GANZ SCHWERE GEBURT

Sonntag 17.11.2019・17:00 Uhr
Lausitzer Füchse - Bayreuth Tigers
5:3
1:0, 2:2, 2:1

ÜBERRAGENDER MAC CARRUTH SICHERT DEN DREIER

DER BERICHT

Es war kein Eishockey-Leckerbissen, den die 2.381 Besucher heuer in der weeEisArena geboten bekamen. Vielmehr entwickelte sich eine Art Kampfspiel, bei dem es nicht um die „feinere Klinge“, sondern um Zweikampfstärke, eine gute defensive Grundordnung und den einfachen Zug zum Tor ging. Bis dann endlich am Tag des „Teddy Bear Toss“ die Plüschtiere fliegen konnten, wurden die Nerven der Weißwasseraner Schlachtenbummler einmal mehr auf eine harte Probe gestellt. Zum Glück und dank Mac Carruth konnte die Serie von zuletzt vier Niederlagen am Stück gebrochen und ein 5:3-Heimerfolg gefeiert werden.

Spielverlauf

Schon die ersten Spielsequenzen ließen nicht so viel Gutes erahnen: Bayreuth checkte früh vor, hielt die Scheibe in unserem Drittel und schoss, was die Kellen hergaben. Bevor der Sekundenzeiger die erste Umdrehung vollendet hatte, war unser Hüter bereits intensiv gefordert, parierte stark gegen Juuso Rajala und Ivan Kolozvary. Beim zweiten Powerplay der Wagnerstädter bekam Drew Melanson einen Alleingang und wurde beim Abschluss noch behindert (6.). Es gab aber keine weitere Strafe und Mac Carruth stoppte den Amerikaner. Unser Schlussmann war auch zur Stelle, als Tyler Gron den Schräg-Direktschuss nahm (7.). Erst nach neun Minuten gab es die erste Großchance für die Heimischen. Darcy Murphy kam von der Strafbank, scheiterte aber am Schoner-Tunnel von Bayreuths Goalie Timo Herden. Wenig später hämmerte Gron das Spielgerät an den Außenpfosten (10.). Dann folgte die erste Überzahl für die Unsrigen. Plötzlich klebte Robert Farmer der Puck am Schläger, der „sichtbar“ überlegte, was zu tun sein könnte – und sich für den Hochschuss ins kurze Eck entschied. Die Füchse führten! In Minute 15 zog Martin Heider bei seinem Solo zu nah vor unser Gehäuse, sodass Carruth einen Einschlag verhindern konnte. Und im nächsten Powerplay unseres EHC versuchte es Farmer aus ganz spitzem Winkel. Die kleine Schwarze tänzelte quer zur Torlinie, aber nicht hinüber (17.).

Die zweiten 20 Minuten begannen aufregend. Erst traf Darcy Murphy bei Spielervorteil nur die Latte (22.), im Gegenzug von der Strafbank kommend Tyler Gron in unser Tor. Fast hätte Mac Carruth den Tunnelversuch unterbunden. Der Puck trudelte aber doch noch ins Gehäuse. Und 44 Sekunden später wurden die Gesichter noch länger. Gustav Veisert probierte mal einen Fernschuss von der Blauen. Vor dem Füchse-Tor war unbotmäßig viel Verkehr und die Scheibe fand den Weg ins Netz. Fast wäre es noch bitterer geworden. Aber Martin Heider, schön freigespielt, schoss aus zehn Metern nur an die Lattenoberkante (26.). Dann packte Jordan George seine Klasse aus. Er kam zum Alleingang, schickte Keeper Herden ins lange Eck und klinkte im kurzen ein. Es folgte die diesmal beste Phase unserer Mannschaft. Zweimal sorgte sie für blankes Chaos vor dem Tigers-Tor. Torwart Herden lag und saß auf dem Eis, Mann und Maus stocherten – aber Zählbares blieb aus (30./ 31.). Das gelang zunächst auch Murphy nicht, der schräg frei drüber zog (32.). Wie einfach Toreschießen sein kann, wurde auch noch unter Beweis gestellt. Die Heimischen hatten Powerplay, die Kujala-Schützlinge bekamen den Puck nicht aus dem Drittel, Ondrej Pozivil nahm den Fernschuss – und Darcy Murphy versenkte den Abpraller. Dass die Oberlausitzer mit der knappen Führung in die Pause gehen konnten, verdankten sie Carruth. Der stoppte zwei Heider-Gewaltschüsse, den ersten mit der Maske (39.).

