DIE ALARMGLOCKEN LÄUTEN

Sonntag 19.01.2020・17:00 Uhr
Lausitzer Füchse - Eispiraten Crimmitschau
4:7
2:2, 0:2, 2:3

NACH ENTTÄUSCHENDER LEISTUNG BEIM DERBY SIND DIE FÜCHSE NUR NOCH ZWÖLFTER

DER BERICHT

Zwei Tage nach der völlig unnötigen Niederlage in Freiburg boten die Lausitzer Füchse im Derby gegen den ETC Crimmitschau eine über weite Strecken indiskutable Leistung und unterlagen mit 4:7. Ein Hoffnung verheißender Start erwies sich als Strohfeuer. Trotz des frühen Rückstandes bekamen die Westsachsen vor 2.658 Zuschauern das Match schnell unter Kontrolle und siegten allemal verdient. Nach der Partie mussten die sportliche Leitung und einige Spieler einem Teil der aufgebrachten Fans Rede und Antwort stehen. Denn beim Blick auf die Tabelle ist unschwer zu erkennen, dass die Ostsachsen aktuell vom letzten Pre-Playoff-Rang zehn schon acht, von der Roten Laterne aber nur noch sieben Zähler trennen!

Spielverlauf

Der Sekundenzeiger hatte noch keine volle Umdrehung geschafft, da bediente Brad Ross bei einem zwei gegen eins mustergültig Mike Hammond, der zur frühen Führung einnetzen konnte. Und es kam noch besser! Der zweite schnell und zielstrebig vorgetragene Angriff brachte das 2:0, weil endlich das Scheibenglück auch mal auf Füchse-Seite lag. Das Spielgerät fiel nach etwas Durcheinander vor ETC-Keeper Michael Bitzer endlich mal dahin, wo man etwas daraus machen kann – und Jakub Kania tat es. Beinahe hätte Daniel Schwamberger noch das dritte Tor geschossen. Am langen Pfosten verfehlte er nach Hammond-Zuspiel nur um Zentimeter (4.). Und dann klingelte es schon auf der anderen Seite. Einmal mehr verloren unsere Jungs die defensive Zuordnung. Der Puck kam zu Lukas Vantuch, der hoch ins Eck traf. Fortan war es mit jeglicher Herrlichkeit im Spiel der Blau-Gelben vorbei. Die Passqualität nahm rapide ab, hinten ging wenig, nach vorne fast nichts mehr. Die Gäste dagegen waren nun in der Partie angekommen. Einen drei-gegen-eins-Konter spielten sie mustergültig aus, bis Alexander Widemann am langen Pfosten völlig blank nur noch einschieben brauchte. Das Match begann von Neuem, wurde aus EHC-Sicht aber nicht besser. Im ersten Powerplay der Rot-Weißen parierte Mac Carruth super gegen Widemann (15.). Im ersten Powerplay der Füchse spielte Jordan George zwei krasse Fehlpässe (18./19.). Gegen den im Slot ungedeckten Hagen Kaisler verhinderte unser Hüter zunächst noch den Rückstand (20.).

Der Mittelabschnitt begann ganz „füchsetypisch“. Denn Clarke Breitkreuz stand frei, aber zu nahe vor Goalie Bitzer. Es folgte ein langer Pass, der unsere Defensive komplett aushebelte. Adrian Grygiel stiefelte alleine auf Carruth zu und schloss mit hartem Schuss erfolgreich ab. Die Körpersprache der Heimischen verhieß nun gar nichts gutes mehr. Zuspiele landeten öfter beim Gegner. So bekam Mitch Wahl den Puck besser serviert, als von den eigenen Mitspielern, aber scheiterte frei vor und anMac Carruth (27.). Der hielt auch den nächsten Versuch von Wahl. Kapitän Breitkreuz konnte den Nachschuss nicht verhindern und Patrick Pohl kullerte das Spielgerät in unser Tor. Nun forderten die Fans „Aufwachen!“ Selbst in Überzahl blieb Gefährliches eher aus. Jordan George und Darcy Murphy hatten bei Spielervorteil zwei Halbchancen (37.). Sonst war noch ein Schrägschuss von Wahl zu erwähnen, den Carruth hielt (40.). Die Schussbilanz wurde in den zweiten 20 Minuten mit 6:13 ausgezählt…

Die letzte Periode begann mit Überzahl für den ETC. Die Strafe wurde erfolgreich gekillt. Direkt von der Strafbank kommend erlief George einen Keussen-Pass und versenkte den eigenen Rebound. War das das Zeichen zur Aufholjagd? Unsere Jungs versuchten viel Druck aufzubauen. Es blieb beim Versuch. Denn zu nennenswerten Tormöglichkeiten kamen sie nicht. Die Eispiraten waren da entschlossener. Nach einer unübersichtlichen Situation vor unserem Tor sprang der Puck zu Vincent Schlenker, der humorlos ins lange Eck traf. Und nur 49 Sekunden später erreichte ein schussähnlicher Pass an den langen Pfosten Mitch Wahl, der einlenkte. Da waren noch zehn Minuten zu gehen. Und die Oberlausitzer kamen tatsächlich nochmal. Tomas Andres traf recht freistehend nur den kurzen Pfosten (53.). George verzog ebenso freistehend (55.) wie Robert Farmer. Zuvor hatte auch Joel Keussen nur das Außengestänge anvisiert (beide 57.). Zu dieser Zeit spielten die Heimischen zu sechst, da Mac Carruth bereits fünfeinhalb Minuten vor Ultimo für den zusätzlichen Mann im Feld Platz gemacht hatte. Das brachte das 4:6, das Brad Ross ins Gehäuse arbeitete. Weiter ohne Schlussmann konterte Crimmitschau 45 Sekunden vor der Schlusssirene den Endstand ins empty net. Ob die „Absteiger“-Rufe der verärgerten Anhänger angemessen und für die sichtlich verunsicherte Mannschaft hilfreich sind, darf durchaus bezweifelt werden. Nur Mac Carruth wurde von der Fan-Kurve mit Applaus verabschiedet. Viel Zeit zum Lamentieren bleibt nun ohnehin nicht. Denn schon am Dienstag geht es daheim gegen Freiburg um die nächsten wichtigen drei Punkte! Ob dann Ondrej Pozivil, der angeschlagen pausieren musste, wieder auflaufen kann, ist offen.

