KLEINE LEHRSTUNDE FÜR SIEGREICHE FÜCHSE

Sonntag 02.02.2020・17:00 Uhr
Lausitzer Füchse - Bayreuth Tigers
5:3
0:0, 3:0, 2:3

NIEMALS NACHLASSEN!

DER BERICHT

Der Weg unserer Lausitzer Füchse durch die letzten acht Hauptrundenspiele wird definitiv kein einfacher. Während die Optimisten noch immer Richtung Pre-Playoffs schielen und rechnen, sehen die Pessimisten das, was noch kommt, als bessere Vorbereitung für die Playdowns. Egal, wie auch immer –und selbst, wenn die Wahrheit in der berüchtigten Mitte liegen mag: Das heutige Match gegen die Bayreuth Tigers zeigte erneut spiel- und einsatzstarke Weißwasseraner, die (wohlgemerkt) in dieser Verfassung nichts mit dem Abstieg zu tun haben sollten. Allerdings sind Nachlässigkeiten, wie sie sich das Team vor stattlichen 2.633 Zuschauern in den letzten sechs Minuten gönnte, ungeachtet aller Ansprüche verboten.

Spielverlauf

Die Anfangsphase gehörte ganz klar unserer Mannschaft. Die spielte schnell nach vorn, kombinierte gut und bekam auch den einen oder anderen Abschluss – aber noch nichts wirklich Gefährliches zustande. Nach fünf Minuten rutschte die Scheibe in das von Brett Jaeger gehütete Tor. Die Abseitsstellung zuvor war aber zu klar. In Minute sieben meldete Bayreuths Top-Scorer Juuso Rajala seine Farben in der Partie an. Sein Schrägschuss zischte aber über das Heiligtum von Marvin Cüpper. Der parierte wenig später richtig stark gegen einen Direktschuss von Ville Järveläinen (8.). Etwa zwei Zeigerumdrehungen später war es Tyler Gron, der aus Nahdistanz nicht an „Cüps“ vorbei kam (10.). Irgendwie fehlte da die große Linie in dem Match. Konstruktives verkam zur Rarität, bis Philip Kuschel mit schönem Onetimer knapp das Gehäuse der Wagner-Städter verfehlte und Jordan George den Nachsetzer aus spitzem Winkel nicht an Jaeger vorbeispitzeln konnte (12.). Jetzt wurde es verbissen bis ruppig. Erst hatten Oliver Granz und Tyler Gron sehr unterschiedliche Auffassungen zum Spiel. Dann gab Tomas Schmidt unserem Brad Ross eine mit und Bayreuths „Langer“, Henry Martens, wollte unserem „Kleinen“, Jordan George, an den Kragen. Zwischendurch hatten Ondrej Pozivil und Mike Hammond nach einem Jakub-Kania-Kracher die Abstaubergelegenheit, scheiterten aber an Jaeger (18.). Und danach musste Ivan Kolozvary – doch sehr frei – die Übermacht von Marvin Cüpper anerkennen (20.). So ging es torlos zum ersten Pausentee.

