PUNKTEHATZ AUF VOLLEN TOUREN

ZWEI ZU EINS FÜR EIGENEN BAU

Derweil sich der eine oder andere noch die Gräten des Silvesterkarpfens aus dem Halse pult, stehen für die Eishockeyprofis in Deutschland längst die nächsten Wettkämpfe an. Da kam der zusätzliche freie Tag zwischen 30. Dezember des alten und 2. Januar des neuen Jahres fast schon einer Art „Kurzurlaub“ im ansonsten Zwei-Tages-Spielrhythmus gleich. Kaum also waren die Eislöwen aus der Landeshauptstadt hier, schon geben sich die Bayreuth Tigers die Ehre. Und die haben jede Menge Selbstvertrauen im Gepäck. Schließlich schlossen die Schützlinge von Trainer Petri Kujala das alte Jahr mit zwei Siegen ab: Einem 4:2-Heimerfolg über unseren Tabellennachbarn und Sonntagsgegner Kaufbeuren folgte gar noch ein 3:2 beim Ligenprimus in Ravensburg. Wer also annimmt, das Duell Dritter gegen Zwölfter werde eine klare Angelegenheit, der dürfte bereits früh im neuen Jahr auf den sogenannten „Holzweg“ eingebogen sein. Und auch der Verweis auf das nur elf Tage zurückliegende Spiel bei den Wagnerstädtern, das unsere Jungs mit 4:2 gewannen, ist kaum hilfreich. Denn nichts verblasst so schnell, wie der Ruhm vom letzten Jahr. Eher scheint erwähnenswert, dass die folgende Begegnung bereits das zweite Aufeinandertreffen in dieser Saison auf unserem Eis ist. Das erste ging mit 1:2 nach Penaltyschießen verloren. Und selbst zum kürzlich stattgefundenen Match gab es im Bayreuther Kader eine wesentliche Veränderung: Jake Newton ist nicht mehr dabei. Ihn ersetzt nun Simon Karlsson. Top-Scorer ist weiter Ville Järveläinen mit beachtlichen 32 Punkten aus 32 Spielen.

Bayreuth – ja da war und da ist auch etwas. Schließlich sind die Oberfranken de facto bei jedem Heimspiel präsent, sofern die Unsrigen zumindest einen eigenen Treffer erzielen: Torjingle an – und ooooh oohohohooo… Tatsächlich ergab sich unlängst eine kleine Debatte, die in etwa wie folgt lautete: „Warum singen die denn nach jedem Tor ‚Sche… Bayreuth‘, auch wenn hier Freiburg oder Deggendorf spielen? Das ist doch totaler Schwachsinn…“Tja, es gibt sie also offenbar doch, die „blöden Fragen“. Der eher Einfallslosere könnte ja zumindest noch auf die Idee kommen, dass es mit „Deggendorf“ und der Sprachmelodie mächtig hapern würde. Aber der dem Lausitzer Pucksport langfristig gewogenen und noch nicht von Erinnerungsverlusten befallene Schlachtenbummler hat die monumentalen Schlachten in den Abstiegsduellen der vergangenen Spielzeit noch glasklar vor dem geistigen Auge. Da wurde sie dann auch geboren, die Zuneigung der besonderen Art zum Playdown-Gegner, die dazu führte, dass die Tormelodie im Fuchsbau seither veredelt ist. Und wer das dann immer noch doof findet, der muss sich diesmal nicht ärgern. Denn am Mittwoch stimmen Text und Gegner definitiv überein.

