FÜCHSE VERLIEREN OPEN-AIR SPEKTAKEL

Samstag 04.01.2020・16:00 Uhr
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse
5:3
1:2, 2:1, 2:0

KEINE "TRENDUMKEHR" NACH NIEDERLAGE

DER BERICHT

Es war das erhoffte und erwartete Freiluft-Spektakel, hielt fast alles, was es versprochen hatte, bescherte dem Gros der Aktiven der beiden sächsischen Erzrivalen die ganz neue „Regenerfahrung“ – und unserem EHC nach lange Zeit respektablem Auftritt dann doch keine der so dringend benötigten Punkte. Denn am Ende triumphierten die Gastgeber, die sich dank des besseren letzten Drittels den schon auch etwas glücklichen Sieg holten und unsere Füchse buchstäblich im Regen stehen ließen. Während sich Dresden mit diesem Sieg noch mehr Luft nach unten verschaffte, wird die Lage für unsere Blau-Gelben nach der nun fünften Niederlage in Folge immer bedrohlicher. Denn im Ringen um einen der ersten zehn Tabellenplätze trennen sie nun schon sechs Punkte vom rettenden Playoff-Ufer.

Kurze Spielzusammenfassung

Das Spiel begann – und damit auch der Regen. Zwar starteten die Eislöwen stark, aber nach und nach fanden auch die Unsrigen besser in die Partie. Entscheidend sollte in den ersten beiden Dritteln werden, wer sich am besten mit den Witterungsbedingungen arrangieren konnte. Regen und Wind waren für fast alle Spieler eine neue Erfahrung. Und Oliver Granz nahm es in der ersten Drittelpause auch recht locker: " ...das muss man einfach mal mitgemacht haben." Wie gesagt, zu Beginn waren es die Eislöwen und dann die Füchse, die mehr vom Spiel hatten. Jordan Knackstedt brachte die Gastgeber vor – angeblich; siehe unten – 32009 Zuschauern auch folgerichtig in Führung (5.), die aber im ersten Überzahlspiel der Füchse durch Mychal Monteith nur knapp zwei Minuten später egalisiert wurde. Die Unsrigen hatten nun etwas mehr Spielanteile und nutzten auch ihr zweites Powerplay zur Führung. Darcy Murphy staubte aus spitzem Winkel ab. Danach ließen die Oberlausitzer mehrere Großchancen aus. Im zweiten Drittel kamen die Eislöwen zunächst stark zurück und zum Ausgleich durch Dale Mitchell (23.) Allerdings waren es bei Dauerregen die Füchse, die jetzt den Ton angaben und immer wieder gefährlich vor den von Marco Eisenhut gut gehüteten Kasten kamen. Nur ein Tor gelang (noch) nicht. Erst in der 33. Minute konnte Mike Hammond die da verdiente Führung für die Füchse herausschießen. Doch Dresden hatte prompt eine Antwort parat: Nur vier Minuten später überlistete Mario Lamoureux unsere Abwehr und Mac Carruth. Nach der zweiten Pause ging es für beide Mannschaften noch einmal in die gleiche Spielrichtung weiter, was ja bei Outdoor-Spielen die Regel ist. Auch der Wettergott hatte ab der 40. Minute ein Einsehen und beendete sein Unwesen. Bei jetzt immer besser werdenden äußeren Bedingungen waren es nun die Heimischen, die mehr Druck machten und durch Jordan Knackstedt in der 47. Minute die Führung eroberten. Unsere Füchse versuchten danach alles, aber allein der Torerfolg blieb aus. So verfehlte Darcy Murphy noch das praktisch leere Gehäuse der Blau-Weißen. Auch die Herausnahme von Mac Carruth in den Schlussminuten brachte nichts mehr ein – im Gegenteil. Dresden schaffte schlussendlich durch den „dreifachen“ Jordan Knackstedt in der 60. Minute das 5:3 und holte sich nach 2016 auch den Sieg beim Hockey-Open-Air 2020.

Schlüsselszenen

Deren hatte die Partie mehrere. So hätten die Neilson-Schützlinge nach dem ersten Drittel mit zwei, nach dem zweiten mit vielleicht drei Toren führen – nicht nur können, sondern – müssen. So beendete der Treffer zum 3:3 die bis dato klare Füchse-Dominanz.

Zuschauerzahl

Die tolle Idee, zwei Partien zu präsentieren, hatte aber auch den Nachteil, dass das Rudolf-Harbig-Stadion nie wirklich rundum gefüllt war. Beim Sachsenduell blieben die Blocks der Anhänger aus Prag und Litvinov überwiegend leer. Beim Extra-Liga-Match lichteten sich die Reihen in den Rängen der deutschen Fans. Am „vollsten“ schien die Spielstätte zu Beginn der Begegnung Litvinov gegen Prag (2:3). Insofern waren sicher über 32.000 Tickets verkauft worden. Das Spiel der deutschen Zweitligisten sahen aber allenfalls vielleicht 25.000 Besucher.

Stimmungstechnik

Zwei Spiele, vier Mannschaften – und drei stimmgewaltige Blocks. Der vierte konnte zwar auch laut, aber das eher nur bei „Eisgekühlter Bommerlunder“ oder der „Babicka“. Es wurden für alle, die am Samstag vor Ort gekommen waren, nicht nur zwei gutklassige Eishockeyspiele geboten. Zu bestaunen gab es auch eine absolut tolle Atmosphäre, begonnen von der Lichttechnik über die Live-Acts bis hin zum Feuerwerk.

