GRUSEL-HOCKEY WEIT VOR HALLOWEEN

Dienstag 22.10.2019・19:30 Uhr
EV Landshut - Lausitzer Füchse
7:1
2:0, 3:0, 2:1

HINTEN SCHLECHT + VORNE DÜRFTIG = 1:7

DER BERICHT

Ach herrje… Erstmals in dieser Saison enttäuschten unsere Lausitzer Füchse auf ganzer Linie, derweil sich der Aufsteiger aus Landshut in seinem rekonstruierten Stadion vor 2.315 Zuschauern in einen Rausch spielen durfte und erstmals alle drei Zähler holte. „Können die Oberlausitzer an die guten Defensivleistungen vom vergangenen Wochenende anknüpfen und vorne die eine oder andere Bude machen, dann sollte es möglich sein, von der langen Busreise Zählbares mitzubringen“, hatte das Homepageteam in der Vorschau orakelt. Doch weder hinten noch vorne kamen unsere Jungs diesmal in die Puschen. Brav und bieder baute man den Kontrahenten so lange auf, bis der plötzlich alles traf, was sich bewegte. Wer auch immer die Torschussstatistik führen mag: Wenn das heuer 14:14 Torschüsse gewesen sein sollten, dann hätten die Gastgeber eine 50%ige Abschlusseffektivität gehabt. Glückwunsch – denn die Isarstädter waren deutlich besser, nur eben nicht sechs Tore. Gute Dinge gab es dennoch zu vermelden: So bleiben die Füchse trotz der Klatsche weiter Fünfter und auch der Gegentorschnitt von Mac Carruth ist nicht schlechter geworden, da heute Maximilian Franzreb unseren Drahtkäfig hüten musste…

Spielverlauf

Entweder kamen die Füchse gut aus der Kabine oder der EVL etwas schlecht. Jedenfalls hatten unsere Jungs zunächst mehr vom Spiel, die Hausherren aber die erste Chance. Nach einem Zwei-gegen-eins semmelte der doch einsatzfähige Robbie Czarnik (Leiste) den Puck knapp am langen Pfosten vorbei (3.). Nach sechs Minuten war an sich das 1:0 der Angereisten fällig. Doch Robert Farmer kam ganz frei aus fünf Metern nicht an der Nummer zwei der Niederbayern, Patrick Berger, vorbei. Als etwa vier Zeigerumdrehungen später ein riskantes Zuspiel von Joel Keussen von Jordan George nicht kontrolliert werden konnte und Ales Jirik zum Sololauf ansetzte, da vermochten weder der nacheilende Mychal Monteith noch Maximilian Franzreb im Tor den Einschlag verhindern. Das 1:0 gab der Partie eine ganz neue Richtung. Die Gastgeber hatten nun in der Mittelzone ganz viel Platz, überbrückten die ein ums andere Mal problemlos und kamen mit viel Tempo in unserem Verteidigungsdrittel an. Scheiterte Erik Gollenbeck noch an der Matratzenspitze von „Franzi“ (17.), so sorgte der bis dahin schönste Spielzug der Partie 45 Sekunden vor der ersten Sirene für das 2:0. Robbie Czarnik setzte Maximilian Brandl in Szene, der am langen Pfosten den heraneilenden Mathieu Pompei erspähte. Der Kanadier machte kurzen Prozess und netzte hoch ein. Weißwasser hatte im Auftaktdrittel übrigens zwei Powerplays, die allerdings ohne jede Gefahr blieben.

Auch der Auftakt in den Mittelabschnitt verhieß nichts gutes. Mario Zimmermann verfehlte mit einem Distanzschuss nur knapp unser Tor (21.), nach einem wieder schnellen Angriff zielte Tadas Kumeliauskas aus fünf Metern zu ungenau (23.). Wer nicht begreifen will, wird fühlen. Maximilian Forster umkurvte locker Mychal Monteith, der zeitig zu Boden gegangen war, zog vor unser Gehäuse und zockte Keeper Franzreb ab – das 3:0. Wer spätestens jetzt eine Reaktion der Füchse erwartet hatte, sah sich getäuscht. Zuweilen hatte es den Anschein, als wähnten sich die Blau-Gelben in einem Dienstags-Freundschaftsmatch. Aggressivität? Fehlanzeige! Defensive Zuordnung? Fehlanzeige! Vehemenz nach vorn? Fehlanzeige! Und die Rot-Weißen nutzten das gnadenlos aus. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Die Ostsachsen kreiselten mit der Scheibe – aber nur dort, wo Gefahr nicht entstehen konnte. Landshut stand tief, wartete auf einen Fehler und konterte überfallartig. So spazierte Mathieu Pompei über das halbe Eis, um Monteith herum und vor „Franzis“ Kasten entlang. Dann hob er die Scheibe oben unters Gebälk. Der Jubel über das vierte Tor war noch gar nicht verhallt, da zog Erik Gollenbeck von weit hinten und schräg ab – und das Tor kam prompt vorbei. Jetzt wurde es langsam peinlich. Nach 35 Minuten erreichte ein neuerlicher langer Pass Marc Schmidpeter, der von Oliver Granz nur regelwidrig gestoppt werden konnte. Den fälligen Strafschuss konnte Maximilian Franzreb entschärfen. Überhaupt: Dass es in diesem Match nicht zweistellig wurde, hatte der EHC am ehesten noch dem „Alleingelassenen“ im Gehäuse zu verdanken. Denn wenn der EVL abschloss, war das fast immer eine Großchance. Nachdem die Schützlinge von Axel Kammerer eine weitere Zwei-gegen-eins-Situation ausließen, sorgten die Auswärtigen mal für etwas Druck und Gefahr. Die beste Möglichkeit vergab Joel Keussen, der an Hüter Berger hängenblieb (36.). Mit 0:5 aus EHC-Sicht ging es in die letzten 20 Minuten. Wann hatte es das zuletzt gegeben…

