FÜCHSE BESCHEREN EIN FROHES WEIHNACHTSFEST

Sonntag 23.12.2018・17:00 Uhr
Lausitzer Füchse - Deggendorfer SC
4:1
1:0, 1:0, 2:1

HOCHVERDIENTER DREIER GEGEN UNDISZIPLINIERTE GÄSTE

DER BERICHT

Es gibt Spiele, da bist du froh, wenn du sie gewinnst. Und dann gibt es Spiele, da bist du froh, wenn du wieder gesund nach Hause kommst. Schlussendlich gibt es auch Spiele, da bist du froh, wenn du sie gewinnst und gesund nach Hause kommst. Ein solches Match schien sich heuer im Fuchsbau zu entwickeln. Die Gäste aus Deggendorf ging recht rustikal zur Sache, was zumindest für Jordan George das vorzeitige Spielende bedeutete (39.). Unsere Nummer 28, Sportsmann durch und durch, stellte nach dem Aufeinandertreffen mit dem Tabellenschlusslicht klar, dass er zum Glück nicht wirklich schwer verletzt wurde. „Nein, das war kein schmutziges Hockey von den Deggendorfern. Sie spielen halt sehr körperbetont. Das gehört für einen Aufsteiger eben dazu. Bei mir ist nichts kaputt, aber ich habe Schmerzen.“ Gegen den Vorwurf, seine Mannschaft habe „unsauber“ agiert, wehrte sich auch DSC-Trainer John Sicinski: „Es war kein dreckiges Spiel von uns. Im Gegenteil, einer meiner Spieler bekam wegen einem hohen Stock einen Cut im Gesicht, der mit acht Stichen genäht werden musste.“ Gemeint war Curtis Leinweber, der fortan statt mit der 11 mit Nummer 37 agierte. Und da es das Homepageteam ganz genau wissen wollte, fragte es auch noch beim heutigen Schiedsrichterbeobachter nach: „Die Jungs haben einen guten Job in einem schwierigen Spiel gemacht. Eine Situation wurde verkannt, als die Nummer 77 die der Füchse mit der 42 attackierte. Sowohl die Szene mit George wie auch die mit Leinweber waren Unfälle ohne Absicht und Foulspiel.“ Unser Trainer Corey Neilson ließ sich noch dieses Statement entlocken: „Es war nicht der beste Tag der Unparteiischen. Das aber betraf beide Seiten.“ Nimmt man das letzte Match vor den Feiertagen und fasst es kurz zusammen, dann haben die Niederbayern nicht unbedingt Werbung für ihre „Art“ Eishockey betrieben, die zahlreichen Gäste-Fans allerdings Anschauungsunterricht für guten Pucksport durch die Blau-Gelben bekommen.

Die starteten ohne die Erkrankten Feo Boiarchinov und Jakub Kania furios und schnell – überwiegend zu schnell für die Angereisten. Torchancen aber blieben zunächst Mangelware. Doch die Geschwindigkeit der Heimischen forderte beim Kontrahenten Tribut – in Form von Strafen. So wurde erst Mathias Müller eliminiert, kurz danach auch Alex Roach. Von den 50 Sekunden fünf gegen drei benötigten unsere Jungs ganz 15, da chippte Steve Saviano am langen Pfosten völlig freistehend das Spielgerät unter das Torgebälk. Bei noch einfachem Spielervorteil traf Vincent Hassler aus spitzem Winkel nur das Außennetz. So blieb es beim knappen Vorsprung. Und dann meldeten sich auch die Gäste im Spiel an.Als Joel Keussen seine erste von heute drei kleinen Strafen verbüßen musste, da zischte ein noch leicht abgefälschter Distanzschuss von Sergej Janzen nur ganz knapp am Gehäuse von Olafr Schmidt vorbei (9.). Und nach 12 Minuten hatten die Deggendorfer plötzlich einen Konter mit zwei gegen null. Der Querpass erreichte Christoph Gawlik genau. Sein Schuss aber wurde vom katzenartig reagierenden Olafr Schmidt sogar sicher pariert. Eine Minute später stand Fabian Dietz frei vor DSC-Schlussmann Jason Bacashihua, konnte den Amerikaner aber nicht austanzen. Nach 17 Minuten wurde Keussen zum zweiten Mal ausgeschlossen. Das gab Kyle Gibbons, der sich gerade noch vor Schmerz krümmend auf dem kühlen Grund gewälzt hatte, nun wieder quietschlebendig die Gelegenheit, aus Nahdistanz den Ausgleich zu markieren. Ollie Schmidt aber ließ sich vom Goldhelm des Schlusslichts nicht düpieren.

