WEIHNACHTSFRIEDEN FÜR DIE FAN-HERZEN

Freitag 21.12.2018・ Uhr
EHC Bayreuth -Tigers - Lausitzer Füchse
2:4
1:0, 0:3, 1:1

FÜCHSE FEIERN SOUVERÄNEN AUSWÄRTSSIEG

DER BERICHT

Der Füchse-Fanblock in Bayreuth lieferte den Beweis: EINEN Weihnachtsmann gibt es gar nicht – es gibt ganz viele. Denn ca. 75 „Nikoläuse“ unter den reichlich 120 EHC-Schlachtenbummlern sorgten für ein völlig neues Eishockey-Anhänger-Outfit. Obwohl die „Pseudo-Santas“ Bierbecher statt Säcken dabei hatten, wurden die drei Auswärtspunkte dennoch eingetütet. Und das in ganz souveräner Manier. Nie musste man um unsere Jungs ernsthaft zittern, auch nicht nach dem späten Rückstand im ersten Drittel. Von der Spielanlage und dem Tempo her wurden die Oberlausitzer diesmal der Favoritenrolle gerecht. Spätestens mit den Treffern im Mittelabschnitt durften Blutdruckmessgeräte und Herztropfen in den Medizinschrank zurückgelegt werden. So stellt man sich vorweihnachtlichen Frieden vor, den auch Marvin Cüpper genießen konnte. Denn der 24-Jährige stand (noch) nicht im Kader. Dem ärztlichen Rat folgend soll der von den Eisbären Ausgeliehene noch ein paar Tage pausieren. „Wir wussten von der Abschlussuntersuchung und dass es noch zwei bis fünf Tage dauern kann, bis er uneingeschränkt belastbar ist. Da wir keine Chance haben, ihn in der Weihnachtszeit zu lizenzieren, mussten wir jetzt schon handeln“, erklärte unser Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Das bedeutet, dass Cüpper wohl erst nach den Festtagen zum Kontrahenten von Olafr Schmidt mutiert.

Die Füchse begannen gut. Ein Bully-Gewinn im Tigers-Drittel von Jeff Hayes ermöglichte Chris Owens die erste Chance, aber er traf nur den Panzer von Brett Jaeger, der das Tor der Oberfranken hütete. Und die Gäste machten das Spiel. Bayreuth kam erstmals nach fast drei Minuten gefährlich vor das Tor von Olafr Schmidt. Kurz darauf war Juuso Rajala in guter Schussposition, aber Schmidt hielt sicher. Der nächste Angriff der Füchse hatte es in sich. Gleich zwei Mal hätten die Unsrigen in Führung gehen können. Auch ein abgefälschter Schuss von der Blauen Linie war für den Bayreuther Goalie kein Problem. Eine gute Chance gab es noch für Philip Kuschel, der aus zentraler Position die Scheibe über das Tor haute. Das war es dann auch erst einmal mit Füchse-Chancen. Bayreuth war jetzt die engagiertere Mannschaft und erarbeitete sich gute Möglichkeiten zur Führung. Arnoldas Bosas, Juuso Rajala, erneut Bosas und Jake Newton vergaben aus guten Positionen oder scheiterten an Olafr Schmidt. In der 14. Minute folgte die bis dahin beste Einschussgelegenheit für die Wagner-Städter bei einer 3 auf 1 Situation. Doch der entscheidende Pass von Timo Gams konnte in letzter Sekunde durch einen Füchse-Schläger verhindert werden. Jetzt war das Spiel wesentlich offener und es gab Chancen hüben wie drüben. Zunächst schoss Tim Richter am Füchse-Kasten vorbei und auf der anderen Seite scheiterte Chris Owens an Brett Jaeger. Die größte Möglichkeit für die Tigers-Führung hatte erneut Timo Gams, als er den Puck über den am Boden liegenden Olafr Schmidt, aber auch das von ihm gehütete Gehäuse zimmerte. Ein Lupfer hätte wohl die Führung bedeutet. Aber die kam dann trotzdem noch. In der letzten Spielminute versenkte Kevin Kunz einen Pass von Routinier Josef Potac per Onetimer im Füchse-Tor. Keine Chance für Olafr Schmidt. Obwohl die Anzeigetafel noch keinen EHC-Treffer verkünden konnte, sangen unsere Fans die gesamte erste Pause hindurch das „Torlied“ aus dem Fuchsbau mit dem bekannten Ende – nämlich der Grußbotschaft der besonderen Art für die Gastgeber.