Der Schlussabschnitt war noch keine Minute alt, da hatte Mac Carruth die nächsten Großtaten vollbracht. Erst kaufte er Gron den direkten Schrägschuss ab, dann klärte er gegen Melanson (beide 41.). Die Gastgeber bettelten jetzt regelrecht um den Ausgleich – und bekamen ihn. Kevin Kunz nutzte die Freiheiten im Slot und ließ das Match neu beginnen. Es folgte die allerstärkste Zeit des ohnehin wieder grandiosen Mac Carruth. Der hielt einen Alleingang von Gron (43.) und einen freien Direktschuss von Kolozvary (45.), spielte flugs von hinten heraus und ermöglichte so einen EHC-Konter, den Darcy Murphy mit einem Handgelenksschuss direkt unters Dach des Herden-Drahtkäfigs erfolgreich abschloss. Das Triumphirat Sebastian Streu, Tomas Andres und Julius Karrer hatten beim Dauerfeuer ebenso die Vorentscheidung auf den Schlägern (46.), wie Jakub Kania, der nur den Pfosten traf (51.). Und bei Philip Kuschels Tip-in-Versuch blieb der Puck zwischen Timo Herdens Schonern stecken (54.). Anschließend stand wieder unser Schlussmann im Mittelpunkt. Der trieb Martin Heider und Markus Lillich das Erstaunen ins Gesicht (57.). Dann jagten die Bayreuther unsere Jungs durchs Verteidigungsdrittel. Exakt 107 Sekunden vor Ultimo nahmen die Gäste ihre Auszeit. Timo Herden machte Platz für den sechsten Feldspieler und Mac Carruth parierte großartig gegen Juuso Rajala (59.). Als die Befreiung gelang, setzte Mike Hammond einmal mehr uneigennützig Robert Farmer in Szene, der zum Endstand ins leere Tor traf. Damit avancierten die Kontingentspieler zu den Sieggaranten: Je zwei Tore schossen Darcy Murphy und Robert Farmer. Mike Hammond legte dreimal auf und Keeper Mac Carruth fischte hinten gefühlte 20 Chancen weg.

Schlüsselszene

Minute 45 brachte die Entscheidung. Beim Stand von 3:3 rettete Mac Carruth gegen Ivan Kolozvary und leitete zudem den Angriff ein, den Darcy Murphy zum vorentscheidenden 4:3 veredelte.

Special teams

Während die Füchse nur zu Beginn des Spiels zwei Strafen zogen und ohne Gegentor blieben, nutzten sie zwei der vier Powerplays gegen die Cracks vom Roten Main zu eigenen Treffern.

Im Bild

Wirklich tolle Bilder liefern die neuen Videowände, die ihre Vorgänger um Längen übertreffen. Gut möglich, dass es in Bälde auch im Fuchsbau „Powerbreaks“ gibt. Der entsprechende Antrag ist bei der Ligenleitung längst gestellt.

Plüschtierflut

Der Teddy-Bear-Toss brachte wieder ein mehr als beachtliches Ergebnis. Ca. 4.400 Liter Kuscheltiere wurden auf das Eis geworfen. Wie man auf diese Zahl kommt? Vier Großcontainer a 1.100 Liter Fassungsvermögen wurden mit Bär, Fuchs & Co. gefüllt.

Schussstatistik

Die offiziellen Zahlen weisen 41:33 Schüsse pro Weißwasser aus. Gefühlt stellte sich das etwas anders dar. Die von den Tigers gezählten 40:27 Versuche pro Bayreuth erscheinen durchaus realistischer.

Der Top-Spieler: Mac Carruth

Murphy hin und Farmer oder Hammond her: Dass die fünf eigenen Treffer zum Sieg reichten, war fast ausschließlich unserem Torhüter zu verdanken. Die Vergabe einer Ausländerstelle für das Tor hat sich längst und bisher immer wieder bezahlt gemacht.

Die Trainerstimmen

Petri Kujala: „Wir haben richtig gut angefangen und 13/14 Minuten viel Druck gemacht und stark nach vorn gespielt. Nach einer blöden Strafe haben wir das 0:1 kassiert. Über weite Phasen des zweiten Drittels waren dann die Füchse am Drücker. Doch wir haben uns gut zurückgekämpft, im letzten Drittel nie aufgehört zu spielen und eine ganze Reihe guter Chancen gehabt. Genug geschossen haben wir allemal, aber immer wieder den Torwart getroffen und uns zu wenig Rebounds geholt.“

Corey Neilson: „Es ist schön, endlich wieder gewonnen zu haben. Aber das war heute unsere schlechteste Leistung seit langem. Zum Glück haben wir die nötigen Tore geschossen. Doch Bayreuth hat es uns sehr schwer gemacht. Unser Torhüter war überragend. Er hat den Weg zum Sieg, den wir gefunden haben, geebnet. Ich mag ja unsere Kids, aber die haben heute agiert, als sei es ihr erstes Spiel gewesen. Diesmal haben es die älteren gerissen.“

Die Statistik

1:0 (13.) Robert Farmer ( Mike Hammond, Jordan George PP-1 ), 1:1 (22.) Tyler Gron ( Henry Martens, Ivan Kolozvary ), 1:2 (23.) Gustav Veisert ( Tyler Gron, Juuso Rajala ), 2:2 (29.) Jordan George ( Mike Hammond, Ondrej Pozivil ), 3:2 (37.) Darcy Murphy ( Clarke Breitkreuz, Ondrej Pozivil PP-1), 3:3 (42.) Kevin Kunz ( Ivan Kolozvary, Ville Järveläinen ),4:3 (45.) Darcy Murphy (Clarke Breitkreuz, Mac Carruth), 5:3 (59.) Robert Farmer ( Mike Hammond, Jakub Kania EN EQ)
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