Im Mittelabschnitt waren noch keine 20 Sekunden um, da zog Joel Keussen nach tollem Breitkreuz-Zuspiel direkt ab. Aber Brett Jaeger zeigte, dass er ein richtig Guter ist. Als Darcy Murphy frei am kurzen Torgestänge an das Spielgerät kam, war die Führung fällig. Doch unsere Nummer 15 knallte den Puck an den Innenpfosten, von wo er wieder ins Feld sprang (23.). Die Gäste waren auch noch da. Einen schönen Direktschuss von Niklas Mannes fischte Marvin Cüpper weg (24.). Jetzt aber war es endlich so weit: Die Tigers wurden richtiggehend blank gespielt, Brad Ross war ganz frei und wuchtete das Hartgummiteil hoch unter das Gebälk. Mit der Führung im Rücken wurde das EHC-Spiel immer besser. Zwar hatten auch die Akteure von Petri Kujala ein paar Abschlüsse. Doch unser Hüter blieb gegen Maximilian Kislinger (26.) und Noah Nijenhuis (31.) der Sieger. Dazwischen prüften Robert Farmer und Mike Hammond den Tigers-Schlussmann, der stabil stand (beide 31.). Nachdem es Gustav Veisert wie Brad Ross versuchte, aber nur das Außennetz traf (33.), packte Jordan George einen Geniestreich aus. Unser 28 täuschte ein Abspiel an, zog auf und davon und tunnelte Brett Jaeger. In einem wenig später folgenden Powerplay kombinierten sich die Heimischen über vier Stationen fast bis ins Tor. Doch Darcy Murphy fehlte das Fortune (36.). Das hatte Feodor Boiarchionov, der – wie Ross – aus ganz spitzem Winkel Brett Jaeger im kurzen Eck überlistete. Mit dem 3:0 hatten die Oberlausitzer die Begegnung im Griff und zelebrierten viele schön anzusehende Angriffe.

Die letzte Periode eröffnete Ivan Kolozvary, der frei vor Cüpper an unserem Hüter verzweifelte (42.). Im direkten Gegenzug bekamen die Gäste den Puck nicht geklärt, den Niklas Mannes vor Jaeger richtig scharf machte und den Luke Nogard über die Linie drückte. Unser Neuzugang kam so im sechsten Spiel zu seinem ersten Tor für die Füchse. Fortan rückten die Unparteiischen recht massiv in den Fokus. Erst verletzte sich einer der Linesman, konnte aber weitermachen (43.). Clarke Breitkreuz mit einem Abfälscher (44.) und Julius Karrer dreimal aus Nahdistanz und spitzem Winkel (46.) scheiterten an Jaeger. Als Jordan George beim Versuch, ins Drittel der Mannschaft vom Roten Main zu fahren, behindert wurde, blieb ein Pfiff aus. Das rächte Daniel Schwamberger. Der kam zentral an das Spielgerät und jagte es hoch in die Maschen. Das sollte es doch dann gewesen sein!? Bei einem kleinen Scharmützel vor Brett Jaeger wurde nur Luke Nogard, der glasklar „stockgecheckt“ wurde, auf die Sünderbank geschickt. Konnte Marvin Cüpper bei vier gegen fünf gegen Tyler Gron am langen Pfosten noch stark klären, so war er kurz darauf machtlos. Die Füchse hatten die Unterzahl schon überstanden,da „versaute“ Sebastian Busch unserem Goalkeeper mittels Nachschuss den Shutout. Was keiner ahnte: Nun wurde es doch noch turbulent! Reichlich zwei Minuten nach dem 1:5 lag die Scheibe schon wieder in unserem Tor. Derweil Robert Farmer eine doch recht seltsame Strafe absitzen musste, fälschte Ville Järveläinen eine Hereingabe von Juuso Rajala direkt zum 2:5 ab. Nach 58 Minuten hätte Darcy Murphy jeglichem Spuk ein Ende machen können. Doch diesmal bekam Jaeger die Schulter im kurzen Eck noch an den Puck. Und gegenüber durfte Sebastian Busch marschieren und gar noch das 3:5 machen. Was nun kam, war klar: Die Angereisten nahmen den Torhüter für den sechsten Feldspieler vom Eis – und vier Weißwasseraner empty-net-Versuche endeten rechts und links neben dem leeren Bayreuther Drahtkäfig. Die Auszeit nahmen die Tigers auch noch. Aber es blieb beim 5:3. Bei aller Freude über den hoch verdienten Sieg sollten unsere Jungs die Erkenntnis mitnehmen, dass ein Eishockeyspiel nun einmal 60 Minuten dauert. Den Gegner – ohne Not – durch eigene Nachlässigkeiten wieder stark zu machen, das könnte sich durchaus auch als nachteilig erweisen! Erleben mussten das die Breitkreuz & Co. in dieser Saison schon viel zu oft.

