FÜCHSE VERSPIELEN PLATZ VIER

Sonntag 03.03.2019・ Uhr
EC Kassel Huskies - Lausitzer Füchse
3:2
1:0, 1:1, 1:1

POWERPLAY GIBT DEN AUSSCHLAG ZU UNGUNSTEN DER BLAU-GELBEN

DER BERICHT

Mit einem Null-Punkte-Wochenende zur Unzeit haben unsere Lausitzer Füchse das Playoff-Heimrecht doch noch verspielt. Und nicht nur das: Ob der beiden Niederlagen zum Hauptrundenende gibt es im Meisterrunden-Viertelfinale keinen Gegner aus etwas niedrigeren Tabellenbereichen. Ab 15. März duellieren sich unsere Cracks nun mit dem ESV Kaufbeuren, der zunächst in der erdgas schwaben arena Heimvorteil hat, ehe es dann am 17. März in unserem Bau zur Sache geht. Nach der späten und vermeidbaren Heimpleite gegen den ETC Crimmitschau gelang auch bei den Kassel Huskies nicht mehr der so dringend benötigte Punktgewinn. Das ließ Erinnerungen an den Zweiten Weihnachtsfeiertag 2018 aufleben, als die Ostsachsen als klar besseres Team mit 2:5 geschlagen vom Eis fahren mussten. Da und vermutlich noch an diversen anderen Stellen kann man nach den irgendwann ohne Not verschenkten Zählern, die dann doch fehlten, suchen. Diesmal jedenfalls stand eine andere Huskies-Mannschaft auf dem Eis, die dennoch durchaus zu bezwingen gewesen wäre, wenn – ja, wenn !!! – unsere Jungs etwas zielstrebiger zum gegnerischen Tor agiert, dem bestens bekannten Richie Mueller die Freiräume beschränkt und vor allem in Überzahl nicht nur schön gespielt hätten.

Etwas überraschend starteten die Unsrigen mit Jason Kasdorf im Tor. Damit war klar, dass einer der vier Kontingentfeldspieler pausieren musste. Es war Steve Saviano, der „verletzungslos“ seinen Platz in der ersten Reihe räumte. Für ihn rückte Vincent Hessler an die Seite von Jeff Hayes und Fabian Dietz. Die Partie begann mit intensiven Zweikämpfen und einem verbissenen Duell um die Herrschaft in der neutralen Zone. So blieben Torchancen lange Zeit Mangelware. Einen Schussversuch von Jordan George aus acht Metern stoppte Jerry Kuhn (4.). Der Ex-Wolfsburger bestritt sein sechstes Spiel für die Hessen. Die hatten durch Jens Meilleur eine gefährliche Abschlussmöglichkeit (6.), aber Thomas Reichel machte das, was am Freitag gegen Crimmitschau nicht jeder Füchse-Crack zu tun bereit war: Er blockte mit seinem Körper. Als Jason Kasdorf einen Schlenzer von Michi Christ aus Nahdistanz mit der Stockhand parierte, traf Kaufbeuren zum 1:0 gegen Ravensburg. Da waren unsere Füchse noch Vierter, allerdings zunächst die letzten Sekunden. Denn während Maximilian Adam für zwei Minuten auf der Strafbank saß, packte „good old school“- Richie Mueller den Direktschrägschuss aus und traf unter der Fanghand von Kasdorf hindurch zum 1:0 für die Gastgeber (9.). Weißwasser antwortete wütend. Doch weder Jeff Hayes noch Clarke Breitkreuz konnten Gerald Kuhn überwinden. Auch Jordan George scheiterte aus aussichtsreicher Position am Huskies-Hüter (13.). Die beste Gelegenheit für unsere Jungs hatte Clarke Breitkreuz, der nach langem Pass auf Kuhn zulief, aber erfolglos blieb (16.). Zuvor hatte sich Jason Kasdorf selbst unter Druck gebracht, als er die Scheibe unglücklich in die Rundung brachte, diese von dort zum blank vor ihm stehenden Jens Meilleur sprang. Doch unser Goalie machte den Lapsus mit starkem Save wieder gut (15.). Weil zwischendurch Ravensburg ausglich, waren die Füchse für zwei Minuten wieder Vierter. Dann traf Kaufbeuren zum 2:1. Als auch ein verdeckter Schuss von Vincent Hessler sein Ziel nicht fand, gingen die Oberlausitzer als Fünfter in die erste Pause.