In den Mittelabschnitt starteten unsere Füchse mit noch mehr Tempo. Zeitweilig gab es Powerplay bei fünf gegen fünf. Marius Schmidt scheiterte aus zwei Metern an Bacashihua (24.). Dann wanderten nacheinander Jan-Ferdinand Stern undMarius Wiederer auf die Strafbank. Letztgenannter hatte Cederic Schiemenz recht übel erwischt, sich aber entschuldigt. Das bedeutet dann 37 Sekunden Überzahl mit zwei Mann mehr. Und wieder schepperte es – allerdings unter gütiger Mithilfe von Alex Roach. Der fälschte eine Hereingabe von Anders Eriksson ins eigene Netz ab. Das 2:0 war hochverdient. Es folgte die Phase, in der die Referees mehr und mehr in den Fokus rückten. Nach 30 Minuten wurden unserem Käpt’n die Beine weggezogen. Weil die Aktion keinen erhobenen Schiri-Arm nach sich zog, schoss Joel Keussen frustriert die Scheibe weg. Dafür kassierte unser 42er den dritten Ausschluss. Im Powerplay hatte Stern die Top-Chance, kam aus zwei Metern aber nicht am EHC-Goalie Schmidt vorbei (32.). Im folgenden Zweikampf brachte der Jan-Ferdinand unseren Anders Eriksson zu Fall – und musste auf die Sünderbank. „Schwalbe“ gestikulierte der DSC-Angreifer… Okay: In Deutschland herrscht halt Meinungsfreiheit. Ohne gegenteilige Meinung kratzte Olafr Schmidt einen verdeckten Gawlik-Schuss grandios aus dem Winkel (35.), ehe es zum Drittelende noch einmal dramatisch wurde. Steve Saviano scheiterte aus seiner neuen Lieblingsposition, nämlich am langen Pfosten, am ganz fix reagierenden Jason Bacashihua. Und im Gegenzug wollte Christoph Gawlik unsere 35 gegen die Laufrichtung überraschend. Doch „Ollie“ behielt die Ruhe und den Schoner unten und sein Heiligtum gegentorfrei (38.). Eine Minute später war die Begegnung für Jordan George nach der Begegnung mit Dimitrij Litesov beendet. Weil Clarke Breitkreuz ohne Handschuhe auf Rache sann, dann aber doch weihnachtlichen Frieden gab, schickten die Gestreiften Litesov für zwei und „Cruiser“ für zwei plus zwei Minuten auf die Strafbank. Möglicherweise um nicht mehr Einfluss als nötig auf den Spielausgang zu nehmen, wurde auch noch Kyle Gibbons bestraft. Das sollte sich dennoch auswirken.

Denn die letzten 20 Minuten begannen die Füchse so in Überzahl. Und es war Jeff Hayes, der den Steve Saviano gab. Diesmal war er am langen Pfosten platziert und knallte hoch ein. Aber es kam noch besser! Denn nur 50 Sekunden später entschloss sich Fabian Dietz zum Schrägschuss, der direkt neben dem roten Metallgestänge ins Netz zischte. Damit war die Partie vorentschieden und den DSC-Akteuren der Schneid genommen. Die spannende Frage lautete nun: Wird Olafr Schmidt ohne Gegentor bleiben? Zunächst hätten Clarke Breitkreuz (49.) und Steven Bär (51.) die Führung noch ausbauen können, scheiterten aber an Jason Bacashihua. Der 36-jährige Goalie der Deggendorfer überraschte wiederholt durch intensives „Bodenturnen“ und Ignorieren angezeigter Strafen. Denn der Ami wechselte nicht für den sechsten Feldspieler. Warum, blieb offen. Irgendwann musste dann Anders Eriksson für zwei Minuten raus. Und da passierte es. Mit viel unverdientemScheibenglück hoppelte der Puck vor die Kelle von Jan-Ferdinand Stern, der humorlos einklinkte und unserem Hüter den Shutout klaute. Durch das Gegentor komplett blieben die Neilson-Schützlinge nur knapp zwei Minuten. Dann wurde Fabian Dietz zum Pausieren geschickt. Dreimal parierte Olafr Schmidt stark gegen Kyle Gibbons, Curtis Leinweber und wieder Gibbons. Und Sekunden später knallte Josh Brittain das Spielgerät an den Pfosten. Weil auch Tom Reichel (55.) und Clarke Breitkreuz (58.) beste Gelegenheiten ausließen, blieb es beim 4:1.

Das ausverkaufte Haus war nicht nur vom Auftritt unserer Jungs begeistert, sondern auch von der per Plakat verkündeten frohen Weihnachtsbotschaft. Der EHC Lausitzer Füchse geht als Tabellenzweiter mit zwei Zählern Vorsprung auf den Dritten aus Kaufbeuren, 16 (!) Punkte auf den Siebten EC Bad Nauheim und 25 (!!!) Zählern auf den Elften, EC Bad Tölz, in die Weihnachtsfeiertage! Was für eine grandiose Performance der Blau-Gelben in der ersten Saisonhälfte 2018/19, die den Schlachtenbummlern durchweg so viel Freude bereitete. Viel Zeit für Weihnachtsbratwurst, Gans und edle Tropfen bleibt unseren Jungs aber nicht. Schon am zweiten Weihnachtsfeiertag geht es nach Kassel, die heute in Frankfurt siegreich blieben.

Die Trainerstimmen

John Sicinski: „Das war heute die stärkste Lausitzer Mannschaft, die ich in unseren bisher drei Spielen erlebte. Phasenweise wurden wir vorgeführt. Vor dem Match hatten wir besprochen, wie wichtig Disziplin sein würde. Sicher gab es ein paar fragwürdige Strafen. Aber neunmal Unterzahl sind viel zu viel. Nach dem 0:2 waren wir irgendwie noch im Spiel. Aber der Doppelschlag zu Beginn der letzten 20 Minuten hat die Begegnung entschieden. An sich war es für uns heute gutes Unterzahltraining.“

Corey Neilson: „Es war ein schönes Weihnachtsgeschenk für mich und die Fans. Meine Mannschaft hat als Team hervorragend gearbeitet und das Spiel immer kontrolliert. Wir haben uns viele Chancen erspielt. Aber Deggendorfs Torwart hat auch phantastisch gehalten. Kommentare zu Verletzungen, auch zu Jordan George,gebe ich nicht ab.“

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