DER HOFFNUNGSFUNKE GLIMMT

Freitag 28.02.2020・19:30 Uhr
Eispiraten Crimmitschau - Lausitzer Füchse
2:7
2:3;0:2;0:2

FÜCHSE DEKLASSIEREN CRIMMITSCHAU MIT 7:2

DER BERICHT

Teil eins der Wochenend-Pflichtaufgabe haben die Lausitzer Füchse erfüllt. Nach zuvor sechs Niederlagen am Stück in der Fremde wurde das Derby im Sahnpark vor 3.325 Zuschauern, darunter etwa 600 EHC-Anhängern, mit 7:2 deutlich gewonnen. Doch aus dem Fünfkampf um den letzten Platz in den Pre-Playoffs ist nun ein Vierkampf geworden. Nur Kaufbeuren (71 Punkte) und Dresden (72) finden sich noch in „Reichweite“ von Bayreuth und unseren Jungs (je 70 Zähler). Dazu haben die Wagner-Städter das klar bessere Torverhältnis. Am Sonntag geht es für die Unsrigen daheim gegen Landshut, derweil Bayreuth die Eispiraten empfängt, Dresden auf Bad Tölz wartet und Kaufbeuren nach Bad Nauheim muss. Was mag da noch gehen??? Aber ungeachtet dessen haben die Weißwasseraner gezeigt, dass sie auch in Begegnungen gegen Teams aus den unteren Tabellenregionen Kampf und Spiel zu verbinden und die individuelle Klasse auszureizen wissen.

Spielverlauf

Den richtigen Einstieg in die Partie erwischten die Füchse nicht. Insofern war es eine vielleicht recht wichtige Lehrstunde, was man generell besser machen könnte. Denn zunächst fehlte den Blau-Gelben der Zugriff auf ihre Gegenspieler. Schon nach nicht einmal zwei Minuten gab es die erste ganz große Lücke im EHC-Defensivverbund, aber erst parierte Mac Carruth den Versuch von Mitch Wahl und André Schietzold zielte etwas zu hoch. Sogleich folgte die erste Strafe, ein erstes Füchse-Powerplay ohne Verteidiger (es versuchten fünf Stürmer) und ein paar nicht sonderlich gefährliche Abschlüsse, obwohl die Scheibe doch ziemlich gut lief. Als alle wieder komplett waren, wurde es turbulent. Kale Kerbashian zog ab, der Puck fiel Eispiraten-Keeper Michael Bitzer aus dem Fanghandschuh, Tomas Andres staubte vermeintlich ab und jubelte mit den Seinigen, derweil die Heimischen konterten, Fyodor Kolopaylo legte zurück auf Ex-Fuchs David Kuchejda und der schweißte das Teil direkt neben den Pfosten. Videobeweis! Weil die Scheibe die Linie des Crimmitschauer Gehäuses nicht überquert hatte, zählte der folgende Angriff und der Treffer der Westsachsen. Dumm gelaufen… Elf Sekunden nach dem Tor holte sich Alex Wideman eine Stockcheck-Strafe gegen Clarke Breitkreuz ab. Zwanzig Sekunden nach dem Tor zappelte das Hartgummiteil im Bitzer-Netz. Nach toller Kombination zimmerte Mike Hammond die Scheibe von kurz nach der Blauen in die Maschen. Ausgleich!!! Lange währte die Freude über das Powerplaytor aber nicht. Denn auch Jakub Kania wurde eliminiert. Und auch der ETC machte Nägel mit Köpfen. Zwölf Sekunden nach der Herausstellung fälsche Austin Fyten eine Wishart-Hereingabe unerreichbar für Carruth zum 2:1 ab. Spätestens jetzt besannen sich die Oberlausitzer (endlich) ihrer Stärken und nahmen das Heft des Handelns in die Hand. Nach 12 Minuten hatten zwar erst die Pleißestädter die Chance zum Treffer, doch Mac Carruths Schonerspitze killte Mitch Walsh Einschussversuch. Auf der anderen Seite traf Kerbashian nur das Außennetz. Und als der Amerikaner in unserem Gehäuse auch den Hochschuss von Fyten mit der Schulter entschärfte (14.), war es vorbei mit der Herrlichkeit der Rot-Weißen. Kale Kerbashian schnappte sich das Spielgerät, umkurvte die Heimischen mühelos, legte auf Hammond am langen Pfosten und der drückte ein. Nun waren die Füchse auf Betriebstemperatur.Jordan George knallte nach einem schönen Solo den Puck an den Pfosten (18.). Und als sich Mike Hammond zum starken Vorarbeiter entschied, musste Darcy Murphy den Puck nur noch einlochen – und das tat er auch. So führten die Neilson-Schützlinge nach 20 Minuten mit 3:2.

Was danach von den Gastgebern kam, war wirklich wenig. Ja, Ty Wishart hatte noch eine gute Gelegenheit, wischte aber vor unserem Tor über den Puck (24.). Zuvor konnte Tomas Andres die Vorarbeit von Kerbashian nicht veredeln. Wie einfach es geht, zeigte dann Jordan George. Die Ostsachsen drückten, Philip Kuschel bekam die Scheibe nicht auf das Tor, die unserer 28 vor den Schläger fiel. Und die knallte sie ohne jeglichen Humor oben ins kurze Eck. Na endlich stimmten Aufwand und Nutzen. Es schloss sich eine Phase verteilten Spiels ohne echte Highlights an, weil die Füchse es endlich einfach hielten, das Hartgummiteil hinten „rauskloppten“ oder Icings nahmen. Jedenfalls hatte Carruth einen nicht so schlimmen Abend. Überzahlversuche von Grygiel und Hudson parierte der Schlussmann mit viel Ruhe. Als Ondrej Pozivil nach verbüßter Strafe zurück auf das Eis kam, zog Brad Ross mal einfach so ab und Bitzers Fanghand griff ins Leere. Jetzt führten die Füchse gar 5:2. Es schloss sich ein Aufreger an. Denn Walsh stocherte direkt vor Carruth nach und drückte den Puck samt der Matten unseres Hüters über die Linie. Nach Ansicht des Videobeweises hielten die Gestreiften den Treffer für regelwidrig und gaben ihn nicht. Puhh, Dusel… (39.). Es gab noch je eine Möglichkeit hüben und drüben. Aber Andres hier (39.) und Kuchejda dort (40.) kamen nicht an den Goalkeepern vorbei.

