FÜCHSE ERZWINGEN DAS GLÜCK

Sonntag 06.10.2019・17:00 Uhr
Lausitzer Füchse - Bietigheim Steelers
3:2
1:1, 2:1, 0:0

KEEPER MAC CARRUTH SICHERT DAS 3:2 GEGEN BIETIGHEIM

DER BERICHT

Es gab schon Spiele, da waren die Lausitzer Füchse viel näher an einem Sieg dran, als es diesmal der Fall war. Die Torschussstatistik von 50:27 pro Steelers gibt auch die Spielanteile recht realistisch wieder. Aber heuer konnte das Glück, das zuletzt eher selten mit den Unsrigen im Bunde war, endlich gezwungen werden. Vor allem in der Schlussphase bei Drei gegen Sechs agierten die Blau-Gelben kämpferisch vorbildlich und verteidigten den knappen Vorsprung mit Geschick und Leidenschaft. Zuvor wurden das Powerplay und unser Goalie Mac Carruth zu den entscheidenden Faktoren.

Spielverlauf

Die Angereisten liefen sofort auf vollen Touren und machten direkt Nägel mit Köpfen. Als Mike Hammond vor dem eigenen Tor nicht aufräumen konnte, schmetterte Norman Hauner das Spielgerät humorlos hoch ins kurze Eck. Da waren gerade 74 Sekunden absolviert. Doch Weißwasser war nicht geschockt. Exakt 95 Sekunden später und mit dem ersten guten Angriff glich Jordan George aus. Es folgte ein gewisses Strafenfestival. Derweil von uns Mychal Monteith und später Thomas Reichel pausieren mussten, vergab erst Lukas Laub mit Schrägschuss über das Tor (6.), dann Matt McKnight direkt vor Mac Carruth (8.) und schließlich Benjamin Zientek im Slot (11.). Sodann flogen in regelmäßiger Folge insgesamt drei Grün-Weiße vom Eis. Das mögliche 2:1 der Heimischen verhinderte Max Prommersberger, der die Scheibe für seinen schon geschlagenen Keeper Stephon Williams noch von der Linie holte (13.). Während unser Überzahlspiel gar nicht so unansehnlich war, gestattete man den Gästen immer wieder Unterzahlbreaks. Mit spektakulären Saves bewahrte uns Mac Carruth gegen Frederik Cabana (14.) und Alexander Preibisch (15.) vor einem Rückstand. Tohuwabohu gab es nach 19 Minuten vor Williams, der zwar den Puck nicht unter Kontrolle bekam, aber beim Austeilen nicht zimperlich war. Strafen gab es allerdings nur für Zientek und Clarke Breitkreuz.

Auch in die zweite Periode erwischten die Schützlinge von Hugo Boisvert den besseren Start. Aber es bedurfte der Unterstützung unseres vierten Blocks, der die Scheibe in den eigenen Slot bugsierte. Dann konnten die Steelers zumindest dreimal schießen. Und der dritte Versuch saß auch. Derweil die Unparteiischen an sich ziemlich kleinlich leiteten, blickten sie großzügig über eine Attacke auf Mac Carruth hinweg, der nach 29 Minuten und einem „Angriff“ hilflos in seinem Torraum lag und auch noch die Kelle verlor. Irgendwie überstanden unsere Jungs diese gefährliche Situation ebenso unbeschadet wie zwei Unterzahlspiele. Dann musste René Schoofs für zwei Minuten zuschauen. Und da lief der Puck wie am Schnürchen über die Stationen Tomas Andres und Mike Hammond zu Jordan George, der am langen Pfosten stehend direkt zum 2:2 einklinkte. Fünf gegen fünf wurde danach selten gespielt. Die Blau-Gelben killten eine umstrittene Strafe gegen Clarke Breitkreuz. Dann musste Tim Schüle auf das Sünderbänkchen. Es folgte der schönste Füchse-Angriff bis dahin über George, Hammond und Darcy Murphy, der in Williams seinen Meister fand. Und als die Stadionuhr noch zehn Sekunden im Mittelabschnitt anzeigte, da fand Mike Hammond am langen Pfosten Murphy, der im ersten Versuch über die Scheibe wischte, sie im zweiten Versuch doch noch einschob. Mit einer knappen Führung ging es in die letzten 20 Minuten.

