LIEBER WEISSWURST ALS BURGER...

NEUZUGANG LUIS MÜLLER IM "SOMMERINTERVIEW"

Unser Jüngster im Team heißt Luis Müller. Mit 18 Jahren und knapp fünf Monaten schickt sich der Flügelflitzer an, die DEL2 zu erobern. Seit Anfang September wohnt der gebürtige Ingolstädter in Weißwasser und bereitet sich intensiv auf die hoffentlich alsbald beginnende Saison vor. In der U23 des ESW konnte er sogar schon Spielpraxis sammeln. Übrigens: Das „EHC-Küken“ wechselte direkt aus Kanada in den Fuchsbau.

Hallo Luis! Wie sind Deine ersten Eindrücke von den Bedingungen und vom Training in Weißwasser?

„Mir gefällt das hier alles super! Ich wohne zusammen mit Eric Steffen, den ich schon aus Berlin vom GASAG-Trainingscamp her kannte. Ich habe mich gut eingelebt und fühle mich in Weißwasser schon fast wie zu Hause. Die Übungseinheiten bisher waren sehr anspruchsvoll, abwechslungsreich und teilweise auch richtig anstrengend. Auch mit der U23 konnte ich zusätzlich trainieren und die Spieler kennenlernen. Das ist hier wirklich eine tolle Truppe.“

Apropos U23: Am Freitag hast Du mit dem Regionalligateam den Punktspielstart bestritten und 6:0 gegen Dresden gewonnen. Erzähle uns bitte von dem Spiel!

„Es war natürlich ein tolles Gefühl, seit langer Zeit wieder ein Eishockeyspiel zu bestreiten. Unser Siebenter Mann, die Fans, haben für eine super Stimmung gesorgt und uns großartig unterstützt. Die Eröffnungszeremonie war schon etwas Besonderes für mich, das habe ich so noch nicht erlebt. Ich habe mich sehr über die drei Punkte und den Shutout unseres Goalies gefreut. Das ist ein gelungener Saisonauftakt für unser Team. So kann es ruhig weitergehen.“

Du bist bereits mit 16 Jahren nach Kanada gegangen. Wie kam das zustande und wie erlebt man das als noch junger Mann?

„Ein kanadischer Trainer kannte mich aus Nachwuchs-Camps. Nachdem er meine Entwicklung beobachtet hatte, bot er mir an, in seinem Team zu spielen. Ich habe mich für den ‚Sprung ins kalte Wasser‘ entschieden und bin alleine da rüber. Da ich mit den Mitspielern in einem Haus lebte, war man bald voll integriert und stets beschäftigt. So habe ich die große Entfernung schnell vergessen. Die Kombination aus Training und High School hat mich in meiner sportlichen und sprachlichen Entwicklung sehr viel weiter gebracht. Deshalb habe ich mich auch entschlossen, ein zweites Jahr dort zu bleiben. Insgesamt war es für mich eine mega Erfahrung und ich habe viele tolle Menschen kennengelernt.“

Was lernt man in Nordamerika, was man in Deutschland im Nachwuchs nicht lernt?

„Da ich nie in der DNL gespielt habe, kann ich das schlecht vergleichen. Auf alle Fälle ist das Training dort sehr skilllastig. Die Stocktechnik und das Schlittschuhlaufen, also Power Skating, nehmen einen breiten Raum ein. Und dann ist da noch das Feeling in Nordamerika, wo alle echt eishockeyverrückt sind. Das merkt man überall. Auch im privaten Umfeld hat das Eishockey einen hohen Stellenwert.“

Du warst als achtbester Punktesammler der CSSHLE auch der zweitbeste ausländische Scorer. Kann man das Toreschießen lernen oder bedarf es des Instinkts?

„Natürlich braucht es dazu die ganze Mannschaft und auch gute Mitspieler. Ich habedort in einer richtig tollen Reihe gespielt, die sehr gut harmoniert hat. Ich sage es mal so: Man kann lernen, wo man zu stehen hat. Aber wenn die Scheibe kommt, benötigst du den Instinkt, sie auch rein zu machen.“

Wie kann man sich das Leistungsniveau in der CSSHLE-Liga vorstellen, in der Du spieltest?