Am Freitag würde es sich dann schon wieder etwas „schwieriger“ singen – aber noch machbar. Frankfurt kommt zu uns, und damit die gegenwärtig punktgleich mit Blau-Gelb auf Rang zwei angesiedelten Löwen. Die waren zuletzt verdammt bissig. Alle drei Begegnungen nach Heiligabend gingen an die Hessen. In Crimmitschau (3:2 nach Penaltyschießen) und Freiburg (6:4) sowie daheim gegen Heilbronn wurden Siege eingesackt. Kurz vor dem Fest hatte es die Heimpleite im Derby gegen Kassel gesetzt (1:2), die dann auch unsere Blau-Gelben mit 5:2 abfertigten. Natürlich hinken Quervergleiche im Eishockey mehr denn in anderen Sportarten. Aber der Umstand, dass der Fuchsbau am Freitag das nächste Spitzenspiel sieht, ist nicht wegzudiskutieren. Und unsere Mannschaft sinnt auf Wiedergutmachung. Schließlich blieben die Oberlausitzer gegen die Mannen von Trainer Matti Tiilikainen in bisher zwei Saisonbegegnungen sieglos. Erst setzte es daheim beim 2:6 die erste Niederlage in dieser Spielzeit. Und in der Hessenmetropole gaben die Füchse einen 3:0-Vorsprung nach 40 Minuten noch aus der Hand und unterlagen mit 4:5 nach nur neunsekündiger Verlängerung. Aktuell plagen die Frankfurter ein paar Verletzungssorgen. Mike Card und Magnus Eisenmenger sind nach Lage der Dinge ebenso nicht einsatzfähig, wie Stürmer Brett Breitkreuz. Das würde bedeuten, dass diesmal das Bruderduell mit Clarke ausfällt. Im Tor der Löwen dürfen wir uns auf Bastian Kucis und damit den DEL2-Spieler des Monats November freuen. Top-Scorer beim Zweiten ist Adam Mitchell mit 44 Punkten aus 32 Partien.

Nach zweimal Heim geht es dann zum Abschluss des Feiertagsspielemarathons noch einmal auswärts, und zwar zu den Buron Jokern aus Kaufbeuren. Die haben sich gleichfalls stabil in der Tabellenspitze etabliert, zuletzt aber – auch ausfallbedingt – etwas geschwächelt. Fünf der letzten sechs Spiele gingen verloren. Letztes Highlight war der 5:3-Erfolg in Bietigheim, ehe es nach einer Auswärtspleite in Bayreuth (!) Heimniederlagen gegen Ravensburg (1:4), aber auch Freiburg (3:4) setzte. Da war Top-Scorer Sami Blomqvist (sagenhafte 45 Punkte nach 30 Partien) wieder mit dabei. Sebastian Osterloh und Brandon Gracel werden aber noch länger fehlen. Interessanterweise hüllt man sich auch bei den Allgäuern zu Ausfallgründen und –dauern in geheimnisvolles Schweigen. Die bisher zwei Saisonduelle entschieden die Auswärtsmannschaften für sich. In Kaufbeuren gewannen die Füchse mit 6:4, daheim klauten die Jungs von Andreas Brockmann mit 4:2 die drei Punkte.

Personell wird es bei den Heimischen kaum Veränderungen geben. Charlie Jahnke und Vincent Hessler bildeten bei den Eisbären zuletzt mit Sean Backman die vierte Angriffsformation. Maximilian Adam war stets der siebte Verteidiger. Ob Marvin Cüpper bereit für sein Comeback ist, entscheidet sein Sprunggelenk. Und sofern keinen unserer Spieler das Ronny-Reddo-Silvester-Syndrom ereilte (Die Älteren werden sich erinnern, da gingen dereinst die Böller in der Hosentasche los…), dann wird die Erfolgsmannschaft vom letzten Jahr auch in das neue starten.

Referees des Matches am 2. Januar ab 19.30 Uhr gegen Bayreuth sind Sven Fischer und Jens Steinecke.

Das Spiel am 4. Januar (gleichfalls 19.30 Uhr) gegen Frankfurt pfeifen Roland Aumüller und Christian Oswald.

Am 6. Januar ab 17 Uhr in der erdgas schwaben arena sind Marcus Brill und Sascha Westrich die Spielleiter.

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