Der Mittelabschnitt begann furios. Erst lief nach 18 Sekunden Sebastien Sylvestre ein Solo auf den Kasdorf-Kasten, doch unser Schlussmann ließ sich nicht düpieren. Auf der Gegenseite hatte Mychal Monteith die Rebound-Chance nach George-Schuss, doch Kuhn war auf dem Posten. Kurz darauf musste Richard Mueller wegen Stockschlags eine kleine Strafe akzeptieren. Das Überzahlspiel der Füchse sah durchaus gefällig aus. Noch ein Pässchen hier, eins nach dort, noch eine Runde hinter das Tor – die ganz große Gefahr kam trotz zweier Distanzschüsse von Chris Owens und Maxi Adam sowie zweier Abfälschversuche von Clarke Breitkreuz nicht auf. Was folgte, war eine Phase, die es in dieser Saison schon viel zu oft gab. Im Bestreben, endlich auszugleichen, wurde die Defensive vernachlässigt. Das nutzte eine abgezockte Mannschaft wie die von Tim Kehler zu diversen Kontern. Verstolperte Toni Ritter in Minute 25 noch eine Zwei-gegen-eins-Gelegenheit, so machte es Sebastien Sylvestre eine Minute später besser. Er verwertete den Querpass von Jace Hennig zum 2:0, als er zwischen die Matratzen von Jason Kasdorf traf. Zu allem Übel machte fast zeitgleich Kaufbeuren das 3:1 gegen Ravensburg. Da schien Rang fünf schon zementiert. Denn an sich waren die Huskies zumeist einen Schritt langsamer als die Gelbgewandeten, aber wenn und wie sie liefen, war es einfach effektiver. So auch nach 27 Minuten, als Philip Kuschel mit langem Schläger und Ganzkörpereinsatz gerade so noch einen Zwei-gegen-Null-Konter verhindern konnte. Dann „eierte“ sich Sam Povorozniouk aus dem Match. Der Amerikaner teste von hinten mit seinem Schläger die Qualität der Ausrüstung von Cederic Schiemenz im Genitalbereich. Der Referees sahen darin eine Art „Stockstich“ und ahndeten die Aktion mit einer Fünf-Minuten-plus-Spieldauerstrafe. Aber statt nun endlich den Säbel auszupacken, versuchten es die Oberlausitzer immer wieder mit der feinen Klinge des Floretts. Erst Jeff Hayes fasste sich mal ein Herz und zog ab. Und siehe da: Vincent Hessler schnappte sich den Abpraller und schob zum 1:2 ein. Aber nun!!! Naja: Nun öffnete zunächst Keeper Gerald Kuhn vor 3.976 Besuchern den Vorhang. Der 32-Jährige, offenbar am Staatstheater Kassel für die Sterbeszenen zuständig, fiel nach leichter Berührung durch David Kuchejda um, wie von Mike Tyson niedergestreckt. Die folgende Auseinandersetzung zwischen Vincent Hessler und Michael Christ um die Qualität der Kuhn’schen Darbietung wurde mit je zwei Strafminuten belegt. Das gab den Füchsen weiter den Spielervorteil. Aber gefährlich wurde es nur auf der anderen Seite, als Jens Meilleur frei auf Jason Kasdorf zulief, der mit stoischer Ruhe stehenblieb und sich den Puck krallte (32.). Auch einen Schlagschuss von Richie Mueller (34.) oder einen Sololauf von Adriano Carciola (35.) stoppte der Kanadier. Ja, Weißwasser wollte, und Weißwasser drückte. Aber die Hausherren waren einfach abgezockter und ließen unsere Männer zwar laufen, aber kaum aus gefährlicher Position abschließen. Nur Philip Kuschel hatte nach Schmidt-Pass noch eine große Gelegenheit, kam aber an „second-rate actor“ Kuhn nicht vorbei (38.).

