Crimmitschau
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Weißwasser

ERSTES WOCHENENDE - ZWEI SIEGE

DERBY-ERFOLG IM SAHNPARK

Das erste Wochenende der Hauptrunde ist Geschichte. Und es war ein erfolgreiches für die Füchse. Zwei Siege – fünf Punkte, Tabellenplatz 5.

Nach der eher durchwachsenen Vorbereitung und dem mit viel Willen erzwungenen Auftaktsieg gegen Freiburg machten unsere Jungs am heutigen Sonntag im Crimmitschauer Sahnpark Nägel mit Köpfen. Mit 4:1 zeigten sie den Gastgebern ihre Grenzen auf.

Ohne die Dauerverletzten Marius Schmidt, Clark Breitkreuz und Ryan Warttig ging die Reise nach Westsachsen. Hinzu kam, dass mit Charly Jahnke einer der Matchwinner vom Freitag nach Berlin beordert worden war.

Was die Mannschaft um Kapitän Anders Eriksson dann aber im Verlauf der 60 Minuten zeigte, dass konnte sich durchaus sehen lassen. Mal abgesehen von der Anfangsphase, in der die Füchse schon in der zweiten Minute das Gegentor durch Patrick Pohl kassierten, der einen scharfen Schuss von Patch Alber unhaltbar ins Füchse-Gehäuse ablenkte, spielten die Gäste das durchweg bessere Eishockey. Corey Neilson hatte offenbar gut analysiert und die passenden Worte gefunden, die es den Jungs versagten, die Fehler aus dem Anfangsdrittel gegen Freiburg zu wiederholen. Mit Ruhe und Sicherheit stand auch von Beginn an ein Olafr Schmidt im Tor, der seinen Kasten, bis auf dieses eine Gegentor, absolut sauber hielt. Die Partie nahm auch gleich Fahrt auf und die Eispiraten erarbeiten sich gute Chancen. So in der achten Minute, als Christoph Kabitzky fast ungehindert auf Olafr Schmidt zu lief, der aber mit stoischer Ruhe die Chance zunichte machte. Jetzt wachten auch die Füchse auf und erarbeiten sich ihrerseits viele gute Möglichkeiten, verpassten es aber zunächst, den Ausgleich zu markieren. So dauerte es bis zur 17. Minute, ehe David Kuchejda im dritten Überzahlspiel den Puck zum längst fälligen 1:1 ins Crimmitschauer Tor bugsierte. Zuvor hatten die Füchse schon zweimal einen Spielervorteil ungenutzt verstreichen lassen, weil die Eispiraten, ihrerseits bis dahin defensiv gut organisiert, das von Rückkehrer Sebastian Albrecht gut gehütete Tor mit aller Macht verteidigten. Gegen David Kuchejda allerdings hatte der Eispiraten-Schlussmann dann keine Chance mehr. Gleicher Spieler hatte vier Sekunden vor Drittelende nochmals die Gelegenheit zu einem Treffer, aber diesmal blieb Albrecht der Sieger. Eine Füchse-Führung wäre allerdings auch zu diesem Zeitpunkt nicht gänzlich unverdient gewesen.

Und wer jetzt dachte, dass die Hausherren den Ton im Piraten-Domizil angeben würden, der sah sich getäuscht. Zwar hatten sie gleich nach Drittelstart eine gute Chance, aber das war es dann auch für längere Zeit. Die Füchse sorgten für die Musik und brachten Sebastian Albrecht ein ums andere Mal ins Schwitzen, aber noch nicht in Verlegenheit. Denn der zweite Treffer wollte nicht fallen. So kam es fast, wie es kommen musste. Die Eispiraten wurden wieder mutiger und auch Olafr Schmidt bekam mehr Arbeit. Erst war es Dominic Walsh, der in der 26. Minute allein in Richtung Füchse-Gehäuse unterwegs war, Schmidt aber nicht überwinden konnte. In der 31. Minute schob Vincent Schlenker den Puck über die Torlinie. Die Referees bedienten sich bei diesem Treffer aber des Videobeweises und gaben ihn, nach tiefgründiger Begutachtung richtigerweise nicht. Der Grund: Torwartbehinderung. Christian Hilbrich versuchte sich im Torraum den nötigen Platz zu verschaffen, indem er die Schoner von Schmidt einfach bei Seite schob. So bleib es beim 1:1 und die Füchse machten nun richtig Ballett. Bis zur 35. Minute blieben sie ohne Strafzeit, aber dann kam es gleich ganz dick. Erst musste Jakub Kania auf das Sünderbänkchen, und 45 Sekunden später auch noch Steve Saviano, Das hieß 75 Sekunden 3 gegen 5. Aber wie das die Füchse lösten, war schon aller Ehren wert. Gerade mal eine Chance ließen sie zu und waren dabei noch selbst auf Angriff orientiert. Diese eine Chance hatte es aber auch in sich, denn Olafr Schmidt glänzte mit einer irren Parade, wobei die meisten der Crimmitschauer Anhänger den Puck schon im Tor gesehen hatten. So überstanden die Füchse diese kritische Situation unbeschadet und berannten fortan weiter das Eispiraten-Tor. Eine alte Eishockeyweisheit besagt, dass der, der bei Fünf gegen Drei kein Tor schießt, verliert. Wie wahr! Und zudem wurde die Geduld der Blau-Gelben belohnt. Feodor Boiarchinov war es, der 30 Sekunden vor der Drittelsirene die Füchse mit 2:1 in Führung schoss. Völlig verdient, nebenbei gesagt, denn die Füchse waren in diesem zweiten Abschnitt das deutlich bessere Team.

Auch im letzten Drittel waren die Gäste aus der Lausitz überlegen. Steve Saviano gleich nach Beginn mit einer guten Chance läutete den Auswärtssieg der Füchse ein. Trotzdem mussten die Weißwasseraner immer auf der der Hut sein, denn die Eispiraten blieben nach wie vor bei ihren Angriffen kreuzgefährlich. In der 48. Minute schnappte sich Steve Saviano, der im Spielverlauf immer agiler wurde, den Puck und kurvte vor das Tor von Christian Albrecht, zog mit der Rückhand von halblinks ab und traf aber nur den Pfosten. Der im Slot postierte Vincent Hessler schaltete blitzschnell und schob die Scheibe im Fallen zum 3:1 in die Maschen. Das gab den Füchsen nun noch zusätzlich Sicherheit für die restliche Spielzeit. Auch wenn die Eispiraten nun natürlich alles auf eine Karte setzten und gut zweieinhalb Minuten vor Ende den Goalie vom Eis nahmen, gab es nur noch einmal einen Torjubel. Die Füchse und ihre Fans waren vor Freude außer sich, denn Jeff Hayes erzielte drei Sekunden vor Schluss das 4:1. Damit war nicht nur der Deckel drauf, sondern auch der Saisonstart gelungen. Das zumindest kann man nach zwei Siegen und fünf Punkten durchaus bilanzieren.

Corey Neilson zeigte sich in der anschließenden Pressekonferenz sichtlich erleichtert und zufrieden:
„Es war eine tolle Atmosphäre und ein tolles Derby. Beide Mannschaften waren anfangs etwas nervös. Wir haben im zweiten und dritten Drittel Kapital aus unseren Chancen schlagen können. Ich bin sehr glücklich.“

Übrigens verlor der zweite sächsische Kontrahent heute sein Heimspiel gegen Heilbronn mit 3:6.


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