ELFTER!!!

Samstag 28.12.2019・17:00 Uhr
Lausitzer Füchse - Bietigheim Steelers
2:4
0:1, 1:2, 1:1

KÄMPFERISCHE STEIGERUNG BLEIBT UNBELOHNT

DER BERICHT


Nun ist es doch passiert! Erstmals in dieser Saison sind die Lausitzer Füchse aus den Playoff-Rängen gerutscht. Das 2:4 gegen die Bietigheim Steelers bedeutete die dritte Niederlage in Serie. Vor ausverkauftem Haus benötigten die Unsrigen zu lange, bis sie endlich in der Partie angekommen waren. Bis dahin führten die einfach und effektiv spielenden sowie defensiv sehr gut organisierten Gäste schon 3:1. Zwar drückten die Füchse spätestens im Schlussabschnitt vehement, hatten da aber im Torabschluss zu wenig Fortune. Damit bleibt unserem EHC nun nur noch das Auswärtsspiel in Landshut, um vor dem Hockey Open Air am 4. Januar in Dresden noch etwas Selbstvertrauen zu tanken.

Spielverlauf

Weißwasser bot diesmal alle vier Kontingentspieler im Feld auf. Da Maximilian Franzreb im Tor stand, konnte Luke Nogard sein erstes Match im Fuchsbau bestreiten. Thomas Reichel war kurzfristig von den Eisbären Berlin freigestellt worden, sodass die Oberlausitzer wieder vier Sturmreihen in den Kampf entsandten. Nach einem kurzen EHC-Strohfeuer ohne Tormöglichkeit übernahmen die Gäste das Zepter. Als ein Distanzschuss in Billardmanier rechts am Tor vorbei und von der Bande links zurückflog, stand Brett Breitkreuz frei vor Maximilian Franzreb, der mit dem Schoner parieren konnte (3.). Wenig später kassierte Jakub Kania zwei Strafminuten wegen Behinderung. Im Powerplay zog Matt McKnight ab, Franzreb stoppte die Scheibe und lenkte sie nach außen, wo Frederik Cabana stand und zum 1:0 für die Steelers abstaubte. Es dauerte eine Weile, bis sich die Heimischen vom Schock des frühen Gegentreffers erholt hatten. Und das Gros der Pässe landete eher in den Schlittschuhen der Mitspieler, statt auf deren Schlägern. Zum Glück war „Franzi“ gegen den ziehengelassenen Eric Stephan auf dem Posten (5.). Erst nach 12 Minuten gab es die erste Füchse-Möglichkeit. Doch Stephon Williams im Bietigheimer Gehäuse war gegen den Direktschrägschuss von Joel Keussen zur Stelle. Im unmittelbaren Gegenzug hämmerte René Schoofs das Spielgerät freistehend an unserem Tor vorbei. Und wieder auf der Gegenseite hatten sich Mike Hammond und Jordan George zu nahe an Williams heran kombiniert, um tatsächlich noch am Steelers-Goalie vorbeizukommen (13.). Dann hatte Luke Nogard seine erste bemerkenswerte Szene. Der Kanadier tankte sich an zwei Gegenspielern vorbei, setzte den Schuss aber zu hoch an (17.). Kurz vor der ersten Sirene musste Maxi Franzreb nochmals Kopf und Kragen riskieren, als er Cabana und „dem fremden“ Breitkreutz die Doppelchance aus Nahdistanz abkaufte (19.). Das beste aus Füchse-Sicht nach dem Auftaktdrittel war der nur knappe Rückstand.

