Weißwasser
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Dresden

EIN TOR FÜR DAS GROSSE GLÜCK

#DERBYSIEGER

Vielleicht noch einen Penalty? Oder eine Spieldauerdisziplinarstrafe? Vielleicht noch einen Videobeweis? Oder eine kleine Prügelei? Alles nicht nötig! Trotz des knappsten aller knappen Resultate bekamen die 2.950 Zuschauer im ausverkauften Fuchsbau ein Derby vom feinsten geboten, das die Hausherren mit etwas Glück, viel Geschick und einem bärenstarken Olafr Schmidt im Gehäuse am Ende auch noch für sich entscheiden konnten. Statt des 1:0 nach 60 Minuten wäre auch ein 3:3, ein 5:5 oder ein Auswärtssieg der Elbflorenzer möglich gewesen. Da trafen nämlich zwei Mannschaften aufeinander, die nur eines wollten: Eishockey spielen und Eishockey kämpfen. Und weil beide Teams die Grenzen der Fairness zwar ausreizten, aber nie überschritten, leisteten auch die Referees ihren Beitrag zu einem mitreißenden Duell. Denn die Zebras ließen laufen, was laufen zu lassen war. Das tat der Partie sichtlich gut, auch wenn unser Schlussmann den einen oder anderen ungebetenen Besuch in seinem Torraum bekam.

Aber der Reihe nach! Erst zum dritten Male seit der Teilnahme unserer Weißwasseraner am gesamtdeutschen Eishockey-Spielbetrieb gingen wir als Tabellenführer in ein Zweitligaspiel. Zweimal konnten wir nur einen Tag von der Tete grüßen. Damit das diesmal nicht wieder passieren würde, musste ein „selbsterklärter Trick“ herhalten: Weil Ravensburg ja eine Begegnung weniger absolviert hatte und beim Nachholer ob der besseren Tordifferenz schon ein Zähler reichen würde, um in der dann bereinigten Tabelle uns auf Platz zwei zu schicken, waren wir nur scheinbar Erster, aber praktisch eher Zweiter. Das Orakel tat seinen Dienst! Unsere Füchse holten sich den Dreier und verteidigten so die noch immer nur „unreine“ Spitzenposition. Dabei brachten unsere Gäste eine Leistung auf den kühlen Grund, die die Qualität der Mannschaft eindrucksvoll unter Beweis stellte und den bis dato nicht optimalen Saisonstart – samt hinterem Tabellenplatz – irgendwie unerklärlich erscheinen ließ. Schnell und vor allem schnörkellos mit stets direktem Zug zum Tor starteten die Eislöwen in das Match, derweil unsere Blau-Gelben es besonders schön erspielen wollten. Trotz unterschiedlicher „Herangehensweise“ kamen beide Mannschaften zu ihren Chancen, Dresden aber zu den besseren. Schon nach vier Minuten stand Nick Huard beispielsweise frei vor Olafr Schmidt, der dem Dresdner aber den Schneid abkaufen konnte. In der 14. Minute rettete uns die Torlatte nach einem Rupprich-Direktschuss. Davor und danach hatten unsere Jungs Überzahl. Aber die Gäste standen gut in der Box, stellten vor allem die Schussbahnen zu. So verstrichen selbst 50 Sekunden doppelter Überzahl, in der Feo Boiarchinov mit einer Direktabnahme nur René Kramer traf. Der Eislöwen-Verteidiger trat den Beweis dafür, dass Eishockey kein Sport für Weicheier ist und dann auch prompt zum zweiten Drittel an.

