ABWÄRTSTREND HÄLT AN

Sonntag 01.12.2019・18:30 Uhr
EC Bad Nauheim - Lausitzer Füchse
5:3
3:1, 1:1, 1:1

FÜCHSE LIEFERN AUCH IN BAD NAUHEIM BRAV DIE PUNKTE AB

DER BERICHT

Die Überraschung heute gab es bereits bei der Aufstellung der Lausitzer Füchse. Unsere #7 Joel Keussen stand wieder im Line-up der Blau-Gelben – und um es vorweg zu schreiben: Er machte ein solides Spiel. Aber an Überraschungen war es das dann auch. Denn das Spiel der Füchse bot auch in Hessen nichts, was nicht schon dagewesen wäre. Zwar gingen die Angereisten durch ein Blitztor von Darcy Murphy in Führung, gaben aber das Heft des Handelns schnell an die Heimischen ab. Ein „Stolperer“ von Jakub Kania ließ die Partie in Richtung Hausherren kippen. Zwar durften die Füchse heute ihre Unterzahlstatistik kräftig aufbessern, haben damit jedoch die Chance auf ein besseres Resultat oder einen Sieg gegen eine personell dezimierte „Teufeltruppe“ aus der Hand gegeben. Am Ende ist das 5:3 für Bad Nauheim verdient.

Spielverlauf

Die Füchse starteten hellwach und vor allem erfolgreich. Nach dem ersten Bullygewinn zog Darcy Murphy durch und versenkte die Scheibe mit dem ersten Angriff zum 1:0 im Tor der Bad Nauheimer. Doch dann vergaßen die Unsrigen mal wieder das Nachlegen und kassierten Strafzeiten. Zunächst musste Mike Hammond wegen Haltens für zwei Minuten auf die Strafbank (2.). Kaum komplett traf es Clarke Breitkreuz wegen unkorrekten Körperangriffs (4.). Nach einem Köhler-Schuss hatten die Füchse Glück, dass hier nicht schon der Ausgleich fiel. Dann hatten die Gäste selbst in Unterzahl eine Kontermöglichkeit, aber Schwamberger blieb mit seinem Schuss an einem Nauheimer Verteidiger hängen. Beide Unterzahlspiele meisterten die Füchse sehr souverän. Doch dann brachten sie sich wieder selbst in Not, als Julius Karrer den Puck genau auf den Schläger von Marcel Kahle servierte. Mac Carruth jedoch schnappte sicher mit seiner Fanghand zu. Ondrej Pozivil zog in der 8. Minute von der Blauen ab und Murphy fälschte gefährlich auf das Bick-Gehäuse ab. Nach einem harmlosen Zuspiel stolpert Jakub Kania bei der Puckannahme an der Mittelinie und Andrej Bires hatte freie Bahn zum 1:1. Gleich darauf die nächste Möglichkeit für die Hessen. Kyle Gibbons bekam viel zu viel Platz aber Carruth ahnt die Situation, kam schnell genug heraus und warf sich auf die Scheibe. Dann aber fiel sie doch, die Führung der Gastgeber – und zwar aus heiterem Himmel. Jesper Kokkila zog einfach von der blauen Linie ab. Carruth’s Sicht war gleich Null und dementsprechend sah er bei diesem Gegentreffer nicht ganz glücklich aus. Die Gastgeber hatten nun wieder mehr Spielanteile und dadurch erkennbare Vorteile. Erneut probierte es Kokkila von der Blauen, aber Carruth hielt diesmal sicher. Auch die Unsrigen hatten Möglichkeiten. George brachte die Scheibe gut vor das Tor von Felix Bick und Robert Farmer fälschte leicht ab, aber auch knapp vorbei (13.). In der gleichen Minute musste unsere #7 zwei Minuten wegen Stockchecks auf dem Sünderbänkchen absitzen.Die größte Chance für Bad Nauheim während dieser Überzahl gab es für Andreas Pauli, aber Mychal Monteith entschärfte den Puck vor dem Stürmer, der sich in den Slot gemogelt hatte, und verhinderte den nächsten Einschlag im Füchse-Kasten (14.). Robert Farmer hatte dann den Ausgleich für die Füchse auf der Kelle, konnte aber eine zurückprallende Scheibe von der Bande nicht verwerten. Den darauffolgenden Konter nutzte erneut Jesper Kokkila zum 3:1 mit seinem zweiten Treffer (19.). Außer jeweils zwei Strafminuten (19.) für Marvin Rathmann wegen Behinderungund Oliver Granz wegen Beinstellens passierte im ersten Abschnitt nichts mehr.