Zum Schlussabschnitt brachten die aus dem Sahnpark Patrik Cerveny für Michael Bitzer im Tor. Und der neue Torwart wurde „standesgemäß“ begrüßt. Thomas Reichel sicherte den Puck an der Bande, legte quer auf Mike Hammond und der ließ dem Deutsch-Tschechen keine Chance. „Es gibt Tage, da läuft nichts“, konstatierten die ETC-Sprade-Reporter etwas uninspiriert. Denn Weißwasser war zumindest an diesem Abend wirklich richtig gut. Hinten brannte kaum noch etwas an, vorne ließ Murphy einen Riesen aus (51.), ehe Käpt’n Clarke ein unwiderstehliches Unterzahlsolo lief und behend einklinkte – das 7:2! Den Fünf-Tore-Vorsprung zu verwalten war nun erste Bürgerpflicht. Einen Grygiel-Abfälscher in Überzahl parierte Carruth stark (56.). Auch die sonstigen Bemühungen der Gastgeber, noch etwas zu bewegen, blieben nur Ansätze. Das dickste Ding hatte noch Darcy Murphy, toll freigespielt von Hammond. Aber Patrik Cerveny war auf dem Posten. Und so lief die Zeit herunter. Die Revanche für das 4:7 in der Lausitz war gelungen. Zudem zeigten die Füchse ihre zweifellos vorhandene individuelle Klasse, die zum Faustpfand werden sollte.

Schlüsselszene

Auf den Doppelschlag der Ostsachsen zum 2:2 und 3:2 hatten die Eispiraten keine Antwort mehr parat.

SpradeTV

Schau an: Mike Hammond wurde zum „Torschützenkönig“, nach der grandiosen und faktisch kaum zu verteidigenden Vorarbeit von Kale Kerbashian vor dem 2:2 sah die ETC-Defensive angeblich „unglücklich“ aus, dass nicht anerkannte Tore nicht mehr angezeigt sondern angesagt werden, war offenbar auch neu und schlussendlich wurde beklagt, der Spielstand sei „zu hoch“. Vielleicht mag die Schussstatistik ein ausgeglichenes Match vermuten lassen – tatsächlich waren die Lausitzer klar besser!

Augenweide

Was kann unser EHC für Eishockey spielen!? Die Treffer zum 2:2 und 3:2 waren spitzenmäßig heraus kombiniert. Auch sonst hatten die Blau-Gelben die Partie bis auf die Anfangsphase unter Kontrolle.

Täuschung

Der Interviewer im Sahnpark trug eine „Eisbär“-Mütze, war aber in Wirklichkeit ein Eispirat…

Der Top-Spieler: Mike Hammond

Zwei Tore, zwei Vorlagen, zehn gewonnene Bullys und eine Plus-/Minus-Statistik von plus 3 – Mike Hammond hat diesmal den Unterschied ausgemacht. Und auch nach hinten war unser Top-Scorer heuer eine Bank. So lief er beispielsweise in Minute 28 Alex Wideman ab und schickte ihn in die Bandenecke. So läuft das!!!

Die Trainerstimmen

Danny Naud: „Wir haben gut begonnen aber die letzten vier Minuten im ersten Drittel nicht so gut gespielt, wie die ersten sechs. Daher haben wir noch zwei Treffer kassiert. Unser zweites Drittel war in Ordnung, aber nicht gut genug. Im Schlussabschnitt wollte es Weißwasser mehr. Deren Wille, zu gewinnen, war klar erkennbar. Den Torhüter hatte ich gewechselt, weil ich wollte, dass wir defensiv besser spielen. Patrik Cerveny benötigt auch Spielpraxis.“

Corey Neilson: „Das war heute ein richtig gutes Spiel von uns – schnell, sehr leidenschaftlich, mit viel Inspiration und feinen Abschlüssen.“

Die Statistik

1:0 (8.) David Kuchejda ( Fyodor Kolupaylo ), 1:1 (8.) Clarke Breitkreuz ( Mike Hammond , Jordan George PP 1 ), 2:1 (10.) Austin Fyten ( Ty Wishart , Mitch Wahl PP 1), 2:2 (17.) Mike Hammond ( Kale Kerbashian , Brad Ross ), 2:3 (19.) Darcy Murphy ( Mike Hammond ), 2:4 (25.) Jordan George ( Philip Kuschel , Joel Keussen ), 2:5 (35.) Brad Ross ( Jordan George , Jakub Kania ), 2:6 (43.) Mike Hammond ( Luis Rentsch , Thomas Reichel ), 2:7 (55.) Clarke Breitkreuz ( Eric Mik , Thomas Reichel SH 1)

Strafminuten: 8 - 10

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Ruben Kapzan

Zuschauer: 3325

Foto: Thomas Heide/DEL2


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