ALLE NEUNE - ABER NUR BEI DEN STRAFEN

Montag 08.10.2018・ Uhr
Lausitzer Füchse - Löwen Frankfurt
2:6
0:2; 1:3; 1:1

ERSTE NIEDERLAGE IM NEUNTEN SPIEL

DER BERICHT

Etwa drei Minuten vor Spielschluss, als sich 2.302 von den 2.328 Zuschauern – 26 handverlesene Schlachtenbummler aus Frankfurt hatten den Weg in unsere Eisarena gefunden – von ihren Plätzen erhoben und lautstark „Wir sind stolz auf unser Team“, skandierten, da guckten die Löwen-Cracks sicherheitshalber noch einmal zur Anzeigetafel: „Stimmt doch – wir führen hier 6:2.“ Nach acht Siegen in Serie wurden unsere Jungs nun vom DEL-ambitionierten Club aus Hessen entzaubert. Entzaubert? Quatsch! Ja, es setzte die erste Niederlage. Und ja, der Sieg unserer Gäste war verdient. Aber unser EHC war nicht vier Tore schlechter. Was diesmal fehlte, war die Kaltschnäuzigkeit im Torabschluss.

Frankfurt begann das Match in Füchse-Manier. Die Cracks aus der Mainmetropole gingen sofort ein hohes Tempo, waren in den Zweikämpfen präsent und suchten den direkten Weg zum Tor. Das brachte frühen Erfolg. Der DEL-Erfahrene Adam Michell fälschte einen Distanzschuss von Dan Spang unmittelbar vor unserem Keeper Olafr Schmidt ab. Die Scheibe zischte am chancenlosen EHC-Goalie vorbei hoch ins Eck – eine kalte Dusche. Aber das Wasser wurde schnell noch kälter. Nur 16 Sekunden später nutzte Matt Pistilli die Unordnung vor unserem Heiligtum und krachte den Puck aus Nahdistanz ins kurze Eck. 0:2 – da geht trotzdem noch etwas. So zumindest glaubte man es angesichts der bekannten Comebackqualitäten unserer Mannschaft. Und mit der ersten Strafe gegen Frankfurt drehten die Blau-Gelben auch auf. Wer nun gedacht hatte, weil mit Bastian Kucis nur der Backup im Tor der Hessen stand, wäre es etwas einfacher, zu Treffern zu kommen, der sah sich schnell getäuscht. Feodor Boiarchinov (7.), Jakub Kania und Vincent Hessler (9.), Jordan George (9.) und nochmal Feo (14.) kamen trotz Top-Chancen nicht am Frankfurter Hüter vorbei. Mussten die Gäste bis dahin zweimal in Unterzahl agieren, so waren es dann die Füchse, die gar zwei komplette Minuten mit drei gegen fünf auszukommen hatten. Mehr und mehr rückten die Unparteiischen in den Fokus, die – ohne spielentscheidende Fehler gemacht zu haben – dem Spitzenspiel nicht gewachsen waren. Jedenfalls verkamen Sequenzen, in denen beide Teams mit voller Kapelle kämpfen durften, nun zur Seltenheit. Mit viel Einsatzwillen und ein wenig Glück überstanden die Füchse die doppelte Unterzahl schadlos.

