"HOCH ZU ROSS"

DAS SOMMER-INTERVIEW MIT BRAD ROSS

Nachdem die Verpflichtung von Nick Ross bekanntgegeben worden war, frotzelte ein EHC-Facebook-User: „Cool, dann treten wir ja schon mal hoch zu Ross an, mit Nick und Brad…“ Vom hohen Ross zu kommen, das ist nicht unbedingt „füchse-like“. Zumal sich im Vorjahr zeigte, dass Vorschusslorbeeren auch sehr schnell welken können. In der kommenden Spielzeit erfährt nun eher das Projekt „Jugend forscht“ eine Neuauflage. Acht (der bisher elf) Neuzugänge sind unter bis maximal 20 Jahre alt. Brad Ross ist einer von bisher vielleicht sechs Akteuren, die unter der Rubrik „Routiniers“ oder auch „Führungsspieler“ gelistet werden können. Grund genug, beim 28-jährigen Stürmer mal nachzuhorchen.

Brad Ross: Die erste Frage in diesen Zeiten gilt stets der Gesundheit. Wie geht es Dir und Deinem Bruder?

„Uns geht es bestens! Wir sind gesund und bereiten uns intensiv auf die neue Saison vor.“

Wohnst Du mit Nick zusammen? Oder wo kann man Euch finden?

„Wir wohnen in Lethbridge (Provinz Alberta) ganz nahe beieinander. So treffen wir uns oft und trainieren auch gemeinsam.“

Konntet Ihr das Pensum so wie in jedem Jahr abspulen, oder gab es Einschränkungen? Wie ist die Lage in Kanada überhaupt?

„Ein bisschen anders als sonst ist es in diesem Sommer schon. Aber jetzt hat es sich fast wieder normalisiert. An sich war in Kanada immer Eis, wenn wir daheim gewesen sind. Diesmal sind die Hallen wegen Covid lange geschlossen gewesen. Seit Mitte Juli sind sie nun wieder offen und damit können wir endlich auch auf’s Eis.“

Letzte Saison warst Du ja nur etwa zehn Wochen in Weißwasser. Du bist mit dem Hockey Open Air in Dresden gestartet, hast dann den am Ende doch erfolglosen Kampf um die Playoffs miterlebt. Welche Eindrücke hast Du aus „Hockeytown“ mitgenommen?

„Ganz ehrlich – mir hat es in Weißwasser wirklich außerordentlich gut gefallen. Die Leute dort sind alle total nett, die Fans sind großartig und die Organisation arbeitet sehr professionell. Es war für mich genau die richtige Entscheidung, zu den Füchsen zu wechseln.“

Damit scheint klar zu sein, weshalb Du beim EHC verlängert hast, obwohl die Mannschaft ihr Ziel nicht erreichen konnte.

Ich komme mit dem Trainer wirklich richtig gut klar und meine Art, Eishockey zu spielen, stimmt mit seinen Vorstellungen komplett überein. Insofern dachte ich mir, dass es besser ist, diese für mich ausgezeichnete Situation nicht ohne echten Anlass zu verändern. Wer weiß, was mich erwartet hätte, wenn ich woanders hingegangen wäre!?“

Nun kommt Dein Bruder Nick auch zu den Füchsen. Hast Du je mit ihm zusammen in einer Mannschaft gespielt?

„Nein, in einer Mannschaft habe ich mit ihm noch nie gespielt. Aber wir waren schon Gegner. Nick war 19 Jahre alt, ich 16. Da gab es zwei Matches in der WHL, in denen wir gegeneinander spielten. Nick’s Mannschaft hat beide Spiele gewonnen. Aber das lag nur daran, dass mein Junior-Team in dem Jahr wirklich sehr schlecht war… (lacht) Jedoch war es schon immer unser großer Wunsch, einmal gemeinsam in einem Team zu stehen. Der geht nun in Erfüllung. Trainer Corey Neilson hatte mich zum Ende der vergangenen Spielzeit gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mit Nick in einer Mannschaft zu spielen. Da habe ich geantwortet, dass das eine großartige Idee sei. Jetzt sind wir beide schon voller Vorfreude auf die neue Saison und diese ja auch für uns neue Situation.“

Kannst Du uns Deinen Bruder vielleicht kurz vorstellen?

„Nick ist ein Offensivverteidiger mit gutem Stellungsspiel und einem harten Schuss.“

Die Füchse bauen gerade eine sehr junge Mannschaft. Wie siehst Du dort Deine neue Rolle als einer der „Chefs des Kindergartens“?

„Ich freue mich sehr darauf, meine Erfahrungen einbringen zu können. Und es muss ja nun wirklich kein Nachteil sein, viele junge Spieler im Team zu haben. Denn die sind willens, hart zu arbeiten um vorwärts zu kommen. Und sie werden dem Trainer gut zuhören und bereit sein, dessen Vorgaben umzusetzen. Diese zwei Dinge sind außerordentlich wichtig, um erfolgreich sein zu können.“

Ab der kommenden Saison wird es wieder Auf- und Abstieg zwischen der DEL und der DEL2 geben. Erwartest Du deshalb eine besondere Entwicklung in den Ligen?

„Das ist schwer vorherzusagen. Dieser Corona-Sommer hat ja ohnehin dafür gesorgt, dass die Normalität doch etwas verlorengegangen ist. Ungeachtet dessen finde ich es wirklich toll, dass DEL und DEL2 wieder den Auf- und Abstieg einführen. Die meisten anderen Ligen haben das auch und es ist spannend für die Fans und echt wichtig für den sportlichen Wettbewerb.“

Was denkst Du: Warum spielen die Füchse diesmal eine bessere Saison als die vergangene?

„Ich meine, dass es in jedem Jahr das Ziel ist und sein sollte, besser zu sein als zuletzt. Wenn alles optimal läuft, dann werden die jüngeren Spieler die älteren pushen und maßgeblich dafür sorgen, uns zu einem wettbewerbsfähigen und unausrechenbaren Hockeyclub zu machen.“

Eine Sache noch zum Abschluss! Was gibt es in Kanada nicht, was Du in Weißwasser hattest?

(Lacht) „Eine sehr gute Frage! Kebap von Alis Bistro!!! Sooooo lecker…“

So sehr lange wirst Du ja auf die Rückkehr zu den Füchsen und dann in das Bistro nicht mehr warten müssen. Recht vielen Dank dafür, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast. Bitte grüße auch Deinen Bruder ganz herzlich. Wir sind alle schon sehr gespannt auf ihn. Bleibt beide verletzungsfrei und kommt dann demnächst gut über den „Großen Teich“!

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