FÜCHSE LASSEN TOTE LEBEN

Sonntag 29.09.2019・17:00 Uhr
Bayreuth Tigers - Lausitzer Füchse
3:5
0:1, 1:2, 2:2

SCHWAMBERGER RETTET ZWEITEN DREIER

DER BERICHT

Bis 23 Sekunden vor dem Ende der zweiten Periode sahen die Lausitzer Füchse wie der sichere Sieger aus. Die Jungs von Corey Neilson führten mit 3:0 und hatten Spiel und Gegner gut im Griff. Mit dem 1:3 aber gab man den Bayreuthern das Leben zurück und geriet selbst in heftige Schwierigkeiten, weil man vor allem in den Zweikämpfen nicht mehr so entschlossen wirkte. Selbst das 4:2 durch Jordan George brachte die Sicherheit nicht zurück. So stand am Ende ein 5:3-Zittersieg, der aber allemal verdient war.

Spielverlauf

Ohne Jake Ustorf aber wieder mit Feodor Boiarchinov starteten die Füchse in das Auswärtsmatch bei den Bayreuth Tigers. Mit gutem Tempo und harter Arbeit in den Bandenecken dominierten die Gäste schnell das Match und kamen zu ersten Torchancen. Nach zwei Minuten scheiterten Jordan George und Mike Hammond an Tigers-Goalie Timo Herden. Die Heimischen benötigten ihr erstes Powerplay, um wirklich gefährlich zu werden. Sie sorgten für jede Menge Verkehr vor unserem Tor und nahmen Mac Carruth die Sicht, der Glück hatte, als eine von Tomas Schmidt abgefälschte Scheibe am Gehäuse vorbei flog (8.). Gerade wieder komplett wirbelte unser erster Sturm die Defensive der Wagnerstädter so lange durcheinander, bis Joel Keussen den Puck in den Slot bringen konnte, wo Tomas Andres stand und einlenkte. Eine weitere dicke Gelegenheit für die Angereisten ließ Mike Hammond aus, der zu schwach abschloss, sodass ein Tigers-Akteur das trudelnde Spielgerät noch vor der Linie wegzukratzen vermochte (14.). Derweil versuchten sich die Gastgeber immer wieder mit Fernschüssen, die fast durchweg geblockt wurden.

Auch in den Mittelabschnitt starteten die Oberlausitzer zielstrebig. Hammond kam frei zum Direktschuss, aber nicht an Herden vorbei (22.). Wenig später brannte es vor unserem Tor. Michal Bartosch sollte mit langem Pass angespielt werden, Mac Carruth eilte aus dem Tor, konnte aber nicht entscheidend klären, sodass der Bayreuther noch schräg schießen konnte. Doch Jordan George war schnell genug zurück und bugsierte den Puck von der Linie (25.). Fast im Gegenzug bediente Thomas Reichel Verteidiger Oliver Granz, der in Stürmermanier mit der Rückhand einschlenzte. Und nur 89 Sekunden später – zwischendurch hatte noch Kevin Kunz die Latte des EHC-Tores getroffen – „wackelte“ Mike Hammond zwei Tigers-Akteure aus und machte das 3:0. Was folgte, waren viele, viele Strafen. Einmal für 40 und einmal für 25 Sekunden sahen sich die Unsrigen gar in doppelter Unterzahl. Wenigstens scheint das Penaltykilling inzwischen wieder besser zu funktionieren. Und Glück hatten die Füchse auch, als Ville Järveläinen ans Lattenkreuz hämmerte (37.). Kurz vor der zweiten Sirene aber war es dann doch noch passiert. Die Strafe gegen Clarke Breitkreuz war fast abgelaufen, da stand Tomas Schmidt im Slot goldrichtig und fälschte zum 1:3 ab. Das brachte die Kujala-Schützlinge ins Match zurück.