Und die hatten es in sich! Zunächst hätte unser Breitkreuz, der andere spielte auf der Gegenseite, das 4:2 machen können. Aber er war nach Farmer-Zuspiel zu dicht an Williams (43.). Dann klärte Carruth ganz stark gegen Lukas Laub (45.). In der 52. Minute drohte ein Landshut-Deja-vu. Unser Schlussmann wehrte einen Puck zur Bogenlampe ab, die sich hinter ihm senkte. An sich hätte die Szene ohne Relevanz bleiben sollen, denn einer der Unparteiischen hatte zuvor laut hörbar abgepfiffen. Warum auch immer wurde aber der Videobeweis bemüht, der ergab, dass das Hartgummiteil die Torlinie noch nicht überquert hatte. Es blieb beim 3:2 und dann hätte Mike Hammond das Match entscheiden können. Aber er schoss nach 53 Minuten frei vorbei und scheiterte direkt ebenso an Williams, wie mit einem Solo nach 55 Minuten. Als die letzten 180 Sekunden angebrochen waren, überschlugen sich die Ereignisse. Erst gab es zwei Minuten gegen Eric Mik. Drei Sekunden später, direkt nach dem Bully, musste auch Joel Keussen runter, der den Schläger eines Steelers „gelupft“ hatte. Das bedeutete 1:57 Minuten drei gegen fünf. Prompt zog Bietigheim noch den Torwart und rannte mit sechs gegen drei an. Unser Trio ackerte vehement, was durch rutschte, fischte Mac Carruth weg. Die Schlusssirene kam einer Erlösung gleich.

Schlüsselszene

Unstrittig war das perfekte Unterzahlspiel unserer Mannschaft, erst recht in der sagenhaften Schlussphase, diesmal spielentscheidend.

Aufreger

In der 35. Minute checkte Clarke Breitkreuz seinen Gegenspieler Benjamin Zientek geschätzte vier Meter von der Bande entfernt. Bietigheims 14er hatte offenbar den Helm nicht richtig geschlossen, verlor diesen und machte schmerzhaft mit der Bande Bekanntschaft. Der „Cruiser“ bekam zwei Strafminuten wegen Bandenchecks, der es nun sicher nicht war. Mag die Szene dramatisch ausgesehen haben. Ob sie strafwürdig war, kann man trefflich diskutieren.

Psycho-Trick

Nach seinem unglücklichen Auftritt in Ravensburg erschien Torhüter Mac Carruth heute mit nagelneuen Matratzen zum Spiel. „Ja, es war meine Idee, diese heute auszuprobieren“, erklärte Macmillan: „Es war wichtig für mich und ein gutes Gefühl. Außerdem sind sie härter, sodass der Puck bei Rebounds weiter wegspringt.“ Ganz in weißem Beinkleid lief der Amerikaner zu Top-Form auf.

Glücksfaktor

Oliver Granz resümierte das Match so: „Vorne hatten wir heute nicht so viel Scheibenglück. Dafür aber hinten.“

Der Top-Spieler

Mac Carruth

Erst hielt uns der 27-Jährige im Spiel, dann den Sieg fest. 48 von 50 Schüssen entschärft – es war die perfekte Reaktion auf das Match vom Freitag.

Die Trainerstimmen

Hugo Boisvert: „Wir hatten richtig gut begonnen und sowohl im ersten und auch zweiten Drittel genügend Chancen für eine Führung. Gerade bei fünf gegen fünf haben wir viele Tormöglichkeiten gehabt. Zudem hatten wir viel Überzahl. Da musst du treffen, sonst bezahlst du dafür. Und so ist es gekommen. In Unterzahl haben wir zu einfach zwei Treffer kassiert. Aber ich bin stolz auf meine nur fünf Verteidiger, die in dieser Woche einen tollen Job gemacht haben.“

Corey Neilson: „Es ist schön, mal wieder gewonnen zu haben. Bietigheim war ein starker Gegner, der viele Chancen hatte und heute auch besser war. Aber so komisch kann Eishockey sein. Wir hatten Spiele mit viel Puckbesitz und haben verloren. Heute hatten wir die Scheibe nicht so oft und gewonnen. Unser starkes Powerplay hat heute den Unterschied gemacht. Beide Torhüter waren top. Es stimmt, dass wir wieder viele Schüsse zugelassen haben. Aber es kommt immer darauf an, von wo geschossen wird. Unser Ziel ist es, die Gegner außen zu halten, so dass sie nicht von der Mitte aus zum Abschluss kommen.“

Die Statistik

0:1 (2.) Norman Hauner (Matt McKnight). 1:1 (3.) Jordan George (Darcy Murphy - Mike Hammond), 1:2 (23.) Robert Kneisler (Tim Fleischer - Norman Hauner), 2:2 (34.) Jordan George (Mike Hammond - Tomas Andres PP-1), 3:2 (40.) Darcy Murphy (Mike Hammond - Joel Keussen PP-1)

Media-Center

HIGHLIGHTS / PK HIGHLIGHTS DEL2

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