Auch in die zweiten 20 Minuten erwischte Frankfurt den besseren Start. Ohnehin noch im Powerplay traf Mathieu Tousignant zunächst mal den Pfosten. Weißwasser war noch nicht wieder komplett, da wurde schon der nächste Akteur eliminiert. Jakub Kania musste pausieren. Jetzt hatten die Löwen auch noch Scheibenglück. Als ein Puck versprang, erreichte der Querpass den freistehenden Carter Proft, der den „Ollie“ zum dritten Mal überwand (22.). Und exakt zwei Minuten später nutzten die Hessen ein Fehlabspiel der Füchse zum nächsten Torschuss. Vom Torgestänge sprang das von Magnus Eisenmenger abgefeuerte Spielgerät in die Maschen (24.). Damit endete der Arbeitstag von Olafr Schmidt. Ihn ersetzte Konstantin Kessler, der über die restlichen 36 Minuten eine gute Leistung abrief. Anders war das mit den Referees. Bei so viel Über- und Unterzahl ging sogar den Gestreiften der Überblick verloren. Kleines Beispiel aus Minute 29: Ein Befreiungsschlag der Gäste bei vier gegen vier wurde nicht als unerlaubter Weitschuss gewertet. Wenige Sekunden später waren die Füchse komplett und Frankfurt in Unterzahl. Die folgende Befreiung wurde mit einem Icing-Pfiff unterbrochen. Zwischenzeitlich waren auch Steve Saviano und Cederic Schiemenz an Bastian Kucis gescheitert, als eine weitere Strafe gegen unsere Jungs angezeigt wurde. Maximilian Faber feuerte Richtung Füchse-Tor, Brett Breitkreuz hielt die Kelle in den Schuss – das 0:5 (32.). Dass wenigstens das Duell der Breitkreuz-Brüder Remis endete, hing mit dem 1:5 der Blau-Gelben zusammen. Nach gefühlten 15-Stocher-Sekunden hatte unser 71er Clarke Breitkreuz endlich den Weg an Kucis vorbei gefunden. Und wer weiß, was passiert wäre, hätte 20 Sekunden später der Puck gleich nochmal den Weg ins Frankfurter Tor geschafft. Nach Videobeweis erkannten die Schiedsrichter, dass das Streitobjekt doch noch nicht über die Torlinie gerutscht war. Angesichts des nun klaren Rückstands widmeten sich unsere Fans den Wies’n Jerseys und forderten: „Zieht doch mal die Trikots aus…“ Das aber lässt das Regelwerk nicht zu. Wer allerdings die Idee hatte, die Spielernamen auf blau-kariertem Untergrund in blau zu schreiben, der sorgte für heuer „Undercover-Füchse“.

Der Schlussabschnitt ist schnell berichtet. Dan Spang traf unsere Torlatte (44.), Jeff Hayes und Chris Owens fanden in Kucis ihren Meister (45.). Derweil die Fans Spektakel machten, schenkten die Unsrigen Frankfurts Dani Bindels einen Sololauf, den Konstantin Kessler stoppte (45.). Und es gab ein paar Strafen hier wie da. Als die Gäste nach 55:24 Minuten in Unterzahl gerieten, rief Coach Corey Neilson unseren Keeper vom Eis. Mit sechs gegen vier schoss Jordan George das 2:5 (56.). Für mehr reichte es nicht mehr. Im Gegenteil: Die Löwen machten noch ein empty-net-goal und damit das 2:6 (58.).

Wer also schon immer wissen wollte, ob auch unsere Füchse zu besiegen sind, der bekam das heute vorgeführt. Nichts wurde es mit dem neunten Sieg in Serie. Dafür gab es in einem durchweg fairen Spiel für jede Mannschaft neun kleine Strafen. Sich einem Besseren beugen zu müssen, ist keine Schande. Und unsere Mannschaft hat trotz des recht schnell auch klaren Rückstands nie aufgesteckt und bis zur Schlusssirene gefightet.

Die Trainerstimmen:

Matti Tiilikainen: „Wir wussten um die Erfolgsserie der Füchse und haben uns gut auf das Spiel vorbereitet. Schnell hatten wir uns ein paar gute Chancen erspielt und die auch zu Treffern genutzt. Unser Torhüter Bastian Kucis hat sehr stark gehalten.“

Corey Neilson: „Frankfurt ist eine fantastische Mannschaft. Und so ist das mit unserem jungen Team – wir hatten viele eigene Chancen, haben den Gästen aber auch viele Chancen gegeben. Die Löwen haben stark gespielt und das genutzt. Wir haben heute die Kleinigkeiten nicht so gut gemacht. Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen. Aber wir wissen auch, wer wir sind und das wir auch verlieren werden. Ich bin trotz der Niederlage stolz auf die Mannschaft, die 60 Minuten hart gearbeitet und nie aufgegeben hat.“

Die Highlights und Pressekonferenz:

Die Spielzusammenfassung sowie die Pressekonferenz gibt es auf www.del-2.org


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