DIE HOFFNUNG LEBT

Freitag 07.02.2020・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - Ravensburg Towerstars
4:1
0:0, 2:0, 2:1

STARKER KALE KERBASHIAN FÜHRT FÜCHSE ZUM SIEG

DER BERICHT

Es war ein kurzweiliger und höchst unterhaltsamer Eishockeyabend, den die Lausitzer Füchse den 2.614 Besuchern boten. Denn im Duell mit den Ravensburg Towerstars zeigten sich die Blau-Gelben richtig entschlossen, defensiv stabil, kreativ im Offensivspiel und richtig aggressiv in den Zweikämpfen. Das 4:1 entsprach allemal den Spiel- und Chancenanteilen. Kale Kerbashian überzeugte bei seinem Debüt als echte Verstärkung und trug sich direkt in die Torschützenliste ein. An sich stellte sich nach dem Erfolg über die Oberschwaben die Frage: Wie konnte diese EHC-Mannschaft eigentlich aus den Meisterrundenrängen rutschen? Statt nach Antworten zu suchen, die verschenkte Zähler nicht mehr zurückbringen, sollte man sich an den Leistungen der letzten Wochen erfreuen, die die Hoffnung auf das versöhnliche Ende mit dem Erreichen des vorzeitigen Klassenerhalts weiter leben lassen.

Spielverlauf

Unsere Jungs zeigten von Anbeginn an, dass sie heuer definitiv nichts zu verschenken hatten. Jordan George trug in Abwesenheit von Mike Hammond den Top-Scorer-Helm. An seiner Seite stürmten Clarke Breitkreuz und Brad Ross. Der Neue, Kale Kerbashian, gab den Center zwischen Darcy Murphy und Tomas Andres. Angriffsreihe drei bildeten Daniel Schwamberger, Luke Nogard und Fabian Dietz. Und die vierte Sturmlinie bestand aus dem sich abwechselnden Quartett Feodor Boiarchinov, Thomas Reichel, Julius Karrer und Mychal Monteith. Brad Ross war es, der nach drei Minuten die Fanghand von Olafr Schmidt einem ersten Test unterzog. Die Angereisten waren in Minute sechs premierengefährlich, als Mac Carruth einen Schuss von Matias Haaranen mit der Schulter aus der kurzen Ecke kratzte. Wenig später hatte Kerbashian die Schrägschussmöglichkeit, verfehlte aber das Tor (8.). Derweil Darcy Murphy die erste Strafe abbrummte, rettete Carruth stark gegen Vincenz Mayer (11.). Sonst ließen unsere Männer praktisch nichts zu. Direkt von der Strafbank kommend, gehorchte das Spielgerät dem Darcy Murphy eben nicht auf’s Wort, sodass der zwar Goalie Schmidt noch umkurven konnte, aber im Abschluss noch entscheidend behindert wurde (12.). Einen Keussen-Schrägschuss hielt Schmidt prima (13.). Und der Ex-Füchse-Schlussmann blieb auch gegen Fabian Dietz der Sieger, als er dessen Solo stoppte (14.). Auf der Gegenseite krallte sich Carruth eine Direktabnahme von Patrick Seifert (auch 14.), ehe Ollie Schmidt erst Murphys Knaller und dann auch Kerbashians Nachsetzer den Einschlag verwehrte (15.). Tatsächlich ging es hin und her mit leichten Vorteilen für Weißwasser, obwohl die zweimal in Unterzahl gerieten. Garantiert darf man über die Strafenaussprüche trefflich diskutieren. Als Brad Ross draußen saß, hielt Mac Carruth mit ganz schneller Bewegung gegen David Zucker die Null (17.). Und kurz vor der ersten Sirene brachten die Unparteiischen die Stimmung auf den vorläufigen Siedepunkt, als auch noch Oliver Granz eliminiert wurde, weil der sich gegen David Zucker gelehnt hatte und der Puzzlestädter umkippte. Das nennt man dann angeblich „Halten“.