Im letzten Abschnitt zeigten die Tiger dann ihre Zähne und gaben wesentlich mehr Gas, als in den gesamten 40 Minuten zuvor. Mac Carruth musste mehrfach sein ganzes Können aufbieten. Er parierte 33 von den 36 Schüssen, die die Bayreuther insgesamt auf das Füchse-Gehäuse abfeuerten. Die Hausherren erarbeiteten sich jetzt eine Vielzahl von Chancen. In der 45. Minute zog Simon Karlsson von der Blauen ab, aber Carruth fing die Scheibe sicher. Karlsson war überhaupt im letzten Abschnitt ein ständiger Unruheherd vor dem Füchse-Tor und versuchte es immer wieder. Knapp eine Minute später traf er dann zum Anschluss für die Tigers. Keine Chance für unseren Goalie, dem der Schuss aus vier Metern zwischen Fanghand und Schoner durchflutschte. Und Bayreuth blieb am Drücker. Immer wieder konnte sich unser Hüter auszeichnen und die Wagnerstädter schienen schier zu verzweifeln. Seine Leistung mussten Bartosch und Martin Davidek in der 50. Minute neidlos anerkennen. Ihre Versuche landeten sicher bei unserem Schlussmann. Aber es gab auch gute Chancen für die Unsrigen, die sich immer wieder befreien konnten und selbst torgefährlich wurden. So war es Jordan George, der unsere erste echte Überzahlmöglichkeit nutzen konnte und zum scheinbar vorentscheidenden 2:4 traf. Martin Davidek saß da gerade einmal sechs Sekunden wegen Behinderung auf dem Sünderbänkchen. Aber Bayreuth schlug noch einmal zurück. Genau eine Minute später ließ Juuso Rajala unsere Verteidiger nicht gut aussehen, spazierte durch drei EHC-Cracks und platzierte die kleine Scheibe excellent im Tor der Füchse. Den Schlusspunkt setzte jedoch ein Blau-Gelber. Daniel Schwamberger traf eine Sekunde vor Spielschluss ins verwaiste Tor der Tigers zum Endstand von 5:3.

Schlüsselszene

Hat das 3:0 unsere Jungs zu sicher gemacht? Jedenfalls schienen die Füchse das Resultat danach nur noch verwalten zu wollen, was beinahe noch schief gegangen wäre.

Querschläger

Nach noch nicht einmal vier Minuten bekam unser Rothelm Joel Keussen einen irgendwie abgefälschten oder abgeprallten Puck in das Gesicht. Die blutende Wunde musste sofort behandelt werden. Anschließend spielte unser Abwehrrecke unaufgeregt weiter und steuerte zwei Assists zum Sieg bei.

Aufreger

Die Strafenverteilung heuer ließ schon Fragen offen. Sicher: Das Zweikampfverhalten der Füchse war nicht immer clever. Aber 20:8-Straminuten pro Weißwasser lassen auf raubeinige Gäste schließen, die sie nicht waren.

Der Top-Spieler

Aus einer insgesamt geschlossenen Mannschaftsleistung ragte unser Goalie Macmillan Carruth noch heraus. Als die Hausherren drückten, verwehrte der Kanadier dem gut geschossenen Spielgerät mehrfach den Einschlag.

Matchwinner

Daniel Schwamberger avancierte zum spielentscheidenden Akteur. Erst blockte der Deutsch-Tscheche in der 60. Minute eine Schlagschuss der Tigers. Dann stiefelte er trotz aller Schmerzen los und machte das empty-net-goal.

Die Trainerstimmen

Corey Neilson: "Eishockey ist ein lustiges Spiel. Wir haben drei starke Spiele abgeliefert und alle verloren. Heute hatten wir gute Zeiten und schlechte Zeiten. Bayreuth spielt viel besser als noch in der letzten Saison. Unser Penaltykilling war heute sehr gut. Ich bin froh über den Sieg und mit dem Spiel und dem Ergebnis zufrieden."

Petri Kujala: " Wir hatten heute wieder Schwierigkeiten, Tore zu schießen. Wir sind viel zu zurückhaltend gestartet und haben zu viele Fehler gemacht. Dabei haben wir viele Schüsse abgegeben und auch für Verkehr vor dem Füchse-Tor gesorgt. Wie wir dann reagiert haben und nach dem 0:3 wieder zurückgekommen sind, das macht mich stolz. Wir müssen die einfachen Fehler minimieren.“

Die Statistik

0:1(10.) Andres (Keussen), 0:2 (26.) Granz (Reichel, Schwamberger), 0:3 (27.) Hammond, 1:3 (40.) Bartosch (Kolozvary, Gron PP-1), 2:3 (46.) Karlsson (Kunz, Mannes), 2:4 (56.) George (Keussen, Farmer PP-1), 3:4 (57.) Rajala (Davidek, Mannes), 3:5 (60.) Schwamberger (Granz, George EN EQ)

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