WIEDERGENESENER JOEL KEUSSEN HOFFT AUF "TOLLE SAISON"

"RICHTIG UND WEGWEISEND FÜR DAS DEUTSCHE EISHOCKEY"

Schon seine Verpflichtung Ende November 2018 war eine Überraschung. Joel Keussen wechselte aus der DEL von den Krefelder Pinguinen zu den Lausitzer Füchsen – als Ersatz für den Langzeitknieverletzten Roberto Geiseler. Schnell war klar, dass der Defender mehr als nur der Geiseler-Stellvertreter sein würde. Doch als sich die Spielzeit dem Ende näherte, raffte ein Virusinfekt den 27-Jährigen dahin. Nach einem zu frühen Comeback-Versuch musste sich der gebürtige Duisburger vorzeitig in den Urlaub verabschieden. Fast noch überraschender sagte der Rechtsschütze den Füchsen für ein weiteres Jahr zu. Und so bat die EHC-Homepage den „Joey“ auf ein Sommer-Interview, dem er sich prompt stellte.

In den EishockeyNEWS ist nachzulesen, dass Du Dich so schlecht gefühlt hättest, wie noch nie. Was war eigentlich los?

Joel Keussen: „Wahrscheinlich hat mein Körper eine Auszeit benötigt. Meine Blutwerte waren schlecht und das Risiko, zu spielen, einfach zu groß. Einige Tage habe ich mich wirklich hundeelend gefühlt. Inzwischen aber geht es mir wieder sehr gut.“

Na das klingt doch prima...

Joel Keussen: „Ja, ich bin wieder voll belastbar und bereit für eine tolle Saison. Die Blutwerte sind alle in Ordnung und ich trainiere nach Plan.“

Als Du aus Krefeld zu den Füchsen kamst, hattest Du ja eine längere Wettkampfpause hinter Dir und nur im Nachwuchs trainiert. Warum ist Dein Re-Start trotzdem fast problemlos gelungen?

Joel Keussen: „Ich war – ehrlich gesagt – selbst etwas überrascht und sehr froh, dass es so schnell wieder so gut lief und ich mich fix zurecht gefunden habe. Die Trainer und das Team haben es mir aber auch wirklich leicht gemacht. Nach zwei Monaten, in denen ich mich unter schwierigen Bedingungen irgendwie fit halten musste, war ja auch das Selbstvertrauen erst einmal weg. Aber mit den Wettkämpfen und den Erfolgen kam das Selbstverständnis und das Selbstvertrauen wieder. Naja – und in jeder Saison gibt es für jeden Spieler und jede Mannschaft Phasen, wo es mal nicht so optimal funktioniert. Wer die schlechten Phasen kurz halten kann, hat beste Chancen auf eine erfolgreiche Spielzeit.“

Es gibt viele Füchse-Fans die glauben, mit Joel Keussen hätte die Mannschaft die Buron Joker im Playoff-Viertelfinale eliminiert. Was sagst Du denen?

Joel Keussen: „Ich denke, diese Leute haben recht. Die Serie wurde erst in Spiel sieben entschieden. Ich zähle mich zu einem der besten Spieler der Liga und habe den Anspruch, auch wieder in der DEL zu spielen. Ich bin jemand, der den Unterschied machen möchte und könnte. Den Ausschlag über Sieg und Niederlage gaben Kleinigkeiten. Garantiert hätte ich dem Team helfen können. Aber auch das muss man einmal klarstellen: Wir sind nicht rausgeflogen, weil wir so schlecht waren, sondern weil Kaufbeuren so gut war. Wie die zurückgekommen sind – alle Achtung!“

Stand jetzt werden die Füchse mit einer rein deutschen Verteidigung starten. Neun Cracks stehen für den Abwehrbund zur Verfügung. Wie schätzt Du unsere Defensive ein?

Joel Keussen: „Sicher ist die individuelle Klasse der Spieler schon wichtig. Aber gerade in der Abwehr geht es zumeist eher über das Kollektiv. Es kommt darauf an, dass die Jungs füreinander arbeiten und laufen. Denn Fehler passieren immer. Wenn es aber dann so ist, dass man sich gegenseitig hilft und sich aufopfert, um die Fehler auszubügeln,dann kann man so erfolgreich sein, wie wir es zuletzt waren. Ich halte uns für hinten sehr gut besetzt. Es zeugt ja auch vom Mut und Vertrauen der Verantwortlichen, mit einer rein deutschen Verteidigung zu starten. Das ist gut so und hoffentlich wegweisend für das deutsche Eishockey.“

Gibt es einen Mitspieler oder Neuzugang, auf den Du Dich schon jetzt besonders freust?

Joel Keussen: „Nein, ich freue mich auf alle gleich. Ich habe auch keinen ‚Lieblingspartner‘ in der Abwehr. Ich gehe mit jedem gerne auf das Eis und gerade diese Flexibilität hat uns im letzten Jahr ja auch geholfen, als es immer wieder einmal galt, Ausfälle zu überspielen.“

Am 4. Januar 2020 steigt in Dresden das Hockey Open Air. Schaut man da auch schon mal nach der Besetzungsliste der Eislöwen, um etwas die Chancen für einen Füchse-Erfolg zu antizipieren?

Joel Keussen: „Was bringt es mir, auf andere zu schauen? Ich schaue lieber auf uns. Denn wenn wir unsere Arbeit optimal erledigen, dann werden wir auch wieder erfolgreich sein. Und wenn wir unser bestes Eishockey spielen, dann können wir auch jeden schlagen.“

Am 1. August kehrst Du zurück nach Weißwasser. Wen bringst Du mit – und wo trainierst Du bis dahin?

Joel Keussen: „Ich spule mein Pensum daheim in Krefeld ab. An sich habe ich die Möglichkeit, hier ab Ende Juni auch auf’s Eis zu gehen. Mein Problem ist, dass meine Schlittschuhe noch nicht da sind. Ich habe wieder die Custom Skates bestellt und hoffe, dass die bald geliefert werden. Nach Weißwasser komme ich allein, werde aber möglichst oft von meiner Freundin besucht werden. Die bringt dann auch immer mal meinen Sohn mit. Übrigens: In der neuen Saison werde ich nicht mehr mit der Rückennummer 42 spielen, sondern mit der 7. Das ist die Rückennummer, die mein Sohn beim Fußball trägt. Vater und Sohn mit ein und derselben Nummer – das finde ich prima!“

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