Bad Nauheim schaltete nach dem Start in den zweiten Abschnitt gleich in den Vorwärtsgang, aber die Füchse konnten sich schnell befreien und Oliver Granz prüfte Felix Bick (22.) Die Füchse waren jetzt gut dabei, schwächten sich aber wieder einmal selbst. Tomas Andres zog die nächste Strafe (25. - Haken). Eine einzige Möglichkeit für die Roten Teufel durch Andreas Pauli (25.), aber sonst standen die Füchse wieder sicher. Und der Sünder war gerade einmal 20 Sekunden zurück, da musste Joel Keussen wegen Behinderung auf die Strafbank. Die nächste gute Chance für die Gastgeber gab es aber erst durch Robin Palka , der Mac Carruth prüfte, als unser Comebacker schon wieder auf dem Eis stand. Danach gab es ziemlich viel Leerlauf auf beiden Seiten, Scheibenverluste und wenig Struktur beim Spielaufbau. Und dann kam, was kommen musste. In eine gute Druckphase der Füchse fiel das 4:1 durch den Top-Scorer der Nauheimer, Andrej Bires, dessen halbherziger Schuss, abgefälscht von Olli Granz, unhaltbar für Carruth im langen Eck einschlug (35.). Und die Hessen gaben weiter Gas. Entlastung gab es durch die Unsrigen nur selten. Plötzlich klingelte es doch im Kasten von Felix Bick (38.). Mike Hammond traf mit einem überlegten Schlenzer ins lange Eck. Allerdings schauten sich die Referees das Tor noch einmal an, um sicher zu gehen, dass keine Behinderung des Torhüters vorlag. Und nach erfolgreicher Begutachtung des Videomaterials bekam der Treffer dann auch seine Gültigkeit. Jetzt wurde es noch einmal ein munteres Spielchen. Hüben wie drüben dachten die Akteure jetzt wieder mehr an die Offensive und die Angereisten wollten das Momentum nutzen. Die letzte Großchance jedoch gab es für Kyle Gibbons auf der anderen Seite nach einem Drei-auf-Zwei-Konter. Der Nauheimer Angreifer scheiterte aber an Carruth (39.).

In den Schlussabschnitt gingen die Neilson-Schützlinge mit dem festen Willen, noch Zählbares zu holen. Nach 42 Minuten verfehlte Pozivil frei am langen Pfosten das Bick-Tor. Dass die Kurstädter nun Platz zum Kontern bekommen würden, drängte sich auf. Ein langer Pass reichte aus, um uns zu überlaufen. Doch Mick Köhler nahm sich bei Zwei-gegen-Null den Abschluss. Mac Carruth verhinderte die Vorentscheidung (46.). Dann fiel es, das 3:4. Ein Mychal-Monteith-Schuss zischte rechts am Pfosten vorbei, Keeper Bick verfehlte den Rückpraller und Tomas Andres schob mit der Rückhand ein. Derweil die Zeit verrann, hatten die Blau-Gelben zwar mehr Scheibenbesitz, kamen aber kaum zu geordneten Angriffen und so auch zu keinen Abschlüssen. Im Gegenteil: Gefahr ging eher von den Wetterauern aus. Hätte Andreas Pauli einen Drei-gegen-Eins-Konter nicht ziemlich leichtfertig vergeben, wäre die Spannung schon frühzeitig gewichen (56.). 144 Sekunden vor Ultimo bekam Ondrej Pozivil eine höchst umstrittene Strafe. Unsere Nummer 25 echauffierte sich derart, dass sich die Spielleiterin noch in die Hüften griff: Zwei plus zehn Minuten! Das war der Duschbefehl für „Poggy“. Bei Unterzahl hatte Andres noch eine klare Gelegenheit, verfehlte beim Direktschussversuch aber das Spielgerät (59.). Als noch 40 Sekunden zu gehen waren, fand ein verdeckter Schuss von Simon Gnyp den Weg durch Freund und Feind ins Gehäuse. Ende Gelände – auch in Mittelhessen! Nach nun nur zwei Siegen aus den letzten zehn Spielen ist der einst komfortable Vorsprung auf die Niederungen der Tabelle drastisch geschrumpft.Nur noch fünf Punkte trennen unsere Lausitzer vom Elften (Dresden), nur sechs vom Zwölften (Crimmitschau), der zudem noch ein Spiel weniger absolviert hat.