So begannen die Gäste den Mittelabschnitt mit ihrer dritten Überzahl. Da schoss Sören Sturm den vor dem Tor lauernden Mayer ab (was unbestraft blieb J; 21.). Nur Augenblicke später wiedeholte sich das Szenario. Sturm schoss und diesmal suchte Mayer den Nachschuss, verzog aber (22.). Wieder komplett musste das 1:0 fallen. Olafr Schmidt ließ einen Kerbashian-Schuss prallen. Aber Tomas Andres traf nur den liegenden Towerstars-Hüter (24.). Gegenüber visierte Boaz Bassen das kurze Kreuzeck an, brachte aber nur das Torgestänge zum Klingeln. Aber dann war es so weit. Fabian Dietz erreichte ein langer Pass, unsere 87 machte diesmal kurzen Prozess und schloss sein Solo erfolgreich ab. So richtig war der Torjubel noch gar nicht verhallt, da arbeitete unsere Mannschaft den zweiten Treffer ins Netz. Kompromisslos wurde der Puck so lange zum Tor gebracht, bis Luke Nogard ausreichend Platz hatte und einwummern konnte. Das gefiel den Gästen nun gar nicht. Bassen setzte recht unfair gegen Mac Carruth nach, Brad Ross schützte seinen Torwart – wie es sich gehört. Nach ein paar „schnellen Händen“ bekam Weißwasser ein Powerplay, machte aber zu wenig daraus. Kurz vor dem zweiten Pausentee waren dann die Chernomaz-Schützlinge nochmals am Zuge. Joel Keussen bot zunächst den „menschlichen Block“, ehe Carruth mit der Schiene einen Sturm-Schrägschuss parierte (beides 40.). Der Zwei-Tore-Vorsprung für die Heimischen ging wirklich in Ordnung.

Beinahe hätte Darcy Murphy weiter erhöht. Doch zweimal war Ollie Schmidt stärker (42.). Mac Carruth stand unserem Ex im EVR-Tor nicht nach. Er stoppte Robin Just, der bis direkt vor ihn gezogen war (44.). Unwesentlich später war er machtlos. Einen eher nicht so harten Abschluss von Daniel Pfaffengut wollte Brad Ross stoppen. Doch der Puck rutschte ihm durch und auch vorbei an unserer 78. Die Füchse zeigten sich unbeeindruckt. Fabi Dietz traf nur die Latte (46.), ehe Kerbashian einen wunderschönen Spielzug am langen Eck vollendete. Und bevor sich Schmidt den Treffer aus den Klamotten geschüttelt hatte, zog Mychal Monteith nach einem Bullygewinn ab und ließ die kleine Schwarze im kurzen Eck verschwinden. Nur 14 Sekunden lagen zwischen beiden Toren! Da stöhnte Stadionsprecher Branko Frischke auf: „Das geht zu schnell!!!“ Ja, es ging schnell. Noch immer in Minute 49 fing Carruth einen Schuss von Mayer aus vielleicht drei Metern. Da staunte der Towerstars-Angreifer. Eine ähnliche Erfahrung machte Jakub Svoboda nach 52 Minuten. 86 Sekunden vor Spielschluss kassierte Joel Keussen zwei Strafminuten wegen Spielverzögerung. Unsere Mannschaft aber wehrte sich vehement und die Angereisten zogen nicht einmal mehr den Goalie. Das Penaltykilling war heuer auch richtig gut. Als die Schlusssirene erklang, war der angestrebte und so dringend benötigte Dreier im Sack. Der Spielgewinn war wirklich hochverdient! Da die Dresdner Eislöwen spielfrei hatten, rückten die Ostsachsen bis auf drei Punkte an die Rossi-Schützlinge heran, die nun den heißen Verfolger-Atem der Weißwasseraner spüren.

Schlüsselszene

Vom 1:2-Anschluss unbeeindruckt, kombinierten die Füchse das 3:1 und damit die Vorentscheidung ins Ravensburger Gehäuse.

