"SCHLAFEN, ESSEN, HOCKEY, ESSEN, HOCKEY, ESSEN, SCHLAFEN"

SOMMER-INTERVIEW MIT NEUZUGANG TIM DETIG ÜBER SEINE VORBEREITUNG AUF DEN START IM FÜCHSE-DRESS

Tim Detig ist einer unserer Neuzugänge, der in die Rubrik „Jugendbrigade“ fällt. Der 19-Jährige ist aber alles andere als ein „heuriger Hase“. Schließlich absolvierte der Angreifer bereits neun Partien in der DEL2 und verfügt zudem über internationale Erfahrung – als Nachwuchs-Nationalspieler. Das Homepage-Team nahm den gebürtigen Heidelberger ins Kreuzverhör.

Was war ausschlaggebend für Deinen Wechsel nach WSW?

Im letzten Jahr habe ich das ein oder andere Angebot von verschiedenen Vereinen bekommen. Diese habe ich mit meinem Berater in den Blick genommen. Obwohl ich keine Not hatte aus Mannheim wegzugehen, habe ich mich schon sehr früh entschieden, das Angebot aus Weißwasser anzunehmen. Letztendlich war ich davon überzeugt, dass mein „spielerisches Gesamtpaket“ nicht nur richtig gesehen wurde, sondern für die Füchse eine interessante Option ist. Darauf habe ich bei meiner Entscheidung vertraut, es hat sich einfach richtig gut angefühlt und ich hoffe, dass ich in der nächsten Saison dieses Vertrauen bestätigen kann. In Weißwasser wird mit Herzblut und harter Arbeit ehrliches Eishockey gespielt - und das gefällt mir! Das entspricht meiner Vorstellung eines guten und erfolgreichen Teams.

Siehst Du die Lausitzer Füchse und die DEL2 auch als Sprungbrett für weitere Einsätze im Nationalteam? Du durftest ja dort schon vorspielen…

„Sprungbrett“ ist immer relativ, für mich geht es stets und in jedem Spiel darum, mich zu bewähren. Und deshalb denke ich, dass für jeden hungrigen jungen Spieler jedes Spiel und jede Saison ein Sprungbrett sein können. Ich werde natürlich auch weiterhin meine bestmögliche Leistung versuchen abzurufen, um mich auch weiterhin für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Denn ich denke, es ist für jeden jungen Spieler eine Ehre, für sein Land zu spielen.

Was bekommt der EHC für einen jungen Stürmer? Vielleicht kannst Du Dich etwas vorstellen. Nimmt man die Statistiken, scheinst Du ein ausgesprochen gutes Auge für die Mitspieler zu haben - bei den vielen Assists!

Ich bin 19 Jahre alt und liebe und lebe diesen Sport als Stürmer jetzt schon seit 15 Jahren. Ich war schon immer der Meinung, dass ein Eishockeyspiel immer nur als Mannschaft gewonnen werden kann und niemals alleine. Ich bin ein überzeugter Mannschaftsspieler. Deshalb war für mich auch nie die Anzahl der selbst erzielten Tore oder Assists entscheidend. Wichtig war, dass die Tore gemacht wurden und wir als Mannschaft Erfolg hatten.

Du hast bereits neunmal DEL2-Luft schnuppern können. Welche Erfahrungen nimmst Du aus diesen Matches mit?

Die Zeit in Heilbronn war für mich eine sehr wichtige und großartige Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Ich wurde sowohl von der Mannschaft als auch von den Trainern und den Fans sehr gut aufgenommen. Der mannschaftliche Zusammenhalt, aber auch die Härte und das Tempo in der DEL 2 haben mich wirklich beeindruckt - aber mir natürlich auch gefallen. Auf jeden Fall habe ich in dieser Zeit gemerkt, dass mein lange angestrebtes Ziel, Profi zu werden, für mich exakt das Richtige ist. Nach kurzer Zeit habe ich festgestellt, dass ich in der DEL2 mitspielen kann. Diese Erkenntnis hat mir viel Sicherheit gegeben.

Diese neun Spiele liegen alle zwischen dem 13.12.2019 und dem 05.01.2020. Wie erklärt sich das?