Im zweiten Drittel merkte man schnell, dass Corey Neilson in der Kabine offenbar deutliche Worte gefunden haben muss, denn die Mannschaft spielte endlich zwingenderes Eishockey. Zwar zog Vincent Hessler gleich in der 21. Minute eine Strafe, die aber folgenlos blieb. Im Überzahlspiel der Tigers waren es sogar die Füchse, die mit einem Konter fast den Ausgleich erzielt hätten, aber eben nur fast. Die Gastgeber hingegen hatten einige gute Distanzschüsse, es fiel aber kein weiterer Treffer. Als Vincent Hessler wieder zurück auf dem Eis war, liefen die Unsrigen geraden einen Angriff und Clarke Breitkreuz spielte von der Blauen Linie den vor dem Tor in Position gelaufenen Kapitän Anders Eriksson an, der unbedrängt zum 1:1 einlenkte. Da lief die 24. Minute. Jetzt hatten die Gäste nicht nur Oberwasser, sie hatten auch endgültig die Kontrolle über das Spiel. Gerade noch verfehlte Jake Newton mit seinem Kracher das Füchse-Tor (27.), da schickten sich die Blau-Gelben an, das 2:1 zu markieren. Jeff Hayes gewann ein Bully im Angriffsdrittel, der Puck kam zu Steve Saviano und der bediente Steven Bär an der Blauen Linie. Sein Hammer schlug ohne Vorwarnung im Kasten von Brett Jaeger ein. Der merkte das wahrscheinlich nur am metallischen Geräusch des Innenpfostens. Damit hatten die Füchse die Partie innerhalb von dreieinhalb Minuten gedreht. Und sie hatten Lust auf mehr. 69 Sekunden nach dem Führungstreffer erhöhte Philip Kuschel auf 3:1. Er fälschte einen straffen Schuss von Joel Keussen ab. Das gab den Füchsen jetzt noch mehr Sicherheit und sie ließen so gut wie nichts mehr zu. Die Heimischen waren sichtlich angeschlagen, hatten sie sich doch nach der 1:0 Führung mehr erhofft. Abgesehen von je einem Schuss von Arnoldas Bosas (37.) und Jake Newton (38.), der übrigens sein letztes Heimspiel für die Tigers bestritt, fiel den Schwarz-Gelben nicht viel ein. Die Unsrigen konnten also etwas beruhigter zur Auswertung in die zweite Pause schreiten.

Der Trainer der Tigers, Petri Kujala, überraschte dann zum letzten Abschnitt mit einem kompletten Reihenroulette. Aber um es vorweg zu nehmen, gebracht haben die Umstellungen nichts. Die Unsrigen taten in diesem dritten Drittel nur so viel wie nötig, was ausreichte, um den Kontrahenten nicht mehr ins Spiel kommen zu lassen. Nichtsdestotrotz gab es gute Chancen für die Gastgeber, das Ergebnis zu korrigieren. Felix Linden (43.) verzog bei seinem Schuss über die kurze Ecke und Bosas scheiterte am überragenden Olafr Schmidt (46.). Als Vincent Hessler in der 50. Minute ein zweites Mal am heutigen Abend auf die Strafbank musste, hatte Ville Järveläinen gleich nach dem Bully mit einem Onetimer die gute Chance zu verkürzen, aber er verzog knapp. Das war auch die einzige richtig gute Möglichkeit für die Franken, am Ergebnis noch etwas zu machen. Das taten dann in der 53. Minute die Füchse. Aber wie! Nach einem Foul an Jeff Hayes und bei angezeigter Strafe lief das Spielgerät über den Gefoulten und Joel Keussen zu Steve Saviano, der am langen Pfosten nur einzuschieben brauchte. Es hatte etwas von Totalausspielung. Das war definitiv die Vorentscheidung. Denn Bayreuth fiel am heutigen Abend zu wenig ein, um unsere Cracks in Verlegenheit zu bringen. Nur in der 60. Minute, da konnte Martin Heider das kleine runde Ding doch noch einmal an Olli Schmidt vorbei ins Tor schieben. Aber davor ließen die Referees, die sich bis dahin doch ziemlich zurückgehalten hatten, dazu hinreißen, die Füchse im Minutentakt zu dezimieren. Mychal Monteith (57.), Chris Owens (58.) und Philip Kuschel (59.) mussten aufs Sünderbänkchen. Vielleicht sollte es ja noch einmal spannend werden. Wurde es aber nicht, denn die Füchse verteidigten recht clever und geschickt, auch wenn der 2:4 Anschlusstreffer 22 Sekunden vor Ende bei fünf gegen drei Überzahl doch noch fiel. Alles in allem ein absolut verdienter Auswärtserfolg für unsere Jungs, die die Partie und den Gegner über 60 Minuten im Griff hatten und drei weitere sehr wichtige Punkte einsammelten. Damit haben es die Blau Gelben wieder auf Platz zwei geschafft, weil Frankfurt in Dresden (3:6) und Kaufbeuren zu Hause gegen Heilbronn (1:5) geschwächelt haben.

Am Sonntag erwarten wir das Schlusslicht Deggendorf im Fuchsbau, das heute mit 2:7 gegen Spitzenreiter Ravensburg den Kürzeren zog und garantiert mehr Zuschauer in die Eisarena lockt, als die 1.622, die in Bayreuth Augenzeugen des abgeklärten Füchse-Sieges waren.

Die Trainerstimmen

Corey Neilson: „Wir haben gut begonnen, sind viel gelaufen und haben hart gespielt. Bayreuth hat aber stark dagegengehalten. Im Mittelabschnitt sind wir dann noch besser und sichtbar überlegener geworden. Dann endlich haben wir auch schöne Tore geschossen. Im dritten Drittel haben die Tigers viel Druck gemacht, dem wir aber standgehalten haben. Ich denke, dass es für uns ein verdienter Sieg war.“

Petri Kujala: „Weißwasser war heute sehr gut. Sie haben das Spiel von Anfang an dominiert. Eigentlich muss man sagen, dass wir die Füchse nie in den Griff bekommen haben. Das 1:0 zur ersten Pause war schmeichelhaft für uns. Im zweiten Drittel haben die Lausitzer dann die Tore geschossen und so die Weichen auf Sieg gestellt.“


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