BUSBEINE MACHEN FÜCHSE LAHM

Freitag 01.11.2019・19:30 Uhr
Tölzer Löwen - Lausitzer Füchse
5:1
3:0, 1:0, 1:1

SCHWACHES AUFTAKTDRITTEL KOSTET DAS SPIEL

DER BERICHT

In der Vorschau auf das Spiel der Bad Tölzer gegen die Weißwasseraner wurde auf der Homepage der Löwen über „geballte Offensivpower im Spiel gegen defensiv anfällige Füchse“ orakelt und vorgerechnet: „Die Weißwasseraner haben mit 56 Gegentoren die drittmeisten der Liga zu schlucken. Auch im zuletzt absolvierten Spiel gegen die Dresdner Eislöwen gab es erneut sechs Gegentreffer.“ Von dieser „Warnung“ unbeeindruckt kam unsere Mannschaft zunächst gar nicht auf Touren. Viel zu spät besann man sich auf das, was das eigene Agieren sonst ausmacht. So genügte den Heimischen ein tolles erstes Drittel zur Vorentscheidung, derweil die Blau-Gelben erst ab der Spielmitte wirklich bei den Oberbayern angekommen waren.

Spielverlauf

An sich begann die Partie im Sinne der Angereisten. Handelte sich doch Markus Eberhardt schon nach 19 Sekunden wegen eines Stockschlags die erste Strafe ein. Nur was die Füchse daraus machten, war eher dürftig. Einzige Viertelchance war ein Querpass von Mike Hammond auf Jordan George, der aber die Scheibe am langen Pfosten nicht traf. So blieb das erste Überzahlspiel ohne Erfolg. Wie auch das zweite, denn nach drei Minuten durften die Füchse wieder mit einem Mann mehr auf das Eis. Sasa Martinovic musste wegen Halten des Stocks zwei Minuten auf die Strafbank. Und auch diesmal war es für die Unsrigen kein Vorteil. Man konnte sich in diesem ersten Drittel des Eindrucks nicht erwehren, dass die Füchse noch im Bus unterwegs waren. Chancen gab es fast ausschließlich für Bad Tölz. Und dann klingelte es auch verdientermaßen im Kasten von Mac Carruth. Nikolas Strodel saß gerade einmal vier Sekunden auf der Strafbank (Haken), da netzte der Top-Scorer der Löwen, Marco Pfleger, zum 1:0 ein (7.). Das ist dann Effizienz. Bad Tölz hatte nun noch mehr Rückenwind und sorgte für viel Druck auf unser Tor. Füchse-Chancen waren Mangelware. Ondrej Pozivil „prüfte“ Sinisa Martinovic von der Grundlinie. Das war in der 15. Minute. Kurz darauf fiel das 2:0 für die Gastgeber. Ein Schuss von Shawn Weller von der blauen Linie prallte von Carruth’s Schoner hoch ab und Lubor Dibelka nahm, begleitet von Julius Karrer und Jakub Kania, den fliegenden Puck direkt und versenkt ihn im Tor. Der Stadionsprecher konnte noch nicht einmal den Torschützen ansagen, da lag 19 Sekunden später die kleine Hartgummischeibe schon wieder hinter Mac Carruth im Drahtkäfig der Füchse. Diesmal war Weller selbst der Torschütze. Mike Hammond hatte den Routinier aus den Augen verloren und der nutzte das eiskalt. In der letzten Minute gab es noch einmal eine Strafe gegen Mychal Monteith wegen Haltens, so dass der EHC das Drittel nur zu viert beendete.

Der Einstieg in den Mittelabschnitt gehörte dann auch den Hausherren. Zum Glück war unser Schlussmann zur Stelle, als er erst einen Eberhardt-Fernschuss und dann auch den Rebound von Stefan Reiter parierte. Anschließend wurde das Match immer unansehnlicher. Kaum ein Pass kam an, jede zweite Scheibe versprang. Da auch Bad Tölz nichts mehr auf die Reihe kriegte, gab es dann tatsächlich auch richtig gute Füchse-Chancen. Aber Clarke Breitkreuz ganz frei wie auch Mike Hammond kamen nicht an Martinovic vorbei (beide 27.). Im Gegenzug machte es Schlager wie unser Rothelm. Auch er scheiterte am Goalie (28.). Zwischen zwei Strafen für Monteith und Streu, die ziemlich problemlos überstanden wurden, hatten George und Hammond nach Karrer-Distanzschuss die dicke Gelegenheit zum 1:3. Aber es sollte nicht sein. Da schlich sich der Gedanke ein, es könnte heute ein zu Null bleiben (32.). Und als auch noch Christoph Kiefersauer direkt vor Mac Carruth vergessen worden war, schob er unserem Torwart die Scheibe nach Dibelka-Hereingabe einfach durch die Matratzen. Es schloss sich die erste und auch nur eine kleine Druckphase der Angereisten an. Wie fast immer bediente Mike Hammond Jordan George, dessen Direktabnahme Silo Martinovic killte (38.). Der Löwen-Goalie kaufte kurz darauf auch Jakub Kania den Fernschuss und Robert Farmer den Nachsetzer ab (39.). Richtig kurios wurde es in den letzten Sekunde vor der zweiten Pause. Nach einem Tölzer Pfostenschuss fiel das Spielgerät auf die Kelle von Johannes Sedlmayr, der das leere Tor vor sich hatte. Aber „Schildkröte“ Carruth bekam noch den Fanghandschuh an den Puck.

