FÜCHSE SPIELEN MIT DEM FEUER...

Freitag 04.10.2019・20:00 Uhr
Ravensburg Towerstars - Lausitzer Füchse
6:5 n.P.
1:1, 0:3, 4:1 - 1:0

...UND VERBRENNEN SICH

DER BERICHT

An sich gebietet es der sportliche Anstand, zunächst dem Sieger zu gratulieren. Das sei an dieser Stelle auch ausdrücklich getan. Dass die Ravensburg Towerstars am Ende mit einem 6:5 nach Penaltyschießen und zwei Punkten nach Hause gehen konnten, wurde nur möglich, weil unsere Lausitzer Füchse den Gang durch die weit geöffnete Gewinnertür nicht gehen wollten. Denn nach zwei Dritteln und beim 4:1 für Weißwasser lagen die Heimischen in Agonie. Viel zu passiv, sinnlose Strafen ziehend und aus der ersten Reihe die Rob-Flick-Show bestaunend, luden die Blau-Gelben die Puzzlestädter zum großen Comeback ein und ließen den fast sicheren Dreier noch liegen. Am Ende hätte auch der eine Punkt noch futsch sein können. Insofern heißt es am Sonntag für alle EHC-Fans: Helm auf! Zeigt den Jungs, dass wir ein Team sind und gemeinsam den Bock umstoßen wollen.

Spielverlauf

Trotz der verlängerten Busfahrt ins Schwäbische starteten unsere Füchse recht couragiert in die Partie beim Meister. Ravensburg wollte die „Busbeine“ der Füchse ausnutzen und begann mit viel Tempo. Gleich in der ersten Minute musste Mac Carruth bei einem abgefälschten Schuss von Thomas Supis voll da sein. Die Hausherren waren zwar das spielbestimmende Team in dieser Anfangsphase, die Füchse jedoch setzten immer wieder Nadelstiche mit ihren Angriffen.Clarke Breitkreuz (7.) scheitert frei vor Schmidt am Ravensburger Goalie, Darcy Murphy verzog in guter zentraler Position aus vier Metern (13.) Aber auch unser Hüter konnte sich über mangelnde Arbeit nichtbeklagen. Tero Koskiranta (9.) und Robin Just (12.) fanden ihren Meister in Mac Carruth. Als Patrick Seifert als erster Spieler an diesem Abend Bekanntschaft mit der Strafbank machte (13. wegen Behinderung) schlugen die Füchse in Person von Joel Keussen zu. Der Top-Scorer der Füchse brauchte nach perfektem Pass von Mike Hammond nur noch den Schläger am langen Eck hinzuhalten. Und das 1:0 aus Sicht der Gäste war nicht einmal unverdient, denn schon zuvor traf Jordan George bei 3 gegen 5 (Dronia bekam zwei Minuten wegen Beinstellen) nur das Außennetz. Aber Ravensburg schlug zurück – ja klar – in Überzahl. Nachdem Daniel Schwamberger den Ravensburger Neuzugang Rob Flick mit seinem Stock im Gesicht traf und dafür auf die Strafbank musste (16.), machte der Gefoulte selbst in seinem ersten Spiel für die Puzzlestädter den Ausgleich. Danach passierte erst einmal nichts mehr und so ging es mit einem 1:1 in die erste Drittelpause.

Die zweiten 20 Minuten eröffnete Jakub Svoboda, da erst frei schräg über unser Tor schoss (21.) und dann anerkennen musste, dass Mac Carruth – zumindest anfangs – unten richtig dicht hielt (22.). Die Towerstars versuchten jetzt Druck zu machen und provozierten Strafen. Das Tor aber fiel auf der anderen Seite – ein lupenreines Eigentor und ein Leckerbissen für alle Regelfreunde. Dieses krumme Ding drückte den Gastgebern mächtig auf das Gemüt. Der EHC stand gut in Unterzahl, hatte da durch Schwamberger sogar ein gefährliches Unterzahlbreak (30.). Wenig später scheiterte Jakub Kania erst an Olafr Schmidt und im Nachsetzen am Pfosten, ehe Darcy Murphy frei vor Schmidt unseren Ex-Schlussmann zum 3:1 tunnelte. Jetzt lief die Füchse-Maschinerie. Robert Farmer (32.) und Jordan George (33.) mussten bereits die nächsten Tore machen, kamen aber an „Ollie“ nicht vorbei. Wie es gehen kann, zeigte Youngster Luis Rentsch. Der stiebitzte den Gastgebern den Puck, setzte zum Sololauf an und schloss hoch ab. Kurz vor der zweiten Sirene platzierte George den Puck noch hinter Schmidt entlang, aber nur parallel zur Torlinie. Mit nur drei Treffern Rückstand waren die Valtonen-Schützlinge gut bedient.