Als die meisten Besucher noch auf dem Rückweg von den Getränkeständen oder den völlig überfüllten Toiletten zu ihren Plätzen waren, da wurde Joel Keussen Höhe der Mittellinie in einen Zweikampf mit zwei Grün-Weißen verwickelt. Ehe ihm jemand zu Hilfe kam, startete Guillaume Leclerc zum Sololauf und ließ unserem Schlussmann keine Abwehrchance. Sollte erneut im Mitteldrittel der Einbruch folgen? Nein, die Gastgeber wehrten sich unübersehbar gegen die drohende Niederlage. Einen Hammond-Fernschuss konnte Stephon Williams nicht festhalten, war aber gegen Clarke Breitkreuz‘- Nachstocherer der Sieger (25.). Die Neilson-Schützlinge drückten nun auf das Tempo und zwangen so Cabana zur Strafe. Die war nur sieben Sekunden alt, da erspähte Keussen den freien Darcy Murphy, der unser Team auf die Anzeigetafel brachte. Die Intensität der Zweikämpfe nahm zu wie auch die Zahl der Herausstellungen. Als Mychal Monteith auf dem Sünderbänkchen saß, packte Maximilian Franzreb drei starke Saves gegen Tim Schüle, Chris Owens und Yannick Wenzel aus (alles 34.). Nach einer kleineren Rauferei ging es vier gegen vier weiter. Da verlor Monteith einen Zweikampf vor unserer Spielerbank, was den Angereisten einen Drei-gegen-eins-Konter bescherte. Zunächst konnte „Franzi“ gegen McKnight noch klären. Gegen den Nachschuss von Brett Breitkreuz war er aber machtlos. Fast hätte Jordan George noch vor dem zweiten Pausentee den Anschluss geschafft. Sein Abfälscher im Powerplay frei vor Williams rutschte aber nicht durch (40.).

Die Strafe gegen Mark Ledlin lief auch zu Beginn der letzten Periode weiter. Da verfehlte George mit einem Direkt-Schrägschuss das Steelers-Tor (41.). Und Weißwasser stürmte nun endlich kompromisslos weiter. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Mike Hammond sah den „Cruiser“ allein vor Williams, passte zentimetergenau auf den Kapitän und der schoss ein. Jetzt kochte die weeEisArena. Und Bietigheim verlor ein wenig die Coolness. McKnight und Max Prommersberger flogen beide in Minute 46 auf die Strafbank. Damit gab es zwei komplette Uhrzeigerumdrehungen doppelten Spielervorteil für die Unsrigen. Es wurde gerannt, gepasst und auch geschossen. Joel Keussen traf nur den Pfosten, Hammond, George (alle 47.) und wenig später Nogard (49.) scheiterten an Torhüter Williams. Auch bei einer weiteren (einfachen) Überzahl lag das 3:3 in der Luft – aber es fiel nicht. Direkt von der Strafbank kommend hatte Schoofs das 4. Gästetor auf dem Schläger, doch Franzreb rettete stark (52.). 75 Sekunden vor Ultimo setzte Corey Neilson alles auf eine Karte und brachte für unseren Schlussmann den sechsten Feldspieler. Der Ausgleich gelang nicht mehr. Nach einem Ausrutscher von Darcy Murphy konterten die Steelers in Person von Alexander Preibisch den Puck ins empty net. Sicher hatte sich unsere Mannschaft im Verlaufe der Partie sichtbar gesteigert – vor allem kämpferisch. Doch der ganz große Druck blieb über längere Strecken aus. Und die durchaus vorhandenen Torchancen wurden eben nicht genutzt.

Schlüsselszene

Das 3:1 der Gäste fiel exakt in eine Phase, in der die Füchse sozusagen endlich im Spiel angekommen waren. Gegen die kompromisslos verteidigenden Cracks aus dem Ellental war der Weg zu einem Punkt dann offensichtlich zu lang.

Aufreger 1

Nach einem nicht geahndeten Stockschlag eines Bietigheimers direkt in der Ecke hinter dem Franzreb-Tor wurde zur Selbstjustiz übergegangen. Das Duell Oliver Granz gegen Benjamin Zientek endete mit leichten Vorteilen für unsere Nummer 77. Die Referees schickten die Streithähne für jeweils vier Minuten in die Kühlbox.

Aufreger 2

Man mag darüber streiten, ob Mike Hammond heuer bester Füchse-Spieler war. Unseren Rothelm dann während der Auszeichnung aber auszupfeifen, gehört sich einfach nicht. Mit 36 die meisten Assists der Liga sind sicher ebenso wenig Zufall wie Platz zwei der DEL2-Scorerwertung. Wie wertvoll der 29-Jährige ist, war einmal mehr beim 2:3 zu erleben, als er binnen Sekundenbruchteilen den perfekten Pass für Clarke Breitkreuz spielte. Sicher weist der britische Nationalspieler Reserven in Sachen Zweikampfverhalten auf. Das aber sollte nach nun 33 Saisonspielen bekannt sein und von der Mannschaft kompensiert werden können.