Die Gastgeber hatten auch keinen Bock auf „Resultat verwalten“. Nach 41 Minuten steuerten Czarnik und Forster auf Franzreb zu, der waghalsig parierte. Den Nachschuss kratzte Ondrej Pozivil von der Linie. Wenig später checkte Philip Kuschel den litauischen Nationalspieler Kumeliauskas in die Bande, der daraufhin etwas Selbstjustiz verübte. Die Partie lief zunächst weiter und der andere Phillip, nämlich Messing, krachte die Scheibe ans Torgestänge (43.). Dann gab es je eine kleine Strafe für Kuschel und den Litauer und für unseren Jung noch zehn Minuten obendrauf – Check von hinten wurde durchgegeben. Es folgte ein Alleingang von Robbie Czarnik, der von Jake Ustorf attackiert wurde, aber selbstbestimmt abschließen konnte. Da aber war Maxi Franzreb zur Stelle und verhinderte das halbe Dutzend. Weil Ustorf bestraft wurde, hatte nun Landshut erstmals Überzahl, und zwar vier gegen drei. Und so sah dann heute Entschlossenheit aus: Die Landshuter benötigten 48 Sekunden, da war Maximilian Brandl am langen Pfosten freigespielt und stellte aus ganz spitzem Winkel auf 6:0. Anschließend ging erst Kronthaler auf das Sünderbänkchen, dann Hammond und später auch noch Schwamberger. Für die Hausherren bedeutete das 14 Sekunden doppelten Spielervorteil. Und der genügte zum 7:0. Bullygewinn EVL – Pass Pompei zu Czarnik, der an der Blauen quer zu „Ossi“ Oswald – zurück zu Czarnik – Fernschuss – drin. Einfach und effektiv! Dann passierte, was fast nicht mehr zu erwarten war: Auch die Füchse brachten sich auf die Anzeigetafel. Robert Farmer bediente Feodor Boiarchinov und dessen Direkt-Hochschuss vermasselte dem DEL2-Startformationsdebütanten Patrick Berger den Shutout. Mehr aber ging aus Lausitzer Sicht nicht mehr. Auf der Gegenseite bewahrte uns Franzreb bei einem Drei-gegen-null (Jirik; Pompei; Gollenbeck – 57.) und gegen Marco Basslers Kracher aus drei Metern vor weiteren Gegentreffern. Um 21.54 Uhr hatte das Elend aus blau-gelber Sicht ein Ende.

Schlüsselszene

Nach sechs Minuten wurde Robert Farmer von Clarke Breitkreuz herrlich freigespielt. Unser Brite zog aus fünf Metern ab und traf den sich ihm entgegenwerfenden Torhüter Berger. Wäre hier das 1:0 für Weißwasser gefallen…

Special teams

Die Neilson-Schützlinge hatten fünfmal Überzahl. Chancen? Mangelware! Tore? Keine! Die Niederbayern durften dreimal im Powerplay ran. Zweimal schepperte es. Dass es die erste Strafe gegen unser Team erst in der 43. Minute gab, besagt auch etwas über die Grundaggressivität in diesem Match.

Schwarzer Tag

Das Team in Gelb war diesmal zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber es gibt eben solche Tage. Wichtig ist, die richtigen Lehren aus der Vorführung am Gutenbergweg zu ziehen.

Faustpfand

Landshut ging durchweg mit vier Reihen. Und alle Formationen trafen. Der Ausfall von Josh McFadden (Kreuzband) wurde ohne Schwierigkeiten überspielt. Das bessere Team gewann verdient.

Der Top-Spieler: Mathieu Pompei

Zwei Tore, darunter das wegweisende 2:0, zwei Vorlagen und immer der Ankurbler im Angriff – der 28-Jährige war der entscheidende „Unterschiedspieler“.

Die Trainerstimmen

Axel Kammerer: „Es war eine interessante und temporeiche Partie. Nach dem Ausfall von Josh McFadden und ein paar Umstellungen mussten wir uns erst finden. Patrick Berger hat uns in der 6. Minute mit einem Monster-Save ins Spiel gebracht. Die Mannschaft hat als Team sehr gut gearbeitet und viele Schüsse geblockt. Alle Reihen haben bei uns getroffen, der Torwart stark gehalten. Ich werde das Resultat nicht überbewerten, aber es sind immerhin drei Punkte.“

Corey Neilson: „Glückwunsch, Axel! Es war ein großes Spiel von deinen Jungs. Landshut hat eine starke Leistung abgerufen, auf unsere Fehler gewartet – und wir haben sie gemacht. Das 0:2 war für uns heute schon die Vorentscheidung. Danach haben die Gastgeber viel getroffen, wir nicht. Und so gibt es dann eben auch keine Punkte."

Die Statistik

1:0 (10. ) A. Jirik ( E. Gollenbeck), 2:0 (20.) M. Pompei ( M. Brandl - R. Czarnik), 3:0 (26.) M. Forster (A. Ehl), 4:0 (28.) M. Pompei (M. Brandl - M. Zimmermann), 5:0 (30.) E. Gollenbeck (A. Jirik - M. Hofbauer), 6:0 (44.) M. Brandl (M. Pompei, PP-1), 7:0 (48.) R. Czarnik ( E. Ostwald - M. Pompei, PP-1), 7:1 (53.) F. Boiarchinov (R. Farmer - D. Murphy)

Foto: Christian Foelsner / EVL

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