TURBULENTE TAGE IM FUCHSBAU

MARVIN CÜPPER VOR DEBÜT IN BAYREUTH

Was ist denn kurz vor dem Fest der Liebe und der Besinnlichkeit im Fuchsbau los? Und warum interessiert es hier so sehr, wenn – nein: nicht in China und auch nicht der berühmte Sack Reis – bei den Eisbären der Headcoach fliegt? Kaum hatte Clement Jodoin in der Hauptstadt den Laufpass bekommen, da schwappte die Gerüchtewelle in Tsunamistärke los: Corey Neilson soll der Nachfolger werden. „Nein, da ist gar nichts dran“, beruhigte unser Geschäftsführer Dirk Rohrbach die Gemüter. Und mal ganz ehrlich, auch wenn ja im Eishockey praktisch alles denkbar ist: Wäre es ohne Gesichts- und Vertrauensverlust möglich, als erfolgreicher Füchse-Coach mal einfach zum Kooperationspartner zu wechseln, die bisherigen Schützlinge einfach im Stich zu lassen und damit das Farmteam in den Grundfesten zu erschüttern? Wäre das vom Team „oben“ zum Team „unten“ verständlich vermittelbar? Nein, nein und nochmals nein. Und die ganz hartnäckigen Zweifler sollten auch erwägen, welch gigantische Organisation hinter den Eisbären steht. Da wird sich in der weiten Eishockeywelt doch ein passender Übungsleiter finden lassen. Offen mag bleiben, was im Sommer passiert. Aber nun ist ja gerade einmal Winteranfang. Und kurz vor der Bescherung liegt plötzlich Marvin Cüpper auf dem Gabentisch. Weil der 24-Jährige nicht mehr förderlizenzfähig ist, leihen ihn die Ex-Dynamos aus Berlin an uns aus. Nach heftiger Sprunggelenksverletzung soll der Schlussmann nun wieder Spielpraxis sammeln und in den Wettkampfmodus zurückfinden. Hoffentlich bestens motiviert könnte „Cüps“ schon in Bayreuth debütieren. Derweil – und das mag hart klingen, ist aber so – muss sich der „Verlierer der bisherigen Saison“ in Waldkraiburg bewähren: Konstantin Kessler fängt ab sofort per Förderlizenz die Scheiben für den Süd-Oberligisten.

Beim letzten Match am Roten Main hütete „Toni“ noch für 40 Minuten das Füchse-Tor. Da starteten unsere Jungs im Schlafwagenmodus und lagen nach 18 Minuten mit 0:3 hinten. In der ersten Drittelpause war der Arbeitstag für Olafr Schmidt beendet und Kessler führte die Blau-Gelben fortan noch zum Auswärtssieg. Erinnert sei auch an das Heimspiel in unserem Bau am 4. November, als die Tigers mit 2:1 nach Penaltyschießen die Oberhand behielten. Ergo: Nichts gibt es für „lau“ – schon gar nicht Punkte gegen die Kellerkinder. Und der Blick in die Eishockeyannalen verrät jedem Liebhaber der Unsrigen, dass die sich gegen „Tabellentiefstehende“ stets nie leicht taten. Mögen die Oberfranken auch (noch) Vorletzter sein: Zuletzt hatten die Cracks von Petri Kujala einen Lauf. Sieben der letzten acht Spiele wurden gewonnen. Unter den Geschlagenen fanden sich so namhafte Mannschaften wie Dresden, Bietigheim sogar zweimal, Crimmitschau und Kassel. Maßgeblicher Erfolgsgarant ist der Nachverpflichtete Jake Newton, der schon wieder auf Abschiedstour ist. Nur noch gegen Weißwasser und in Heilbronn wird der Amerikaner im Tigers-Dress auflaufen. Dann entschwindet der 30-Jährige in eine noch nicht bekannte „höhere Liga“. Bester Punktsammler der Wagner-Städter ist Ville Järveläinen mit 27 Zählern (10 Tore/ 17 Assists). Auch sonst haben die Schwarz-Gelben kaum noch etwas mit dem letztjährigen Playdownkontrahenten gemein. Um also nicht das Dortmunder Fußballerschicksal, dass die in Düsseldorf ereilte, zu erleben, müssen die Neilson-Schützlinge an die Leistungsgrenze gehen.

Am Tag vor Heiligabend reist dann Deggendorf in der Oberlausitz an, die aktuell noch vier Zähler hinter Bayreuth rangieren und somit die Rote Laterne mit in unsere Eisarena bringen. Doch auch beim DSC lief es zuletzt sportlich ganz achtbar. Auch beim Aufsteiger hatte der Aufschwung einen Namen: Jason Bacashihua. Der Goalie, der zwischen 2012 und 2015 für die Straubing Tigers spielte, gab der Defensive der Mannschaft von Trainer John Sicinski deutlich mehr Stabilität. Und gerade auswärts sind die Niederbayern immer für eine Überraschung gut. Die letzten beiden Siege errang der DSC so auch auf fremdem Eis: In Frankfurt holte man mit 4:1 gleich alle drei Punkte. Vor Wochenfrist gab es beim 5:4 nach Verlängerung in Bietigheim zumindest zwei Zähler. Mit Andreas Gawlik und Andrew Schembri müssen die Deggendorfer verletzungsbedingt auf zwei Leistungsträger verzichten, während Christoph Gawlik im Team zurück ist. Top-Scorer des DSC ist Kyle Gibbons mit 33 Punkten (9Tore/ 24 Assists).

Womit wir – neben den Personalien Cüpper/Kessler – beim Füchse-Kader angekommen sind. Der war unter der Woche etwas ausgedünnt, weil mehrere Cracks mit Infekten darniederlagen. Zwar versuchte sich das komplette Team beim Abschlusstraining. Dennoch bleiben viele Fragen offen: Reicht die Kraft schon bei den Rekonvaleszenten? Wer von der Fraktion der (leider insolventen) Hamburger läuft am Wochenende für Blau-Gelb auf? Und welche Entscheidungen trifft Stephane Richer in Berlin? Diesmal wird aller Voraussicht nach nur Vincent Hessler in die Lausitz entsandt und die Berliner "Kids" vertreten. Bis Jahresende werden auch noch Förderlizenzspieler in Hamburg aushelfen. Dem Vernehmen nach aber ist man in Weißwasser bereits auf der Suche nach einem neuen Oberliga-Kooperationspartner.

Spielleiter am Freitag ab 20 Uhr in Bayreuth sind Marcus Brill und Nicole Hertrich.

Sonntag ab 17 Uhr im garantiert proppevollen Fuchsbau pfeifen Florian Fauerbach und Seedo Janssen.

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