„Schwierige Frage… Ich denke, dass die besten Teams der Liga auch in der DNL erfolgreich mitspielen könnten. Und die letzten drei im Ranking hätten wohl das Niveau für die DNL II.“

Was gab denn den Ausschlag für Deinen Wechsel zu den Lausitzer Füchsen?

„Während des letzten DEL2-Perspektiv-Camps habe ich Chris Straube, den Füchse-Co-Trainer, kennengelernt. Mit ihm gab es ein paar Gespräche, ich bekamauch Tipps, wie ich mich verbessern und den Sprung in die DEL2 schaffen könnte. So sollte ich an Gewicht zulegen, was ich über den Sommer auch getan habe. Als irgendwann die Frage kam, ob ich Interesse hätte, in Weißwasser zu spielen, habe ich nicht lange gezögert, mich mit meinen Eltern besprochen - und dann zugesagt.“

Wenn die neue Saison aus Deiner Sicht optimal verläuft – wie muss sie dann laufen?

(lacht) „Zunächst wäre wichtig, dass es überhaupt mal losgeht und die Fans wieder ins Stadion dürfen. Während meiner Eiszeiten möchte ich die Mannschaft bestmöglich unterstützen für maximalen Erfolg. Ich hoffe und werde hart dafür arbeiten, dass ich mich bei den Füchsen in den Stamm spielen kann. Sollte mir das nicht gleich gelingen, dann nehme ich den Weg über die Ober- oder auch die Regionalliga. Auch dort kann man lernen. Sicher ist da auch die Chance größer, in den Special-Teams zum Einsatz zu kommen, was ebenso hilfreich sein dürfte.“

Welchen Typ Stürmer werden die Fans der Lausitzer Füchse in Dir erleben?

„Ich halte mich für einen schnellen Außen, der immer hart arbeitet und alles für das Team gibt. Ansonsten sollen sich die Fans einfach überraschen lassen…“ (grinst)

Wo soll Dich die Karriere als Eishockeyprofi nach Möglichkeit hinführen?

„Mein Traum war und ist es, in der DEL zu spielen. Ob es dann noch für mehr reicht, vermag ich nicht abzuschätzen. Jetzt gehe ich den Schritt, der mich in die DEL2 führen soll. Und dann werden wir schauen, was die nächsten Jahre bringen.“

Du stammst aus Ingolstadt und kommst aus Kanada zu den Füchsen. Was gibt es zum Einstand: Weißwurst oder Burger?

„Da fühle ich mich mehr zur Weißwurst hingezogen…“

Man sagt, Du seiest auch ein guter Tischtennisspieler…

„Ob ich gut bin, sollen andere beurteilen. Richtig ist, dass es eine mächtige Rivalität mit den Jungs aus meiner Straße in Ingolstadt gibt und wir uns so oft als möglich duellieren. Da ist dann aber auch richtig Action auf der Platte!“

Am Samstag steigt das erste Testspiel – und das gegen Dresden. Weißt Du um die Rivalität mit den Eislöwen?

„Ich habe davon gehört. Das scheint ein echter Derby-Kracher zu sein… Und am Ende soll der Sieg natürlich auf dem Füchse-Konto verbucht werden.“

Das hoffen wir alle natürlich auch. Überhaupt ist die Vorfreude auf die neue Füchse-Mannschaft groß und alle sind gespannt darauf, wie das Team funktionieren, sich alsbald finden und leistungsmäßig auftrumpfen wird. Du, als einer der Youngster, kannst ja mal schauen, welcher erfahrene Crack Dir am ehesten als „Papa“ zusagen würde. Bleibe verletzungsfrei, erwische einen guten Start in die Testspielserie und viel Erfolg und Stehvermögen beim Kampf um die Stammplätze. Das wünscht Dir das Homepage-Team!

Foto: Thomas Heide

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