Schlüsselszene

Weil unsere Mannschaft aus der Blitz-Führung zu wenig machte, bedeuteten schon die beiden schnellen Gegentreffer zum 1:2 einen gewissen Psycho-Nackenschlag. Spätestens das 3:1 noch vor dem ersten Pausentee brachte den Roten Teufeln die Sicherheit, die uns inzwischen schmerzlich fehlt.

Pechvogel

Das war heute Jakub Kania, der den Hessen ein unfreiwilliges Geschenk zum ersten Advent machte und Andrej Bires das 1:1 ermöglichte. Der Verteidiger stolperte bei der Puckannahme an der Roten Linie und schenkte dem Stürmer der Teufel den (erfolgreichen) Sololauf.

Ansage

Im zweiten Pauseninterview (Stand 2:4) sagte Joel Keussen: „Unser Ziel ist es, alle Spiele zu gewinnen. Und wir fangen schon heute damit an.“ Den richtigen Zug vermochten die Weißwasseraner diesmal nicht mehr zu entwickeln. Aber mit Keussen ist hoffentlich ein wichtiger Antreiber zurück.

Penaltykilling

Die Quote von 84,2% erfolgreich überstandener Unterzahlspiele bedeutet Platz drei in dieser Statistik. Allerdings zehrt der Spielernachteil regelmäßig an den Kräften, die zum Beispiel in Zweikämpfen besser investiert wären.

Missverhältnis

Auch das ist mal ein Blick wert: Die drei Tore heute erzielten die ersten beiden EHC-Reihen, die aber auch vier Buden kassierten.

Der Top-Spieler: Jesper Kokilla

Der jüngste Kontingentspieler der Liga war eine der Säulen im guten Bad Nauheimer Defensivverbund und erzielte die vorentscheidenden Treffer zum 2:1 und 3:1.

Die Trainerstimmen

Christof Kreutzer: „Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft, die sehr diszipliniert gespielt und gut gekämpft hat. Wir haben keine Strafzeiten genommen, was auch sehr wichtig war. Das zweite Tor der Füchse ist eher glücklich gefallen. Aber meine Jungs haben das prima weggesteckt. Ich denke, dass wir wirklich verdient gewonnen haben.“

Corey Neilson: „Unser Gegner hat defensiv sehr gut gestanden, viele Turnovers geschafft und Charakter bewiesen. So hätte ich meine Mannschaft auch gerne gesehen. Genügend Tormöglichkeiten hatten wir auch, aber zu wenig daraus gemacht. Tore entscheiden nun mal. Ich bin froh, dass Joel Keussen zurück ist. Er hat uns heute schon gut geholfen.“

Die Statistik

0:1 (1.) Darcy Murphy ( Mike Hammond , Clarke Breitkreuz ), 1:1 (8.) Andrej Bires, 2:1 (10.) Jesper Kokkila ( Huba Sekesi ), 3:1 (18.) Jesper Kokkila ( Marc El-Sayed , Andreas Pauli ), 4:1 (36.) Andrej Bires ( Marc El-Sayed , Andreas Pauli ), 4:2 (38.) Mike Hammond ( Joel Keussen , Clarke Breitkreuz ), 4:3 (48.) Tomas Andres ( Mychal Monteith , Feodor Boiarchinov ), 5:3 (60.) Simon Gnyp ( Andreas Pauli , Marc El-Sayed PP-1)

Foto: Chuc Fotografie/DEL2

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