Schlüsselszene

Der „Dosenöffner“ diesmal war das 1:0 durch Brad Ross. Mit diesem Treffer übernahmen die Neilson-Schützlinge die klare Spielherrschaft, bis sie die in den letzten sechs Minuten wieder her gaben.

Rotlicht

Garantiert nichts zu meckern hatten die Unparteiischen diesmal bei den Powerbreaks. Die rote Rundumleuchte war wieder im Dienst und erledigte diesen fehlerfrei.

Optimist

Für unseren stürmenden Verteidiger Julius Karrer steht fest: „Ich bin mir sicher, dass wir zumindest noch Zehnter werden. Wenn wir nicht nur 55 sondern 60 Minuten das machen, was vorgegeben ist, und weiter mit dem Willen und der Leidenschaft der letzten Wochen arbeiten, schaffen wir es.“

Umstellungen

Vielleicht schon mit Blick auf das kommende Wochenende, wenn Mike Hammond und Robert Farmer mit Großbritannien zur Olympia-Quali sind, probierte Trainer Corey Neilson veränderte Reihen. Brad Ross hatte in der Starting six Jordan George und Clarke Breitkreuz an seiner Seite. Daniel Schwamberger stürmte mit Hammond und Farmer. Den dritten Angriff bildeten Darcy Murphy, Luke Nogard und Tomas Andres. In der vierten Linie kamen Thomas Reichel, Feodor Boiarchinov, Mychal Monteith und Julius Karrer, die rotierten, zum Einsatz.

„Supervisor“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit seinem CDU-Kreisverband waren interessierte Augenzeugen des überwiegend überzeugenden Auftritts der Lausitzer Füchse.

Der Top-Spieler: Brad Ross

Der Deutsch-Kanadier schoss das wichtige 1:0, war körperlich omnipräsent und der maßgebliche Antreiber im diesmal ersten Füchse-Block. Brad Ross hat sich längst als echte Verstärkung erwiesen.

Die Trainerstimmen

Petri Kujala: „Es war ein verdienter Sieg für die Füchse. Im ersten Drittel haben wir gut angefangen, hinten sicher gestanden und schnell nach vorn gespielt. Das haben wir ab dem Mittelabschnitt nicht mehr geschafft. Da war dann auch unser Zweikampfverhalten zu schlecht. Die Füchse haben gefühlt jeden Zweikampf gewonnen. Am Ende konnten wir es noch etwas spannend machen. Aber der Sieg geht so in Ordnung.“

Corey Neilson: „Ich bin über den Sieg sehr froh. Wir haben schnell, hart, gut strukturiert, mit viel Energie und gutem Forechecking gespielt. Dazu haben wir viele Torchancen kreiiert. Dass wir noch drei späte Tore gefressen haben, enttäuscht mich etwas. Da haben wir auch komische Strafen bekommen und sind etwas nervös geworden. Es ist kein Geheimnis, dass wir gutes Eishockey spielen können. Es liegt also in unseren Händen, da unten noch rauszukommen.“

Die Statistik

1:0 (25.) Brad Ross ( Ondrej Pozivil , Clarke Breitkreuz ), 2:0 (34.) Jordan George ( Clarke Breitkreuz , Eric Mik ), 3:0 (38.) Feodor Boiarchinov ( Mychal Monteith , Thomas Reichel ), 4:0 (42.) Luke Nogard ( Darcy Murphy , Tomas Andres ), 5:0 (50.) Daniel Schwamberger ( Robert Farmer , Clarke Breitkreuz ), 5:1 (55.) Sebastian Busch ( Tim Bernhardt , Simon Karlsson ), 5:2 (57.) Ville Järveläinen ( Juuso Rajala , Tomas Schmidt ), 5:3 (58.) Sebastian Busch ( Nicklas Mannes , Simon Karlsson )

Strafminuten: 8 - 10

Schiedsrichter: Mischa Apel, Seedo Janssen

Zuschauer: 2633

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