Die Falken hatten in dieser Zeit mit vielen Ausfällen zu kämpfen. Ein paar Jungs von dort waren zudem bei der U20-WM. Da Heilbronn seit einigen Jahren mit Mannheim kooperiert, konnten sie auf einige junge Spieler von den Jungadlern zurückgreifen. Ich war einer von diesen und hatte das Glück, bei acht von neun Spielen kontinuierlich zum Einsatz zu kommen. Das hat mir natürlich Sicherheit und Selbstvertrauen gegeben. Nachdem im Januar dann viele Falken-Cracks wieder zurück im Kader waren, konnte ich mich wieder voll und ganz auf die Jungadler konzentrieren. Wir hatten ja noch zu diesem Zeitpunkt das Finale um die DNL-Meisterschaft vor Augen. Dann kam der Saisonabbruch…

Du hast in der DEL2 und auch sonst wohl noch nicht gegen die Lausitzer Füchse gespielt. Was weißt Du dennoch von der Stadt und dem Verein?

Ich hätte aber gerne schon mal gegen sie gespielt! Wie gesagt, Weißwasser ist ein Traditionsverein, gegründet 1932. Da gab es noch nicht einmal den MERC, der ist erst 1936 aufs Eis gekommen. Genauso wie in Mannheim beeindruckt es mich, wenn eine Region für unseren Sport lebt und für Eishockey brennt. Das ist in Weißwasser zweifellos so. Die Füchse haben großartige Fans und eine seit Jahrzehnten bestehende Fankultur. Neben der Tatsache, dass bei Euch auch im nächsten Jahr junge und erfahrene Spieler in einem gut durchdachten Spielsystem integriert werden, muss ich erst mal nicht mehr wissen... In jedem Fall freue ich mich auf die Lausitz!

Wie lief für Dich die Vorbereitung bisher in diesem besonderen Sommer?

Den Schock, nach dem Lockdown keine Meisterschaft mehr spielen zu können, mussten alle erst mal verkraften. Alle Sportanlagen waren geschlossen und an ein gewohntes Training war nicht mehr zu denken. Ich hatte glücklicherweise die Möglichkeit, bei Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln bei meinem Vater in der Schule zu trainieren. Darüber hinaus konnte ich schon sehr früh wieder in Mannheim bei den Adlern trainieren. Hier wurde sehr professionell und vorbildlich mit der Coronasituation umgegangen. So konnten dort entsprechende Trainingsmöglichkeiten angeboten werden. Für mich wichtig war aber auch die frühe Absprache mit dem Trainerteam von den Füchsen, so dass wir auch „kontaktlos“ in das geplante Sommertraining einsteigen können.

Wie sieht Dein Tagesablauf aktuell aus?

Das ist einfach erklärt! Schlafen, essen, Hockey, essen, Hockey, essen, schlafen!

Welche Schlagzeile über Dich würdest Du gerne am Ende der kommenden Saison lesen?

Die Lausitzer Füchse haben mit der Verpflichtung von Tim Detig alles richtig gemacht!“

Was gibt es sonst Spezielles oder Kurioses über Dich zu berichten, was wir Dich nicht fragen können, weil wir es (noch) nicht wissen?

Das ist zum Abschluss eine schwierige Frage. Vielleicht wäre es gut, diese Frage am Ende der nächsten Saison noch einmal zu stellen. Nach 15 Jahren Eishockey und als Ältester von vier Geschwistern – ich bin übrigens der einzige Eishockeyspieler – gibt es unzählige private und sportlich kuriose Geschichten. Das würde aber den Rahmen sprengen. Wünschen würde ich mir jedoch, am Ende der folgenden Saison mit den Füchsen unsere Ziele erreicht zu haben, sportlich gut da zu stehen und ein gutes Team zu haben. Sicherlich gibt es dann Kurioses zu berichten, wozu ich gerne meinen Teil beitragen würde.

Na gut! Dann werden wir uns eben noch ein paar Monate gedulden. Wahrscheinlich wirst Du Ende August – so ist ja aktuell der Plan – in Weißwasser aufschlagen. Der Verein und die Fans freuen sich schon sehr auf Dich und wünschen Dir eine verletzungsfreie und richtig erfolgreiche Saisonvorbereitung und dann den optimalen Start bei uns. Vielen Dank, dass Du Dir für uns so viel Zeit genommen hast. So lautete Dein Pensum zumindest heute:„Schlafen, essen, Hockey, essen, Interview, Hockey, essen, schlafen!

Foto: EH-Mag-DR

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