DIE BUAM HOLEN SICH ZWEI PUNKTE

Freitag 20.09.2019・19:30 Uhr
Lausitzer Füchse - Tölzer Löwen
2:3 n.V.
1:0, 0:1, 1:1 - 0:1

STARKE BAD TÖLZER SIEGEN NACH VERLÄNGERUNG

DER BERICHT

Nein, mit einer Siegesserie a la Vorjahr werden die Lausitzer Füchse diesmal nicht in die Saison starten. Und es bedarf auch nicht der Frankfurter Löwen, um unserem EHC die erste Saisonniederlage beizubringen. Das übernahmen heuer die Tölzer Löwen, die ein bärenstarkes Auswärtsspiel ablieferten und garantiert nicht unverdient mit zwei Zählern im Gepäck die lange Heimreise antraten.

Spielverlauf

Wer bisher annahm, nur unsere Weißwasseraner könnten mit hohem Tempo spielen, der sah sich schnell eines besseren belehrt. Trotz neunstündiger Busfahrt waren die Bad Tölzer sofort im Spiel, starteten einen schnellen Angriff nach dem anderen, brachten fast jede Scheibe in den Slot oder zurück zur Blauen Linie und hatten Einschusschancen en masse. Beispielhaft seien genannt ein Schuss von Sasa Martinovic zentral frei aus fünf Metern (4.), eine Direktabnahme vom völlig freigespielten Max French (10.), ein verdeckter Kracher von Matt MacKenzie (11.) oder ein doppelt abgefälschter Versuch (17.). Dass die Füchse nicht früh in Rückstand gerieten, war allein unserem starken Goalie zu verdanken. Denn bis kurz vor der ersten Sirene hieß das Spiel praktisch Bad Tölz gegen Mac Carruth. Ganze drei halbwegs gefährliche Versuche brachten die Heimischen bis zur 20. Minute zustande. Da erreichte ein toller Pass von Darcy Murphy den Käpt’n Clarke, der direkt einnetzte. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt.

Im Mittelabschnitt wirkte das Spiel der Gastgeber etwas strukturierter, obwohl die Qualität und Genauigkeit der Pässe nach wie vor ausbaufähig blieb. Allerdings setzten die Tölzer unseren scheibenführenden Spieler so früh und so vehement unter Druck, dass die Fehler de facto erzwungen wurden. Trotzdem gab es endlich auch Torgelegenheiten für die Unsrigen. Doch weder Clarke Breitkreuz (27.) noch Murphy, Tomas Andres bzw. Joel Keussen (alle 35.) brachten die Scheibe nochmals an Sinisa Martinovic vorbei. Auf der Gegenseite hatte Mac Carruth weiter viel zu tun. Als sich der EHC einen Konter einfing und Marco Pfleger trocken ins kurze Eck abschloss, war auch der Amerikaner machtlos. Der brachte in Minute 38 Bad Tölz‘ Christoph Kiefersauer zum Kopfschütteln, als er dessen aus eineinhalb Metern mit der Rückhand hochgeschlenzten Puck sicher in seinem Fanghandschuh verschwinden ließ. Keine Frage: Das Remis ging definitiv in Ordnung.

Die letzten 20 Minuten wurden lange von den Blau-Gelben bestimmt. Nachdem Thomas Reichel den Puck am leeren Tor vorbeigespitzelt hatte (43.), war in Überzahl einmal mehr Clarke Breitkreuz zur Stelle und schoss uns in Führung. Doch die Hoffnung auf das Happyend währte nur fünf Minuten. Dann erreichte eine der vielen zur Blauen Linie zurückgelegten Scheiben Matt MacKenzie, der das Spielgerät vehement in den rechten Winkel knallte. Und fast hätte Lubor Dibelka bei einem Sololauf noch den Dreier festmachen können. Mac Carruth kaufte dem 36-Jährigen aber bravourös den Schneid ab. So ganz viel passierte auf beiden Seiten nicht mehr. Mithin ging es in die Verlängerung.

Da lenkte Darcy Murphy eine Hereingabe ganz knapp am rechten Torpfosten vorbei (61.), ehe sich auf der Gegenseite Manuel Edfelder vor unser Gehäuse schlich, angespielt wurde und hoch einklinkte. Damit ging der Zusatzpunkt an die Oberbayern, bei denen die Handschrift von Trainer Kevin Gaudet allemal zu erkennen ist. Die Prognose, dass sich an den Tölzern noch ganz andere Kaliber die Zähne ausbeißen werden, ist mit Sicherheit nicht gewagt.

Schlüsselszene

Das 2:2 brachte die Gäste nicht nur zurück in das Spiel. Auch das Momentum kippte zurück auf die Seite der Buam, die zuweilen mit nur zwei Reihen auf das Remis gedrängt hatten und es dann verwalteten.

Aufreger

In der 15. Spielminute drängte Dominik Kolb unseren Kapitän in die Angriffszone, was den Abseitspfiff und eine angezeigte Strafe zur Folge hatte. Derweil sich der Tölzer Verteidiger beim Referee beschwerte und bereits auf den Weg Richtung Strafbank machte, wurde Clarke Breitkreuz herausgestellt. Nu gugge...

Extraklasse

Die zu den Treffern führenden Pässe von Darcy Murphy, insbesondere aber der erste, als er neben das Tor fuhr und dorthin zurücklegte, wo er hergelaufen kam und so mustergültig Clarke Breitkreuz bediente, waren vom allerfeinsten.

Aufgeschnappt

Der schon langjährige EHC-Edelfan „Oberlausitzer“ mit einem Augenzwinkern zum Sieg der Bad Tölzer, in deren Reihen drei Steelers-Cracks stehen und die von deren Ex-Übungsleiter Kevin Gaudet gecoacht werden : „Gegen Bietigheim haben wir noch nie gut ausgesehen.“

Der Top-Spieler

Ja, es waren beide Torhüter bärenstark. Aber das Gros der Topchancen entschärfte Mac Carruth.

Die Trainerstimmen

Kevin Gaudet: „Was für ein Eishockeyspiel! Wir haben nach der langen Busfahrt ein hervorragendes erstes Drittel gespielt, überhaupt mit viel Leidenschaft und Tempo agiert. Im zweiten Drittel hat dann Weißwasser das Kommando übernommen und das Spiel dominiert. Aber wir haben stark dagegengehalten. Beide Mannschaften hatten viele Chancen, beide einen guten Torhüter – beide hätten gewinnen können. Ich bin sehr froh, dass wir es geschafft haben.“

Corey Neilson: „Das ist ein ganz anderes Bad Tölz als im letzten Jahr. Das Team spielt jetzt sehr strukturiert. Es war ein großartiges Spiel. Es ging hin und her, wir haben zwei phantastische Torhüter gesehen. Bad Tölz hat uns sehr früh unter Druck gesetzt. Daher hatten wir kaum Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber ab dem zweiten Drittel haben wir es besser gemacht. Leider hat es nicht gereicht.“

Die Statistik

1:0 (20.) Breitkreuz (Murphy, Andres); 1:1 (27.) Pfleger (French, Sedlmayr); 2:1 (48.) Breitkreuz (Murphy, Jahnke – PP1); 2:2 (53.) Mac Kenzie (Dibelka, Edfelder); 2:3 (63.) Edfelder (Dibelka, Schlager)

Strafminuten: Weißwasser 4; Bad Tölz 8

Zuschauer: 2.347

Schiedsrichter: Bauer / Westhaus

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