Schlüsselszene

Das 1:2 in Minute vier reichte aus, um unsere Mannschaft komplett aus der Spur zu bringen. Gefühlt stand ETC-Keeper Bitzer nach dem 2:0 erstmals beim 3:4 wieder im Brennpunkt…

Abgeflacht

War der Puck im heutigen Match nur zweite Wahl, weil zu flach? Diese Frage stellt sich angesichts der vielen Situationen, in denen unsere Cracks ohne Not über die Scheibe wischten.

Verirrt

Nach einem kleinen Techtelmechtel zwischen Brad Ross und Hagen Kaisler gab es Mitte des zweiten Drittels je zwei Strafminuten. Der Eispirat verirrte sich auf dem Weg auf das Sünderbänkchen und eilte zur Füchse-Bank.

„Fan“tastisch

Mit viel Geduld und Leidenschaft unterstützten die blau-gelben Anhänger ihr Team, das dennoch nicht auf den Erfolgsweg fand. Offenbar leben die Anhänger unserer Oberlausitzer auch in dieser Saison und trotz aller Probleme das Motto „100 % ab dem ersten Moment“.

Der Top-Spieler: Adrian Grygiel

Zwei Tore, ein Assist, dazu sowohl hinten als auch vorne stets die ordnende Hand – der Routinier führte seine Farben heuer zum Derbysieg. Eine Ehrung der Besten gab es diesmal aber nicht.

Die Trainerstimmen

Danny Naud: „Meine Mannschaft hat erst nach dem 0:2 angefangen, Eishockey zu spielen. Zuvor waren wir zu offensiv. Dann aber haben wir es wirklich sehr gut gemacht. Das zweite Drittel war eines der besten überhaupt bisher in dieser Saison. Da haben wir die Partie in allen drei Zonen kontrolliert und lagen verdient in Führung. Im dritten Drittel hat das Tor direkt nach unserem Powerplay das Momentum zu den Füchsen zurückgebracht. Aber wir haben gut gekämpft, viele Schüsse geblockt und stets die richtigen Entscheidungen getroffen, damit nur wenig zugelassen. Ich freue mich sehr für die Mannschaft über das Sechs-Punkte-Wochenende!“

Corey Neilson: „Crimmitschau hat sehr hart gearbeitet und um jeden Puck gekämpft. Man hatte den Eindruck, dass sie fast alle Zweikämpfe gewonnen haben. Wir haben es nicht geschafft Druck aufzubauen. Ich weiß nicht, warum heute so wenig ging. Vielleicht lag es an der langen Rückfahrt aus Freiburg, vielleicht sind manche Spieler auch zu lange auf dem Eis gewesen und zu spät zum Wechseln gekommen. Vielleicht denken manche Spieler auch zu sehr an sich selbst? Wir waren heute sehr schlecht, haben offensiv und defensiv stets falsche Entscheidungen getroffen. Auch die Passqualität war mies. Unsere große Stärke im letzten Jahr und auch bei den Erfolgen in dieser Saison war, dass alle fünf Feldspieler und der Torhüter hart zusammengearbeitet haben. Ich denke nicht an die Playdowns. Die Frage, was passieren müsse, damit die Mannschaft wieder als Einheit geschlossen auftritt, ist eine große Frage. Dass die Organisation und die Struktur unseres Spiels stimmen, hat man bei den Siegen ja gesehen. Aber zuletzt haben meine Spieler immer derart blöde Sachen gemacht, dass dann das Chaos ausbrach. Natürlich bin ich der Verantwortliche, wenn Fehler passieren. Aber ich kann ja nicht auf dem Eis mit der Fernbedienung hinter den Jungs herlaufen, um sie von individuellen Fehlern abzuhalten.“

Die Statistik

1:0 (1.) Mike Hammond ( Brad Ross , Jordan George ), 2:0 (3.) Jakub Kania ( Mike Hammond , Jordan George ), 2:1 (4.) Lukas Vantuch ( Adrian Grygiel , Christoph Körner ), 2:2 (13.) Alexander Wideman ( Dominic Walsh , Austin Fyten ), 2:3 (22.) Adrian Grygiel ( Dominic Walsh , Christoph Körner ), 2:4 (32.) Patrick Pohl ( Mitch Wahl , André Schietzold ), 3:4 (43.) Jordan George ( Joel Keussen , Mac Carruth ), 3:5 (49.) Vincent Schlenker ( Patrick Pohl , Philipp Halbauer ), 3:6 (50.) Mitch Wahl ( André Schietzold , Philipp Halbauer ), 4:6 (58.) Brad Ross ( Jakub Kania , Clarke Breitkreuz ), 4:7 (60.) Adrian Grygiel ( Hagen Kaisler , Ty Wishart EN EQ)

Strafminuten: 8 - 8

Schiedsrichter: Kevin Salevski, Jens Steinecke

Zuschauer: 2658

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