FÜCHSE HOLEN SICH SPIEL EINS

Freitag 13.12.2019・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - Tölzer Löwen
6:3
1:0, 3:2, 2:1

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DER BERICHT

Mit einem 6:3-Heimerfolg sind die Lausitzer Füchse ins Tölzer Doppelwochenende gestartet. Vor 2.093 Besuchern zeigten die Weißwasseraner, die konsequent mit vier Reihen gingen, ein verbessertes Zweikampfverhalten, ein gutes Fore- und auchBackchecking sowie ein einfacheres, trotzdem aber effektives Angriffsspiel. Am Ende agierten diesmal die Löwen so, wie man zuletzt die Füchse häufiger gesehen hatte: Vor dem eigenen Tor wurde viel zugelassen, die Scheibe oft nicht aus der Verteidigungszone gebracht und der eine oder andere uninspirierte Pass gespielt. Viel besprochen wurde die lange Busreise der Oberbayern bis nach Ostsachsen. Da ja am Sonntag Spiel zwei der „Mini-Playoffs“ auf dem Programm steht, herrscht sofort Gerechtigkeit. Denn dann müssen unsere Jungs mit den berühmten „Busbeinen“ klarkommen.

Spielverlauf

Das Auftaktdrittel war ereignisarm. Ganze 9:5 Torschüsse hatten die Statistiker nach 20 Minuten gezählt. Anfangs war auf beiden Seiten zunächst Fehler verhindern erste Bürgerpflicht. Allein erwähnenswert war ein Schuss von Lubor Dibelka, der nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbeizischte. Und dann klingelte es alsbald. Darcy Murphy schleppte die Scheibe um das Tor der Buam, passte durch den Slot und fand Robert Farmer, der gegen die Laufrichtung von Silo Martinovic vollstreckte. Auch nach dem Treffer neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. Aber unsere Blau-Gelben hatten die besseren Tormöglichkeiten. Nicolas Strodel forderte den Tölzer Goalie, der krabbelnd klärte (11.), ein feiner Direktschuss von Philip Kuschel klatschte nur an das Torgestänge (12.) und Thomas Reichel fälschte direkt vor Martinovic eine Monteith-Hereingabe ab, aber am Gehäuse vorbei. Es folgte eine Strafe gegen Clarke Breitkreuz wegen Checks gegen den Kopf und Nackenbereich. In der Überzahl zog Markus Eberhardt von der Blauen Linie ab, und Mac Carruth fuhr die Schoner-Spitze aus (17). Als dann Weißwasser erstmals Powerplay spielen durfte, hatten die Oberbayern eine dicke Konterchance, ließen sie aber aus. Zum Schluss gab es noch eine Art „Eisfederball“. Jedenfalls flipperte die Scheibe in beachtlicher Höhe zwischen den Teams hin und her.

Der Mittelabschnitt war ereignisreich. Zunächst vergaß unsere Defensive Lubor Dibelka, der gefühlt eine halbe Stunde frei vor Mac Carruth stand und hoch einschießen durfte. Es vergingen zehn Sekunden, da wurde Jordan George von Darcy Murphy geschickt, umkurvte Keeper Martinovic und holte die Führung zurück. Jetzt waren die Buam wieder am Zuge. Hatten die Heimischen beim Versuch von Shawn Weller noch Glück, so schob nur Augenblicke danach Max French den Puck unter Mac Carruth ins Tor. Das Fatale: Unser Hüter hatte seine Kelle verloren und war zwischen den Schonern mächtig verwundbar. Die Begegnung blieb jetzt sehr unterhaltsam. Jordan George verzog nach Hammond-Pass ganz knapp (28.). Und bei einem weiteren Tölzer Unterzahlkonter touchierte das Spielgerät nach einem Tyler-McNeely-Versuch die Lattenoberkante (29.). Dann passierte etwas, was sich in diesem Match schon angedeutet hatte, weil nämlich endlich die Pucks öfter zum Tor gebracht wurden: Oliver Granz fasste sich bei EHC-Überzahl ein Herz, schoss von der Blauen und Darcy Murphy, der gemeinsam mit Joel Keussen für Sichtbehinderung des Schlussmanns sorgte, fälschte das Spielgerät leicht ab, so dass es den Weg ins Netz fand. Nach 34 Minuten hatte Thomas Reichel eine Großchance, traf aus zweieinhalb Metern aber nur das Ende der Torwartkelle von Sinisa Martinovic. Dann fiel sogar das 4:2. „Georgy“ stiefelte los, legte quer zurück auf Joel Keussen und der schickte das Hartgummiteil hoch ins lange Eck. Ein richtig schöner Treffer! Dass man dann hinten wieder etwas leichtsinniger wurde, blieb bis zur zweiten Sirene unbestraft, weil Mac Carruth dem frei vor ihm auftauchenden Philipp Schlager grandios den Schneid abkaufte (39.).