Nun nahm die Begegnung erst richtig Fahrt auf. Es gab Torchancen im Minutentakt – vor beiden Schlussleuten. Nach 22 Minuten wurde Jeff Hayes beim Abschlussversuch vor dem praktisch leeren Dresdner Tor noch geblockt. Im Gegenzug scheiterte Martin Davidek frei an „Ollie“ Schmidt. Nach 24 Minuten verfehlte Charlie Jahnke um Zentimeter. Keine 60 Sekunden später gab es Dauerfeuer auf unseren Goalie, der den von Nick Huard und Jordan Heywood abgeschossenen Scheiben den Einschlag verwehrte. In der 28. Spielminute startete Anders Eriksson in Penaltymanier zum Unterzahl-Break. Aber Eislöwen-Keeper Marco Eisenhut, längst auf Betriebstemperatur, war einen Tick besser als unser Käpt’n. Noch in dieser Überzahl der Landeshauptstädter fälschte Martin Davidek zwei Meter vor Olafr Schmidt einen Schlagschuss von Steve Hanusch ab – erfolglos. Unser Schlussmann war auch zur Stelle, als nach Scheibenverlust von Steve Saviano Thomas Pielmeier allein schräg auf unser Gehäuse zusteuerte (31.). Da spielten die Füchse Powerplay, in dem Feodor Boiarchinov mit einer Direktabnahme die beste Einschusschance hatte. Doch auch er fand seinen Meister in Marco Eisenhut, der nun mehrfach im Mittelpunkt stand. Schließlich dominierten die Hausherren die letzten acht Minuten im Mittelabschnitt klar. Cederic Schiemenz traf nur die Querstange (34.), Jeff Hayes und unsere Nummer acht kamen aus Nahdistanz nicht am Dresdner Goalie vorbei (38.). Der Gegenzug unserer Gäste hielt dann die „Parade des Abends“ parat. Steve Rupprich hatte per Schrägschuss abgezogen, der Puck sprang von Olafr Schmidts Schulter als Bogenlampe in unser Tor. Ins Tor? Denkste! Derweil die Blau-Weißen schon zum Jubel ansetzten, fing „Ollie“ die Scheibe hinter seinem Rücken und vor der Torlinie. Es blieb beim 0:0 – bis die Stadionuhr noch 42 Sekunden im zweiten Drittel anzeigte. Anders Eriksson veredelte mit all seiner Routine einen wunderschön schnell und direkt vorgetragenen Angriff über die rechte Seite, wobei sich Steve Saviano in die Angriffszone tankte, zu Vincent Hessler passte, der frei Tormitte seinen Kapitän sah. Erst und letztmalig, was da noch keiner ahnte, war Marco Eisenhut geschlagen.

Logisch, dass die Landeshauptstädter in den letzten 20 Minuten auf den Ausgleich drängten. Allerdings schafften es unsere Jungs immer wieder, die Gäste aus der unmittelbaren Gefahrenzone zu halten. So mussten es die Eislöwen mit Distanzschüssen probieren, die Olafr Schmidt samt und sonders parierte: Heywood (41. und 57.), Huard (58.) und auch Kramer (60.) blieben – und damit „ganz Dresden“ selbst mit 70 Sekunden vor dem Ende gezogenen Torhüter – ohne Torerfolg. Weil auch Schiemenz (44.) an Eisenhut scheiterte, Jordan George das leere Tor verfehlte (48.) und Maxi Adam nur den Außenpfosten traf (49.), hing der Erfolg unserer Jungs bis zur letzten Spielsekunde am seidenen Faden. Als die Schlusssirene den Heimsieg besiegelte, brach sich grenzenloser „Derbysieg-Jubel“ Bahn. Bevor sich unsere Blau-Gelben zur „Uffta“ niederknien durften, wurden die beiden an diesem Abend tatsächlich überragenden Goalies noch als beste Spieler ihrer Teams ausgezeichnet.

Neben unserer Mannschaft konnten auch die werkelnden Helfer vom VKS vor der Eisarena einen Erfolg verzeichnen: Insgesamt 320 Personen stellten sich dem Wattestäbchen und erklärten ihre Bereitschaft zur Aufnahme in die Knochenmarkspenderdatei.

Die Trainerstimmen

Jochen Molling: „Es war ein gutes und schnelles Derby mt viel Emotionen und zwei guten Torhütern auf beiden Seiten. Wir hatten genug Chancen, die Partie für uns zu entscheiden. Aber es war Weißwasser, die dann einen unserer Fehler ausgenutzt haben.“

Corey Neilson: „Die Fans waren herausragend und haben für eine tolle Atmosphäre gesorgt. Wir sind viel gelaufen, haben sehr aggressiv und gut organisiert gespielt. Ich bin positiv erstaunt, wie gut sich unsere junge Mannschaft unter mächtigem Druck aus der Affäre gezogen hat.“

Für unsere Füchse geht es bereits am Mittwoch weiter, wenn in einem vom 25. Spieltag vorgezogenen Match ab 17 Uhr der amtierende Zweitligachampion aus und in Bietigheim auf uns wartet.

Die Zusammenfassung des Spiels gibt es auf www.del-2.org/videos

Leider gab es bei der Pressekonferenz technische Probleme. Dafür entschuldigen wir uns.


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