ERFOLGSSPUR WIEDERGEFUNDEN

Freitag 26.10.2018・ Uhr
Lausitzer Füchse - EC Kassel Huskies
4:1
2:0,1:0, 1:1

TROTZ 4:1 - FRAGEN ÜBER FRAGEN

DER BERICHT

Das Lächeln ist zurück im Fuchsbau! Wo man nach der Partie gegen die Kassel Huskies auch hinschaute – überall gab es fröhliche Gesichter zu sehen: Auf den Rängen, in Pinters Fuchsbau, in der Füchse-Kabine, auf der Pressetribüne… Naja, ein Platz unter den Journalisten war „freudenfrei“ besetzt. Den hatte sich Rico Rossi gesichert. Und auch in der Huskies-Umkleide waren die Mienen eher ernst. Kein Wunder nach einem Match, das mit dem 4:1 die Überlegenheit der Heimischen nicht ansatzweise auszudrücken vermochte. Jede Menge Fragen blieben dennoch: Waren die Gäste nun so schlecht oder die Unsrigen so stark? Was gab den Ausschlag für die Rückkehr zu alter Stärke? Warum haben wir zuletzt nicht ansatzweise so scharf geschossen, wie heuer gepasst wurde? Wer hat Philip Kuschel umgeformt? Weshalb waren die Huskies diesmal so brav? Und darf man eigentlich – wie Kassels André Reiss – an schwarz-weiße Ballettschuhe Kufen schrauben?

Die wichtigste Antwort leuchtete von der Anzeigetafel. Wer viermal trifft und nur ein blödes Tor zulässt, der kann nicht so viel falsch gemacht haben. Wenn überhaupt, dann war der Trainerwechsel bei den Hessen nur in den ersten zehn Minuten spürbar. Da nämlich liefen und rackerten auch die Carpenter-Schützlinge, ohne zu klaren Torchancen zu kommen. Die beste Gelegenheit hatte David Kuchejda, der gegen seinen Ex-Club hochmotiviert wirkte und nach sechs Minuten frei Tormitte am besten Schlittenhund scheiterte – an Goalie Marcel Melichercik. Der ließ durchaus oft die Scheiben prallen. Und irgendwann hatten das auch unsere Jungs geschnallt. Denn Eishockey kann so einfach sein: Schuss Kuschel, Abpraller Melichercik, Abstauber George – 1:0 (11.). Schuss Kuchjeda, Abpraller Melichercik, Abstauber Eriksson – 2:0 (19.). Dass zwischen den Toren und bei vierminütiger Überzahl nach einer Doppelstrafe für Michi Christ, der seine Antipathien für David Kuchejda nicht zu verbergen wusste, eben der letztjährige Huskie und Jordan George jeweils freistehend aus drei Metern das Spielgerät nicht im Netz unterbringen konnten, war mehr als schade. Die 14:3-Torschüsse in den ersten 20 Minuten gaben den Spielverlauf aber treffend wieder.

Im Mittelabschnitt wurde es enger – bei dennoch 19:10 gut gezielten Torabschlüssen. Zunächst hatten alle die Pech, die zu lange pullern oder fachsimpeln mussten – oder deren Weg zur Pressetribüne etwas länger war. Denn nach nur 18 Sekunden im zweiten Drittel hob Clarke Breitkreuz das berühmte Stück schwarzen Hartgummi hoch ins linke Eck – das 3:0 (21.). Und die Blau-Gelben drückten und drückten. Steve Saviano und Jeff Hayes fanden in Kassels Schlussmann ihren Meister (25.), ehe Maximilian Franzreb in den Fokus rückte. Nach einer Strafe für Nick Walters wurde Letztgenannter bei seiner Rückkehr vom Sünderbänkchen einfach vergessen. Das bescherte ihm und Matthew Neal einen Zwei-gegen-Null-Konter, den Franzi spektakulär stoppte (30.). Und auch zwei Minuten später war unser Hüter zur Stelle, als Walters dachte, Franzreb im Liegen sei leicht zu bezwingen. Doch unser Keeper ließ die Fanghand nach oben schnellen und schnappte zu (32.). Ohne Gegentreffer schmeckte der zweite Pausentee bestens.

Im Schlussabschnitt wirkten die Gäste etwas zielstrebiger, derweil unsere Jungs das Geschehen fast durchweg unter Kontrolle hatten und nur wenig Zwingendes zuließen. Trotzdem kam Kassel recht früh zum 1:3. Weshalb der Schuss von Alexander Heinrich den Weg in unser Gehäuse fand, werden die SpradeTV-Bilder klären. Exakt vier Minuten später konnten die Hausherren dann endlich einmal eines der durchaus gut gespielten Powerplays nutzen. Plötzlich fiel Feo Boiarchinov der Puck vor die Kelle – der Rest war Formsache. Denn knapp zwei Minuten vor der Schlusssirene überstanden die Oberlausitzer noch 1:24 min. doppelter Unterzahl. Logo, dass dann die praktisch komplette Arena „stolz auf unser Team“ war.

Wie also lauten die Antworten?

Ja, unsere Mannschaft spielte endlich wieder schnell und entschlossen, ließ den Huskies wenig Luft zum Atmen. Was allerdings von den Hessen kam, war wirklich nicht die Welt. Wirkung und Gegenwirkung halt! Erneut leichte Korrekturen in den Reihen und vor allem viele Videosequenzen aus besseren Zeiten führten die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur, wie Coach Corey Neilson erläuterte. Man habe auch mehr geschossen als immer nur gespielt. Die Pässe diesmal waren halt scharf und „unser Jung“, Philip Kuschel, hat seine – vom Cheftrainer verordnete – etwa zweimonatige „Umschulung“ vom Stürmer zum Verteidiger offenbar toll gemeistert. Der 20-Jährige assistierte beim 1:0 und war auch sonst ersichtlich unaufgeregt, was der eigenen Defensive mehr Sicherheit gab. Vielleicht waren die Huskies eher brav, weil Rico Rossi weit entfernt von der Auswechselbank saß. Und André Reiss‘ Schlittschuhe sind halt besonders…

Die Trainerstimmen:

Corey Neilson: „Ich bin froh, dass wir endlich wieder gewonnen haben. Es war vielleicht unser bisher bestes Spiel in der Saison. Wir haben den Puck schnell bewegt und das Tempo immer hoch gehalten. Heute hatten wir auch einen starken Keeper, der uns sehr geholfen hat.“

Bobby Carpenter: „Die ersten beiden Drittel haben wir nicht viel auf die Reihe bekommen. Irgendwie steckte uns die lange Fahrt in den Knochen. Wir haben uns da viel zu wenig bewegt. Mit dem 3. Drittel bin ich zufrieden. Da haben wir uns Chancen erspielt und ein Tor erzielt. Aber die ersten 40 Minuten waren letztlich spielentscheidend.“

Die Spielzusammenfassung und Pressekonferenz gibt es unter folgendem Link: https://www.del-2.org/videos

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