Was keiner ahnte war, dass die letzte Periode zu einem Chancenfestival werden sollte. Zunächst tänzelte das Spielgerät nach French-Pfostentreffer und –Nachstocherer parallel zur Torlinie, aber nicht ins Netz (42.). Dann passte Jordan George im Fallen auf Mike Hammond. Und unser Top-Scorer versenkte staubtrocken ins lange Eck. Sollte nun eine Aufholjagd starten? Weißwasser war bemüht, schoss auch recht oft, öffnete aber hinten auch für Konter. So stoppte Mac Carruth ein Unterzahlsolo von Tyler McNeely in großer Manier (45.). Nach Bednar-Schuss setzte Dibelka den Rebound an den Pfosten (48.). Dann stand Farmer ganz allein vor Sinisa Martinovic, traf aber nur die Mattenoberkante (50.). Auf der Gegenseite ließ Max French einen Riesen gegen Carruth liegen (52.). Noch kurioser wurde es, als nach Farmer-Scheibenverlust French und Kiefersauer Zwei gegen Null liefen, sich aber so lange zupassten, bis die dicke Gelegenheit verdaddelt war (53.). Sekunden später hakte Oliver Granz den durchgebrochenen Timo Gams. Der durfte zum Penalty antreten, musste aber die Klasse unseres Hüters anerkennen. Nach 54 Minuten, Stefan Reiter saß auf der Strafbank, traf Mychal Monteith nur den Pfosten. Dann holte Coach Corey Neilson ganz früh Mac Carruth vom Eis. Unsere Jungs spielten viel zu riskant, verloren viel zu oft den Puck und hatten nur einen Riesen durch Farmer (57.). Den nächsten Scheibenverlust bestrafte Shawn Weller, nachdem seine Mitspieler zuvor zweimal den leeren Kasten verfehlten, mit dem empty net goal. Nach spätem Erwachen der Unsrigen war diesmal der Rückstand gegen einen starken Kontrahenten nicht mehr zu korrigieren.

Schlüsselszene

Das war ganz klar die 17. Minute. Binnen 19 Sekunden schepperte es nach zwei Rebounds zweimal in unserem Kasten. Das gab den Hausherren viel Sicherheit und unserem Team die schwere Aufgabe, deutlich hinterher zu laufen. Diese Aufgabe war heuer unlösbar.

Unglaublich 1

Nach 20 Minuten wies die Torschussstatistik ein 16:3 pro Bad Tölz aus. Und der Betrachter mit blau-gelber Brille musste sich ernsthaft fragen: Hatten wir tatsächlich schon drei Abschlüsse?

Unglaublich 2

Es lief Minute 24, da gewannen die Oberlausitzer in Person von Mike Hammond das erste Bully an diesem Abend. Manchmal dauert’s halt…

Zitat

„Wahrscheinlich waren die anfangs nicht bereit.“ (Löwen-Stürmer Kiefersauer in der zweiten Pause)

Der Top-Spieler: Sinisa Martinovic

Der Schlussmann der Heimischen, der nach der ersten Periode noch Unterkühlungsgefahr lief, war ab dem Mittelabschnitt wiederholt mit Glanzparaden zur Stelle, als unser Team drauf und dran war, deutlich zu verkürzen. „Silo“ gab so seinen Vorderleuten die nötige Ruhe und Sicherheit, den Vorsprung clever zu verwalten.

Die Trainerstimmen:

Kevin Gaudet: „Unser erstes Drittel war hervorragend. Viel besser können wir nicht spielen. Wir wussten ja, dass Weißwasser am Mittwoch gespielt und dann die lange Busfahrt hatte. Das haben wir optimal genutzt und sind gekommen wie die Feuerwehr. Im zweiten Drittel waren wir nicht mehr da. Unser Torwart hat stark gehalten. Wenn die Füchse das 1:3 und 2:3 machen, dann wird es ein ganz anderes Spiel. Im dritten Drittel hatten beide ihre Chancen. Ich bin sehr froh über die drei Punkte.“

Corey Neilson: „Es war eine starke Vorstellung der Tölzer. Wir waren im ersten Drittel zu langsam, haben dumm gespielt und leichte Tore hingegeben. Durch den Spielrhythmus hatten wir zuletzt auch wenig Zeit zum Trainieren. Im zweiten Drittel lief es etwas besser, das war ausgeglichen. In den letzten 20 Minuten haben wir dann gut gespielt. So will ich das jetzt immer von Anfang an sehen.“

Die Statistik

1:0 (7.) Marco Pfleger ( Lubor Dibelka , Matt MacKenzie - PP1), 2:0 (17.) Lubor Dibelka ( Manuel Edfelder , Shawn Weller ), 3:0 (17.) Shawn Weller ( Stefan Reiter , Matt MacKenzie ), 4:0 (37.) Christoph Kiefersauer ( Lubor Dibelka , Manuel Edfelder ), 4:1 (42.) Mike Hammond ( Nicolas Strodel , Thomas Reichel ), 5:1 (57.) Shawn Weller ( Tyler McNeely , Matt MacKenzie - EN EQ)


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