Nach 13 Sekunden des Schlussabschnitts zeigte Rob Flick, in welche Richtung es nun gehen sollte. Den Schrägschuss konnte Mac Carruth noch parieren. Es folgte die Zeit der fragwürdigen Strafen – auf beiden Seiten! Zunächst musste Koskiranta runter. Joel Keussen hatte freistehend am langen Pfosten die dicke Möglichkeit zum 5:1, brachte aber nicht genügend Energie auf die Scheibe (44.). Ganz anders als Rob Flick. Der zog zwei Minuten später ab und erwischt Mac Carruth zwischen den Schonern. Das 2:4 wirkte wie eine erfolgreiche Reanimationsbehandlung. Die Oberschwaben drückten jetzt vehement – und Weißwasser verlor die Ordnung und den Kopf. Strafe Murphy, Pass Driendl an den langen Pfosten zu Flick – Direktschuss: 3:4. Ganze 57 Sekunden lagen zwischen den Einschlägen. Und eine reichliche halbe Minute später lag der Puck schon wieder in unserem Tor: Strafe Keussen, Schuss Sören Sturm, Abfälscher Vincenz Mayer. Der Videobeweis rettete unsere Farben: Hoher Stock von Mayer. Der Treffer zählte nicht. Nach 49 Minuten zog Robin Just schräg flach vorbei. Dann hatten die Oberlausitzer wieder einen lichten Moment. Mike Hammond trieb die Scheibe ins Angriffsdrittel und schlenzte in den Slot, wo George stand und einlenkte. Die neue Zwei-Tore-Führung brachte wieder etwas mehr Sicherheit. Denn die Ravensburger schossen zwar nun viel, aber nie aus gefährlicher Position. Dann hätte Thomas Reichel, ganz allein vor Olafr Schmidt, das Sechste machen müssen – tat er aber nicht (53.). Als die 55. Minute lief, holte sich Ondrej Pozivil eine Strafe ab. Alles schon mal da gewesen: Zuspiel Driendl, Direktschuss Flick – und drin. 126 Sekunden vor dem Ende zogen die Hausherren den Keeper für den sechsten Feldspieler. Robin Just setzte zum Distanzschüsschen an. Und tatsächlich flutschte das Spielgerät durch Carruths Matratzen. Unglaublich – der Ausgleich.

In der Overtime vor 2594 Besuchern hatten beide Teams die Gelegenheit zur Entscheidung. Leider kam Clarke Breitkreuz nicht um Olafr Schmidt herum. In der folgenden Sequenz holte sich George noch eine kleine Strafe ab, die unsere Jungs überlebten.

Es ging ins Penaltyschießen, in dem Mac Carruth alle drei Gastgeber-Versuche passieren lassen musste. Zwar trafen auch Hammond und Murphy. Jordan George als letzter Füchse-Schütze aber scheiterte. So blieb der Zusatzpunkt auch noch in der CHG-Arena.

Kurios

26. Minute! Eric Mik zog eine Strafe, was der Hauptschiedsrichter durch das üblich Armheben anzeigte, Olafr Schmidt rannte aus dem Tor, der sechste Feldspieler kam – also alles wie immer. Anders als immer war der Rückpass aus der Bandenecke von Thomas Brandl, der seine Mitspieler verfehlte, die Scheibe aber über das gesamte Eis ins eigene Tor bugsierte. Und so ein Treffer zählt dann auch.

Schlüsselszene

Spätestens die Strafe von Pozivil und das folgende 4:5 im Powerplay brachte das Momentum zurück auf Seiten der Gastgeber, die sich – anders als die Füchse – nicht bitten ließen, Geschenke auch anzunehmen.

Schwarzer Tag

Mit jedem Gegentor nahm die Verunsicherung bei unserem Keeper Mac Carruth zu. Irgendwann hatten die Towerstars begriffen, dass Flachschüsse stets Gefahr bedeuteten. Das 5:5 hätte so nie fallen dürfen.

Der Top-Spieler

Vier Treffer, einen Penalty verwandelt – Rob Flick war der Sieggarant für die Puzzlestädter. Der Neuzugang zeigte, wie effektiv Direktschüsse sein können.

Die Trainerstimmen

Tomek Valtonen: „Ich hoffe, dass ich solche Spiele nicht zu oft erleben muss. Nach dem 1:1 kann ja auch mal so ein Eigentor passieren. Aber mir ist unerklärlich, weshalb wir dann so auseinander gefallen sind. Ich freue mich, dass wir noch so zurückgekommen sind. Aber so viele Fehler wie diesmal dürfen wir nicht wieder machen.“

Corey Neilson: „Wie waren 20 Minuten zu spät da, haben dafür aber noch gut in das Spiel gefunden. Wir haben die neutrale Zone gut gehalten und die Tore gemacht. In der letzten Periode waren wir dann etwas müde und Ravensburg kam stark zurück. Immerhin haben wir auswärts noch einen Punkt gegen ein starkes Team geholt.“

>>> Ausblick

Am Sonntag ist ZVON-Spieltag, wenn die Bietigheim Steelers im Fuchsbau aufkreuzen. Zur „Verbrüderung“ mit unserer Mannschaft gibt es Nostalgiehelme, die vor dem Match für einen Mini-Obolus erworben werden können. Auch sonst wird ein interessantes Rahmenprogramm geboten. Alle Einzelheiten werden am Samstag berichtet!

Die Statistik

0:1 (16.) Keussen (Hammond - George, PP-1), 1:1 (18.) Flick (Driendel - Sturm, PP-1), 1:2 (26.) Mik, 1:3 (30.) Murphy (Hammond - Monteith), 1:4 (34.) Rentsch (Hammond), 2:4 (46.) Flick (Driendl), 3:4 (47.) Flick (Driendl - Sturm, PP-1), 3:5 (50.) George (Hammond - Mik), 4:5 (56.) Flick (Sturm - Driendl), 5:5 (59.) Just (Mayer - Svoboda), 6:5 (GWS) Driendl



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