Mundschutz

Nach einer merkwürdigen Strafe gegen Brad Ross hatte Jordan George noch ein paar Worte für die Towerstars-Bank parat. Linienrichter Jakob Sauerzapfe fuhr dazwischen und hielt die „Schutz-Hand“ vor „Georgies“ Mund.

Schräge Pfiffe

So richtig gewachsen waren die Unparteiischen dem echt guten DEL2-Spiel nicht. Gerade durch die Verteilung der Strafen wurde unnötig Hektik ins Match gebracht. Die Entscheidungen frustrierten beide Teams. Als Oliver Granz bei Überzahl die Scheibe an der blauen Linie zu verlieren schien und Daniel Pfaffengut entschlossen nachsetzte, flog der Gäste-Stürmer raus. War das strafwürdig? Und wen soll Luke Nogard nach 55 Minuten behindert haben? Seltsam, seltsam…

Ohne Treffer

Ravensburgs Top-Scorer Sören Sturm blieb diesmal ohne Treffer – selbst als er Fabian Dietz verhauen wollte (51.).

Klare Ansage

Neuzugang Kale Kerbashian scheint schnell im Fuchsbau angekommen. Der 29-Jährige ließ zur Füchse-Situation verlauten: „Wenn wir da unten noch rauskommen, dann sind wir für die Liga eine richtige Gefahr.“

Ungern

Jordan George mag den Roten Helm nicht. Auf die Frage, ob ihn die Top-Scorer-Trophäe nicht fein gekleidet habe, erwiderte die 28: „Das Ding brauche ich nicht!“

Top-Spieler: Kale Kerbashian

Was für ein Debüt des Kanadiers! Läuferisch top, mit guten Händen und viel Übersicht ausgestattet, nie in Panik geratend und immer da präsent, wo er benötigt wird – egal ob hinten oder vorn – dazu mit einem Tor! Dieser Crack ist eine wirkliche Verstärkung für unsere Mannschaft. Mit Luke Nogard, Darcy Murphy, Eric Mik oder Mac Carruth gab es weitere Top-Spieler-Kandidaten.

Die Trainerstimmen

Rich Chernomaz: „Im ersten Drittel hatten wir ein paar Überzahlmöglichkeiten, aber nicht getroffen. Im Mittelabschnitt haben wir Fehler gemacht, die zu zwei Toren führten. Auch vor dem dritten Treffer hatten wir die Scheibe sicher, doch die Füchse konnten sich den Puck holen. Da haben wir uns auch zu wenig bewegt. Beim vierten Tor hat Olafr Schmidt nichts gesehen. Unser Torwart hat sonst aber richtig gut gehalten. Der Unterschied heute war, dass Weißwasser den Sieg mehr wollte. Sie haben jeden Check zu Ende gefahren. Sie haben die einfachen Dinge alle richtig gemacht, wir nicht. Und dann kannst du nicht gewinnen.“

Corey Neilson: „Meine Mannschaft hat heute eine gute Vorstellung geboten. Wir waren sehr aktiv, haben auch ohne Puck viel Druck gemacht, hart und schnell gespielt. Unser Torhüter war wieder fantastisch. Ich bin sehr froh, dass wir nach dem 1:2 nicht fahrig geworden sind und den Sieg ziemlich souverän über die Zeit gebracht haben. Nogard und Kerbashian haben ihre Sache prima gemacht. Fabian Dietz hatte gar ein Triple – Tor, Vorlage und Schlägerei…“

Die Statistik

1:0 (28.) Fabian Dietz ( Darcy Murphy , Ondrej Pozivil ), 2:0 (29.) Luke Nogard ( Clarke Breitkreuz , Daniel Schwamberger ), 2:1 (45.) Daniel Pfaffengut ( Sören Sturm , David Zucker ), 3:1 (49.) Kale Kerbashian ( Darcy Murphy , Tomas Andres ), 4:1 (49.) Mychal Monteith ( Daniel Schwamberger , Fabian Dietz )

Strafminuten: 26 - 24

Zuschauer: 2614

Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Sven Fischer

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