Den ereilte zu Beginn des letzten Drittels ein Fehltritt: Clarke Breitkreuz zog auf das kurze Eck, Kuhn ging einmal mehr zu Boden und Jeff Hayes konnte das Gehäuse umkurven und ins verwaiste Tor einnetzen. Da waren 44 Sekunden gespielt und Platz vier zurück beim EHC. Nur einen Wimpernschlag später hatte Jordan George die Führung auf dem Schläger, zielte aber zu hoch. Die folgende Strafe gegen David Kuchejda überstanden unsere Cracks mit Glück (André Reiss knapp vorbei – 44.). Anschließend rettete Jason Kasdorf mit spektakulärer Parade gegen Sebastien Sylvestre und Oliver Granz mit starkem Block (beide 47.). In Kaufbeuren erzielten die Towerstars das 2:3. Ein Happyend schien möglich. Zwar spielten die Oberlausitzer nach wie vor mit dem Feuer. Denn im Willen, die Führung zu holen, wurden hinten teils eklatante Fehler gemacht. Aber die Hessen ließen da zum Glück viel liegen (Sylvestre, 49., frei drüber). Dann kassierte Keeper Kasdorf zwei Strafminuten, weil er Jens Meilleur von den Beinen holte. Es folgte die Kopie des 1:0. Wieder kam der Querpass zum freistehenden Richie Mueller, wieder zog der 36-Jährige direkt ab und wieder zischte die Scheibe ins Netz – diesmal ins kurze Eck. Jetzt war Kaufbeuren wieder Vierter. Fortan war für die Huskies „hinten sicher“ die erste Bürgerpflicht. Zwar hatten Cederic Schiemenz und David Kuchejda zwei gute Chancen zum 3:3 (53.), verzogen aber beide um wenige Zentimeter. 100 Sekunden vor Schluss zog Trainer Corey Neilson den Torwart für einen sechsten Feldspieler.André Reiss verfehlte das leere Tor, ehe sich Eric Valentin wegen Spielverzögerung gar noch zwei Minuten einhandelte. In den 72 Sekunden doppelten Spielervorteils hatte Kapitän Anders Eriksson die dicke Chance, das Heimrecht doch noch zu holen. Doch er zögerte am langen Pfosten Sekundenbruchteile zu lange mit dem Abschluss, sodass sich der schon wieder am Boden liegende Jerry Kuhn doch noch ins bedrohte Eck werfen und den Einschlag verhindern konnte.

In Kaufbeuren blieb es gleichfalls beim 3:2 für die Gastgeber, das unser Team auf Platz fünf abrutschen ließ. Aber in den Playoffs ist ja bekanntlich alles möglich. Vielleicht können unsere Jungs die freie Zeit bis zum Meisterrundenstart – bis Donnerstag ist zunächst trainingsfrei – auch dazu nutzen, am Überzahlspiel zu feilen. Während Kassel diesmal aus vier Powerplays zwei Treffer akquirierte, reichte es für die Ostsachsen nur zu einem Treffer bei Spielervorteil. Übrigens: Die Füchse verloren nicht nur das Playoff-Heimrecht, sondern auch Platz eins im Penaltykilling. Da rangieren jetzt Bad Tölz und Bad Nauheim vor den Unsrigen. Soll die Saison noch möglichst lange gehen, dann dürften die special teams zu wichtigen Faktoren werden!

Media-Center

HIGHLIGHTS / PK HIGHLIGHTS DEL2


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