Wandertag

Sag mir, wo die Füchse sind… Wer die Kabinen unserer Mannschaft aufsuchen durfte, der musste ganz schön suchen und lange Wege gehen. Rein ins Hauptgebäude, Gang nach links, den durch bis zu einer Tür, die in eine der Stadionzufahrten mündete, durch die Einfahrt, nächste Tür auf, Treppe hoch, kurz geradeaus, dann nach rechts, den immer schmaler werdenden Gang entlang, vor der Brandschutztür nach links – und angekommen. Bezeichnet war diese Region übrigens mit „Umkleidebereich Amateure“ Insofern war für ausufernde Pausenansprachen nicht viel Zeit. Dass man trotz der „Anlauf“-Strapazen gewinnen kann, bewies Sparta Prag, die direkt neben bzw. gegenüber der Unsrigen die Kabinen bezogen hatten.

Spieler des Tages

Der „Mann des Abends“ war Jordan Knackstedt von den Eislöwen, der drei Treffer erzielte und einen Assist beisteuerte. Der Neuner war es auch, der das endgültig entscheidende 5:3 in der 60. Minute ins empty net erzielte.

EHC- Zitate

Mac Carruth: „In derartigem Regen habe ich das letzte Mal gespielt, als ich vielleicht drei Jahre alt war. Insofern war es ein schon schwieriges Match. Leider konnte ich meiner Mannschaft nicht so gut helfen, wie ich es gerne getan hätte. Deshalb bin ich auch ziemlich enttäuscht. Ich werde drei/vier Tage benötigen, ehe ich mich mit besseren Eindrücken an dieses Open Air, das mein erstes war, zurückerinnern kann.“

Feodor Boiarchinov: „Ich habe noch nie auf so nassem Eis gespielt. Aber der Puck ist trotzdem einigermaßen gerutscht. Es war wieder schön laut. Gerne hätte ich auch mein drittes Event-Game gewonnen. Aber dazu haben wir zu viele Chancen ausgelassen. Am beeindruckendsten war, als wir uns nach dem Match von unseren Fans verabschiedet haben. Die haben uns gefeiert, als hätten wir gewonnen. Da haben wir richtig Gänsehaut bekommen. Daraus werden wir viel Energie ziehen, um nun endlich den Schalter in Richtung Playoffs umzulegen.“

Brad Ross: „Ich konnte nur einmal mit der Mannschaft trainieren. Es war schon das zweite, derartige Match für mich. In der AHL habe ich mit den Toronto Marlies unter freiem Himmel gespielt. Aber das, was ich in Dresden erlebte, war viel besser, als die Partie in Nordamerika. Die Atmosphäre und die Stimmung waren besser, das ganze Drumherum war besser – naja, nur das Wetter nicht… Ich bin hier mit offenen Armen empfangen worden und will mein Bestes geben, um doch noch das Ziel, die Playoffs, zu erreichen.“

Die Trainerstimmen:

Corey Neilson: „Erst einmal herzlichen Glückwunsch an Rico und sein Team. Beide Mannschaften hatten die Notwendigkeit, die drei Punkte heute mitzunehmen. Das Eis war aufgrund des Regens vor allem im zweiten Drittel nicht perfekt. Am Ende des Tages waren wir eigentlich das bessere Team, aber die Eislöwen haben gut gekämpft! Es herrschte eine großartige Stimmung. Unsere aktuelle Situation ist nun mal so, wie sie ist. Ich denke, dass das Team weiß, dass es teilweise schlechtes Hockey spielt. Man macht immer wieder katastrophale Fehler, kassiert zu viele Strafen. Aber heute haben wir gut gespielt, trafen am Ende aber die falschen Entscheidungen!“

Rico Rossi: „Das war super – Hut ab an meine Mannschaft! Die Bedingungen waren nicht leicht, aber die Jungs haben heute alles gegeben. Wir bleiben auf unserem Weg, können vor allem einen sehr guten Auswärtstrend verzeichnen. Am Ende des Tages war es eine enge Kiste, aber wir haben zu den richtigen Zeitpunkten unsere Chancen genutzt und hatten heute auch das Glück auf unserer Seite. Wir haben gesagt, am Ende des Tages wird einer verlieren und das wollten nicht wir sein! Man darf uns jetzt aber auch nicht zu hoch heben, nur weil wir ein Open Air Spiel gewonnen haben.“

Die Statistik

1:0 (5.) J. Knackstedt (E. Biezais), 1:1 (7.) M. Monteith (T. Andres, O. Pozivil PP-1), 1:2 (14.) D. Murphy (M. Hammond, O. Granz PP-1), 2:2 (23.) D. Mitchell (J. Knackstedt), 2:3 (33.) M. Hammond (J. Keussen, J.George), 3:3 (37.) M. Lamoureux (T. Ritter, P. Pohl), 4:3 (47.) J. Knackstedt (D. Mitchell, E. Biezais), 5:3 (60.) J. Knackstedt (EN EQ)

Strafminuten

Dresden 10 Weißwasser 10


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