Vorbild

Wie Leidenschaft und Siegeswillen aussehen, zeigte einmal mehr Joel Keussen. Der Verteidiger hatte gefühlte 40 Minuten Eiszeit, war an allen Brennpunkten parat und war in Sachen Körpersprache der Leader. Zur aktuellen Situation sagte unsere Nummer sieben Bemerkenswertes: „Wir müssen die Fehler abstellen, zusammenhalten als Team und zusammen aus der Krise kommen.“

Bedenkliches

Der dritte Sturm lief diesmal mit Andres, Nogard und Reichel auf, der vierte mit Boiarchinov, Schwamberger und Strodel. Kommt angesichts dieser durchaus namhaften Formationen aus den hinteren Reihen nicht viel zu wenig?

Unzumutbar

Wenn knapp 3.000 Besucher mit zwei nicht unbedingt überdimensionierten Sanitäranlagen auskommen müssen, dann birgt das Verdruss. Wäre es noch verständlich, wenn ein „Akutproblem“ die Schließung der jeweils dritten Toiletten bedingt hätte, so ist im Zeitalter von perfekter Logistik und wissenschaftlichem Fortschritt unklar, warum die Bedürfnisanstalten im Souterrain nun schon seit Wochen dicht sind.

Der Top-Spieler: Guillaume Leclerc

Der 23-Jährige war mit einem Tor und zwei Assists an den ersten drei Steelers-Treffern beteiligt. Dazu entpuppte sich der Franzose als Antreiber, Denker und Lenker im ersten Sturm der Gäste.

Die Trainerstimmen:

Marc St. Jean: „ Ich bin extrem stolz auf meine Mannschaft. Das war ein Charaktersieg nach den letzten zwei Niederlagen. Weißwasser ist eine sehr kämpferische und organisierte Mannschaft. Wir haben gewusst, dass wir heute eine Top-Leistung bringen müssen, um das Spiel zu gewinnen. In den ersten 30 Minuten haben wir unser System sehr gut gespielt, haben dann aber durch Strafen unseren Rhythmus ein bisschen verloren, aber am Ende haben die Jungs einen Weg gefunden durch die Unterzahl den Sieg heimzubringen. Ich freue mich riesig.“

Corey Neilson: „ Das erste Drittel von uns war schlecht. Da waren wir nicht gut, gerade in den ersten zehn Minuten. Danach ist es besser geworden. Es fehlt das Selbstbewusstsein, gerade nach den letzten Spielen. Aber die Mannschaft will gewinnen, sie wollen sehr gewinnen und dann machen die jungen Spieler Fehler. Dann schießt man vorne keine Tore und das macht dann wieder Probleme, dass man hinten Gegentore bekommt nach Fehlern. Im zweiten Drittel war es dann etwas besser. Im dritten Drittel da steht ein Stürmer falsch oder spielt einen falschen Pass und dann frisst man eben das Gegentor, wo man selbst hätte das Tor erzielen können. Der Druck ist groß auch durch die Fans, die natürlich Siege sehen wollen und das will die Mannschaft auch. Es gibt große Erwartungen gerade auch durch die letzte Saison. Aber die Spieler haben diese Erwartungen auch an sich selbst. Wir sind ein Playoff-Team und ich verspreche, dass wir ein Playoff-Team sind und deshalb werden wir weiter hart arbeiten.“

Die Statistik

0:1 (4.) Frédérik Cabana ( Matt McKnight , Guillaume Leclerc PP-1), 0:2 (21.) Guillaume Leclerc ( Brett Breitkreuz ), 1:2 (31.) Darcy Murphy ( Joel Keussen , Mike Hammond ), 1:3 (36.) Brett Breitkreuz ( Matt McKnight , Guillaume Leclerc ), 2:3 (46.) Clarke Breitkreuz ( Mike Hammond , Jakub Kania ), 2:4 (60.) Alexander Preibisch ( René Schoofs , Chris Owens EN EQ)

Strafminuten: Lausitzer Füchse: 6-12 Bietigheim Steelers: 8-16

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