollziehbar gewesen. So aber lösten die Unparteiischen mit ihren Entscheidungen nicht nur da und definitiv auch auf beiden Seiten Kopf- und Nackenschütteln aus.

Aufreger 2

Nach einem Abseitspfiff nach 35 Minuten schoss Brandon Gracel trotzdem Sekunden später noch auf unser Tor. Das erzürnte – verständlich – Joel Keussen, der sich den Übeltäter zur Brust nahm. Bestraft wurde nur Keussen – wegen Hakens… Da machte dann auch Corey Neilson seinem Unmut Luft. Ob der Referee die englische Ansprache verstand, ist nicht überliefert.

Justizieller Beistand

Die Justizwachtmeister des Landgerichtsbezirkes Görlitz hatten sich dafür entschieden, die diesjährige Weihnachtsfeier im Fuchsbau abzuhalten. Heuer ununiformiert half deren Beistand – mit Sicherheit!

Der Neue

Eddy Rinke-Leitans kam in der vierten Sturmreihe zum Zuge und überzeugte bei den nicht allzu häufigen Wechseln vor allem mit körperlicher Präsenz.

Der Top-Spieler: Philip Kuschel

Unser Eigengewächs schoss das wichtige dritte Tor, suchte jeden Zweikampf, gewann die meisten davon und war eine echte Bank im Penaltykilling.

Die Trainerstimmen

Andreas Brockmann: „Glückwunsch an Corey und die Füchse, deren Sieg heute verdient war. Weißwasser hat mehr gegeben. Sie waren von Anfang an hart in den Zweikämpfen. Spielerisch mussten die Gastgeber gar nicht so viel leisten. Wir haben die Fehler gemacht, die Füchse haben sie genutzt. Offensiv war das, was wir geboten haben, einfach zu wenig.“

Corey Neilson: „Es ist schön, endlich wieder gewonnen zu haben. Unter der Woche haben wir ein paar unangenehme Aussprachen geführt. Und ich habe die Videos mit den Fehlern nicht mehr nur den einzelnen Spielern, sondern der ganzen Mannschaft gezeigt. Das hat die Jungs noch etwas mehr unter Druck gebracht. Wir haben heute schnell, hart und mit viel Leidenschaft gespielt. Kaufbeuren ist eigentlich immer schwer zu besiegen. Aber wir haben es geschafft.“

Die Statistik

1:0 (16.) Robert Farmer (Joel Keussen, Jordan George), 2:0 (18.) Clarke Breitkreuz ( Oliver Granz , Jordan George ), 2:1 (23.) Max Schmidle (Jere Laaksonen, Julian Eichinger ), 3:1 (25.) Philip Kuschel ( Sebastian Streu , Ondrej Pozivil ), 4:1 (44.) Darcy Murphy ( Oliver Granz , Mike Hammond )

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