Die letzte Periode war ereignismittelprächtig. Tölz kam gut aus der Kabine, die Unsrigen eher nicht. Gegen Max French, der allein auf Carruth zulief, konnte unser Hüter spektakulär klären (42.). Auch den Schuss von Marco Pfleger in Überzahl hielt der Amerikaner, der beim Nachsetzer von Shawn Weller dann doch machtlos war. Sollte jetzt das Zittern doch wieder beginnen? Nein! Denn keine zwei Minuten nach dem 3:4 fälschte Matt MacKenzie einen Hammond-Schlenzer ins eigene Tor ab. Fortan ließen die Oberlausitzer nicht mehr so viel zu. Beinahe hätte Daniel Schwamberger die sechste Bude gemacht. Er kam nach Strodel-Schuss zum Rebound, der Puck allerdings blieb zwischen den Schonern von Martinovic klemmen (49.). Dann nutzte Lubor Dibelka einen EHC-Fehlpass, lief das Solo und fand in Mac Carruth seinen Meister (51.). Zum Dank für dessen Großtat fiel dann das 6:3. Julius Karrer schickte Jordan George, der zockte Torwart Martinovic aus und machte den Deckel drauf auf das Spiel. Es gab noch je eine dicke Möglichkeit zur Resultatsveränderung. Erst schoss Daniel Schwamberger am leeren Tor vorbei, nachdem er Silo Martinovic bereits umspielt hatte (56.). Dann kam Tyler McNeely am kurzen Pfosten zum Abschluss, doch Carruth war eiligst im bedrohten Eck. Der Anhang der Einheimischen wusste deren engagierte Leistung heuer zu schätzen und ließ alle Welt wissen, dass der ESW nun wieder da sei. Nach hoffentlich!!!

Schlüsselszene

Der eine oder andere sah im 4:2 den Knackpunkt des Spiels. Vermutlich aber war es erst das 5:3, dass die Ruhe und Sicherheit brachte und den Gästen etwas den Zahn zog.

Klartext

Als Verteidiger Joel Keussen in der zweiten Drittelpause erklären sollte, was das für ein Gefühl sei, nach langer Zeit wieder getroffen zu haben, ließ die Antwort kaum zu wünschen übrig: „Das ist mir scheißegal – Hauptsache wir gewinnen das Spiel. Wir müssen alles dafür tun, uns den Sieg heute nicht mehr nehmen zu lassen.“ Derart Entschlossenheit tut gut!

Zoschke-Hommage

Damit konfrontiert, dass Niklas Zoschke trotz seltener Einsatzzeiten von den Fans zum „Spieler der Woche“ und „Spieler des Monats“ gewählt wurde, sagte Trainer Corey Neilson: „Er ist ein toller Kerl, der jeden Tag sehr hart arbeitet, um besser zu werden. Niklas hatte sich den Einsatz zuletzt redlich verdient.“

Duftmarke

Nach 58 Minuten und beim Stand von 6:3 entledigten sich Markus Eberhardt und Feodor Boiarchinov ihrer Helme und Handschuhe und begannen zu fighten. Eberhardt zielte etwas genauer und blieb standfester. Dann griffen die Unparteiischen ein. Mit Blick auf Sonntag war so ein gewisses „Vorzeichen“ gesetzt. Der Tölzer Siebzehner gestikulierte beim Abgang noch wild in Richtung Füchse-Spielerbank und musste von einem Ordner zur Kabine geleitet werden.

Der Top-Spieler: Joel Keussen

Unser Top-Verteidiger kommt wieder auf Touren, machte eine sehr gute Partie, blieb praktisch fehlerfrei und schoss das wichtige 4:2. Die zitierte Entschlossenheit lebte der Abwehrchef auch auf dem Eis vor.

Die Trainerstimmen

Kevin Gaudet: „Nach so einer langen Fahrt weiß man nie, wie man ins Spiel kommt. Ich war mit dem ersten Drittel sehr zufrieden. Da haben beide Mannschaften sehr defensiv agiert. Wir haben den ersten Fehler gemacht und die Füchse gleich mit dem ersten Schuss ihr erstes Tor. Trotzdem haben wir uns zurückgekämpft und zweimal den Ausgleich geschafft. Nach dem Zwei-Tore-Rückstand aber war es für uns schwer, zurückzukommen. Wir waren heute nicht schlau. Wir haben einen Weg gefunden, das Spiel zu verlieren.“

Corey Neilson: „Unser Ziel war es, so schnell zu spielen, wie für uns möglich. Bad Tölz hatte die lange Busfahrt und nur 15 Feldspieler. Das Spielsystem der Gäste ist darauf ausgerichtet, auf Fehler zu warten und die auszunutzen. Wir haben auch heute Fehler gemacht. Aber es hat zum Sieg gereicht. Darüber bin ich froh, nachdem wir unter der Woche sehr, sehr hart gearbeitet hatten. Vielleicht denken die Fans, wir wären ein Nummer-eins-Team. Aber das sind wir nicht. Wir arbeiten dafür, uns Woche für Woche zu verbessern. Ein paar Ansätze waren gegen Kaufbeuren und heute zu erkennen.“

Die Statistik

1:0 (7.) Robert Farmer ( Clarke Breitkreuz , Darcy Murphy ), 1:1 (22.) Lubor Dibelka ( Shawn Weller , Tyler McNeely ), 2:1 (22.) Jordan George ( Darcy Murphy , Mike Hammond ), 2:2 (24.) Jordan George ( Darcy Murphy , Mike Hammond ), 3:2 (30.) Darcy Murphy ( Jordan George , Oliver Granz PP-1 ), 4:2 (35.) Joel Keussen ( Jordan George , Mike Hammond ), 4:3 (43.) Shawn Weller ( Marco Pfleger , Lubor Dibelka PP-1 ), 5:3 (45.) Mike Hammond ( Jordan George , Mychal Monteith ), 6:3 (52.) Jordan George ( Julius Karrer , Mike Hammond )

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