HÄLT DIE MAGISCHE SERIE ?

WEISSWASSER VON KAUFBEUREN UND FRANKFURT GEFORDERT

Ohne die kompletten Statistiken seit 1990 bemüht zu haben, dürfte die Aussage, dass unsere Füchse sehr, sehr selten bis noch nie eine Serie von sieben siegreichen Pflichtspielen schafften, nicht so falsch sein. Und inzwischen ist man gerne bereit, auch mal eine Niederlage zu akzeptieren – denn die „richtigen Gegner“ kommen ja erst noch. Wer aber sind nun die „richtigen Gegner“? Und hatten wir nicht Bad Nauheim, Dresden oder Bietigheim auch schon als die „Nagelproben“ tituliert? Jetzt dürfen sich also die Buron Joker aus Kaufbeuren und die Frankfurter Löwen anschicken, dem Fuchs die erste Verwundung beizubringen. Und mal angenommen, am Sonntag wäre die Erfolgsgeschichte auf neun Spielgewinne ausgebaut – welche „richtigen Gegner“ sollen dann noch kommen? Okay: Ravensburg… Denn die halten sich in Lauerstellung und siegen ja einfach immer mit uns mit. Allerdings wissen es die Gelehrten seit Jahrmillionen: Je länger eine Serie andauert, desto näher kommt ihr Ende. Und so, wie der Mensch nicht unsterblich ist, sind die Lausitzer Füchse auch nicht unbesiegbar.

Jedenfalls steigt das Spitzenspiel der DEL2 morgen im Allgäu, wenn der Vierte aus Kaufbeuren den Spitzenreiter aus der Oberlausitz empfängt. Dabei konnten die Gelb-Roten praktisch nahtlos an ihre starke Vorsaison anknüpfen, als sie die Hauptrunde als Vierter abschlossen und erst im Playoff-Halbfinale in sechs Spielen am später finanzklammen Vizemeister SC Riessersee scheiterten. Und beim ESVK konnte man das Gros der Leistungsträger der letzten Spielzeit halten. Dazu gehört natürlich Stefan Vajs, der in den letzten beiden Spielzeiten jeweils der Top-Goalie der Liga war. Mit Brandon Gracel holte man den Publikumsliebling aus 2016/17 nach seinem Gastspiel aus Dänemark (Herning Blue Foxes) zurück. Mit Ossi Saarinen fand einer der Crimmitschauer Erfolgsgaranten des Vorjahres in den Buron Jokern seinen neuen Arbeitgeber. Aprops Saarinen: Drei Finnen führen aktuell die ESV-Scorerliste an. Jere Laaksonen brachte es bisher auf elf Zähler, Sami Blomquist und eben Saarinen auf zehn, wobei letztgenannter eher der Vorlagengeber zu sein scheint. Gleich nach den Skandinaviern rangiert mit Julian Eichinger einer der starken deutschen Zugänge. Der Defender (!) kam aus Garmisch-Partenkirchen. Gar DEL-Vergangenheit hat Alexander Thiel, der mit Jonathan Boutin in Augsburg spielte. Die Klasse im Team von Coach Andreas Brockmann ist ergo gar nicht zu verkennen. Vielleicht wirkt sich für unsere Farben günstig aus, dass wir gar kein echtes „Spiel in der Fremde“ bestreiten müssen. Schließlich haben die Allgäuer unsere Eisarena einfach „abgekupfert“, sodass sich die EHC-Cracks in Kaufbeuren heimischen fühlen dürften.

Am Sonntag kommt dann Frankfurt nach Weißwasser – ohne Paul Gardner. Der musste in der letzten Saison vorzeitig seinen Hut nehmen, nachdem das hochkarätig besetzte Löwen-Rudel die Contenance und fast schon das Playoff-Viertelfinale verlor. Nach zwei Niederlagen gegen Kassel und ohne unseren Ex-Ober-Fuchs spielten sich die Hessen noch bis in das Finale, in dem dann Bietigheim die Oberhand behielt. Noch heute gern erinnert man sich im Fuchsbau an den 17. November 2017. Da schossen unsere Blau-Gelben die Löwen mit 6:1 aus der Halle. Und auch beim zweiten Aufeinandertreffen war der EHC siegreich, mit 4:1. Zwischen Weihnachten und Neujahr gewannen die Füchse unter Robert Hoffmann gar in der Mainmetropole – und zwar mit 5:4 nach Verlängerung. Nicht verschwiegen werden darf das 2:9 im ersten Aufeinandertreffen. Mit eben diesem Resultat wurde am Mittwoch Bad Tölz gedemütigt. In Frankfurt spricht man jedenfalls von einer Neuausrichtung – und die hat nur ein Ziel: die DEL. Deshalb wurde einmal mehr viel Geld investiert. Mit Adam Mitchell (Straubing) und Eduard Lewandowski (Düsseldorf) wechselte Erfahrung aus der höchsten Spielklasse in den Löwen-Käfig. Zudem sind drei von vier Ausländern neu: Der dereinst bereits in Ravensburg stark scorende Mathieu Tousignant, Antti Kerälä aus Herning und Dan Spang, den unser Coach Corey Neilson bestens kennen sollte. Schließlich trainierte er ihn im Vorjahr in Nottingham. Auf der Kommandozentrale in der hessischen Landeshauptstadt wird heuer Finnisch gesprochen. Neuer Headcoach ist Matti Tiilikainen. Ihm assistieren Marko Raita und Torwarttrainer Valtteri Salo. (Da bleibt die Tastatur fast hängen…) Wie man das Löwen-Rudel dennoch packen kann, könnte Clarke Breitkreuz unserem Coach verraten. Denn unsere Nummer 71 kam ja direkt vom Main in den Fuchsbau. Und der EHC Freiburg hat beim 3:1 in eigener Halle die Hessen auch schon entzaubern können.

Verzichten muss man bei uns auf den weiter Verletzten Ryan Warttig und – leider – auch auf Maximilian Adam, der nach Berlin gerufen wurde. Das allerdings ist nach seinen starken Leistungen zuletzt nun gar kein Wunder.

Die Partie in Kaufbeuren beginnt um 19.30 Uhr und steht unter der Leitung von Patrick Altmann und Cori Müns. Die Unparteiischen am Sonntag ab 17 Uhr im Fuchsbau sind Tony Engelmann und Seedo Janssen.


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